Ich habe jetzt einige Posts dazu gesehen und es tangiert auch einen anderen Meta Post an dem ich sitze, aber
Wir verlieren durch den time skip nichts
Ja, ich kann verstehen, dass es schade ist, dass wir Adam nicht an Leos Krankenbett bekommen haben. Hätte ich auch gerne gesehen. Ein bisschen mehr panische Sorge von Esther um Pia wäre auch nett gewesen, vom Team fürs ganze Team und so weiter.
ABER: Nur weil es in BiD nicht vorgekommen ist, heißt das nicht, dass wir das nie sehen werden. Dass wir nie erfahren werden, dass es genauso passiert ist, wie wir uns das im letzten Jahr ausgemalt haben.
Die allermeisten Kritiken, die ich heute morgen und in den letzten Tagen gelesen habe - und übrigens schon seit Anfang an - drehen sich immer wieder um die horizontale Erzählweise im Spatort, die sich vom regulären Tatort unterscheidet.
Das macht der SR nicht aus Langeweile. Das machen sie nicht, weil sie denken, dass sie damit Quote machen (die gestern übrigens unterirdisch war). Das machen sie - meiner Meinung nach - weil sie kapiert haben, dass WIR HIER SIND.
Ich habe ja schon seit Längerem die Vermutung, dass die Filme mit Absicht überproportinal oft und lange in der Mediathek sind, damit wir sie streamen können. Bei welchem anderen Team sind alle Filme (oder auch nur 7 aufeinanderfolgende Filme) gleichzeitig, zur Ausstrahlung, in der Mediathek?
Nein, der SR hat kapiert, dass wir da sind. Dass wir jung sind und bingen und streamen und uns die Charaktere mehr interessieren als der Case of the week. Dass uns die horizontale Erzählweise mehr anspricht als clevere Plottwists in den Ermittlungen.
Dass sie sich gerade noch darauf verlassen können, dass die Tatort-Traditionalisten einschalten und die Quote retten, auch wenn sie mehr und mehr Filme FÜR UNS machen, statt dem 50 Jahre alten Format zu folgen (weil auch wenn wir viele sind: nur für uns geht es halt doch nicht).
Ja, man kann sicher behaupten, dass sie das eh nach und nach machen müssen. Dass der Tatort als Format jünger werden muss, weil das Hauptpublikum sonst langsam ausstirbt. Aber die öffentlich rechtlichen stehen in Konkurenz zu milliardenschweren Streamingsanbietern - sie können es sich nicht abrupt mit dem Großteil ihrer Zuschauerschaft verscherzen.
Darum: Geduld haben. Es ist nichts auserzählt, bevor die letzte Episode nicht über den Bildschirm gelaufen ist. Wer weiß, was da noch kommt