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@da198
Lange nichts mehr gepostet hier. Ab sofort werden Texte von mir, sowie Fotos, Zeichnungen usw. auf meiner Instagram-Seite (dana.arp) zu sehen sein.
Nicht von Farben
Die Erde dreht sich nicht um sich selbst Zeit ist umkehrbar nach Frühling kommt Herbst denn wir sprechen bei Klängen nicht von Farben und bei Farben nicht von Tönen
und es tut nicht weh
jede deiner Bewegungen zu fühlen ohne dich zu berühren
und ich lüge
wenn ich sage es tut mir leid sollte ich dir je so wehgetan haben wie du mir können wir dieses Spiel doch jetzt beenden denn keiner von uns wird gewinnen
ich weiß nicht was ich mir glauben kann weißt du es glaubst du mir weißt du was wir hier tun und wo das hinführt
wenn du mich zurückstößt stoße ich dich zurück nur stärker und wenn ich dich ansehe siehst du mich an nur länger
vielleicht will ich dich nicht solange du mich nicht willst vielleicht brauche ich dich weniger als du denkst
denn der Schmerz ist okay wir leben gerne in Melancholie wir sprechen kein Wort weil es zu viel zu sagen gibt weil unsere Blicke traurige Texte in glückliche Nächte singen
in meinen geht es um die Farbe deiner Stimme und den Ton deiner Augen
darum dass ich nicht mehr lügen will
ich will nicht mehr so tun als wären wir uns fremd als wüssten wir nicht wie sich jede Berührung des anderen auf unserer Haut anfühlt als wäre alles okay das alles nicht der Rede wert
als sprächen wir bei Klängen nicht von Farben und bei Farben nicht von Tönen.
Ich hielt nackte Körper fest auf Papier als ich dabei war meinen fast zu verlieren.
Akt, Acryl auf Papier, Dana Arp, 2013.
Weniger Kaputt
Komm wir tun so als wären wir in der Lage betrunken zu sein
während ich gleichzeitig auf Stirn und Hand geküsst werde betrachte ich dich gegenüber von mir auf der anderen Seite des Raumes sitzend weil ich Wut in deinen Blicken entdecken will
ich weiß ich bin gemein ich bin egoistisch und manipulativ wie du und wir beide wir sind so dumm denn wir sind zu klug Dummheiten zu begehen doch
du sollst wissen ich küsse sie nur weil ich auf der Suche bin nach Küssen die deine übertreffen ich stehle ihre Herzen weil ich meines verloren habe zwischen deinen Zeilen lese ich dass sie deines zerstört hat
lass es mich reparieren erzähl mir von Schmerzen die ich nicht verstehe und ich verspreche dir dich in meinen Kopf zu lassen wenn du willst denn jetzt ist er weniger kaputt
du sollst wissen wer ich bin dich mit mir ineinander verlieren und es ergibt keinen Sinn dass ich sie berühre und nicht dich dass sie mit mir tanzen mich zu sich ziehen und du zusiehst
aber wir sind hier und jetzt lass uns so tun als wären wir in der Lage betrunken zu sein.
Salzig sind
Wir sollten versuchen uns die letzte Nacht aus dem Kopf zu schlafen
was bringt es sie mit Blicken zu töten sie sind doch längst gestorben für uns schlecht gespielte Gleichgültigkeit über unausgesprochenen Gedanken wenn du nicht vergisst dass du mir gehörst verspreche ich zu vergessen dass ich dich nicht will wir drehen uns im Kreis verlieren die Kontrolle über uns und die Zeit ich will dich nur jetzt und das immer denn für jetzt sind wir alles tanzen wir das aus bis es endet und wir wieder nichts sind während du beginnst dir die letzte Nacht aus dem Kopf zu schlafen flüstere ich dir zu dass seine Lippen süßer schmecken als deine die so wunderbar salzig sind von versteckten Worten und dass
ich versuchen werde sie zu suchen hinter jedem fraglichen Moment all dieser Nächte
Wasserfarben
Hinter meinen geschlossenen Augen sehe ich seine und seine und immer mehr wie Wasserfarben auf Wasser verschwimmen sie ineinander zu einem absurden Gemälde grüngraublaubraun gemalter Traurigkeit Verliebtheit Zweifel und Verbundenheit das
keiner von uns versteht was er zu verstehen glaubt
und ich frage mich
sind wir blind allesamt von zu vielen Bildern aus denen wir uns Geschichten schreiben welche davon ist die richtige gibt es mehrere oder keine wann ist heute und
wo ist mein Verstand?
19 Minuten
Du solltest wissen, dass ich nicht weiß, wieviel Zeit zu wenig ist und umgekehrt aber 19 Minuten sind zu viele, um zu bleiben
also lass uns zu Fuß zum Ziel gehen denn ich könnte vergessen, welches ich meine und
es wird mir erst wieder einfallen, wenn ich auf einmal auf dem Bahnsteig stehe, den ich nur im Sonnenlicht kenne und deshalb werde ich dort im Dunkeln so tun, als verstünde ich die Zeit
nicht mehr und
19 Minuten werden dann zu viele sein, um nicht zu bleiben.
Zwischentöne
ich weiß eigentlich immer was in den Köpfen der Menschen vorgeht nur bei dir nicht keine Sorge das geht vielen so nur ihm nicht ist hier noch frei leider nein du darfst eben nicht alles glauben was man dir sagt (wir sollten heiraten hey wie heißt du eigentlich nächste Woche hätte ich Zeit ein schöner Name) das will ich auch beeilen wir uns vielleicht müsste ich dich sonst irgendwann anlügen (schön nicht reden zu müssen das was du gesagt hast wieso tanzt du nicht das freut mich wirklich für dich) kommst du nach Hause ohne dich zu sehen oder zu hören dann erzähl mal ich höre dir zu ich hatte eigentlich gehofft ja ich weiß.
Staub
Wir versteckten uns im Treppenhaus und durch ein dreckiges Fenster fielen fast orangene Sonnenstrahlen auf deinen Rücken und bestimmt tanzte Staub im Licht, doch ich bemerkte ihn nicht, denn du bist zu schön, um auch nur eine Sekunde wegzusehen und alles was ich hörte, war deine Stimme, die mich dieses Lächeln lächeln ließ, das sich so anfühlt wie deines aussieht.
Scherben
Ich sitze auf meinem ungemachten Bett
in diesem viel zu großen Pullover ich friere nicht mehr und tanze in Gedanken fünf Stunden nach vorne wenn ich wieder biertrinkend zwischen fremdem Zigarettenrauch darauf warte, dass Gläser von den wackligen Tischen fallen auf denen unsere Füße liegen
um über die Scherben lächeln zu können
in diesem viel zu großen Pullover fror und versank ich vor unzählbaren Stunden und ich weiß noch, dass der Saum seiner Ärmel immerzu schwarz war wegen der Tränen und der dunklen Schminke die jeden Tag meine Augen einrahmte damit
niemand sah, dass sie Scherben waren
und nun fünf Stunden später tanze ich allein und lachend zwischen Menschen die ich kenne oder auch nicht und vielleicht verliebe ich mich für heute Nacht in dich und ja vielleicht steckt eine Scherbe in meinem Schuh, doch
wir werden die leuchtend hellen Sterne sehen
die sich in meinen ungerahmten Augen spiegeln
und singen
Zehenspitzen
Sie steht auf Zehenspitzen in diesen viel zu neuen flachen Schuhen und alles andere wird wieder alt denn es fühlt sich richtig an es fühlt sich so verdammt richtig an und sie stellt sich in diesem Moment der vielleicht zu lange dauert und lange nicht lange genug keine einzige Frage. Sie steht nur da auf Zehenspitzen und er hebt sie beinahe hoch sodass sie beide für Sekunden oder Stunden noch schöner sind als sonst.
Nachts zählt
Ich kenne dich erst seit eben eigentlich gar nicht aber lass uns jetzt in diese Altbauwohnung ziehen, denn nachts zählt die Zeit anders
ja, sie spielt mit uns, weil weißt du noch, wir waren schonmal hier und jetzt ist alles was ich weiß, dass du im Winter schöner bist und dass
seine Augen die Zeit aufheben.
Dafür da
Wir lächeln und es genügt ein kurzer Blick um zu sagen ich weiß was du denkst denn ich denke dasselbe und hör bitte nie damit auf meine Sätze zu beenden denn vielleicht sind sie nur
Anziehung
wie zwei Magnete mit vibrierender Luft
zwischen uns
ist etwas das ich nicht benennen und nicht leugnen
kann
ich nochmal zurück denn ich denke wir hätten uns küssen
sollen
wir nicht noch einmal alles entflammen wie an diesem Abend an dem wir uns nicht einmal berührten
während wir Bier tranken
erzählte ich dir in deinen Armen meine Geschichte und du studiertest
meine Hand
wollte deine nicht mehr loslassen denn sie fühlte sich fast so schön an wie dein Lachen oder der
ungeübte Tanz unserer Blicke
Spinnenfäden
ein Schmetterlingsflügelschlag mehr oder weniger und diese Linien die uns verbinden unsichtbar spinnenfädengleich uns wieder und wieder und immer wenn wir dabei sind sie auf unserem Weg wegzuwinken zusammenführen wären vielleicht gar nicht da
Von Freitag auf Samstag
Ich weiß nicht was ich fühlte novembernachts um drei warum ich eigentlich aufwachte und wach blieb (wie lange?) ob ich sie weinte, diese unwirklichen Weltschmerztränen während ich daran dachte was bleibt.
Unbezahlbar
“Du kannst es lieben oder hassen dazwischen gibt es nichts
und wenn wir ehrlich sind dann sind es doch diese Momente in denen wir hier sitzen und lachen über uns und andere und die Zeit die diese Zeit zwischen anderen für uns so unbezahlbar machen
und wahrscheinlich ziemlich sicher hätte ich weder ihn noch dich getroffen wären wir nicht zufällig gleichzeitig hier” (zum Hassen und Lieben und Lachen)