Dieses Schreibprojekt ist mir leichter und schwerer gefallen als anfangs gedacht.
Leichter, weil es erstaunlich einfach war, sich jeden Tag hinzusetzen und zu schreiben. Es war schön, sich nach langem mal wieder so produktiv zu fühlen. Außerdem hat es mir sehr dabei geholfen, meinen ewigen Perfektionismus ein wenig in Schach zu halten. Es ist einfacher geworden, einfach drauflos zu schreiben und es anschließend online zu stellen, ohne es vorher tausendmal zu hinterfragen - auf einer Seite wie tumblr in einem relativ kleinen Fandom wie Detektiv Conan/Magic Kaito in Deutsch zu schreiben bedeutet, dass es so gut wie niemand gelesen hat. Ich habe also praktisch für mich selbst geschrieben, es aber dennoch “hochgeladen”, was mir immens dabei geholfen hat, mich nicht mehr so sehr für die Fehler zu schämen, die mir direkt nach dem Posten immer sofort ins Auge fallen.
Schwerer, weil manchmal einfach nicht die Motivation da war, ich mich aber dazu zwingen musste einen Prompt zu wählen und etwas fertig zu machen. Weil ich für viele Dinge Ideen, aber einfach nicht die Zeit hatte, es überhaupt oder aber so umzusetzen, wie ich es mir vorgestellt habe.
Da jetzt im August mein duales Studium beginnt und damit ein ganz schöner Batzen Freizeit entfällt, und ich ab der zweiten Augustwoche nur an den Wochenenden sicher Internetzugang habe, möchte ich das Projekt diesen Monat etwas abändern. Das Ziel ist jetzt nicht mehr, jeden Tag ein fertiges Ficlet hochzuladen - das Ziel ist es, jeden Tag an etwas weiter zu schreiben, sodass ich am Ende des Monats zumindest einen abgeschlossenen Prompt habe und mindestens 15 000 Wörter geschrieben habe. Je nachdem, wie ich Internet habe, wird diese Masterliste entweder jeden Tag oder aber an Wochenenden mit meinen geschriebenen Worten aktualisiert (ähnlich dem NaNo) und ich werde auch Auszüge aus dem Posten, was ich geschrieben habe, damit der Blog nicht vollends stirbt und ich auch accountable bleibe und nicht einfach irgendwelche Zahlen hier reinschreibe. Ich will mich in dieser Übergangsphase einfach nicht stressen lassen und mir auch die Zeit nehmen können, mal etwas längeres zu schreiben und auch editieren zu können.
Prompts für den August werden natürlich dennoch entgegen genommen! Sollte euch ein Prompt auf einer der rebloggten Listen gefallen und ihr wollt es mit einem bestimmten Charakter oder Pairing umgesetzt sehen (auch, wenn der Prompt vielleicht schon mit einem anderen Ship geschrieben wurde) oder ihr wünscht euch eine Fortsetzung/Vorgeschichte zu einem Ficlet, könnt ihr euch das genauso von mir wünschen, wie einfach frei heraus etwas über einen bestimmten Charakter, ein bestimmtes Pairing oder einfach so eine Szene, ein AU oder einen Headcanon, den ihr umgesetzt sehen wollt.
Statistik:
[?/15k Worten]
[0/1 langen Prompt abgeschlossen]
[0/31 etwas geschrieben]
- 01.08:
- 02.08:
- 03.08:
- 04.08:
- 05.08:
- 06.08:
- 07.08:
- 08.08:
- 09.08:
- 10.08:
- 11.08:
- 12.08:
- 13.08:
- 14.08:
- 15.08:
- 16.08:
- 17.08:
- 18.08:
- 19.08:
- 20.08:
- 21.08: scarlet - Day 1 Detective Conan Week 2017
- 22.08: azure - Day 2 Detective Conan Week 2017
- 23.08: maize - Day 3 Detective Conan Week 2017
- 24.08: asparagus - Day 4 Detective Conan Week 2017
- 25.08: onyx - Day 5 Detective Conan Week 2017
- 26.08: wisteria - Day 6 Detective Conan Week 2017
- 27.08: crimson - Day 7 Detective Conan Week 2017
15. the one where every lie your soulmate tells you appears on your skin (soulmate au prompts.)
Datum: 31. Juli
Charaktere: Kuroba Kaito, Erwähnung von Edogawa Conan
Kurzbeschreibung: Die Lügen erscheinen auf seiner Haut wie ein schlechter Aprilscherz.
Adrenalin sang noch immer in Kaitos Adern, als er, ganz in schwarz gekleidet, durch die Tür ins Innere seines Hauses schlüpfte. Es war niemand da, den er hätte wecken können (seine Mutter war wieder einmal irgendwo im Ausland unterwegs), aber er musste dringend verhindern, dass Aoko ihn aus dem Nachbarhaus aus sah. Ansonsten würde sie am nächsten Tag sicherlich fragen, was er mitten in der Nacht draußen gemacht hatte und er wollte definitiv verhindern, dass sie oder ihr Vater erneut Verdacht schöpften, was seine Identität als KID anging. Schlimm genug, dass Hakubastard ihm noch immer deswegen nervte und Akako Bescheid wusste.
Kaum war die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen, sank er mit dem Rücken dagegen und konnte nicht verhindern, dass ihm ein euphorisches Lachen entwich. Den Hinterkopf gegen das Holz lehnend, schloss er die Augen und ließ das eben Geschehene vor seinem inneren Auge Revue passieren. Wie erwartet hatte Nakamori-keibu seine Ankündigung richtig entschlüsselt (sah man einmal davon ab, dass er nicht vorausgesehen hatte, dass es bloß ein Aprilscherz war, aber der gute Kommissar war schon immer etwas zu ernst, um seine etwas… unkonventionelleren Methoden vorherzusehen). Das Auftauchen des Jungen jedoch… ja, das hatte ihn überrascht, aber auf eine positive Art und Weise. Er traf nicht oft auf Menschen, die mit seinem Intellekt mithalten konnten, und in jemand so jungem eine Herausforderung zu finden…
Wer weiß, vielleicht hat er in ein paar Jahren sogar das Zeug dazu, mich tatsächlich hinter Gitter zu bringen, dachte er amüsiert bei sich. Aber bis dahin ist es auf jeden Fall wert, sich deinen Namen zu merken, Edogawa Conan… was dich wohl dazu bewegt hat, zu diesem Raubzug aufzutauchen, hm, Tantei-kun?
Mit einem zufriedenen Seufzen richtete er sich wieder auf und machte sich langsam auf den Weg ins Obergeschoss. Seine schwarze Baseballkappe hängte er im Flur über den Mantelständer, seine dunkle Sweatjacke hingegen nahm er mit in sein Zimmer, um sie dort über die Lehne seines Schreibtischstuhls zu hängen. Auch seine dunkle Jeans und das T-Shirt landeten auf dem Haufen dreckiger Wäsche in einer der Ecken, bevor er sich bäuchlings in Boxershorts und Socken auf sein Bett fallen ließ.
Für einige Minuten lag er bewegungslos da, bevor er sich ächzend auf den Rücken drehte und blicklos an die Decke starrte. Eigentlich hatte er keine Lust, noch einmal aufzustehen und unter die Dusche zu springe, aber er wusste, sein Körper würde ihn hart bestrafen, wenn er es nicht tat. Also hievte er sich in die Höhe und begann, sich seine Socken von den Füßen zu streifen. Als er den Stoff über den linken Knöchel zog, hielt er jedoch inne.
„Was zum…“
Blass und kaum mehr lesbar zogen sich Worte um sein Fußgelenk, fast wie ein blauer Fleck, der beinahe verheilt war. Kaito kniff die Augen zusammen und drehte seinen Fuß erst nach rechts und anschließend nach links, um die Zeichen besser lesen zu können.
„Ich mach Feuerwerk!“ Keine Lüge an sich, mehr eine Halbwahrheit oder eine Irreführung, aber der Sprecher war sich bewusst, dass er nicht ehrlich war, weshalb die Worte einen Abdruck auf dem Körper seines Seelenverwandten hinterlassen hatten.
Sein Seelenverwandter! Scharf zischend holte Kaito Luft und stolperte auf die Beine, um sich die Worte im Ganzkörperspiegel im Bad näher anschauen zu können. Als er im Badezimmer jedoch das Licht anknipste, fiel sein Blick zuallererst auf eine ganz andere Stelle seines Körpers.
Dort, direkt über seinem Herzen, wie als hätte man sie mit einem Messer in die Haut geritzt: „Ich heiße Edogawa Conan.“ Und da, schwarz-violett wie ein frischer blauer Fleck und in KIDs schönster Kalligraphie um seine rechte Hüfte gewunden: „Wir beide brauchen uns ja nicht zu verstellen“
Kaito wusste nicht, was er denken oder fühlen sollte. Alles in ihm war taub und im hintersten Winkel seines Verstands wurde ihm bewusst, dass er wohl unter Schock stand.
Tantei-kun war sein Seelenverwandter? Aber er war doch noch ein Grundschüler… zugegeben, auch unter Seelenverwandten gab es weitaus größere Altersunterschiede, auch wenn es eher selten war. Aber… aber ein Detektiv? Wirklich?! Für einen Moment erlaubte er sich erleichtert zu sein, dass es immerhin nicht Hakuba war – das wäre ein Desaster und noch dazu war er sich ziemlich sicher, dass er die Schmach nicht überleben würde, vom Schicksal an einen solchen Langeweiler gebunden zu sein (eine Sache, in der er und der Detektiv sicherlich ähnlich dachten). Gleichzeitig machte es aber auch kommende Interaktionen mit Tantei-kun schwieriger, immerhin würde er jedes Wort, das er ihm gegenüber fallen ließ, ganz genau wählen müssen, um sich nicht zu verraten. Oder hatte er das bereits? Wusste der andere schon, dass Kaitou KID sein Seelenverwandter war?
Dann jedoch hielt er inne und die Worte über seinem Herzen holten ihn wieder ein.
„Ich heiße Edogawa Conan.“ Warum hatte er bei seinem Namen gelogen? Außerdem konnte das nicht sein, Kaito hatte recherchiert, als der Schlafende Kogoro an Berühmtheit gewonnen hatte, und der Grundschüler in seiner Obhut war selbst in Polizeiakten als Edogawa Conan angegeben. Warum also waren die Worte als tiefgreifende, schmerzhaft wirkende Lüge auf seinem Körper aufgetaucht?
„Wer bist du wirklich…“, murmelte er und fuhr mit den Fingerspitzen über das kalte Spiegelglas, wo sich die Worte dunkel von seiner Brust abhoben. Wie es aussah, hatte er vor seinem nächsten Raubzug am 19. doch noch einiges an Recherche zu betreiben.
“Lets NOT tase the innocent bystanders.” (Police/Detective One Liners)
Datum: 30. Juli
Charaktere: Takagi Wataru, Tsuburaya Mitsuhiko, Yoshida Ayumi, Kojima Genta, Edogawa Conan, Haibara Ai
Kurzbeschreibung: Acht Jahre später lösen die Detective Boys noch immer Fälle. Mittlerweile sind sie jedoch ein wenig besser ausgerüstet.
Takagi wusste wirklich nicht, warum Professor Agasa gedacht hatte, dass es eine gute Idee war, einem Haufen übermütiger Mittelschüler eine Art Spielzeug in die Hand zu drücken, das praktisch einem Elektroschocker gleichkam. Natürlich war besagte Gruppe Mittelschüler bereits seit der ersten Klasse ständig in gefährliche Situationen und Verbrechen verwickelt und es war sicherlich eine gute Idee, ihnen die Werkzeuge in die Hand zu geben, dass sie dennoch so sicher wie nur eben möglich aus diesen Situationen auch wieder herauskamen (ein Grund, warum sie seit neustem alle Karatetraining von der quasi-großen Schwester von einem von ihnen nahmen), aber dummerweise hatten sie die Angewohnheit entwickelt…
„Kinder, wie wäre es, wenn ihr unschuldigen Schaulustigen keinen Elektroschock verpasst?“, sagte der Mordkommissar und sah die drei Vierzehnjährigen erschöpft an, die nicht einmal den Anstand hatten so auszusehen, als ob es ihnen leid tue.
„Pah, von wegen unschuldig!“ Genta verschränkte die Arme vor der Brust und seine zwei Freunde nickten eifrig.
„Genau, Conan hat gesagt, dass die Person mit roter Bohnenpaste unter den Nägeln definitiv etwas mit dem Mord zu tun hat, und der Mann war der Einzige in der Menge, auf den dieses Kriterium passt.“ Ayumi sah mit großen, unschuldigen Augen und leicht schiefgelegtem Kopf zu Takagi auf. Mit einem tiefen Seufzen sah Takagi über die Schulter zurück zu der Leiche, neben der besagter Edogawa Conan stand und offensichtlich mit der letzten im Bunde, Haibara Ai, über etwas diskutierte. Es war also kein Wunder, dass die Spurensuche der Kinder so aus dem Ruder gelaufen war, wenn die beiden verantwortungsbewussten Mitglieder des Detektivclubs dermaßen abgelenkt waren.
„Und als Ayumi ihn freundlich angesprochen hat und wissen wollte, ob sie ihm ein paar Fragen stellen darf, hat er versucht die Flucht zu ergreifen“, fügte Mitsuhiko hinzu. „Glauben Sie nicht auch, dass es höchst verdächtig ist, dass er vor einer unschuldigen Mittelschülerin davongelaufen ist?“
„Von unschuldig kann man aber auch bei keinem von euch reden“, murmelte Takagi leise und seufzte erneut, bevor er Chiba zu sich herüberwinkte. „Kannst du auf ihn aufpassen?“ Mit einem Kopfnicken deutete er auf den Mann mittleren Alters, der noch immer bewusstlos langgestreckt zu ihren Füßen lag. „Edogawa-kun ist der Meinung, dass er etwas mit dem Mord zu tun hat. Wenn er das Bewusstsein wiedererlangt, kannst du schon einmal damit beginnen, seine Personalien aufzunehmen. Er wird dir sicherlich nicht allzu viele Schwierigkeiten bereiten, wo er doch vermutlich Anzeige gegen die drei hier aufgeben werden will.“ Er warf einen Blick auf die drei Detective Boys hinunter, von denen zumindest Mitsuhiko sich mittlerweile peinlich berührt am Kopf kratzte. Genta hatte noch immer mit einem stolzen Grinsen die Arme verschränkt, während Ayumis Aufmerksamkeit bereits zurück zu ihren anderen beiden Freunden gewandert war.
„Ob Conan wohl schon weiß, wer es war?“, murmelte sie leise, und Takagi folgte ihrem Blick zu dem bebrillten Jungen, der tatsächlich bereits ein wissendes Lächeln auf den Lippen trug, auch wenn er sich noch immer mit seiner hellbraunhaarigen Freundin stritt. Unsicher, ob er wirklich wissen wollte, worum es bei dem Streit ging (aber gleichzeitig auch unglaublich neugierig) trat Takagi auf die beiden zu.
„Wie oft soll ich es dir noch sagen, Edogawa, rote Bohnenpaste enthält niemals genug Phytohämagglutinin, um einen erwachsenen Menschen umzubringen, vor allem zeigt eine Vergiftung dadurch nicht solche Symptome!“
„Das ist mir bewusst, Haibara, aber darum geht es doch auch gar nicht! Der Mörder hat die Bohnenpaste doch nur benutzt, um den Verdacht umzulenken, wenn hohe Phytohämagglutinin-Werte bei der Autopsie auffallen.“
Das Mädchen warf mit einem wütenden Schnauben die Hände in die Luft und stakste davon, etwas von „alles Dilettanten, diese Mörder heutzutage, können nicht einmal eine Vergiftung richtig vertuschen“ vor sich hin murmelnd, als sie an Takagi vorbeirauschte.
„Will… ich wissen, worum es da gerade ging?“, fragte er vorsichtig. Der Junge drehte sich überraschend zu ihm um.
„Oh, Kommissar Takagi! Sie kommen gerade richtig, sehen Sie mal, was ich gerade gefunden habe…“
July 29, Day 7: Outlaws - Rules are Meant to be Broken
• For today, law is only a word.
Do whatever you want!
Datum: 29. Juli
Charaktere: Moonshine, Kahlúa
Kurzbeschreibung: Zwei Mitglieder der Schwarzen Organisation treffen sich nach einem Coup des Phantomdiebs 1412 auf einem Dach.
A/N: Die Idee hat mich nicht mehr losgelassen und auch wenn der Auszug so, wie er momentan steht, vermutlich ziemlich verwirrend ist, musste er geschrieben werden. Irgendwann wird daraus aber ganz sicher etwas Längeres!
Seufzend ließ Kaito den Arm sinken, den Blick jedoch weiter in Richtung des hellleuchtenden Vollmonds gerichtet.
„Man, wenn das noch lange so weiter geht, könnte man echt meinen, die Suche nach Pandora wäre sinnlos.“
„Sinnlos würde ich es nicht nennen, KID, aber eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen ist es sicherlich“, ertönte eine belustigte Stimme hinter ihm. Kaito gewährte sich, für einen Moment die Nase zu kräuseln, bevor er sein undurchdringliches Pokerface wieder aufsetzte und sich mit einem geheimnisvollen Lächeln zu seinem ungebetenen Besucher umdrehte. Kaito war verschwunden und KID hatte seinen Platz eingenommen.
„Ah, aber Meitantei, du vergisst, dass eine Nadel in einem Heuhaufen durchaus heraussticht – sie ist anders als der Rest und dementsprechend einfach zu finden. Und wenn man dann auch noch einen Magneten zur Hilfe nimmt…“, er zuckte mit den Schultern, „Eine Sache von Sekunden, nichts weiter.“ Kudō Shin'ichi kam einige Schritte vor ihm zum Stehen, die Hände locker in den Hosentaschen vergraben. Seine ganze Haltung schien entspannt, ungefährlich, als habe er nicht vor, den Dieb in Handschellen zu legen. Kaito jedoch erkannte einen Jäger auf der Pirsch – als Wandlungskünstler hatte er bereits schon jede Position auf dem Feld gespielt, manchmal auf Geheiß dieser Person und manchmal aus eigenem Antrieb, aber immer erfolgreich. Dabei lernte man schnell, die wahren Absichten der Menschen lesen zu lernen, wenn man überleben wollte.
„Das mag durchaus sein“, der Detektiv legte zustimmend den Kopf schief. „Aber du weißt doch sicher am besten, dass es die beste Tarnung ist, aus der Masse herauszustechen.“ Er warf einen bezeichnenden Blick auf die Aufmachung des Diebs ganz in blickfangendem Weiß. „Wenn ein bestimmtes Merkmal so offensichtlich hervorsticht, dann machen sich die Menschen nicht die Mühe, näher hinzuschauen und einen Blick hinter die Fassade zu werfen… nicht wahr, Moonshine?“
Kaito warf den Kopf lachend so heftig in den Nacken, dass er mit einer behandschuhten Hand die Krempe seines Zylinders festhalten musste, damit dieser ihm nicht vom Kopf fiel.
„Das sagt ja gerade der richtige, Kahlúa“ erwiderte er mit einem amüsierten Lächeln, nachdem er sich wieder unter Kontrolle hatte. Mit einer beinahe nachlässigen Handbewegung ließ er das mit einem großen Smaragd besetzte Medaillon verschwinden, das noch wenige Minuten zuvor der Dreh- und Angelpunkt seiner gesamten Welt gewesen war. Ein Platz, den nun sein Gegenüber einzunehmen schien. „Aber wie mir scheint, ist das hier ein offizieller Besuch?“ Langsam und bedächtig überwand er die Entfernung zwischen ihnen Schritt für Schritt, bis sie sich so nahe waren, dass nur noch wenige Zentimeter ihre Zehenspitzen voneinander trennten. Nicht einmal der Schatten seiner Hutkrempe und sein Monokel versteckten seine Züge jetzt noch vor dem wachen Blick des Detektivs. Auch der letzte Rest Raum schwand schlagartig, als der Dieb sich zu ihm vorbeugte und ihm mit rauer Stimme direkt ins Ohr raunte: „Dabei hatte ich doch er wäre… privater Natur.“
„Vielleicht später, Moonshine, wenn du dich benimmst“, murmelte Shin'ichi mit einem verführerischen Lächeln, bevor er einen Schritt zurücktrat und sich Professionalität wie eine Maske über seine Züge legte.
„Ano kata spricht dir Dank aus und entschuldigt sich für alle Unannehmlichkeiten, die uneingeweihte Mitglieder dir unter Umständen bereitet haben. Sei dir versichert, das Problem wurde schnell und effizient aus der Welt geschafft. Als eine Art Wiedergutmachung bietet er dir einen Wunsch an, den er dir erfüllen wird, solange es in seiner Macht steht.“ KID verneigte sich mit der eleganten Geste eines Showmans, den Blick dabei die ganze Zeit fest auf die Augen des anderen gerichtet.
„Immer wieder gerne, aber Dank ist unangebracht – ich habe bloß meine Arbeit gemacht und um ehrlich zu sein verabscheue ich es, Zielscheibe zu spielen, selbst wenn es für solche Dilettanten wie Snakewine ist, die mich nicht einmal dann treffen würden, wenn ich mich ihnen direkt vor dem Lauf ihrer Waffe positioniere. Er war wirklich fürchterlich unachtsam und offensichtlich in seinen Aktionen und es gab Ano kata eine Möglichkeit, ihn zu eliminieren, nicht wahr?“ Für einen Moment hielt er inne und sah Shin'ichi mit schiefgelegtem Kopf unergründlich an. Er erinnerte den Detektiv ein wenig an einen Vogel, der sich einen Regenwurm erst ganz genau besah, bevor er ihn in seinem scharfen Schnabel aufschnappte. „Aber ist er sich auch bewusst, was er mir da anbietet?“ Shin'ichi senkte den Kopf.
„Ano kata bietet Dank und Wunsch niemals leichtfertig an, es wäre also nur zu deinem Besten, wenn du es nicht verschmähst, noch allzu sehr in Frage stellst.“ KID stieß hörbar die Luft durch die Nase aus.
„Nun, Ano kata weiß, was es ist, das ich mir wünsche. Einige der Dinge sind selbst außerhalb seines beträchtlichen Einflussbereichs, aber es gibt da etwas… ist er bereit, es mir zu gewähren, was meinst du?“ Während er sprach, hatte er den Abstand zwischen ihnen wieder verringert und war dem anderen nun sogar noch näher als zuvor. Shin'ichi konnte den Atem des Diebs auf seinen Lippen spüren und bemerkte, wie sein eigener Atem wie als Reaktion darauf anfing, schwerer zu gehen.
„Alles, Moonshine“, flüsterte er und konnte nicht verhindern, sich ihm entgegen zu lehnen, als habe KID ihn mit den Fäden seiner Magie eingesponnen, die ihn nun unaufhaltsam zu ihrem Besitzer zogen. Es gab kein Entkommen, nicht, dass der Detektiv überhaupt an eine Flucht dachte… das Spiel zwischen ihnen dauerte schon viel zu lange und endlich, endlich schien es seinen Höhepunkt zu erreichen. Ein Wunsch, und endlich würde ihnen erlaubt sein, zusammen zu sein…
„Dann komm mit mir, Kahlúa, nein, Shin'ichi“, lautete die leise Antwort. Ein raubtierhaftes Grinsen drohte, KIDs Maske zu zerbrechen und Kaito dahinter zum Vorschein zu bringen. „Aber bedenke, dass ich nicht gedenke, dich wieder gehen zu lassen… ich werde deinen Vater nicht dazu zwingen, seine Macht über dich auszuüben, also entscheide weise… es ist deine letzte Chance, mir zu entkommen…“
Shin'ichi erzitterte kaum merklich, ignorierte aber die Worte des Diebs und ließ seine Lippen wispersanft über seinen Kiefer gleiten, seine Wange hinauf, bis er sein Ohr erreicht hatte.
„Dummkopf“, flüsterte er leise. „Ich gehöre dir doch schon längst.“
July 28, Day 6: XXX - A Kiss; A Shot; A yearning Heart
• Even the most rotten heart is beating for someone.
Today is meant for Dark Love.
Datum: 28. Juli
Charaktere: Miyano Akemi, Akai Shūichi | Vermouth, Kir | Wodka, Gin
Kurzbeschreibung: Liebe ist so eine Sache in Organisationen, die sich den schlimmsten Verbrechen der Menschheit verschrieben hat. Und doch existiert sie.
Sie hatte gemerkt, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist.
Alles an ihm war zu perfekt, um real sein zu können.
Trotzdem hatte sie ihm erlaubt, sich ihr zu nähern. Sich ihnen zu nähern.
Hatte sie gewusst, was er war? Nein.
Hatte sie es bereut, sein Fuß in der Tür des Syndikats zu sein? Niemals.
Auch wenn es den Anfang ihres Untergangs bedeutete, als er als Verräter enttarnt wurde.
Blut fließt aus ihrer Wunde, als kleine Hände versuchen, ihr Leben zu erhalten. Ihre Kraft schwindet, und ihre Gedanken gelten nur zwei Menschen. Shiho und… Akai. Alles färbt sich rot.
Sie weiß, dass sie mit ihrer Vermutung recht hat. Weiß es so sicher, wie ihr Atem über die verschwitzte, nackte Haut der anderen Frau gleitet und sich ihre langen Finger in schwarzes Haar krallen.
„Du magst ihn getäuscht haben, kleine Taube, aber wir haben nicht alle so stumpf Krallen wie Gin“, wispert sie harsch in ihr Ohr, als sich ihre Körper heftig aneinander reiben. Es ist keine Liebe, das zwischen ihnen, mehr Kampf als Sex. Aber Hass, das ist es auch nicht.
„Ich habe verstanden“, antwortet sie, als sie anschließend ihre Kleidung richtet. „Das nächst Mal werde ich anklopfen, hm?“
Er weiß, dass der andere nicht dasselbe empfindet wie er. Warum sollte er auch, er ist eines der Wunderkinder der Organisation und er selbst bloß das nutzlose Anhängsel. Dass es ihm überhaupt erlaubt ist, sein Partner zu sein, grenzt an ein kleines Wunder. Wenn das alles ist, was er jemals von ihm bekommen wird, ist es in Ordnung – nicht sein Vertrauen oder seine Zuneigung, aber seine Zeit. Es ist ihm erlaubt, seinen Rücken zu schützen, in seinem geliebten Wagen auf dem Beifahrersitz zu fahren und ihn Aniki zu rufen. Auch wenn er sich mehr wünscht, wird es ihm reichen müssen.
Hello everyone! We would like to announce the first week of this blog, namely the detectiveconanweek2017, to celebrate 1000 chapters, 93 volumes, and 21 years of detective conan.
Share your importance for this series through anything - colorings, gifs, edits, fanarts - just make sure it is your own individual work.
The week is scheduled for August 21th to August 27th.
There are each three options per day; you may use one of them or even more.
The prompts:
Day 1 [Aug 21]: scarlet
Option 1: Favorite character
Option 2: Funniest scene
Option 3: Favorite BROTP/OTP/frenemies
Day 2 [Aug 22]: azure
Option 1: Favorite detective
Option 2: A character that should appear more
Option 3: Favorite Opening or Ending
Day 3 [Aug 23]: maize
Option 1: Favorite BO member
Option 2: Favorite agent
Option 3: Favorite movie
Day 4 [Aug 24]: asparagus
Option 1: Favorite bond
Option 2: Saddest Arc/scene
Option 3: Favorite running joke
Day 5 [Aug 25]: onyx
Option 1: Favorite police officer
Option 2: Favorite case
Option 3: A character that acts like you
Day 6 [Aug 26]: wisteria
Option 1: Favorite villain
Option 2: Favorite character development
Option 3: Favorite quote
Day 7 [Aug 27]: crimson
Option 1: Favorite character with glasses
Option 2: Favorite Filler
Option 3: Free Theme
All of your edits will also be published on this blog; just remember to include #detectiveconanweek2017 within your first five tags. We are looking forward to seeing your individual way of showing love to this series. For more questions, just hit us up. Have fun!
July 27, Day 5: Bulletproof - And yet Breakable
• At some point even the thickest walls will come down.
There might be damage but few things are beyond repair.
Today’s dedicated to the wounded.
Datum: 27.Juli
Charaktere: Wodka, Gin, Vermouth
Kurzbeschreibung: Wodka wirft sich zwischen Gin und eine Kugel. Gin nimmt es mehr mit, als jeder vermutet hätte.
Wodka wusste, was die anderen über ihn sagten. Nicht besonders helle, tuschelten sie. Gins Schoßhund, wurde gelästert.
Sollten sie doch denken und sagen, was sie wollten. Das einzige, was ihn ein wenig verletzte, war, dass Gin vermutlich genauso dachte, auch wenn er nie etwas gesagt hatte, aber im Endeffekt war es gleich. Gin hatte ihn damals gerettet, deshalb stand er in seiner Lebensschuld und würde ihm bis in den Tod loyal sein. Was andere davon hielten, war egal.
Deshalb war es gar keine Frage, was er zu tun hatte, als er die Waffe sah, die auf Gins Rücken gerichtete war und von deren Existenz der Silberhaarige offensichtlich nichts wusste.
„Aniki!“
Ein Stoß…
… ein Schuss…
… Schmerzen.
Gins überrascht geweitete, blasse Augen, die auf ihn herunterblickten, als sich Schwärze über sein Bewusstsein legte.
Das Piepen eines Herzmonitors erfüllte den kleinen Kellerraum. Gin tigerte durch den schmalen Gang zwischen den beiden Betten, die fast den gesamten Platz einnahmen, der nicht durch die medizinischen Geräte besetzt wurde.
Auf einem der Betten lag Wodka, der unter den weiß-gebleichten Decken unnatürlich blass wirkte und ohne seinen Fedora und seine Sonnenrille generell irgendwie falsch aussah. Vermouth hatte sich mit überschlagenen Beinen auf der Kante des freien Betts niedergelassen und feilte sich die Fingernägel, während sie Gin belustigt bei seiner Wanderung durch den Raum beobachtete.
„So, wie du dich aufführst, könnte man fast meinen, dass du dir Sorgen um ihn machst“, meinte sie amüsiert und sah ihn unter langen Wimpern hervor an. Gin fuhr auf dem Absatz zu ihr herum.
„Mein Partner hat sich eine Kugel eingefangen, um mich zu beschützen, da wird man wohl ja besorgt sein müssen!“, fauchte er gereizt. Vermouth warf lachend den Kopf in den Nacken.
„Oh Gin, Sentimentalität steht dir nicht“, sie schmunzelte. „Er bekommt hier die beste medizinische Versorgung, die es gibt, und er ist außer Lebensgefahr. Was willst du mehr?“
„Was ich will? Dass es nie passiert wäre! Es war doch bloß ein einfacher Deal, es hätte gar nichts schief gehen dürfen!“
Sie zuckte die Schultern und warf die Haare nach hinten, blickte ihn mit ihren eisblauen Augen unergründlich an.
„Wir haben seine Idiotie unterschätzt. Er hätte sich bewusst sein müssen, dass eine solche Verzweiflungstat nicht erfolgreich sein würde.“
„Aber sie war erfolgreich! Wodka wäre beinahe gestorben!“
„Aniki…“ Gin fiel beinahe der Länge nach hin, so schnell drehte er sich um die eigene Achse und auch Vermouth lehnte sich ein wenig zur Seite, um um ihn herum sehen zu können. Wodkas Augen waren halb geöffnet und sein Blick versuchte erfolglos, sich auf Gin zu fokussieren. Er mochte zwar bereits das Bewusstsein wiedererlangt haben „Ist alles in Ordnung mit dir? Bist du unverletzt?“
„Idiot“, Gin beugte sich zu ihm herunter stützte sich mit den flachen Händen auf dem Bett ab. „Mit mir ist alles in Ordnung. Mit dir hingegen…“ Er schüttelte den Kopf. „Mach das nie wieder, hörst du?“ Wodka lächelte schwach.
„Das kann ich dir nicht versprechen, Aniki.“ Er sah zu ihm hinauf. „Aber so wie du das sagst, könnte man fast meinen, du hättest dir Sorgen um mich gemacht…“
July 26, Day 4: Shinigami - Death is only One Step Behind
• Death is a killer’s shadow; it’s their goal or their grave.
Today we remember the lost.
Datum: 26.Juli
Charaktere: Chianti, Korn, Erwähnung von Calvados
Kurzbeschreibung: Einen Drink auf einen verstorbenen Freund.
Leise öffnete Korn die Tür zu Chiantis Wohnung. Auch wenn er sich die Mühe gar nicht hätte machen müssen, denn kaum war die Tür auch nur einen Spalt breit geöffnet, tönte ihm in voller Lautstärke Beethovens Neunte Symphonie entgegen. Das bedeutete, dass sie früher angefangen hatte zu trinken, als er vermutet hatte: Chianti hörte nur dann klassische Musik wenn sie entweder so richtig betrunken, oder todtraurig war. Im Endeffekt lief beides auf dasselbe raus, weil Chianti immer anfing zu trinken, wenn sie traurig wurde. Sie hatte nie gelernt, mit ihrer Trauer umzugehen und dementsprechend eine ziemlich ungesunde Art entwickelt, mit dem Problem umzugehen.
Seufzend zog Korn die Tür hinter sich ins Schloss und bewegte sich lautlos durch Eingang in den Wohnbereich. Chianti lag langgestreckt auf dem Sofa, eine Hand baumelte über das Sofakissen hinüber und war um den Hals einer Flasche geschlossen, die prekär auf dem Rand balancierte und nur dank des lockeren Griffs noch nicht ihren Inhalt über den Boden ergossen hatte. Korn warf einen Blick auf das Etikett und fuhr sich erschöpft mit der Hand über das Gesicht, als er den Namen zwischen ihren Fingern hindurch enträtselt hatte. Calvados… eigentlich war es ihm ja klar gewesen.
„Lass mich’n Fried’n, Korn“, nuschelte Chianti in die Rückenlehne des Sofas. Korn war nicht einmal bewusst gewesen, dass sie ihn bemerkt hatte, aber eigentlich war das kein Wunder – selbst in ihrem jetzigen Zustand wäre Chianti wohl noch in der Lage, einen Schuss zielsicher über eine Entfernung abzugeben, von der selbst viele ausgebildete Schützen im nüchternen Zustand nur träumen konnten.
„Ganz sicher nicht. Weißt du nicht, dass alleine trinken ungesund ist? Also mach Platz.“ Unsanft warf er ihre Beine von der Couch und ließ sich auf dem freigewordenen Kissen nieder. Schweigend reichte Chianti ihm den Alkohol rauf und ließ ihre leere Hand kraftlos zu Boden gleiten, wo Calvad- Chiantis grauer Kater Bullet neugierig an ihren Fingern schnupperte und sich anschließend schnurrend an ihrer Hand rieb, bevor auf ihren Bauch sprang, sich dreimal im Kreis drehte und dann zusammenrollte. Für eine Weile herrschte Stille zwischen ihnen, wenn man ein Violinen Crescendo mit gutem Gewissen als Stille bezeichnen wollte.
„Warum musste er sterben, Korn?“, fragte Chianti schließlich. Er antwortete nicht, immerhin kannten sie beide die Antwort. Sie mochte Vermouth die Schuld geben so viel sie wollte, aber im Endeffekt kannte jeder von ihnen die Risiken, die es mit sich brachte, wenn man für die Organisation arbeitete. Früher oder später waren sie alle entbehrlich.
„Warum tut es so verdammt weh, dass er nicht mehr da ist?“, fragte sie erneut, und schlug mit der flachen Hand gegen die Rückenlehne. „Verdammt Calvados, warum musstest du sterben!“ Sie klang ernsthaft wütend.
„Weil er dein Freund war“, erwiderte Korn schlicht. Chianti schnaubte verächtlich.
„Ich hab keine Freunde. Die bringen nur Unheil.“
„Und was bin ich dann? Eine verschrumpelte Rosine?“ Sie sah ihn an, als ob sie ernsthaft einen Moment darüber nachdachte, bevor sie abwinkte.
„Deinem Haarwuchs nach, bist du eher eine schimmelige Pflaume.“
Wieder herrschte Schweigen zwischen ihnen. Ein Schweigen, das umso erdrückender wirkte, weil es die Abwesenheit des dritten in ihrem Bund um so vieles offensichtlicher machte. Schließlich griff Chianti wieder nach der Flasche und prostete damit der Decke zu.
„Wunderschön‘ ersten Todestag, wünsch‘ isch dir, Cal. Hoff’ntlich verrottest du’n der Erde un‘ machst dammit den Bod’n fruchtba‘. Für was ander’s wart du sowieso nie zu gebrauch’n.“
July 25, Day 3: Day Off - (No) Rest for the Wicked
• Even the wicked need some time for themselves.
What are they doing on a casual day off?
Datum: 25.Juli
Charaktere: Chianti
Kurzbeschreibung: Nach einem beschissenen Tag gibt es nur eines, was sie wieder aufheitern kann.
Mit einem leisen Klicken fiel ihre Wohnungstür hinter ihr ins Schloss. Ihre Atemzüge bewusst kontrollierend, versuchte Chianti, ihre Anspannung aus den Gliedern loszuwerden, aber das war an diesem Tag nicht so einfach, wie eigentlich jedes Mal, wenn sie mit der blonden Giftspritze konfrontiert wurde. Atemübungen würden da nicht reichen.
Aber es war egal – für heute war der Job vorbei, also ließ sie den unscheinbaren Rucksack von der Schulter gleiten, in der sich ihre Sniper-Waffe befand, und verschloss ihn sicher in dem verborgenen Safe im Eingangsbereich. Anschließend zog sie die kniehohen Stiefel aus und schlüpfte aus der Lederjacke, beides in einem unordentlichen Stapel zurücklassend und in Socken in Richtung Küchenzeile wandernd.
Während sie heißes Wasser für einen Tee aufsetzte und gedanklich bereits die verschiedenen Sorten durchging, die sie momentan da hatte, spürte sie ein schnurrendes Bündel Fell zwischen ihren Beinen hindurchwand.
„Hallo, Bullet. Warte noch einen Moment, du bekommst gleich dein Abendessen“, lächelte sie zu dem grauen Kater hinab. Ursprünglich war es Calvados gewesen, der das jämmerliche Kätzchen adoptiert hatte, dem sie auf einem Auftrag über den Weg gelaufen waren. Nach seinem Tod hatte Chiaki ihn jedoch übernommen und auch wenn sie ihren Kollegen früher damit aufgezogen hatte, so hatte sie doch mittlerweile gelernt, wie wohltuend es war, mit einer schnurrenden Katze zu kuscheln. Nach einem anstrengenden Tag wie der, der hinter ihr lag, war es besser als jedes warme Bad und ihre Sünden nachts in das weiche Fell zu flüstern wirkungsvoller als die Absolution eines Gottes, an deren Existenz sie nicht glaubte.
Vorsichtig goss sie das Wasser über den Teebeutel in eine Tasse und füllte einen Napf mit Feuchtfutter. Beides nahm sie mit hinüber in die Wohnzimmerecke, wo sie es sich auf der Couch bequem machte und den Fernseher für ein wenig Hintergrundgeräusche einschaltete. Sofort saß Bullet auf ihrem Schoß und machte sich über sein Abendessen her, wobei die Hälfte in seiner Hast auf ihrer Hose landete.
July 24, Day 2: Anokata - Who’s afraid of The darkest Crow?
• Today is dedicated to the mysterious head of The Black Organization.
Warning: Danger ahead!
Datum: 24.Juli
Charaktere: Ano Kata, Rum
Kurzbeschreibung: Er wird gesehen - und vergessen.
Als er den lokalen Supermarkt verlassen will, prallt er mit jemandem zusammen. Das Mädchen, eine Schülerin der nahegelegenen Oberschule der Uniform nach zu urteilen, entschuldigt sich immer und immer wieder, während sie ihm hilft, seine verstreuten Einkäufe wieder in die beiden Plastiktüten zu packen und sie ihm anschließen in die Hand drückt.
„Kein Problem, Miss, es ist nichts passiert“, sagt er leise, mit einem seichten Lächeln, und sie hat ihn vergessen, bevor er den Laden wirklich verlassen hat.
Draußen erwartet ihn die Anonymität der Großstadt, tausende und abertausende von Menschen, die ihn sehen und doch nicht sehen, deren Wahrnehmung über ihn hinweg gleitet, als existiere er nicht, während sich die Menge dennoch für ihn teilt wie das Rote Meer vor Moses in der christlichen Mythologie.
Wie üblich nimmt er die Abkürzung durch den Park, um ein wenig Zeit zu sparen und sich der rempelnden, rüpelnden Masse nicht länger aussetzten zu müssen als nötig. Vielleicht ist es eine schlechte Angewohnheit, in solche Muster zu verfallen. Aber selbst der Jogger, der ihm beinahe jeden Tag auf seinem Heimweg entgegenkommt, grüßt ihn mit der höflichen Unachtsamkeit eines völlig Fremden. Der Jogger ist noch nicht gänzlich um die nächste Kurve des schmalen Fußwegs gebogen, da hat er ihre Begegnung schon wieder vergessen.
Weiter im Inneren des Parks hält er an, um eine spielende Meute Kinder über den Gehweg zu lassen, die ungeachtet der anderen Parkbesucher unaufhaltsam ihrem Fußball hinterher rennen und schüttelt nur mit einem sanften Lächeln den Kopf, als sich eine der Mütter bei ihm entschuldigen will.
„Lassen Sie die Kinder doch Kinder sein – es ist schließlich nichts passiert, Miss“, sagt er, und zwinkert einem kleinen Mädchen verschwörerisch zu, das nun doch stehen geblieben ist und ihn mit großen Augen ansieht. Sie kichert und rennt zurück zu ihren Freunden – bevor sie bei ihnen angekommen ist, hat sie ihn schon wieder vergessen.
Mit gemächlichen Schritten verlässt er den Park und steuert auf den Wohnblock zu, in dem er eine eigene kleine Wohnung besitzt. Die Wände der Hochhäuser ragen grau und nichtssagend über ihm auf und er scheint ihre Farbe in sich aufzunehmen, eins zu werden mit der Umgebung, von seinen Nachbarn erkannt und dennoch unbemerkt, während sie ihren täglichen Geschäften nachgehen, als habe seine Existenz keinerlei Einfluss auf sie.
Und vermutlich glauben sie das auch wirklich.
Noch bevor er den Schlüssel im Schloss herumdreht, ist er sich bewusst, dass auf der anderen Seite ein Eindringling warten wird. Dennoch stellt er mit demselben unscheinbaren Lächeln die Einkaufstüten auf dem Tisch ab und beginnt, die Lebensmittel in den Kühlschrank einzuräumen, ohne sich um die Gestalt zu kümmern, die sich dunkel und unförmig von dem durch das Wohnzimmerfenster fallenden Licht abhebt. Erst als er fertig ist, dreht er sich zu ihr um, noch immer lächelnd.
„Hallo, Rum. Was verschafft mir die Ehre?“
Die Gestalt löst sich vom Fensterbrett und tritt einen Schritt auf ihn zu, den Kopf ehrehrbietenden zu Boden geneigt.
„Ich habe einen Bericht für Ano Kata.“
„Exzellent.“ Das Lächeln fällt von seinen Lippen wie ein verdorrtes Blatt im Herbst vom Baum, leblos und verbraucht. Stattdessen nimmt ein grausames Grinsen seinen Platz ein, und plötzlich wäre es nicht mehr so einfach, ihn zu vergessen, wäre jemand anderes außer ihm und seiner rechten Hand anwesend. „Aber bevor wir Dinge geschehen lassen – wie wäre es mit einem Drink?“
Day 1: The Darkest of Days - In for All or Nothing
• The Black Organization vs. the Good Guys:
It’s the big countdown - who will be victorious when the time runs out?
Datum: 23.Juli
Charaktere: Gin, Akai Shūichi, Erwähnung von Edogawa Conan
Kurzbeschreibung: Akai hat ein paar unschöne Wahrheiten für Gin
All seine Sinne waren in höchster Alarmbereitschaft, als er das Bewusstsein wiedererlangte. Sein Kopf dröhnte fürchterlich und seine Erinnerungen an die letzten Minuten vor seiner Ohnmacht waren im besten Fall als schwammig zu bezeichnen. Der kühle Stahl der Handschellen schnitt in seine Handgelenke und er konnte die Überreste von Blut spüren, das über seine Schläfe gelaufen und dort auf der Haut getrocknet war.
Was zum Teufel war passiert?
Er erinnerte sich daran, dass Vermouth plötzlich verschwunden gewesen war. Das war nicht unbedingt ungewöhnlich, die Amerikanerin machte gerne einmal, was ihr gefiel und ihm selbst war es dabei nur recht, wenn sie es außerhalb seines direkten Umfelds tat und er so ihre Anwesenheit nicht ertragen musste. Noch nie zuvor war sie jedoch während eines Auftrags, der direkt von Ano Kata gekommen war, vollständig vom Radar verschwunden. Also hatte man ihn losgeschickt, um sie zu suchen. Doch noch bevor er sich auf den Weg machen konnte…
Das Bild von Polizisten und Agenten von allen möglichen Geheimdiensten in schusssicheren Westen blitzte vor seinem inneren Auge auf und er musste sich davon abhalten, hörbar zu knurren, um diejenigen, die ihn gefangen genommen hatten, nicht davon in Kenntnis zu setzen, dass er erwacht war. Offenbar war der Versuch jedoch nicht von Erfolg gekrönt, denn ein leises Lachen erfüllte den Raum, das einen kalten Schauer des Hasses seinen Rücken hinunter jagte. Er kannte diese Stimme.
„Mach dich nicht lächerlich, Gin. Ich weiß, dass du wach bist.“
Langsam hob Gin den Kopf von der Tischplatte und starrte den Mann mit den schwarzen Haaren und der dunklen Mütze an, der auf der gegenüberliegenden Seite des Raums an der Wand lehnte und in mit Argusaugen beobachtete.
„Akai“, zischte er. Der andere legte zustimmend den Kopf schief.
„Ich bin nicht hier, um dir deine Rechte zu verlesen oder deine Anklage vorzubringen. Auch nicht, um dich zu befragen, denn ich weiß, es wäre nutzlos. Du würdest sowieso nicht reden.“ Immerhin wusste der Verräter, dass es bei ihm nichts zu holen gab. Gin war nicht umsonst dafür bekannt, schweigen zu können wie die Gräber, die er so massenhaft füllte. „Ich wollte dir nur mitteilen, dass wir Ano Kata festgesetzt haben. Er sitzt wie du in einer dieser Zellen und wird niemals wieder nach draußen in die Freiheit kommen, vermutlich erwartet ihn sogar die Todesstrafe.“ Er trat einen Schritt auf den Angeketteten zu und beugte sich ein wenig zu ihm herunter. Bei einer anderen Person würde es wohl wie ein Entgegenkommen wirken, aber zwischen ihnen war es bloß ein Zeichen, dass Akai derjenige von ihnen war, der die Macht besaß, die Entfernung zwischen ihnen nach Belieben zu ändern. „Ich hätte dir das nicht sagen müssen, Gin. Ich hätte dich auch einfach ohne Informationen hier in dieser Zelle verrotten lassen können. Aber das habe ich nicht. Sieh es als eine Art… Freundschaftsdienst an, um der alten Zeiten Willen.“ Gin schnaubte abfällig. Selbst ohne das böse Blut zwischen ihnen, wäre bei ihnen keine Liebe verloren gewesen und Akais zuckende Mundwinkel bewiesen, dass er sich dessen nur allzu bewusst war. Das Ganze war sicherlich kein Freundschaftsdienst, sondern einfach nur ein weiteres seiner Spielchen, in denen er seine Überlegenheit bewies. Seine nächsten Worte bestärkten den Silberhaarigen darin: „Es ist vorbei, Gin. Ihr habt verloren.“
Als er antworten wollte, gewann ein weiteres Bild in seiner Erinnerung an Schärfe. Überraschung, auf einen Grundschüler zu treffen. Lichtspiegelungen auf überdimensionalen Brillengläsern. Eine dekorative Vase, die kurzerhand als tretbare Waffe missbraucht worden war und der er nicht mehr hatte ausweichen können. Ein Treffer am Kopf. Schwärze.
„Seit wann machen eigentlich Kinder die Arbeit des FBI?“, fragte er möglichst nonchalant. Natürlich verletzte es seinen Stolz, ausgerechnet von einem Kind gefällt zu werden, aber Alter war im Endeffekt nur eine Nummer – unwichtig beim Töten oder eben beim getötet werden. Aber dass ein Balg das schaffte, was ein trainierter FBI-Agent seit Jahren erfolglos versuchte…
Überraschenderweise warf der Verräter jedoch nur den Kopf in den Nacken und fing lauthals an zu lachen. Gin starrte ihn an. Er hatte den anderen in all den Jahren, die sie sich kannten, niemals lachen sehen. Nicht als Rye, und ganz sicher nicht als Akai.
„Oh, das ist kein gewöhnlicher Junge. Soll ich dir ein Geheimnis verraten?“ Er beugte sich noch weiter zu Gin hinunter. „Er ist das Hirn hinter der ganzen Aktion gewesen. Hat den Angriff geplant, einen Großteil der Informationen gesammelt, dich außer Gefecht gesetzt… und noch viel wichtiger: Er hat dir deine perfekte Killbillianz vermasselt.“ Sie starrten einander über den Tisch hinweg an wie zwei Raubtiere, die nichts lieber wollten, als einander zu zerfleischen.
„Rede keinen Unsinn. Ich habe niemals ein solches Balg zu töten versucht.“ Und er erinnerte sich tatsächlich an jedes einzelne Kind, das er jemals erledigt hatte, einfach, weil es so selten vorkam. Der Rest seiner Opfer war nicht mehr als ein Einheitsbrei seiner Erinnerungen.
„Das mag sein“, lenkte Akai ein. „Aber wie ich bereits sagte: Er ist kein gewöhnlicher Junge.“ Er richtete sich auf und wendete sich zum Gehen, während in Gins Kopf die Gedanken übereinander fielen wie Mikadostäbe. Was sollte das denn bitte heißen? War er im Zeugenschutzprogramm und hatte deshalb sein Aussehen vollkommen verändert bekommen?
In der Tür angekommen, blickte Akai noch ein letztes Mal über die Schulter zu ihm zurück.
„Ich hoffe, du genießt deinen Aufenthalt hier… er könnte etwas länger ausfallen, als du eingeplant hattest.“ Sein Lächeln war kalt und überheblich, seines Sieges gewiss. Gin knirschte mit den Zähnen und bohrte mit hasserfüllten Blicken ein Loch in die Tür, die hinter dem Verräter ins Schloss fiel, die Hände in den Handschellen zu Fäusten geballt.
Sie hatten also verloren, ja? Gin würde hier nie wieder rauskommen? Akai würde sich noch wundern, das versprach Gin ihm innerlich.
Und wenn er erst einmal hier raus war, würde sein erstes Ziel dieses verdammte Balg sein.
“That looks like a nasty sunburn…” (heatwave starter sentences)
Datum: 22.Juli
Charaktere: Hattori Heiji, Tōyama Kazuha, Edogawa Conan, Mōri Ran
Kurzbeschreibung: Manchmal war es besser, einfach den Mund zu halten. Hattori hatte diese Lektion offenbar nie gelernt
„Das sieht nach nem ganz üblen Sonnenbrand aus…“
Hattori Heiji hatte, wie Conan immer und immer wieder feststellen musste, absolut keinen Spürsinn für die Gefahr, in der er sich befand. Ran, die neben ihrem kleinen Schützling saß und ebenso wie er das Spektakel in der Eingangshalle beobachte, zuckte in Erwartung des Kommenden zusammen. Conan konnte über seinen Detektivkollegen wirklich nur den Kopf schütteln. Sah er denn nicht, was gleich passieren würde? Aber nein, Hattori lief blindlinks und vollkommen ahnungslos in die Höhle des Löwen und erwartete vermutlich noch einen freundlichen Empfang dort.
„Das is wirklich sehr schön, dass du meinen Sonnenbrand siehst, Heiji. Weißt du nämlich, wessen Schuld es is, dass ich jetzt so ausseh?“
„Kazuha, was – ?“ Hattori klang aufrichtig verwirrt. „Was ist denn –“
„WAG ES JA NICHT ZU FRAGEN, WAS PASSIERT IS, DU IDIOT!“
„Aber…“ Das Mädchen schlug ihm mit dem flachen Handrücken heftig auf die Schulter und er schrak zurück.
„NICHTS DA ABER! DU HAST MICH GESTERN IM PARK VERSETZT UND HATTEST NICHT MAL DEN ANSTAND, MICH ANZURUFEN! NACH FÜNF STUNDEN KAM DANN ENDLICH MAL EINE SMS. EINE SMS! DU UNGLAUBLICHER FEIGLING!“
Nun wurde es jedoch auch Hattori zu bunt.
„Ich hatte halt keine Lust, mir dein Gemecker anzuhören. UND WAS GIBT DIR DAS RECHT, MIR DIE SCHULD ZU GEBEN, WENN DU ES BIST DER ZU DOOF IS, AUS DER SONNE ZU GEHEN?“
Kazuha verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte ihren Freund wütend an. Beide waren sich gefährlich nahe gekommen, atmeten praktisch die Luft des anderen.
„Wag es ja nicht, mir die Schuld zu geben! Ich hab ne Ewigkeit auf dich gewartet, da bin ich halt unter nem Baum im Schatten eingeschlafen! Fünf Stunden später werd ich durch ne SMS geweckt und dann is da natürich nich mehr viel Schatten!“
„Wie selten dämlich muss man auch sein, um unter nem Baum im Park einzuschlafen, DA KANN JA WER WEIß WAS PASSIEREN! UND AUßERDEM –“
Conan und Ran sahen sich peinlich berührt an.
„Unsere Stadtführung muss wohl noch ein bisschen warten, was, Conan-kun?“, lachte Ran verlegen, nicht sicher, ob sie eingreifen oder den beiden noch ein wenig Zeit geben sollte, um sich gegenseitig in Grund und Boden zu schreien.
„Sieht so aus“, erwiderte Conan und kratzte sich am Hinterkopf. Manchmal verstand er Hattori wirklich nicht.