Alte Meister und "monumentale Unterernährung"
Eine der Aufgabe dieser Seite wird es sein, Hilfestellung dabei zu leisten, Personen, Werke und damit Ideen zu entdecken oder wiederzuentdecken, welche uns bei der Bewältigung der Probleme und Herausforderungen helfen können, denen die Schweiz und Europa sich heute und in Zukunft gegenübersehen werden. Insbesondere in einer Zeit der menschlichen Hybris, in einer Zeit, in der viele davon überzeugt sind, "in der besten aller Welten" zu leben, wenn nur ein wenig an den Stellschrauben gedreht werde, wäre es schlichtweg verantwortungslos und naiv, wenn wir uns nicht im Fundus derjenigen Männer der Geschichte umsehen, an deren Sicht wir uns orientieren können und die über ein Potenzial verfügen, das einem Umdenken, einer notwendigen geistigen Wende, den Weg eben kann.
Denn früher wie auch heute gab und gibt es jenseits und ausserhalb der offiziellen (und somit unausgesprochen einzig erwünschten und scheinbar allein glückseligmachenden) Sprach- und Denk-Cluster eine geistige Welt, die wieder erschlossen werden will. Stellvertretend für viele andere seien hier nur einige wenige genannt
Carl Ludwig von Haller, Staatsrechtler, Politiker und Publizist, der mit seinem Werk "Restauration der Staatswissenschaft" Namensgeber der gleichnamigen Epoche wurde
Gonzague de Reynold, Freiburger Aristokrat, Literaturprofessor und Verfasser verschiedener Schriften ("Die Tragik Europas", "Die Lebensfrage der Eidgenossenschaft" etc. ), deren Geist auch und insbesondere heute für uns von Interesse sein muss
Philipp Etter, Jurist und langjähriger, konservativ-katholisch-antiliberal
Prälat Robert Mäder, standhafter und unerbittlicher Kämpfer für den Glauben ("Gedanken eines Reaktionärs" etc.)
Nicht zu reden von Armin Mohler, Sekretarius von Ernst Jünger und quasi "Godfather" der konservativen Revolution, innerhalb der Nachkriegsrechten im gesamten deutschsprachigen Raume und darüber hinaus bekannt - ausgerechnet in seiner Heimat aber fast gänzlich der Vergessenheit anheimgefallen.
Man mag über die von diesen Männern und Ihresgleichen vertretenen Meinungen, Positionen und Standpunkten sowie deren "Anwendbarkeit" in der heutigen Zeit verschiedener Ansicht sein; unumgänglich ist die Feststellung, dass sie uns Anregungen geben können und müssen, um letztendlich die geistige Verkrustung aufbrechen zu können, welche, aus welchen Gründen auch immer, uns über lange Zeit daran gehindert hat, die verschütteten Traditionslinien einer schweizerischen Rechten wieder aufzudecken und hernach für uns im hier und heute sowie für die Zukunft fruchtbar zu machen.
Abschliessend sei konkret auf zwei Bücher (Letzteres leider nur noch antiquarisch erhältlich) hingewiesen, welche im oben genannten Zusammenhang die Zeit zwischen ca. 1900 und Beginn des zweiten Weltkrieges 1939 beleuchten:
"Die Reaktionäre Avantgarde - die Geburt der neuen Rechten in der Schweiz um 1900"
von Hans Ulrich Jost / Chronos Verlag, 1992
"Intellektuelle von rechts - Ideologie und Politik in der Schweiz 1918"
von Aram Mattioli (Hrsg.) / Orell Füssli, 1995