Achtung Spoiler: Ich werde das Ende von How i met your mother verraten. Es gibt viele schlechte und enttäuschende Enden von Serien, weil Serien von ihrem Typ her immer darauf angelegt sind, dass noch eine Episode kommt, die die Handlung fortsetzt. Aber was die Macher von HIMYM sich da geleistet haben, ist nicht nur enttäuschend, sondern ruiniert rückwirkend die ganze Serie. Die Macher haben hier definitiv ein Versprechen gebrochen. Der Titel der Serie macht nämlich unmissverständlich klar, dass das Endziel von allen Episoden die Figur der Mutter ist. Sie ist eindeutig der Gegenstand der Handlung auf das alles hinausläuft. Dann aber diese Figur kurz vor Schluss sterben zu lassen, damit Ted Jahre später wieder mit Robin zusammen kommen kann, ist aus Gesichtspunkten der Handlungsentwicklung vollkommener Unsinn. Noch schrecklicher wird das ganze dadurch, dass die all das in wenigen Minuten im Eiltempo geschiet und damit den mehr als 8 Jahre andauernden Handlungsaufbau, der bis ins Detail ausgefeilt war, in den Sondermüll wirft. Zu behaupten Ted hätte diese Geschichte nur erzählt, um seinen Kindern irgendwie zu zeigen, dass er einen Beziehung mit Robin führen will, ist keine Möglichkeit. Wir haben hier ein Ende, das aus erzählerischer Perspektive unmöglich ist. Wenn Teds gesamte Erzählung nur dazu diente, bewusst oder nicht bewusst zum Ausdruck zu bringen, dann findet sich dies nicht in der Erzählstruktur und Erzählweise nicht wieder. Es ist alles auf die Mutter ausgelegt. Man hört doch ständig in die Handlung eingeworfene Sätze wie: Eure Mutter hat das und das sehr gemocht. oder Eure Mutter hat das und das gemacht. Zu sagen, dass es in der Geschichte hauptsächlich um Robin geht, ist ebenso wenig eine Begründung für das Ende. Irgendwo muss eine Geschichte immer anfangen. Der Grund, warum sie bei Robin anfängt, ist eindeutig der, dass es ihre Hochzeit ist, auf der Ted der Mutter begegnet. Außerdem ist der Tag, an dem Ted Robin kennenlernt auch der Tag an dem die Mutter ihre erste bedeutsame Liebe verliert. Und erst nachdem auch Ted durch die Hochzeit von Robin und Barney seinerseits eine bedeutende Liebe verliert, können sie zueinanderfinden und erkennen, dass sie die Richtig bzw. der Richtige füreinander sind. Unter diese Gesichtspunkt hat das Ende auch das oberste Prinzip der gesamtem Geschichte gebrochen. Der Handlungsverlauf basiert auf der Prämisse, dass es für jeden ein richtiges Gegenstück gibt. Ein Paar wie Lilly und Marshall beweist dies. Lilly kann auch nicht einfach zu Scooter zurück, wenn Marshall tot wäre. Genauso wenig kann Ted zurück zu Robin. Über 200 Episoden dieser Geschichte verbieten das unter Gesichtspunkten der Handlungsentwicklung schlichtweg. Auf jeden Fall kann man hier nicht von einem Happy End sprechen. In Teds Handeln der letzten Minute lässt sich keine Charakterentwicklung über die letzten 25 Jahre erkennen. Man springt einfach zurück auf das Vergangene. Man macht das Versprechen der Back Up Ehebeziehung wahr. Es endet wie es begann. Das ist traurig.