Der Schock saß dem Administrator noch ziemlich in den Knochen, selbst jetzt als die Darbietung des Magierpärchens schon seit einigen Minuten vorüber war, konnte er immer noch sehr deutlich das Adrenalin in seinen Adern spüren. Sehr gelungene Vorstellung und Wriothesley sollte sich wohl vorsehen, würde der junge Houdini jemals nach Meropide kommen. Doch leider würde ihn Fortuna in dieser Hinsicht noch belehren ob er wollte oder nicht. Die Standing Ovations hielten noch viele Minuten an, man hörte lautes Pfeifen und Rufe des Publikums nach einer Zugabe, doch die Zwillinge ließen sich nicht erweichen und der schwere rote Samtvorhang blieb geschlossen. Besser so, denn wenn er an heute Nachmittag dachte, wusste er das Lynette die Ruhe brauchen würde.
Er hielt inne und drehte sich vor dem Verlassen seines Platzes in der VIP Loge noch einmal um und sah in Richtung der großen Bühne. Die Katzendame hatte so erschöpft gewirkt in diesem einen, kleinen Moment. Einen Augenblick der ihm aus welchen Gründen auch immer Sorgen bereitete. Der Schwarzhaarige wollte zumindest sicherstellen das es ihr einigermaßen gut ging. Sein Gefühl sagte ihm nämlich das sie wohl keinen Arzt aufgesucht hatte, so wie er es ihr ans Herz gelegt hatte. Warum denn diese Sturheit?
Kurz schüttelte er den Kopf und scheltete sich selbst. Fräulein Lynette war alt und vor allem vernünftig genug um selbst entscheiden zu können ab wann es ratsam war, gesundheitliche Maßnahmen zu ergreifen und wann nicht. Dennoch wurde er das Bedürfnis nicht los nach der jungen Fau zu sehen und sei es wenigstens um sich für die VIP Karten zu bedanken. Zwar war es schade das er sich das Spektakel ganz alleine hatte ansehen müssen aber was anderes hätte ihn überracht. Solche Aktivitäten machte der Schwarzhaarige zumeist allein. So wie die meisten anderen Veranstalungen, seien es Banquets, vorführungen oder sonstiges. Die Einsamkeit war sein stetiger Begleiter…eine Strafe welche er sich selbst auferlegt hatte um für seine Sünde zu büßen. Niemand sollte mit ihm zu lange zu tun haben.
`Bewegung, die Arbeit macht sich nicht von alleine.´
Mit diesen Worten animierte er sich die Loge zu verlassen und die Treppe nach unten zu gehen. Wriothesley überlegte immer noch wie er am Besten noch einmal nach Lynette sehen konnte, ohne seine Identität preis zu geben oder als absoluter Stalker zu wirken. Er war gewiss nicht der aufdringliche Typ Mensch, aber seine Intuition schrie ihm förmlich entgegen das er nach der jungen Frau sehen sollte. Und wenn er als Duke eines gelernt hatte, dann das er verdammt nochmal auf seine Eingebung hören sollte.
"Euer Gnaden! Huhu! Hier drüben!"
Für einen kurzen Moment zuckte Wriothesley zusammen und blickte sich sofort um. Wer zum Teufel hatte ihn erkannt? Doch nur wenige Augenblicke später entdeckte er die kleine Melusine namens….Aeife? Ja, doch. Sie war hier im Opernhaus diejenige die in der hier stationierten Garde das Sagen hatte und Iudex Neuvilette`s ganzes Vertrauen genoss. Schnellen Schrittes ging er auf das kleine Wesen zu, deren Körpergröße eher an ein kleines Kind erinnerte. Seinen schlanken Zeigefinger legte er dabei an seine Lippen um ihr zu verdeutlichen nicht viel mehr zu sagen. Der Blick des kleinen Wesens, war fragend und hätte sie den Kopf verformen können wäre er nun wohl ein einziges, großes Fragezeichen.
"Ich bin privat hier. Ohne geschäftlichen Hintergrund."
Sein Lächeln dabei war warm und die Melusine versuchte ihn bei dieser Gelegenheit in einen kleinen Smalltalk zu verwickeln. Allen Anschein nach wollte sie wissen wie es Sigewinne ging, der obersten Krankenschwester im Meropide, welche ebenfalls zum Volk der Melusinen zählte. Auch wenn sie in ihrer Erscheinung doch eher einem Menschen glich. Zumindest FAST. Sich mit dem Rücken zum Ausgang stellend, behielt er somit alle Gänge und Flure im Blick um sicherzugehen das er Lynette auf keinen Fall verpasste. Dem Geschöpf vor sich hörte er solange zu bis er eine ihm bekannte Silhouette am obersten Treppenabsatz erkannte: Lynette. Sie war fahlblass und umklammerte das Geländer der großen Treppe welche nach unten in das Foyer führte. Sie wankte bedrohlich und noch bevor er überhaupt weiter denken konnte, war sie dabei zu stürzen…
Wriothesley reagierte in Sekunden. Er drehte der Melusine den Rücken zu und hechtete noch während seiner Umdrehung in Richtung der Treppen. Noch bevor die kleine Gardistin verstand was überhaupt vor sich ging, sprintete der Schwarzhaarige bereits die Stufen der breiten Treppe nach oben, wobei ihm seine langen Beine ein großer Vorteil waren. Drei Stufen auf einmal nehmend, stieß er sich kraftvoll vom marmorierten Boden ab und streckte seine Arme nach der blonden Katzendame aus, welche er keine Sekunde zu früh und nur um Haaresbreite von einem harten Aufprall bewahrte. Anstatt mit der steinernen Treppenkante, kollidierte ihr hübscher Kopf mit seiner Brust, während seine Arme sich um ihren zierlichen Körper schlangen und sein Körper ihren Sturz abfing
Ihr Gesicht war weiß wie die Wand und ihre Lippen hatten sämtliche Farbe verloren. Schlaff hing Lynette in seinen Armen und Wriothesley musste sich für einen kurzen Moment sortieren, fühlte sich nicht gerade weniger überfahren wie wenige Stunden zuvor als genau dieselbige Dame drohte zu ertrinken. Es schien wirklich nicht ihr Tag zu sein.
"Schon das zweite Mal. Wird langsam zur Gewohnheit…."
Seine Stimme ihr gegenüber war eher gedämpft, fast als würde er mit sich selbst sprechen. Kurzerhand hob er den zierlichen Körper in seinen Armen hoch, begab sich in den aufrechten Stand und streckte seinen Rücken durch. Die junge Frau wog kaum etwas in seinen Armen, aber dürr war sie keinesfalls. Hn…es könnte hunderte an verschiedenen Ursachen haben warum sie zusammengeklappt war. Andererseits konnte er es sich auch denken, wenn er an die Ereignisse des Nachmittags dachte.
Seine Augen huschten umher und er erblickte sogleich eine gepolsterte Couch zu welcher er die Illusionistin tragen wollte um sie darauf abzulegen. Doch bevor es dazu kam hörte er Getrappel und blickte in die erschrockenen Augen der Melusine, als auch zwei anderer Gardisten, welche er anwies nach einem Arzt schicken zu lassen. Wenn sie schon nicht vernünftig war, musste er eben den Part übernehmen. Kurz hielt er inne bevor er die junge Dame niederließ. War es eine gute Idee, hier mitten im Foyer? Das Gemurmel wäre groß wenn es sich unter den verbliebenen Fans herum spricht und der Andrang um ihre Person…er hatte immerhin selbst gesehen wie sehr die Zwillinge von ihrem Publikum gefeiert wurden.
Er wandte sich an eine Gardistin welche gemeinsam mit der Melusine zu ihm geeilt war, ob es einen Raum gab in welchen er die junge Magierassistentin bringen konnte. Abgeschirmt von der Menge welche immer noch draußen vor dem Opernhaus wartete, um nicht doch noch einen Händedruck oder ein Autogramm zu erhaschen. Sofort wurde ihm nickend Auskunft gegeben und ihm gezeigt wo er lang musste um Lynette die Ruhe zu schenken die sie in diesem Augenblick brauchte. Der Weg dafür führte ihn zwar durch das gesamte Opernhaus allerdings war das für ihn nicht wirklich ein Problem. Mit Leichtigkeit trug er sie durch die Sitzreihen, direkt vor die große Bühne und durch eine Seitentür.
In dem dahinter liegendem Raum befanden sich Tische und gepolsterte Sitzbänke derselben Machart wie er sie schon im Foyer gesehen hatte. Vorsichtig legte er sie auf eine dieser Sitzgelegenheiten ab und positionierte ihre Beine auf der Armlehne um ihre Durchblutung zu fördern und ihren Kreislauf wieder anzukurbeln.
"Viele Leben hast du jetzt wirklich nicht mehr übrig."
Ein besserer Spruch viel ihm in dem Moment wirklich nicht ein.
Que Le Spectacle Commence !
First Chapter : Meeting the ONE;
Als sich die Farben & Silhouetten vor Lynette's geistigem Auge zu vermischen begonnen, konnte sie regelrecht spüren, wie ihre Glieder immer flattriger, ja fast schon gummiartig, wurden. Ihre sonst so überaus scharfen & achtsamen Sinne verabschiedeten sich auf einen Schlag, alle Geräusche in ihrem Umfeld einem statischen Rauschen ähnelnd. Während ihre Lider flattrig zuglitten, verlor sie jeglich letztes Bisschen an KONTROLLE, von welchem sie glaubte, noch etwas übrig zu haben. Ihr fragil kleiner, & zierlicher Körper kippte somit nach vorne, als würde in ihm rein gar nichts mehr an L e b e n s e n e r g i e verweilen, sondern jene noch so kleine Essenz an Willenskraft durch pure Erschöpfung & Resignation ersetzen. Es hatte gar fast einen Hauch von Akzeptanz, als würde sie diese lächerliche Situation, in welcher sie sich befand, einfach nur noch so hinnehmen, wie sie sich darbot, ohne jeglicher Wehr.
Doch, ganz wider ihrer Erwartung, jeden Moment auf dem harten Boden wie zerbrechliches Glas aufzuschlagen & vor SCHMERZ zu zerschellen, landete Lynette erstaunlich weich —— gegen eine Männerbrust, um genau zu sein. & der Duft, welcher sich unterschwellig & unweigerlich seinen Weg zu ihren Sinnen bahnte, kam ihr wahnsinnig v e r t r a u t vor . . . so warm & doch bitterlich kalt gleichermaßen, wie ein schützender Schleier aus Samt, der sich eines eisigen Hauches ähnelnd um ihre gebrechlich & wehrlos erschöpfte Statur legte.
Ein ächzendes Keuchen entglitt ihrer Kehle, als sich ihr Kopf sanft { nun, es war zumindest ein sanfterer Aufprall als mit den Fliesen } gegen den robusten Korpus legte, in dessen Brust ein schneller, e r b i t t e r t e r Herzschlag trommelte. Für ein paar weitere Minuten regte sich die junge Katzendame nicht auch nur einen Millimeter ; kein Zucken, kein Sprechen —— nichts dergleichen. Erst, als sie weitere Stimmen vernahm & das unangenehme Quietschen einer Tür an ihre empfindlichen Ohren drang, welche unsanft aufgestoßen wurde & fast schon drohte, aus den Angeln zu fliegen, erlangte sie ihr Bewusstsein wieder & öffnete langsam die noch immer leicht flattrigen Augen. Als sie ihr recht fahles Gesicht etwas aufwärts neigte & in ein ihr bereits bekanntes { & ihrer bescheidenen Ansicht nach höchst attraktives } Gesicht blickte, stockte ihr abrupt der ATEM ; noch mehr als schon vor dem vermeintlichen Sturz bei der Treppe.
Fliederfarbene Iriden weiteten sich abrupt & gänzlichst gegen ihre KONTROLLE, verkrallte sich ihre linke Hand im rotvioletten, samtigen Saum seiner Krawatte —— zittrig, kraftlos, aber dennoch b e s t i m m t. Wollte sie damit auf sich aufmerksam machen, ohne etwas sagen zu müssen ? Oder war es mehr eine hilfesuchende Geste, wie die eines kleinen Mädchens, welche nach einem Sturz auf die Arme genommen & in Sicherheit getragen wurde ? Sie hasste es, als ' kleine Dame ' betitelt zu werden, denn immerhin war sie eine ausgewachsene, junge Frau. Vielleicht nicht die größte hier in Fontaine, wenn man von rein körperlichen Messwerten ausging, doch die Erfahrungen, die sie bereits sammeln konnte, um zu reifen, waren ausreichend genug gewesen, um sie sehr viel älter von einem charakterlichen Standpunkt aus wirken zu lassen, als es so manch anderer in ihrem Jahreszyklus wäre.
Der Mann, welchen sie ganz eindeutig als ihren Lebensretter vom frühen Abend wiedererkannt hatte, wog sie in seinen Armen —— schon wieder —— & eilte hastigen Schrittes durch den großen Bühnensaal der Oper, um sie auf die andere Seite zu bringen. Wahrscheinlich wollte er sie in den Raum nach hinten tragen, nahe der Backstagebereiche, wo es ruhig war, keine neugierigen Blicke auf ihr ruhen würden & sie sich setzen könnte, um ihren kraftlosen Körper etwas zu schonen. Sie musste sich nun wohl doch ENDLICH & ernsthaft eingestehen, dass sie es ein klein wenig mit dem Training übertrieben & ihren Körper dementsprechend ausgebeutet hatte, ohne ihm irgendetwas dafür zurück zu geben.
Auf den Kommentar hin blinzelte nur ein paar Male verwirrt in seine Richtung, wirkte fragend, wie verdutzt. Zur G e w o h n h e i t ? Was meinte er . . .
. . . . . . . oh.
Sie dachte kurz nach —— & da war er, der Geistesblitz. & wenn sie nicht so puderblass gewesen wäre, dann hätte man vielleicht das leichte rosé erkennen können, welches sich voller Scham auf ihre kleinen Wangen schlich. Natürlich . . . es war schließlich bereits das ZWEITE MAL, dass er ihr geholfen hatte, womöglich sogar das L e b e n gerettet. Wie sollte sie das nur je wieder gutmachen können ?
' Wenn das so weitergeht, dann stehe ich bis ans Ende meiner Tage in seiner Schuld. Ich sollte wirklich aufpassen . . . '
Auch, wenn sie sich eingestehen musste, den Gedanken, so mit ihm in Kontakt zu bleiben, nicht ganz so abstoßend zu finden. Wenn es heißt, dass nur diese tragischen Zwischenfälle sie einander binden sollte, dann würde sie vielleicht sogar dankend einwilligen. Ein irrsinniger Gedanke eigentlich. Vielleicht hatte sie sich ja doch irgendwie den Kopf gestoßen, oder ihr niedriger Kreislauf ließ sie wirres Zeug denken.
Nur wenige Momente später gelangten sie dann ins Hinterzimmer, wo ihr strahlender Samariter sie vorsichtig auf eine der Couches bettete & darauf achtete, ihre Beine leicht nach oben zu lagern. Sie verstand den Innuendo, die Absicht dahinter, selbstverständlich sofort. Auch Freminet oder eines der anderen Kinder aus dem ' House of the Hearth ' hatte es schon einmal mit Kreislaufproblemen erwischt, woraufhin Lynette kurzzeitig zur örtlich privaten Krankenschwester wurde & sich folglich um die Probleme kümmerte. Das Blut müsse zurück in den Kopf. So, wie ihr Herz jedoch in ihrer Brust pochte, nervös aber dennoch irgendwie . . . heiter erregt, konnte es eigentlich nicht lange dauern, bis sie wieder VOLLENDS bei Kräften wäre. Lag es an seiner unverhofften Anwesenheit & abermals selbstlosen Rettungsaktion oder warum fühlte sie sich nun wieder so beflügelt & weitaus positiver gestimmt als zuvor noch ?
Noch viel überraschender war jedoch die Erkenntnis, welche kurz darauf über sie hereinbrach, dass er ja tatsächlich hergekommen war, ihr Ticket benutzt hatte & somit auch die Show gesehen haben musste. Ob sie ihm gefallen hatte ? Alleine das zu wissen . . . nun, sie konnte das Gefühl in ihrer Magengegend wahrlich nicht beschreiben, aber es ähnelte irgendwie einem ziemlich angenehmen Kribbeln, als würden unzählige Schmetterlingsflügel gegen das Gerüst ihres Brustkorbes schlagen, ihre Nervenbahnen kitzeln & wild umherflattern. Wie gebannt blickte sie ihn an, während er neben ihr verharrte, fast schon ein wenig HILFLOS, als wüsste er nicht, was er nun tun sollte. Den Kommentar mit den ' Leben ' überhörte sie einfach mal galant, wobei sie nicht drum herum kam, kurz die Nase zu rümpfen.
Natürlich wusste sie, dass er eigentlich ' Katzenleben ' sagen wollte. Den Schweif & die Ohren MUSSTE er bis spätestens jetzt bemerkt haben. & doch war es lobenswert, dass er diesbezüglich noch keine aufdringlichen Fragen gestellt hatte. Er schien sensibel genug zu sein, um zu wissen, wie man mit fremden Frauen umgeht.
Im Nachhinein erinnerte sie sich dann an eine Aussage, die ihre wachsamen, immer lauschenden Öhrchen aufgeschnappt hatten, während man sie versuchte, durch den Saal zu tragen. Es musste eine der Melusinen gewesen sein, die sich mit ihm unterhalten hatte —— die Stimme war zumindest helltönig heiter, ihr auch zudem sehr vertraut. Sie erinnerte sich jedoch ebenfalls an das Wort ' Arzt ' . . . & genau dieser Erinnerungsfetzen ließ sie dann plötzlich von der Couch aufschrecken, ihr Körper sich in eine sitzende Position zwingend, die Beine noch immer leicht zittrig, Arme unbeholfen auf der Lehne ruhend.
❝ Bitte . . . kein Arzt. . . Okay?
Ich brauche keinen Check - Up. Mir geht es zudem schon sehr viel besser. Mir wurde nur etwas . . . schwarz vor Augen, mehr nicht. Wirklich ❞ ,
beteuerte Lynette dann, den Fremden immernoch anblickend, dessen NAMEN sie bis jetzt noch nicht kannte. Ihr Blick & der Unterton in ihrer Stimme hatten schon fast etwas f l e h e n d e s, & als es ihr selbst bewusst wurde, lehnte sie sich etwas beschämt zurück & wandte den Blick wieder ab. So viel Emotionen an einem Tag hatte sie wahrlich schon lange nicht mehr willkürlich gegenüber jener Menschen aufgebracht, die sie eigentlich gar nicht richtig kannte. Was war nur in sie gefahren ? Der Gedanke jedoch, extra einen Arzt wegen ihr herzitieren zu lassen, würde nur für unnötigen Trubel & Aufsehen sorgen. Die Art von Aufmerksamkeit erregen, die sie sich nicht leisten konnte & wollte.
' Wenn Lyney, oder gar ' Vater ', davon Wind bekommen . . . '
In ihren Gedanken verloren, hatte Lynette gar nicht bewusst wahrgenommen, dass sie eine sehr aufrecht & gerade Position auf der Couch eingenommen hatte, die Beine fein & elegenat nebeneinandergestellt, der faltige Hosenrock ihres Kleidungsstückes penibel glattgestrichen, sodass er fast ihre Knie bedeckte. Sie hatte wieder ihre übliche Haltung eingenommen. Jene Haltung, die eben auch ' Vater ' immer zu haben pflegte, wenn es darum ging, ein Pokerface aufzulegen & dem Gegenüber keinerlei Einblicke in das Gefühlsleben zu gewähren. Ihre Hände ruhten auf ihrem Schoß, die leicht geballten Finger sachte ineinandergelegt.
Sie müsste nun STARK bleiben, darauf hoffen, dass er ihrer Bitte einfach nachgehen & aus diesem Vorfall keine größere Sache machen würde. Dafür . . . würde sie ihm dann auch doppelt, gar dreifach, etwas schuldig sein.














