Rosemary Sutcliff - Die Abenteuer der Ritter von der Tafelrunde
Eine Zeit lang dachte ich darüber nach, diesen Blog hier nicht mehr weiterzuführen. Das lag eher an meiner gegenwärtigen Verfassung als irgendwelchen grundsätzlichen Vorbehalten oder gar Ernüchterung, schließlich blogge ich lang genug, um zu wissen, dass man sich nichts davon erwarten sollte. Das ist nicht schlimm und stört nicht weiter, ein Blog ist ein Monolog, gechattet wird woanders. Denn was ist das hier schon? Notizen über meine Lektüre, mehr nicht, nur notiert, damit ich später mal weiß, was ich schon gelesen habe, wieder lesen möchte, nicht so toll fand und in welche Richtung ich meine Sammlung erweitern möchte. So ist das.
Also geht’s nun weiter, und zwar, es steht ja auch oben, mit Rosemary Sutcliffs Bearbeitung des klassischen Stoffes um König Artus, die Tafelrunde und die Gralssuche. Bei der Lektüre wunderte es mich, hier (zumindest vermutlich, ich schlug nicht nach) einige Sätze zu finden, die ich so auch bei T.H. Whites “Der König auf Camelot” gelesen habe. Vielleicht handelt es sich ja in beiden Fällen um Formulierungen, die mittelalterlichen Quellen entnommen wurden. Abgesehen davon haben “Die Abenteuer der Ritter von der Tafelrunde” und Whites phantastischer Roman formal wenig miteinander zu tun. Sutcliff nimmt den Stoff und erzählt ihn nach, ohne ihn umzudichten, alles hat seine Platz und seine Funktion. Eines fügt sich ans andere, die Episoden ereignen sich in gerader, chronologischer Abfolge und werden stets in schnörkelloser Form erzählt. Es macht nichts, schon zu wissen, was geschehen wird, ein solches Buch liest man nicht, weil das Neue reizt, sondern um sich davon ein wenig einlullen zu lassen, zu schwelgen. Und das geht ohne Aufregung, hohes Tempo und Zierat am besten. Außerdem sind Artus und seine Ritter mitsamt restlichem Personal starke Charakter, geradezu Archetypen, allerdings mit menschlichen Makeln, scheiternde Helden mit Ängsten und Fehlern. Das reicht vollkommen aus, mir ist es genug. Von Zeit zu Zeit brauche ich genau solch ein Buch. 6 von 10















