MitarbeiterInnen der Bezirksaltenheime Lienz sind VerliererInnen bei neuen VVT-Jahrestickets
Fahrtkostenzuschüsse drastisch verringert, Mütter und Menschen mit Behinderung benachteiligt
„Die Einführung des neuen VVT-Jahrestickets wurde von der schwarz-grünen Landesregierung als großer Erfolg angepriesen. Dass viele ArbeitnehmerInnen damit gravierende Verschlechterungen hinnehmen mussten, wurde dagegen verschwiegen“, ärgert sich Martin Strasser, Osttirols Regionalvorsitzender der FSG (Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen). Klanglos sei der sogenannte Fahrtkostenzuschuss für viele Bedienstete auf ein Minimum reduziert worden. Strasser weiß wovon er spricht – er ist zugleich Betriebsratsvorsitzender des GV Bezirksaltenheime Lienz, deren MitarbeiterInnen unter anderem von der Streichung betroffen sind.
Auch Tirols FSG-Vorsitzender Christian Hauser macht sich für die Angestellten stark: „Für die Landesbediensteten hat man bereits eine Lösung gefunden. Daher steht auch den Beschäftigten in Osttirols Altenheimen eine Nachbesserung zu! Sie leisten mit der Betreuung älterer Menschen einen wertvollen Beitrag zu unserer Gesellschaft, das sollte mit entsprechender Wertschätzung belohnt werden!“. Vor allem Mütter, die ihre Kinder in Kinderbetreuungsstätten bringen müssten, und Menschen mit Behinderung seien auf den eigenen PKW angewiesen und könnten daher vom verbilligten VVT-Ticket nicht profitieren. „Anreize schaffen, um auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, ist wichtig. Trotzdem darf man die AutofahrerInnen nicht benachteiligen, denn für viele ist der Umstieg auf Öffis nicht möglich“, so Hauser.
Strasser kann auf konkrete Beispiele verweisen: „Ein Mitarbeiter wohnt in Feld, dorthin fährt kein Bus! Eine Kollegin, deren Arbeitsbeginn um 7 Uhr ist, könnte ihren Arbeitsplatz in Matrei i. Osttirol aufgrund der fehlenden Busverbindung gar nicht erreichen. Ein weiterer Angestellter wohnt in Thal. Er müsste nach seinem Nachtdienst in Matrei, der um 7 Uhr früh endet, bis 08:45 Uhr zuwarten, bis eine Verbindung nach Lienz gegeben ist. Danach muss er noch auf den Zug umsteigen. In diesen Fällen ist der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel keine Alternative zum eigenen PKW!“.













