In Zeiten von Krieg, wechselhaftem Frühlingswetter und eingeschlafenen Beinen auf dem Klo hier ein Text zur Liebe, den ich wohl vor circa drei Jahren geschrieben haben muss, und den ich mal (fast) unkommentiert hier poste:
Liebe. Das ist nicht das, was du denkst.
Liebe ist der Mord an Abermillionen Tieren täglich. Liebe ist das Gefühl, in einen McDonalds-Cheeseburger zu beißen. Denn du liebst es. Liebe ist der Scheißhaufen, den du dir aus dem Arschloch presst, und dessen Gestank dich zuerst inspiriert und dann total anwidert. Liebe ist das Sperma, das du deiner Freundin ins Auge spritzt, das ihr fürchterlich brennt, bevor sie das aus dem Bett springt, du sie direkt danach aber trotzdem nochmal ficken darfst.
Liebe. Das ist doch nicht die Verbindung zwischen zwei Menschen.
Das ist doch nicht die Abhängigkeit, die man sich schafft, um einander nah zu fühlen. Das ist doch etwas ganz anderes. Das ist doch in Wahrheit ein Gefühl, jenseits jeder Rationalität. Einfach da. Pure Güte. Und pure Neutralität, frei von Werten und Normen.
Liebe empfindest du deinem Haustier gegenüber. Weil es keine Widerworte gibt und immer für dich da ist. Weil es dir treuer ist, als es dein Partner jemals sein wird. Liebe ist das Gefühl der Transzendenz, wenn du ein Klavierstück übst. Liebe ist, wenn du jemand völlig Fremdes kurz nach einer Trennung im Arm hältst und merkst, dass das Gefühl des Verlustes plötzlich komplett hinfällig ist. Liebe ist, wenn du die Erlösung küsst. Liebe ist das Gefühl, eine neue Kuchensorte zu probieren. Liebe ist der Blick auf den Monitor, während du diesen Text liest. Liebe ist der erste Atemzug des Tages, dem du dir bewusst bist. Selbst wenn es der erste deines Lebens ist.
Liebe ist, was du deinen Eltern gegenüber empfindest. Egal, wie scheiße sie dich behandelt haben. Ohne sie wärst du nicht da. Also liebst du sie.
Liebe ist das, was übrig bleibt, wenn dir alles genommen wird. Selbst deine Ängste, Zweifel und wirren Gedanken. Was du in die Welt trägst. Nicht, was du von der Welt erwartest. Der widerspruchslose Widerspruch, den du nicht in Worte fassen kannst. Ein neutraler Akt. Liebe ist, immer das Beste zu geben. Alles, was du hast, ist Liebe. Alles andere ist erst einmal zweitrangig.
Du weißt nicht, wohin damit? Schenk sie mir doch. Oder tu dir einen Gefallen, und schenk sie dir selbst. Fang endlich damit an, du Idiot. Du wirst schon sehen, was passiert. Sei offen. Lass Menschen an dich heran. Lass sie wieder gehen. Lieb jemand neues.
Doch die wahre, pure Liebe, das solltest du nicht vergessen – die empfindest du nur mit dir selbst. Mit dir selbst teilst du die romantischsten und aufrichtigsten Momente deines Lebens. Das ist keine Tragik, das ist die Wahrheit. Eine Wahrheit, die man sich zu Nutze machen sollte.