Wie fühlt sich Geborgenheit an?
Ich schließe meine Augen, fühle mich schwer und mir ist schlecht. Druck im Bauch und ich habe das Gefühl, dass mein Körper diesen jeden Moment ablassen könnte. Gewöhnlich wünsche ich mir das, würde ich so wenigstens nicht mehr den Moment abwarten müssen, in welchem ich schlagartig aufspringe und zur Toilette eile. Ich habe immer Angst, dass ich zu langsam bin. Aber heute will sich mein Körper anscheinend so fühlen. Ich liege im Bett, meine Augen geschlossen, mein Körper schwach, er sinkt schwer ins Bett. Zu angestrengt um jegliche Gedanken zu denken. Dennoch fühle ich Mitleid mit mir selbst. Ich kann mich an den Tag erinnern, an welchem es mir das letzte Mal so ging wie heute. Ich habe zu tief ins Glas geschaut und mir ganz klar geschworen, mir und meinem Körper so etwas nie wieder anzutun. Damals hatte ich kein Mitleid mit mir, hab es ja selbst verantwortet. Heute tue ich mir leid. Und obwohl ich mich wie ein Häufchen Elend fühle, jeder Schritt physisch und psychisch ein Meilenstein ist, kann ich mir selbst eine Trost Umarmung geben. Sie führt mich heute in einen tiefen ersehnten Schlaf.
Mein Bewusstsein erwacht, ich denke gar nicht daran meine Augen zu öffnen, es fühlt sich alles so neu an, so anders, leichter, schöner. Wie ein sanfter Schleier, gestrickt aus Wärme und Liebe, und ich liege dick umhüllt unter ihm. Ich lächle und drehe meinen Kopf auf die andere Seite. Mein Körper sinkt schwer in den Boden; ich fühle mich leicht, geerdet, erholt. Ich nehme ein leichtes rauschen wahr. Es klingt wie die Wellen, die ich so gerne bei ihrem Treiben beobachte. Ich bestaune ihre Kraft, lasse die ausstrahlende Ruhe in mir wirken. Bald werde ich merken, dass ich nicht alleine bin. Das Rauschen wird wilder, jetzt erinnert es mich mehr an das Rascheln der Blätter eines Baumes, wenn ein lauwarmer Frühlingswind durch die Lüfte zieht. Ich denke an die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres, sie dringen in meinen Körper ein, durchleuchten ihn, meine Haut kitzelt jetzt. Jemand fährt mit sanftem Druck über meine Haut. Ich spüre diese Zärtlichkeit meinen Körper entlang wandern. Sie gibt mir Sicherheit; ich bin berührt, ich bin gesehen. Mit jedem Moment kann ich mich mehr fallen lassen, kann vertrauen, mich hingeben. Der Spaziergang der Berührungen wird langsamer und kommt schließlich an meinem Hals zum Stillstand. Hier stelle ich eine besondere Wärme fest, ist sie die Energie der bedingungslosen Liebe? Ich bin angekommen. Mir fehlt nichts. Ich bin zufrieden.
Ich sehe ein Hasenbaby, geborgen in seiner Höhle schlafend, vor meinen geschlossenen Augen.
Ich wache auf. Es dämmert und es liegt ein mir bekannter aber nicht zuordenbarer Geruch in der Luft. Mein Körper ist immer noch schwer, aber er wurde genährt, gestärkt. Ich wache auf mit dem Gefühl, dass die Welt und mein Leben in Ordnung sind.
Geborgenheit; das Stärkste Gefühl des Seins















