Die 5 wichtigsten Wege, wie du der Welt was Gutes tun und dabei Geld sparen kannst - ohne perfektionistisch sein zu müssen
Hier mal die wichtigsten Stellen, an denen Leute in Deutschland Treibhausgase zu verantworten haben:
Daraus ergeben sich fünf ziemlich unkomplizierte Ideen dazu, wie du einerseits weniger unserer Lebenswelt zerstören, weniger Autokraten unterstützen und dabei gleichzeitig Geld sparen und resilienter werden kann.
Ernährung: 95% pflanzliche Lebensmittel essen.
Mittlerweile wissen alle, dass pflanzliche Lebensmittel im Allgemeinen viel weniger Fläche, Wasser, Dünger usw. verbrauchen und viel weniger Treibhausgase erzeugen, als tierische (mal vom Vergleich zwischen Flugananas und Eiern von den eigenen Hühner abgesehen). Und: Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse kosten auch im Allgemeinen weniger, als Käse und Fleisch. Wenn man teuer vegane Fertigprodukte vermeidet, kann man also mit überwiegend pflanzlicher Ernährung auch ein bisschen Geld sparen. Dass es fürs Herz-Kreislaufsystem, für die Verdauung usw. gesünder ist, weniger tierische Produkte zu essen, ist mittlerweile auch fast jeder:m klar. Und dass in der heutigen Tierwirtschaft Tiere meist (extrem) leiden müssen (auch für Bio-Tierprodukte) haben alle verstanden, die es verstehen wollen. Also: der beste Weg, der Welt und sich selbst etwas Gutes zu tun, ist mehr Pflanzen zu essen. Und damit es einfacher ist, lassen wir doch einfach mal das komplizierte Ziel, 100% Veganität weg und zielen auf 95% ab. Das ist gut genug, hilft eine Menge, macht landwirtschaftlich auch mehr Sinn und ist nicht überfordernd. Also: Ab jetzt jeden Tag ein bisschen weniger Tierprodukte.
Wohnen: Hier geht es vor allem um Wärme, also: Heizung runterdrehen und kürzer duschen.
Der deutsche Heiz-Durchschnitt ist 20 Grad in allen Räumen und 24 Grad im Bad. Jedes Grad weniger spart etwa 6% Heizenergie. Meine Erfahrung ist: Im Bad braucht man eigentlich gar nicht heizen, weil man da immer nur kurz ist. Im Schlafzimmer sind, je nach Vorliebe, 14 bis 18 Grad viel angenehmer und absolut ausreichend (bei niedrigen muss man genauso wie bei hohen Temperaturen Schimmel vermeiden, indem man ausreichend lüftet), im Flur brauche ich eigentlich auch keine Heizung, weil ich da nur durchlaufe, in der Küche kaum, weil ich da zum Kochen bin und damit Wärme produziere. Bleiben Ess-/Wohnzimmer und Arbeitszimmer. In letzterem brauche persönlich es am wärmsten, weil ich da längere Zeit am Computer relativ still muss. 18 Grad reichen trotzdem, wenn ich mir genug anziehe, dann ist der Körper warm und der Kopf bleibt schön kühl. Und was das Duschen angeht: Es spricht sich ja mittlerweile rum, dass tägliches Duschen hygienisch für die meisten Menschen nicht nötig und für Haut und Haare sogar schädlich ist. Langes warmes Duschen sowieso. Je besser man Haut und Haare daran gewöhnt, seltener zu duschen, umso weniger Körpergeruch und fettige Haare entwickelt man, weil sich die guten Bakterien auf der Haut wieder durchsetzen und die Haare weniger Talg produzieren müssen. Ungefähr ein Viertel bis zur Hälfte des Warmwasserbedarfs des durchschnittlichen Haushalts wird fürs Duschen gebraucht. Ab jetzt nicht mehr ... ;-)
Mobilität:
weniger Auto fahren, mehr Bus, Straßenbahn, Zug, Fahrrad oder laufen.
Ich glaube, das ist eigentlich der schwierigste Bereich für die meisten Leute. Gerade die, die auf Arbeit oder zur Schule der Kinder pendeln müssen. Ja, Auto fahren ist bequem und geht oft schneller, als mit dem ÖPNV. Ich sehs ein. Aber im Stau stehen ist nervig, Parkplatz suchen ist nervig, man kann im Auto nicht lesen oder chatten, oder arbeiten (wenn du es doch machst, hör verdammt nochmal sofort damit auf, du Maniac!). Im ÖPNV geht das besser, da ist die längere Fahrzeit schnell wieder eingespart. Und Auto fahren kostet sooo krass viel Geld: Treibstoff, Versicherung, Steuern, Reparaturen … Alter Schwede. Wenn du dir, wenn es wirklich nötig ist, ein Auto leihst, kannst du sooo viel sparen. Und kriegst dadurch auch noch mehr Bewegung, was wiederum später Zeit und Geld für Gesundheitsbehandlungen spart :-)
Flugreisen (zu 95%) weglassen.
Nein, es ist kein großes Opfer, nicht mehr zu fliegen. Fliegen ist ein wahnsinnig privilegierter Luxus. 80% der Menschen auf der Welt sind noch nie geflogen. Und man kann so viel dieses schönen Planeten entdecken, wenn man mit der Bahn fährt, mit dem Bus, mit dem Fahrrad, oder wandert. Und wenns unbeding sein muss: alle 10 Jahre mal eine Flugreise kann, wenn man sich ansonsten okay verhält, auch in ein verträgliches CO2-Budget passen. Ja, Flugreisen sind im Moment noch obszön billig, verglichen damit, welchen Schaden sie der Allgemeinheit anrichten. Aber wenn man darauf verzichtet, spart man nervige Check-In-Zeiten und lernt den ÖP(N)V zu verstehen und zu nutzen, was für eine Zukunft, in der die wahnsinnigen staatlichen Subventionen für Flugreisen wegfallen und das Fliegen teurer wird, bestimmt eine gute Fähigkeit ist :-) Und wenn man nur fliegt, um zu Konferenzen zu kommen: Online zu konferieren spart so viel Stress, Zeit und Geld und man kann dabei gemütlich ohne Hosen zu Hause sitzen :-)
Sonstiger Konsum: mehr second hand kaufen.
Last but not least: Was in der Statistik kurz „Konsum“ heißt, sind vor allem Klamotten, Elektronik, Bücher/Zeitschriften und Möbel. All das lässt sich heutzutage mit den Möglichkeiten des Internets dermaßen einfach gebraucht kaufen. Ich hab mich zum Beispiel mal bei Kleinanzeigen durch die Sofas gescrollt, die es in meiner Stadt gebraucht gibt. Die meisten davon sehen noch tiptop aus und es waren irrsinnig viele. Irgendwann merkte ich, dass alles, was ich durchgescrollt hatte, nur die waren, die alleine in den letzten Tagen eingestellt wurden. Es gibt sooo viele tolle Möbel, so viele gute Klamotten, so viel coole Elektronik, und so viele gelesene Bücher und Zeitschriften, in den die meisten Buchstaben erstaunlicherweise aber trotzdem noch drin sind – man muss echt keine neuen kaufen. Und wenn man doch mal dringend das Buch braucht, das gerade erst neu erschienen ist, oder die Millionen Unterhosen, die Leute unbenutzt rumliegen haben und verkaufen leider nicht die richtige Größe haben, so what, dann kauft man sie halt neu, aber 95% der Sachen gebraucht zu kaufen, ist glaube ich überhaupt kein Problem.
Also, in den meisten Punkten reicht es, wenn man es gar nicht auf Perfektion absieht, sondern es einfach nur zu 95% durchzieht. Dann hat man immer noch 5% Spielraum für „kleine Sünden“, wenn man es mal schnell, oder super bequem braucht. Und wenn du (am Anfang) 10 oder 20% Spielraum braucht, na dann nimm ihn dir eben. Jedes bisschen Einsparung gegenüber dem bisherigen Lebensstil hilft ja schon.