Kleckse Graffitis vielleicht auch unweigerliche Freunde. “Hast du nicht auch saubere Sachen? Alles voller Farbe, wie sieht das denn aus?” Alleine der Umstand, dass beim Farbauftrag sich auch Farbe auf Dinge aufträgt, auf die sie ursprünglich nicht primär landen sollte, verdeutlicht einiges in Bezug aufs Allgemeine. Ich trage ein T-shirt mit Farbkleksen, laufe in Schuhen mit Löchern, ich fahre ein Fahrrad mit Kratzern oder ein Auto mit Beule und laufe auf Wegen mit Löchern an Häusern vorbei mit verblichenen Wänden. Ich schmeiße mein T-shirt nicht weg, wenn es dreckig ist, ich fahre auch mein Fahrrad mit Kratzer und es ist verwunderlich aber auch ein Auto mit Beule rollt weiter die Straße entlang. Ein T-shirt ist ein Kleidungsstück, eine Hautbedeckung, die der Mensch braucht um nicht zu erfrieren. Es besitzt eine klare Funktion. Ein Fahrrad, ein Auto, ein Weg und eine Hauswand sind somit Gebrauchsgegenstände. Hält mein T-shirt mich trotz des Kleckses warm? Ich denke schon, wo liegt dann das Problem? In unserer Kapitalistischen Epoche haben uns gewisse Dinge merkwürdig entfremdet. Gegenstände, die vorerst lediglich eine Funktion erfüllten, wandelten sich in Statussymbole. Durchaus gab es jene schon zu Zeiten des Adels oder anderer previligierter Oberschichten, jedoch hat der Markt und die Medien die Dimensionen brutal ausgeweitet. Die Marken und Firmen propagieren makellos und die Nummer eins zu sein. Hat ein Artikel ein Kratzer, Loch oder Dreck, ist er nicht mehr vollwertig und nicht der Beste. Ist etwas nicht das Beste, dann ist man nicht mehr Nummer eins und steht Nummer eins nicht mehr ganz oben auf dem Treppchen, dann hat man in dieser egomanen Welt verkackt. Wie kommt man eigentlich nach da oben? Natürlich nur mit den reinsten und feinsten Dingen. Luxus, ein Genuss des Überflusses, den sich jeder gerne gönnt. Jedoch degradiert er den Menschen selbst zu einem Gegenstand. Eigentum steht in dieser Gesellschaft über dem Menschen selbst und wer das noch nicht verstanden hat, fährt sein teures Auto nicht nur, um von A über C nach AB zu gelangen.














