'' 🎶...And the bells are ringing on Christmas day 🎶''. Diesen Song kann ich wohl nie wieder hören, ohne mich dabei mit Schreckensfurcht an George zu erinnern. Er war ei er der Gäste in unserem Hostel in Derry und fing schon bei unserer Ankunft und unsrem Check in an uns in einer Tour einen Knopf an die Backe zu labern. Das nahm auch später kein Ende. Im Gegenteil, es wurde sogar noch schlimmer. Irgendwann fing er nämlich an Weihnachtslieder nicht nur mitzusingen, sondern uns damit quasi anzusingen. Mit ausgestrecktem Arm und geballter Faust fuchtelte vor unserem Gesicht herum und schmetterte uns die Lieder ins Ohr. Das führte dazu, dass wir ihn mieden wo es nur ging. Manchmal versteckten wir uns sogar und den Weg zum Klo, der an seinem Zimmer vorbei führte, rannten wir stets im Roadrunner Tempo... Beep beep.
Doch als wir schließlich weiter zogen, waren plötzlich wir diejenigen, die völlig aus dem Nichts irgendwelche Songs grölten, merkwürdige Bewegungen dazu machten und dafür schräge Blicke ernteten. Also hatte und auch George verflucht und es gab keine Rettung für uns, richtig?
Falsch!!! Wir haben einen Weg gefunden diesen Fluch zu brechen. Wir haben quasi Anti-George getroffen und wurden erlöst. Oliver, Daniel, Fraser, Conrad und 2 oder drei Freunde von ihnen sind die Namen unserer tapferen Fluchbrecher. Aber wie könnten sie einen solchen Bann brechen? Ganz einfach, mit purer Awesomeness (ja, in dieser besonderen Situation benutze ich dieses Wort).
Es war bereits in Edinburgh als wir beschlossen zusammen mit 4 anderen Mädchen aus unserem Hostel auszugehen. Wir wollten Weihnachten dieses Jahr mal anders verbringen und was ist schöner als am Tag vor dem heiligen Abend feiern zu gehen? Es gab 2 Club/Bars die noch auf hatten. Wir GI gen zu erst in die nähere, aber die war blöd. Also machten wir uns auf den Weg zur fingers Pianobar. Die Livemusik war umwerfend und wir fühlten in unseren Fingerspitzen, dass das ein toller Abend werden würde. Irgendwann waren wir nur noch zu dritt. Die anderen waren müde oder mussten am nächsten Tag früh raus. Wir dachten aber noch lange nicht daran zurück zu gehen. Zu unserem Glück, denn dann. sahen. wir. sie. Eine Gruppe von Typen, vielleicht 2 oder 3 Jahre älter als wir, in den coolsten Outifits die ich jeh in einer Bar gesehen habe und mit dem abgefahrenen, kitschigen Tanzstiel überhaupt breitete sich langsam in der Mitte der Tanzfläche aus. Die anderen Leute schienen sie nicht wirklich wahrzunehmen, aber oh mein Gott, wir wollten dazu gehören.
Oliver sah in seinem Leinenhemd, welches er über der Stolz geschwellten Brust turg, aus wie eine heiße Mischung aus Pirat und Flamenco Tänzer. Er hatte wohl den wildesten Tanzstiel von allen. Elegant aber wild.
Daniel tanzte, als hätte er jeden Song selbst geschrieben... Mit seinem eigenen Blut. Klingt schon krass, aber es kommt noch mehr. Er hat das unmögliche möglich gemacht: Er hat die Farbe Beige attraktiv gemacht. Zumindest sah er in seiner beigen Hose und seinem beigen Jumper über einem weißen Hemd ziemlich cool aus. Ergänzend trug er noch eine dicke Hornbrille und hatte seine dunklen Haare zurückgegelt.
Fraser sah etwas aus wie Ed Sheeran in jung. Rote Haare und Jeansjacke, irgendwie niedlich. Im Vergleich zu den anderen tanzte er recht normal, ließ sich aber immer wieder auch auf die anderen ein. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube wir haben es ihm zu verdanken, dass wir auf einmal mit ihnen tanzten. Wir standen irgendwann einfach mit im Kreis. Ich weiß nicht mehr genau wie wir das geschafft haben, aber plötzlich waren wir ein Teil dieser ultra coolen Gang. Wir konnten es kaum fassen. Seit wann waren wir ''cool ''?
Seit diesem Abend si d die meisten Schrägen Blicke verschwunden und wenn wir ausgehen werden wir nicht selten auf unseren eigenen Tanzstiel angesprochen. Bei einer Abba Night wollte man uns schon auf ein Podest stellen... Zum Glück gab es keins. (es gibt immer noch ein paar Grenzen, also wirklich)
Wir könnten uns in den Hintern beißen, dass wir niemanden der Gruppe nach einer Nummer oder so gefragt haben. Wir wissen so gut wie nichts! Aber vielleicht ist das auch gut so, denn so bleibt diese Nacht ein absolutes Highlite der Reise. Quasi ein One Hit Wonder.
Trotzdem hoffen wir darauf sie irgendwann zufällig nochmal zu treffen. Vielleicht können Sie ja noch mehr Flüche brechen...