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Medaillienspiegel
Tag 5 - Freitag, 15.07.16
Am Freitag, dem letzten Tag der Spiele, standen die Leichtathletik-Bewerbe am Programm. Und die Wettervorhersage war gar nicht gut: nach drei sonnigen Tagen war mit einem Regentag zu rechnen. Und so kam es auch. Schon die ersten Bewerbe starteten bei leichtem Regen, was zu Verzögerungen und langen Wartezeiten für die Athleten führte. So kam auch keine richtige Stimmung im Stadion auf, als um 13:00 Uhr der „Circle of Life“ am Programm stand. Und danach ging gar nichts mehr. Der anfangs leichte Regen ging über in einen Gewitterregen, das ganze Stadion stand unter Wasser. Nach einer guten Stunde heftigstem Dauerregen mussten leider die restlichen Bewerbe abgesagt werden.
Gut , dass wenigstens einige von unserem Teams schon ein paar Medaillen im Trockenen hatten: So gewann Maximilan Lang eine Goldene im Hochspruch, Jutta Ludwig eine Goldene im 100m-Lauf, Ulf Ederer ein Silberne ebenfalls über 100m und Ludwig Szeberenyi gewann die Goldene beim Ballwurf und eine Silberne beim Kugelstossen.
Wieder zurück hieß es sich wieder aufwärmen und vorbereiten für den Abschlussabend. Trotz des verregneten und kühlen Tages wurden dann am Abend beim Galadinner die erfolgreichen Spiele gefeiert. Ein vierter Platz in der Medaillenbilanz knapp hinter Gastgeber Finnland ist wahrlich ein Grund zum Feiern.
Am Samstag gings dann wieder zurück nach Östrreich. Ein paar blieben noch und sie erlebten einen weiteren sonnigen Tag in Finnland.
Der Veranstalter hat auch ein Video über jeden einzelnen Tag und über die weiteren Veranstaltungen im Rahmen dieser Transplantierten-Spiele erstellt.
Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=FeuNmRYNQ1k
Tag 5 - die Fotos
Tag 4 - Donnerstag, 14.07.16
Wetterlage unverändert – Sonne, Wolken und Medaillen!
An vier verschiedenen Sportstätten und nur mit Shuttlebus oder Fahrrad erreichbar, fanden heute folgende Wettkämpfe statt: Radfahren, Golf, Tennis und Bowling. Und dreimal gab es Gold! Bronze zweimal:
Für unsere Radler ging es heute darum, ihre Titel von den letzten Spielen zu verteidigen. Nachdem Alois Rossmann bei 20 km nicht einmal richtig warm wird, fuhr er natürlich die 14 km zum Wettkampf nicht mit dem Bus, sondern mit dem eigenen Rad. Beim Rennen hielt er mit der eingespielten (jüngeren) deutschen Truppe mit und gewann seine Altersgruppe mit Riesenvorsprung – ein satter Polster für den morgigen 1500m-Lauf. Einer weiteren Medaille im Biathlon steht also nichts im Wege!
Die Oldie-Truppe über 70, in der Ulf Ederer fuhr, besteht schon seit Jahren aus denselben Akteuren – zwei davon mit semiprofessioneller Rad-Geschichte. Damit war Bronze programmiert, über die sich Ulf auch nicht wenig freut – die gefahrene Zeit war besser als erwartet.
Das Tennisturnier war, wie die meisten anderen Veranstaltungen, bestens organisiert. Gespielt wurde lediglich ein Satz, da das Startfeld recht groß war. Leider nicht in allen Klassen. Unser Tenniscrack Samuel Grum war zum ersten Mal dabei und konnte sich gleich suverän in seiner Gruppe durchsetzen. Eine weitere Goldmedaille für das Team Austria.
Das Golfturnier wurde im wunderschön gelegenen Golfclub Talma, eine halbe Autostunde nördlich von Vantaa, ausgetragen. Die Bedingungen heute könnten nicht besser sein: Sonnenschein bei leichtem Wind und der Platz in einem hervorrgenden Zustand. Auch das Golfteam wächst: Jutta Ludwig, Marianne Christandl und Rudi Hauer versuchten heute mit so wenigen Schlägen wie möglich über die Runde zu kommen. Kopfzerbrechen verursachten die sauschnellen und schwiergen Grüns bei fast allen Teilnehmer und so sah man nach der Runde kaum zufriedene Gesichter. Umso überraschender dann die Goldmedaille für Rudi Hauer, zumindest für ihn selbst.
Maximilian Lang vertrat unser Team beim Bowling. Als einziger Austragungsort lag das Bowling-Center mit 20 Bahnen gleich in der Nähe des Hotels und war auch gut zu Fuß erreichbar. In einer hart umkämpften Gruppe mit 9 Personen konnte sich Max mit guten 373 Punkten den dritten Platz sichern und damit eine weitere Bronzene für unser Team erreichen.
Tag 4 - Radfahren, Golfen und Bowling
Tag 3 - Mittwoch, 13.07.16
Sonne, Wolken und Medaillen-Schauer im Hallenbad!
Morgenstund hat Gold im Mund, heißt ein altes Sprichwort – und das hat sich heute für unsere Schwimmer als wahr erwiesen. Sie und unser Petanque-Team mussten nämlich früh aus den Federn, wollten sie die Bewerbe rechtzeitig erreichen.
Die Organisation im Tikkurila-Hallenbad war perfekt: ein 50-m-Becken, verantwortungsvolle Zeitnehmer, elektronische Zeitanzeige, effiziente Siegerehrungen, reichlich Versorgung mit Wasser (zum Trinken) und eine interessierte Menge an Zuschauern, die die Sportler unterstützen. Für ein kleines Land wie Österreich war die Zahl der Athleten groß: 2 Damen, 5 Herren – etliche von ihnen mussten bzw. wollten ihre Medaillen von den letzten Spielen verteidigen.
Gewertet wurde in den bekannten Alterskategorien; manchmal gab es nur einen einzigen Bewerber in einer Klasse. Platz zu haben ist schön, aber ein einsamer Schwimmer, der seine Länge/Längen ganz allein schwimmen musste, sah doch etwas verloren aus. Aber vielleicht war er oder sie gerade deshalb so schnell, weil er der Einsamkeit im großen Becken entkommen wollte …
Von den vier Damen im österreichischen Team waren zwei am Start: Monika Blüml ist zum ersten Mal dabei und beendete den Tag mit 4x Gold. Waltraud Moro nahm nur das edelste aller Metalle, Gold. Und das 5x.
Da den Herren noch zwei Wettkampftage bevorstehen, nahm jeder von ihnen an weniger Schwimmbewerben teil als die Damen. Die Ausbeute der Herren vom heutigen Tag: Ulf Ederer 2x Gold, 1x Bronze Uwe Glück 1x Gold, 1x Silber, 1x Bronze, Kurt Grall (auch er ist zum ersten Mal dabei) 1x Bronze, Rudi Hauer 1x Gold, 1x Silber, 1x Bronze Ludwig Szeberenyi 1x Gold 1x Silber, 1x Bronze.
Unsere Männer haben sich in den Einzelbewerben super geschlagen und haben ihre Titel verteidigt. Als Mannschaft in der Schwimmstaffel mussten sie sich „leider“ mit dem dritten Platz begnügen; die Engländer stellten Spitzen-Schwimmer, und gegen eine internationale Staffel, in der sich die besten zusammentun, kommt man sowieso nicht auf.
Mit 19 Medaillen sind wir hoch zufrieden!
Mit Samuel Grum, Marianne und Günter Christandl war ein weiteres Team heute im Einsatz. nInsgesamt 36 Mannschaften waren beim Petanque-Teambewerb am Start, bei dem auch die nicht-transplantierten Begleiter mitmachen durften. Es wurden drei Runden gespielt: als Bilanz stehen ein Sieg und zwei knappe Niederlagen zu Buche. Samuel Grum, wie alle drei zum ersten Mal dabei, hat das so geschildert:
Grundsätzlich ein sehr lustiger und interessanter Bewerb für alle Altersklassen. Die Kommunikation mit den anderen Mannschaften war gut. Leider war die Organisation leicht überfordert. War nicht vorbereitet, dass die meisten Mannschaften keine eigene Bälle mit hatten. Dadurch begann der Bewerb um fast zwei Stunden später. Eventuell hätte es bei der Verköstigung auch Kaffee oder Limonaden gegegeben.
Tag 3 - Schwimmen und mehr Medaillien
Tag 2 - Dienstag,12.07.16
Die Wettervorhersage war nicht verheissungsvoll (Wind + Regen) und umso mehr waren unsere drei Teilnehmer (Jutta Ludwig, Alois Rossmann und Maximilian Lang) beim Cross Country-Lauf über 4000m erfreut, als bei sommerlichem Wetter die Laufbahn betreten konnten. Die 2km-Schleife, die zweimal zu durchlaufen war, begann auf der Tartanbahn des Stadions, dann duch bewaldestes Gebiet und wieder zurück ins Stadion führte. Nach absolvierten zwei Runden lief Alois (31:03 min) mit Gold, Jutta mit Silber (35:04 min) und Maximilian (32:20 min) mit Bronze ins Ziel! Unser Laufteam hat mit diesen Ergebnissen den ersten kompletten Medaillensatz gewonnen.
Auch die Tischtennisspieler hatten heute einen erfolgreichen Tag. Monika Blüml, die heuer zum ersten Mal teilnimmt, sah das so:
Mein erster Tag bei den Spielen führte mich zum Tischtennis-Wettbewerb. Ich war gut ausgeschlafen und gemeinsam mit den anderen Athleten unterwegs im Bus zum Tikkurila Sports Park mit einer sehr schönen, modernen Halle. Dann hatten wir Gelegenheit uns einzuspielen. Um 9:30 Uhr begann das Turnier mit den Gruppenspielen. Ich hatte vier Matches vor mir. Für mich war es das erste Antreten im Tischtennis bei einem Bewerb. Die ersten zwei Matchen gingen knapp verloren, die weiteren zwei konnte ich gewinnen und errang damit meine erste Medaille in Silber. Es war sehr spannend und machte großen Spaß. Dann schaute ich noch Uwe Glück bei seinem Sieg zur Silbermedaille zu. Ganz spannend machten es dann Rudi und Kurt im Doppel. Sie lagen schon zwei Sätze zurück und holten dann sensationell auf und stellten auf 2:2. Der letzte entscheidende Satz war ein wahrer Krimi. Leider ging dieser mit 10:12 und damit Silber an die Schweden. Wir beendeten den erfolgreichen Tag mit zwei Silber- und drei Bronzemedaillen.
Tag 2 - Eindrücke und erste Medaillien
Tag 1 - Montag, 11.07.16
Vantaa, eine Stadt nördlich von Helsinki und etwa so groß wie Linz, ist Austragungsort der European Transplant Sport Week 2016. Das heißt, die Europäischen Spieler aller Organtransplantierten, Knochenmarktransplantierten und Dialysepatienten finden zeitgleich mit den EHLTF-Spielen, also „unseren“ Spielen statt. 500 aktive Sportlerinnen und Sportlern aus 26 Nationen nehmen teil, wir Österreicher sind bei den EHLTF-Spielen 12 Sportler mit einem ebenso großen „Fanclub“.
Um dem Thema Transplantation und Sport die entsprechende Bedeutung zu geben, fand die Eröffnung beider Veranstaltungen gemeinsam statt. Sehr professionell und mit viel Engagement war alles vorbereitet: der Einzug der Nationen, die Sitzbänke auf dem großen Platz, ein gut informierter Moderator, ein toller a-capella-Chor, … sogar an ein Maskottchen hatten die Verantwortlichen gedacht. Noch hatten nicht alle Platz genommen, als die ersten Tropfen zu spüren waren. Eröffnung im Regen? So was hatte es noch nie gegeben, warum sollte es diesmal? Optimismus war angesagt.
Der mitgelieferte dünnhäutige Regenschutz schützte gegen die ärgste Nässe, WENN man es schaffte hineinzufinden. Wer konnte, suchte sich einen Platz unter den Dächern der angrenzenden Häuser. Als auch noch der Wind aufkam, wurde es ungemütlich. Es fielen zwar nicht die Reden „ins Wasser“, wohl aber die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Als Essenz des Gesagten bleibt der Dank an alle, die zu dieser Veranstaltung beitragen bzw. beigetragen haben, der Wunsch nach sportlicher Fairness bei den Wettkämpfen, die Wichtigkeit von Bewegung gerade für Transplantierte. Möge diese Woche für alle Beteiligten voll von guten Erinnerungen sein.
Tag 1 - Eröffnungsfeier Vantaa 2016
16. Europäischen Sportspiele für Herz- und Lungentransplantierte in Vantaa
Vom 11. bis 16. Juli finden im finnischen Vantaa die 16. Europäischen Sportspiele für Herz- und Lungentransplantierte statt. Erstmals werden auch gleichzeitig die 9 .Europameisterschaften der ETDSF für alle Transplantierten abgehalten.
Österreich ist diesmal mit einer großen Delegation vertreten: - Jutta Ludwig (Golf, Laufbewerbe: 100m, 400m, 800m, 4000m) - Waltraud Moro (Schwimmen) - Monika Blüml (Tischtennis, Schwimmen, - Marianne Christandl (Golf, Petanque) - Ulf Ederer (Schwimmen, Laufbewerb: 100m) - Samuel Grum (Tennis, Petanque) - Ludwig Szeberenyi (Schwimmen, Ballwurf, Kugelstoßen, Hochsprung) - Kurt Grall (Tischtennis, Schwimmen, Leichtathletik) - Alois Rossmann (Radfahren, Laufen: 4000m, 1500m) - Rudi Hauer (Tischtennis, Schwimmen, Golf) - Uwe Glück (Tischtennis, Schwimmen, Weitsprung, Laufen) - Maximilian Lang (Bowling, Hochsprung, Laufen: 400m, 1500m, 4000m)
Als Begleiter und Unterstützer sind dabei: Dr. Brigitta Bunzel, Dr. Christine Wolner, Dr. Edeltraud Wagner, Dr. Heinz Ludwig, Dr. Wilhelm Moro, Brigitte Kalleitner und Othmar Bampi, Mag. Ilona Edlinger und Wilhelm Pleniger, Günter Christandl, Mag. Irene Turin, Roswitha Glück, Gitti Grall und Vroni Hauer.
Am Montag ist Anreise und am Abend die Eröffnungsfeier. Die Bewerbe starten am Dienstag mit Tischtennis und Cross Country-Lauf.
Nachtrag - Gold für Alois im Biathlon!
Etwas verspätet sind die Resultate vom Biathlon (20 km Rad + 1500 m) eingetroffen: Alois hat mit dem knappen Vorsprung von 32 sec die erhoffte Goldmedaille errungen. Beim abschließenden 1500m-Lauf ist ihm in den letzten beiden Runden der Italiener verdächtig weit vorne vorgekommen, er hat nochmals ordentlich Gas gegeben - es hat gereicht, herzliche Gratulation.“
Vilnius im Rückblick von Irene Turin
Die 15. Europäischen Sportspiele der Herz- und Lungentransplantierten sind Geschichte. Geblieben sind viele schöne Erinnerungen, gute Eindrücke und ungefähr 3 Kilo(!) Medaillen, die unsere erfolgreichen Sportler nach Hause tragen konnten*. Eine Bilanz, die alle Erwartungen bei weitem übertroffen hat, waren doch sichere Medaillenanwärter daheimgeblieben; im letzten Moment ist auch noch Sigi Meschnig krankheitshalber ausgefallen.
Müßig also, die Taten unserer Helden noch einmal aufzuführen. Was durchaus zum Erfolg beigetragen hat, waren das gute Klima in der Gruppe, der Mannschaftsgeist und die Aufmunterungen der mitgereisten Unterstützer. Nur die Golfer, die weit vom Schuss agierten, mussten sich mit guten Wünschen zufrieden geben. Ein tägliches Training konnten alle absolvieren, die den Weg zu den Sportstätten zu Fuß oder – wie Alois – mit dem Rad zurücklegten. Selbst das Abendessen hatte sportliche Aspekte: Die einen verdienten es sich mit einem 20-minütigen Fußmarsch, die besonders ambitionierten legten beide Wege per pedes zurück.
Die Teilnehmer aus 20 Nationen waren in zwei Hotels untergebracht – zentral die einen, sportlich die anderen (siehe oben), was das lokale Organisationskomitee manchmal ins Schwitzen brachte. Doch die sechs Damen, die den Laden schupften, lösten jedes Problem, und das immer sehr freundlich. Frauen-Power eben.
Was man nicht vergessen darf: Litauen ist erst seit 1993 ein freies Land. Spuren der Sowjetzeit sind in Vilnius natürlich noch zu sehen, angefangen von nicht mehr genützten riesigen Stadien, über ein Dutzend funktionierender russisch-orthodoxer Kirchen bis zu dringend renovierungsbedürftigen Häusern. Die Litauer waren ja die ersten der drei baltischen Staaten, die sich für ihre Freiheit eingesetzt haben. Aber sie waren die letzten, die diese Freiheit bekommen haben. Vielleicht liegt es an dieser Freude über die Freiheit, dass die Menschen so freundlich, herzlich und sympathisch sind. Ganz massiv konnten wir das schon am Eröffnungstag erleben: Menschen säumten die Straßen beim Einzug der Nationen, und keiner schaute grantig!
Meine volle Bewunderung gilt Ugne Sakuniene und ihrem Team, die für England in die Bresche gesprungen sind. In knappster Vorbereitungszeit, mit geringer finanzieller Unterstützung, aber mit unglaublich viel Engagement und Herzblut haben sie und eine großen Schar freiwilliger Helfer möglich gemacht, dass ich sie als besondere Spiele erlebt habe.
*Zum Nachrechnen: Bei 5 goldenen und einer bronzenen Medaille zeigt meine Küchenwaage 531 Gramm
Bilder von Vilnius (Teil 1)
Bilder von Vilnius (Teil 2)