Ende.
we're not kids anymore.
"I'm Dorothy Gale from Kansas"
cherry valley forever
dirt enthusiast
AnasAbdin

Origami Around

#extradirty
🪼
noise dept.
KIROKAZE
tumblr dot com
Cosmic Funnies

oozey mess
DEAR READER

if i look back, i am lost
Keni

祝日 / Permanent Vacation
trying on a metaphor
No title available
PUT YOUR BEARD IN MY MOUTH
seen from United States
seen from United States
seen from Argentina
seen from Argentina
seen from Argentina
seen from Brazil
seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States

seen from Argentina

seen from United States
@innerer-norden2
Ende.
Epilog // 27
Keine Sekunde geschlafen und schon wieder am Schreibtisch Drei Kaffee erwecken den Eindruck als sei nichts Als wäre mein Lächeln echt und alles okay Dabei ist es kaum noch machbar einzuschlafen und morgens aufzustehen
Eine alte Frau an der Kasse hat nicht genug Geld dabei Ich helfe aus und fühle mich für eine Sekunde gut dabei Sie sagt dass es auf der Welt keine guten Menschen mehr gibt Ich versichere ihr das Gegenteil und glaube mir selbst nicht
Ich versuchte das Gute in den Menschen zu sehen Nur in mir selbst nicht Der gute Mensch in mir hat versucht sich zu etablieren Aber blieb auch nur ein Nischenprodukt
Ich hatte geplant mich umzubringen und es am Ende nicht gemacht Nur vergesse ich wohl nie mehr den Moment in dem ich meinen Abschiedsbrief geschrieben hab Wie der Crystal Head Wodka mir die Augen rausgestarrt hat Und wie in meinem Kopf ein endloser Flugzeugabsturz stattfand
Ich habe nach 26 Jahren einen Kassensturz gemacht Nur um zu sehen dass ich mit nichts dagestanden hab Und ich habe aufgehört zu trinken, kurz vor der Abhängigkeit Aber abhängig kann man von so vielem sein
Ich betreibe Dinge gar nicht oder exzessiv Und empfinde entweder gar nichts oder viel zu viel Ich stoße Menschen von mir weg und gebe Ihnen dann die Schuld dafür Dass ich nie gelernt habe mit richtiger Nähe umzugehen
Alles von mir geschriebene ist nicht mehr als Epiloge von Abschiedsbriefen die ich zu oft schrieb Und ich habe verlernt alleine zu sein und diese Einsamkeit ist das was blieb Ich habe gelernt dass meine Träume mir mehr über mich sagen Als jeder Gedanke der mich so am Tag jagt
Ich habe versucht mich zu verlieben bis ich dachte ich hätte es geschafft Und dann verstanden dass diese Wunde schon seit meiner Kindheit klafft Dass mein Herz gebrochen wurde als ich zu klein war um es zu verstehen Und wie lange es gedauert hat um es mir einzugestehen
Ich hab gemerkt wie viel Zeit gerade zu Ende geht Und wie wenig ich mich am Ende selbst verstehe Und wirklich, ich habe nach einem Grund gesucht nicht wegzugehen Und ihn einfach nicht gefunden
Nach meiner Meinung ist es nie zu spät der zu sein, der man sein will. Es gibt keine zeitliche Begrenzung. Fang damit an, wann du willst. Du kannst dich ändern oder so bleiben wie du bist. Es gibt keine Regel. Du kannst das Beste daraus machen oder das Schlechteste .. ich hoffe, du machst das Beste daraus. Ich hoffe, du siehst erstaunliche Dinge. Ich hoffe, du erlebst Gefühle, wie nie zuvor. Ich hoffe, du begegnest Menschen, die die Welt anders sehen als du. Ich hoffe, du lebst ein Leben, auf das du stolz sein kannst. Und wenn es nicht so ist .. dann hoffe ich, du reißt dich zusammen und fängst nochmal von vorne an.
6
Auf den Nachhauseweg der ewig ist Und das Ziel das nie zu sehen war Auf das Universum durch das man ziellos treibt Und diesen wunderschönen Planeten den wir nie verdienten
Auf den Moment in dem man zerbrochen ist Und die Stücke die man niemals wiederfinden wird Auf den freien Fall nachdem man sich fallen ließ Und den Absturz nachdem man fallen gelassen wurde
Auf die Abschiede die man nimmt Und die die man willentlich gibt Auf die Träume die man aufgibt Und die Zukunft die bald da ist
Auf die Zeiten die nicht mehr da sind Und das Bedauern das nie vergehen wird Auf die Erinnerung die einem nicht genommen werden kann Und die die man für immer vergessen möchte
Auf den Menschen der man nie sein Und das Leben das man nie führen wird Auf die Orte die man nie sehen Und die Wunder die man nie erleben wird
12 Pt. 4
Ich schmeiße mein Leben mit beiden Händen zum Fenster raus Und löse mich dabei selbst in Wohlgefallen auf Ich binde mir alles auf was beim loslassen nach mir greift Und bisher ist noch alles ins Gewicht gefallen das mich in die Tiefe reißt
Manche sammeln Erfahrungen, andere Absagen Ich sammle Mut zusammen um endlich loszulassen Ich laufe im Kreis, ich laufe gegen die Wände Und laufe Gefahr dass das alles nicht mehr endet
Der Konsument in mir kauft gegen innere Leere Onlinestores leer Und egal was er sich einverleibt, es hilft nichts und er will immer mehr Ich betrinke mich und schlafe wann es geht Um möglichst wenig Zeit mit mir selbst zu verbringen
Jeder Schritt fühlt sich an als würde ich nicht mehr auftreten Und jede Entscheidung so als wärs die falsche gewesen Als hätte ich vor Jahren die falsche Abzweigung genommen Und ich sage es nochmal, wie weit kann ich schon noch vom Weg abkommen
Erst wenn du komplett fertig mit dir und dem Leben bist Und nichts mehr für dich auf der Welt vorhanden ist Spielt es dir bei deinem Abschied in die Karten Einfach niemanden mehr zu haben
(…) Und trotz allem, in jedem Augenblick fühlte ich mich, als würde ich ihre Anwesenheit nicht verdienen. Bei ihr war es so viel schlimmer als jeder Komplex, den ich je hatte. Bei jedem Treffen, jedem Moment, den wir zusammen verbrachten, dachte ich „Fuck, die ist echt viel zu gut für dich. Was will sie mit jemandem wie dir, was gibt ihr das? Und wann wird sie das selbst verstehen und einsehen?“. Und manchmal stieß ich sie gezielt von mir weg, weil ich sie so krass bei mir haben wollte, dass es mich ausgezehrt hat und es hat Panik in mir ausgelöst. Ich fühlte mich wie ein abrissreifes Haus, das jede Sekunde einstürzen konnte, als könnte mir jede Sekunde der Boden unter den Füßen weggezogen werden. Du sagtest mal mein Problem war, dass ich irgendwann verstand, dass ich verliebt war, sie vielleicht sogar liebte und mir das solche Angst gemacht hat, dass ich es bewusst sabotierte, dass ich ihr Gründe lieferte, dass ich Distanz aufbaute und mich abschotte, und vielleicht stimmte das. Ich glaube, es war mir wichtiger Recht zu behalten, meine Welt so unter Kontrolle zu behalten, mein verficktes Weltbild damit aufrechtzuerhalten, dass es jederzeit zerstört werden konnte, und wenn ich es selbst tun musste. Es war eine Wette, und ich habe gegen sie und jeden einzelnen anderen Menschen gewettet. Ich bin damit nicht klargekommen. Sie wollte da sein, ich ließ sie nicht. Sie konnte diese Distanz nicht überbrücken, und diese Kühle entwickelte sich weiter, je mehr sie es versuchte, obwohl es in mir kochte. Ich zeigte Desinteresse, Ignoranz. Und ich hatte solche Angst vor Verlust, dass ich ihn heraufbeschwörte, nur dass es endlich eintraf, nur um Recht zu behalten, nur um mich nicht selbst auf die Folter zu spannen, weil in meiner Welt nie etwas Bestand hatte, ich kannte es nicht. Ich wusste nicht, dass es auch hätte anders laufen können. Ich vermisste sie in jeder verdammten Sekunde, ob sie nun da war oder nicht. Und manchmal wünsche ich mir, ihr nie begegnet zu sein. Manchmal, und dann nur solange der Gedanke da ist. In den Momenten, in denen ich mir sicher bin, dass nicht zu wissen, was man vermisst so viel besser ist, als es bekommen zu haben, und dann zu verlieren. Oder schlimmer noch, es verlieren zu wollen. Was sie in mir gesehen hat, was auch immer, sie hat es aus ihren Augen verloren, als sie sie abwandte. (...) Was ich heute anders machen würde? Ich würde versuchen, ihr nicht das Herz zu brechen. Das ist mein größtes Versagen, meine Niederlage, mein ganz eigener Niedergang.
Du sprengst den Horizont eines Jeden, zu dem du ehrlich bist.
Prezident - Chancenverwertung
12 Pt. 3
Wir sitzen da und sitzen es aus Niemand hat dem anderen wirklich etwas zu sagen Leere Gespräche, so bezeichnend für dieses Auseinanderbrechen Wir reden und geben unser Bestes nicht zu sprechen
Dieses Haus ist nicht von Liebe von erfüllt Und alles irgendwie in blasse Farben gehüllt Es ist kalt und kahl und unangenehm Wir haben uns seit letztem Weihnachten nicht gesehen
Alles wirkt als hätte man eine Maske auf Wir reißen uns zusammen und Geschenke auf Gutscheine und Geld, Dinge die man eben verschenkt Wenn man sein gegenüber nicht mehr kennt
Wir täuschen eine heile Welt vor die ich nie kannte Nur kann ich inzwischen auch gut darauf verzichten Das Gefühl bleibt diese Erfahrung verpasst zu haben Nichts von dem was mal war werde ich jemals wieder an mich heran lassen
Heilig ist an diesem Abend nichts Und still ist die Nacht erst wenn man wieder ganz alleine ist Die schlimmste Art von Gesellschaft ist die Die Einsamkeit auslöst die schlimmer als alleine sein ist
Wir reden von früher und tun so als wäre keine Zeit vergangen Seht euch an wie weit wir es geschafft haben Ich sehe nur wie weit wir uns von einander entfernten Was wir nie waren werden wir nie sein
Ich breche aus dieser Fassade aus als meine zusammenbricht Sitze im Taxi und frage mich wer die tragischere Figur ist Während ich durch die Stadt fahre die kein Zuhause ist Und weg von Menschen die es auch nicht sind
Ausgestiegen nehme ich die Kälte draußen nicht wahr Nur die Kühle von dem was wohl mal Familie war Es ist still wie am Neujahrsmorgen Während ich mich leerer fühle als zuvor
Die Stille folgt mir bis in meine Wohnung Ich sitze da und suche apathisch Halt im leeren Raum Während ich weg drifte als würde jemand das Licht dimmen Und das dritte Glas mich mit und das Zittern nimmt
Man glaubt nichts mehr zu empfinden Bis man von dem Gefühl zerstört wird nichts mehr zu empfinden Vergessen ist heiliger als aufzuarbeiten Und Abschied nehmen leichter als festzuhalten
Vielleicht ist die stille Nacht eine Erinnerung an die Stille, die wir in unsere Gedanken lassen sollten. Vielleicht ist die stille Nacht eine Erinnerung an die Stille, die herrschen sollte, wenn jemand anderes spricht. Vielleicht ist diese Stille die Stille, die wir einnehmen sollten, wenn jemand anders blutet, eher als ihnen zu sagen, dass sie kein Opfer des Schmerzes wären, wenn sie etwas anders gemacht hätten.
Hotel Books - Christmas eve until I leave
(…) Wo der Unterschied liegt? Ich würde sagen, ich kann heute etwas distanzierter davon erzählen. Jetzt ist es so, als hätte ich mal in einer Serie mitgespielt, die inzwischen abgesetzt wurde. Die anderen Hauptdarsteller und ich, wir existieren alle noch .. wir spielen nur keine Rolle mehr. Ich weiß nicht, ich könnte jetzt in Klischees verfallen und sagen, wie ihre Augen aussahen wie Saphire, wenn Sonnenstrahlen auf sie fielen, oder wie ich zum ersten Mal glaubte zu wissen, wie es sein musste, ein wirkliches Zuhause zu haben, eine Zuflucht. Wie ich zum ersten Mal verstand, was Frieden bedeutet und wie alles in meinem Kopf geschwiegen hat, um ihr zuzuhören. Wie ich richtig einschlafen konnte. Wie ich mich bis zu ihr jede Sekunde meines verfickten Lebens alleine fühlte. Ich war mit ihr zusammen immer so, als wäre ich alleine, im positivsten Sinn. Ich musste mich nicht verstellen, ich musste nicht vorgeben etwas zu sein, was ich nicht kenne. Ich musste keine Angst haben sie zu verschrecken, keine Angst haben, etwas falsches zu sagen oder gezielt nach richtigen Worten suchen um sie zu beeindrucken oder zu lange darüber nachdenken, was sie eventuell hören wollte. Ich musste mich nicht gezielt abheben um interessant zu bleiben, oder Interesse an Dingen vorgeben, die mir komplett egal waren. Ich musste mich nicht darum sorgen, dass sie mitbekommt, was in meinem Kopf los war. Ich glaube, sie wusste es ohnehin. (…) Ihre Lebensfreude kam mir nie befremdlich vor. Sie bewahrte sie sich trotz allem, was in ihrem Leben passiert war, sie war nicht aufgesetzt, sie hat nicht versucht etwas zu glorifizieren, wohinter sie nicht als Mensch stand. Sie war echt. Sie war das, was das Leben wohl in Menschen auslösen sollte. Sie war es, ich war es nicht. Als wir uns trafen, hatte sie mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen, und in ihren verzweifelten Versuchen sie zu vertreiben, indem sie von ihnen sprach und dadurch Licht auf sie fallen ließ, haben meine Dämonen sich zum ersten Mal verstanden gefühlt. Durch sie stellte ich zum ersten Mal einen Bezug zu mir selbst her, und konnte so viel über mich selbst lernen. Es war das gleiche Lied .. wir sangen es in verschiedenen Sprachen, aber die Melodie war die selbe. Wir redeten viel über unsere Kindheit und unseren Bezug zu unseren Familien, darüber, warum bestimmte Dinge nun eben so oder so sind. Etwas, das ich sonst immer so tief wie möglich in mir vergrabe. Wir halfen uns gegenseitig loszulassen, wir verstanden und respektierten, woran der jeweils andere zugrunde ging oder zerbrochen war. Wir fanden genau da zueinander, wo andere Menschen nichts mehr sahen. Als ich von so starkem Selbsthass zerfressen war und dieser Weltschmerz mich von allem entfremdete, war sie das erste vertraute Gesicht. Meine egozentrische Art die Dinge und mich selbst zu betrachten; sie hat sich nicht davon beeindrucken oder zurückweisen lassen, vielleicht auch, weil sie sich selbst darin erkannte. Manchmal glaube ich, sie hat sich von meinen inneren Monologen angesprochen gefühlt, vielleicht sprachen meine Dämonen zu ihren, vielleicht haben sie ihnen geschmeichelt. Ich habe sie in einer Zeit kennengelernt, in der ich bereits mit allem Schluss und schon lange dicht gemacht hatte. Wir waren beide Kämpfer, jeder auf seine Art. Vielleicht sahen wir das ineinander. Wir waren diese typischen, verlorenen Seelen. (…) Ich mag es nicht, wenn Menschen mir zu nahe kommen, auch weil ich damit nicht wirklich umgehen kann. Sie hat allerdings nie versucht, meine Wände niederzureißen und sie hat nicht versucht, sie Stück für Stück abzutragen. Sie ist einfach drüber geklettert, so einfach war das, zumindest für sie. Kein trojanisches Pferd, kein Anlauf, kein links antäuschen und rechts vorbeigehen. (…) Es gibt doch diese Redensart, etwas preiszugeben. So war es .. wir haben so viel preisgegeben. Einen Preis für jede Errungenschaft, jedes Geheimnis, jeder Gedanke, jede Erinnerung, jeder einzelne Fetzen, den wir uns beim Anderen verdienten. Wir waren jeweils eine Jahreszeit, und der andere genau das, was man in dieser Jahreszeit so brauchte. Nur Jahreszeiten ändern sich. Es war perfekt solange es war.
Hauptsache wach, Hauptsache raus in die Nacht, Hauptsache bei Sonnenaufgang auf einem Dach. Dresscode Schlafanzug, keine Drogen, es reicht Schlafentzug.
Fatoni - Schlafentzug
"Was ist passiert?" - "Das, was immer passiert. Du kanntest mich nicht. Dann hast du dich in mich verliebt. Tja .. und jetzt kennst du mich."
Ich glaube irgendwie, Männer sind viel romantischer als Frauen. Wenn wir heiraten, dann heiraten wir die Frau unseres Lebens und bis dahin sind wir nicht zu haben. Bis wir dieses eine Mädchen treffen, bei dem wir denken "Ich wäre doch ein Idiot, wenn ich sie nicht heiraten würde, so toll wie sie ist", aber Mädchen kommen wahrscheinlich immer an den Punkt, wo sie sich für die beste Option entscheiden oder sowas, weil Mädchen nämlich heiraten, weil er so einen guten Job hat. Ich meine, sie verbringen ihr Leben damit, nach dem Traummann zu suchen und dann .. nehmen sie den Typen, der einen guten Job hat und der nicht abhaut.
Blue Valentine
(…) Ob es je aufgehört hat? Nein. Und nach all den Jahren glaube ich, das wird es auch nie. Ich habe inzwischen genug Selbsthilfebücher gelesen, um selbst eins schreiben zu können. Es hilft nichts. Bisher hat nichts etwas geholfen. Phasenweise war alles etwas betäubt, ich glaube das meinst du. Teilweise durch die Gesellschaft von Menschen, die für Momente alles gedämpft haben, die das Feuer eingedämmt haben, aber wo sind sie jetzt? Wie entwickelt sich das alles? Wohin entwickelt man sich selbst. Es fühlt sich an, als wäre mein Leben lediglich eine Präsenzveranstaltung, an der ich teilnehmen muss. Ich bin nicht Hauptredner, ich bin Gasthörer bei einer Vorlesung eines Fachgebiets das ich selbst nie belegen würde. (…) Weißt du, ich glaube, ich warte immer noch auf diesen Moment aus dem Fernsehen. Die Endsequenzen, in denen der Gute am Ende das Mädchen von nebenan bekommt, in das er seit seiner Kindheit verliebt war, oder der hoffnungslose Optimist, der sein letztes Geld für eine Los ausgibt, um letztendlich den Hauptgewinn zu gewinnen. Diese Idealvorstellungen eben, dass es am Ende doch mal ganz leicht sein würde. Aber so war es nie. Und das ist auch okay so. Und das ich manches nicht loslasse, nicht loslassen kann, ebenfalls. Ich versuche mein bestes, Dinge nicht zu benennen. Wir sind heute sehr schnell damit, uns Labels aufzukleben, uns selbst mit Krankheiten zu bezeichnen, als wäre es total erstrebenswert, krank zu sein. Als wäre es etwas Gutes, selbst bei den schlechten Dingen mithalten zu müssen. Ich sehe so viele Menschen, die keine Ahnung von der Hölle haben, von der sie predigen. Bestenfalls standen sie am Abgrund und hatten Blickkontakt, aber sie wissen nichts von dem Fall, nichts von dem Grund des Abgrunds, auf den man aufschlägt, aber nicht stirbt. Ich romantisiere es nicht, das alles hat nichts romantisches, es ist nichts, womit man hausieren geht. Das mit allem, vor allem dem Leben Schluss machen zu wollen. Zu trinken bis man einschläft, in der Hoffnung nicht mehr aufzuwachen. Das nicht mehr leben wollen, und so stark bei dem Gedanken zu zittern, dass man taub für alles andere wird. Dass es so viel einnimmt, dass man kein Interesse an seinem restlichen Leben mehr hat. Es ist ein Treibsand. Das nicht mehr rauskommen, das um sich schlagen, das dagegen ankämpfen. Es ist ein Ort, von dem man niemandem erzählt. Es ist der Lieblingsplatz auf einer Lichtung im tiefsten Wald, der liebste Platz in der besten Bar in einer Stadt, in der man bisher immer alleine war. Die Insel zu der nur ein Boot mit Platz für eine Person fährt. Die Brise die man als einziger spürt wenn man alleine am Meer ist. Dieses auf Gleisen springen zu wollen, diese Momente, denen alles ganz leise wird, alles verschwimmt und nur noch ein Tunnelblick übrig ist. Den Moment in dem man Abschiedsbriefe schreibt. Die Heulkrämpfe, das Umformulieren, das mit dem Fingernägeln den Arm zerkratzen. Das bloß niemanden auslassen, das Zittern. Das am Ende die ganzen Seiten zerreißen und verbrennen. Der Moment in dem man nachts auf einer Brücke steht, das nach unten blicken, das Zeit vergessen, das Entfernung abschätzen. Das Über das Geländer steigen, der Moment, das kalte Metall mit den Händen umschlingend, das Gewicht verlagern, das Augen schließen, das noch einmal ausatmen und doch nicht loslassen. (…) Ich versuche mich von Dingen fernzuhalten, ohne die ich nicht mehr kann, weil genau solche Dinge dazu beigetragen haben, dass ich nicht mehr will. Ich bin eins dieser Autos in einem Wettbewerb, wo das verliert, das als erstes ausweicht, nur fahre ich gar nicht erst los. Ich glaube, dass wenn ich mich selbst kennenlernen würde .. ich könnte mir nichts abgewinnen. Wahrscheinlich würde man mich für einen sehr witzigen Menschen halten, der selbst über die kaputtesten Dinge lacht, weil er es kann. Im besten Fall wäre ich passagenweise ein guter Gesprächspartner, bis man meine zynische Einstellung und verbitterte Ansicht zu so vielen Dingen wahrnehmen würde. Ich bin kein Mensch, den ich selbst kennenlernen wollte. Vielleicht schließt sich dort der Kreis. Ich bin mir selbst kein Rätsel. Ich weiß nur absolut nichts über mich. Ich bin leer, verwirrt und nur noch zerstreut.
12 Pt. 2
Mein Pullover riecht nach noch Vorabend Zigarettenqualm und einer jetzt so fremden Wohnung Verschütteten Drinks und nicht ernst gemeinten Umarmungen Und einem Abschied der sich anfühlt wie innere Explosionen
Ich werde dein Herz nicht heilen und du meins nicht Auch wenn du die einzige bist die verstand woran es zerbrochen ist Warum unsere Seelen so verbittert und vergiftet sind Und es tut weh und man ist verliebt bis man es eben nicht mehr ist
Und meine Stimme zittert wenn ich deinen Namen sage Weil ich dich noch auf jeder Seite meiner Tagebücher eingetragen habe Zeit heilt Wunden aber leider nicht alle Nicht die dass du nicht mehr da sein wirst wenn ich falle
Ein zurückgelassener Teil meines Lebens fliegt nachts zu meinem Fenster hinein Flüstert deinen Namen und schüttet Salz in die Wunden rein Deine Lippen haben sich zu einem „Auf Wiedersehen“ geformt Und du sagtest „Solange du hier bist, gehe ich nicht fort“
Nach allem was war setzen wir auf die letzte Seite einen Punkt Der bedeutet, es gibt kein wir mehr und es gibt kein Uns Der letzte Rest Bedeutung und die letzte Chance glücklich zu werden verstreicht Etwas das so viel Kraft hatte dass man dachte wirkliche eine Chance zu haben
5
Auf den Planeten auf dem alle Sternschnuppen gelandet Und auf all die Wünsche die dort in Erfüllung gegangen sind Auf die Dramen die in Kopfkinos gespielt Und die Bänder die zu selten gewechselt werden
Auf das Lesezeichen das zwischen den Seiten festklebt Und die Bücher die bis zur Decke gestapelt sind Auf die Zeilen zwischen den man sich findet Und die zwischen denen man sich verliert
Auf den Wunschzettel der jedes Jahr etwas kürzer wird Und die Kerzen die man jedes Jahr auspustet Auf das was man nicht kaufen er geschenkt bekommen kann Und den Wunsch den man nie verraten hat
Auf den Treibsand in der Sanduhr Und den Boden der unter den Füßen wegbricht Auf die kürzer werdenden Tage Und die endlos langen Nächte
Auf die Möglichkeiten die langsam ausgehen Und die Fluchtwege die nicht kenntlich gemacht wurden Auf die Alpträume die sich jede Nacht wiederholen Und den starren Blick an die Decke
Es ist dir egal, alles keinen Sinn. Du lebst in den Tag, wie ein kleines Kind. Du willst keinen Rat, du willst etwas trinken.
Tua - Bruder