MARZ - "Hoes.Flows.Tomatoes": Neues aus 0711!
Yeah! "Hoes.Flows.Tomatoes" steht offiziell zum Freedownload bereit. Bock auf Kopfnicker-Nackenschmerzen? Dann hol dir das Teil hier!
Aber noch nicht genug! Zwei neue Clips gibt's als Geschenk obendrauf!
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Zieht euch warm an, denn in Stuttgart steht einer in den Startlöchern, der es schafft, uns an die Anfänge des deutschen Rap zu erinnern und gleichzeitig fresh und unvergleichlich zu klingen. Freunde der Rap Musik, ich präsentiere euch: MARZ.
Nachdem der deutsche Hip Hop in den letzten Monaten doch ein bisschen arg in die Gute Laune-Sparte mit lockeren Beats und simplen Lyrics geschlagen hat, freue ich mich sehr darüber euch Neues aus Good Old Germany vorzustellen. Die Beats sind samplelastig, die Lyrics hungrig nach mehr und erinnern an die gute alte Zeit des deutschen Hip Hop.
"Straight Outta" ist der neuste Release von MARZ und ein Feature mit Mr. Shiz, produziert wurde das gute Stück von Sterio. Mehr möchte ich nicht sagen, überzeugt euch selbst:
Der 31-jährige Stuttgarter ist kein Neuling in deutschen Rapgefilden. Seit 2006 war er gemeinsam mit Bonzi als „Black n Proud“ aktiv. Ihre Alben „Whities with attitude“ (2007), „Rennen Rap (und es läuft korrekt)“ (2009) und „Rennen Remix (und es läuft korrekt)“ (2010) wurden alle via Popbizenemy HipHop Entertainment veröffentlicht und sollten dem einen oder anderen unter euch ein Begriff sein!
Nichtsdestotrotz - richtig eingeschlagen hat die Bombe noch nicht. Den fehlenden Durchbruch führte MARZ in einem Interview mit Backspin auf ein paar ungeschickte Entscheidungen und einen fehlenden Plan zurück.
Diesen Plan gibt es jetzt. Allerdings solo, als eben: MARZ. Wie dieser aussieht, hat er mir in einem Interview verraten! Ich durfte MARZ bei seinem Videodreh in Stuttgart besuchen. Ein gemütlicher Tag am See, inklusive Tretboot fahren und Burger mampfen stand auf dem Programm. In sein im September kommendes Mixtape "Hoes.Flows.Tomatoes" konnte ich schon ein bisschen reinhören. Freunde der Rap Musik, ich sag euch eins: Freut euch!
Den Track „Arbeitstitel Neidesliste“ von seinem im September erscheinenden Mixtape „Hoes. Flows. Tomatoes“ könnt ihr euch bereits online reinziehn und ich lege euch wärmstens ans Herz, dies zu tun. Das Instrumental hat er sich von Patchworks geholt.
joiz: "Marz, du wanderst jetzt zum ersten Mal auf Solopfaden. Wie hat sich dein Sound verändert seit Black n Proud-Zeiten? Worauf dürfen wir uns freuen bei “Hoes.Flows.Tomatoes”?"
MARZ: "Der Sound ist in sofern anders als dass ich jetzt allein bin. Das ist ne super Antwort! Nein, der Punkt ist einfach der: Mein Kollege Bonzi ist Lehrer (das darf man jetzt sagen), was immer ein Problem mit dem Beamtenstatus gibt, wenn man Mukke rausbringt, weil das kontrolliert werden könnte. Er könnte Probleme mit der Arbeit kriegen und so weiter. Das war die eine Sache. Die andere Sache war einfach, wir waren zeitmässig sehr eingeschränkt, weil auch ne räumliche Trennung da war. Bei 50 Kilometer kann man einfach nicht mehr so motiviert der Musik oder einem Release hinterherarbeiten, wie das jetzt gerade der Fall ist.
Das kommende Mixtape hat sich mit der Zeit entwickelt. Zunächst wollten wir eigentlich nur 1-2 Videos machen. Was ich jetzt mit dem Herr Adrian (Kameramann) machen darf, dadurch hat sich dann auch das Mixtape entwickelt. Ursprünglich war eigentlich eine EP “Love to hate” mit dem Kollegen Kova aus Berlin geplant. Die ist eigentlich schon fertig, passt aber nicht als erstes Release. Daher haben wir gesagt, wir machen erst noch ein Mixtape. Hiphop-Manier hald, zuerst ein Mixtape zum Runterladen, danach Vinyl."
joiz: "Und der Sound ist inwiefern anders?"
MARZ: "Der Sound ist anders. Ich will jetzt nicht sagen härter, aber ich sag jetzt einfach mal kompromissloser. Also es gibt niemanden mehr, mit dem ich Rücksprache halten muss, obwohl wir jetzt auch vorher nie wirklich Grenzen gesetzt hatten à la "das können wir machen", das nicht. Aber man ist einfach ganz auf sich selbst gestellt, so dumm das klingt, und muss keine Kompromisse mehr eingehen. Und ein paar andere Beatproduzenten sind beispielsweise dabei."
MARZ: "Kollege Schnürschuh hat ein paar Sachen produziert, der ist aus Darmstadt. Macht die Sachen von Mädness und Nomis & Döll normalerweise. Die Jungs von Patchworks sind zweimal drauf. GibmaKippe auch aus Darmstadt. Dann The Gunna, eigentlich der Einzige der auch auf dem Black’n Proud Zeug schon dabei war, ist der The Gunna aus Dortmund. Er hat “Schicht don’t kill my vibe” produziert, bester Track (grinst). Dexter und ich versuchen noch einen zu machen und ich hab noch nen Beat von Ghanaian Stallion zuhause liegen den ich sehr feier. Vielleicht wird das auch noch was. Bzw ich hoffe. Ach und ein Fremdbeat von Lord Finesse ist drauf, nämlich “Street Struck” von Big L. Ich hoffe er verklagt mich nicht wie Mac Miller. Wird wie gesagt ein Mixtape, da ich schon sehr Fan dieser 1 Rapper / 1Produzent Manier bin!"
joiz: "Du erzählst in vielen Interviews, dass der Erfolg ausblieb, weil ihr euch nicht genug darum gekümmert habt, es keinen Plan gab. Und ihr Musik eigentlich immer als Hobby gehandelt habt à la: 'Was kommt das kommt'. Ist das jetzt wieder eine ähnliche Herangehensweise oder startest du deinen "jetzt oder nie" Versuch?"
MARZ: "Ich setze mehr auf die Musik als bei Black n Proud das kann man klar sagen. Voll geht einfach nicht, man hat gewissen Arten von Verpflichtungen. Gerade finanzielle Dinge, die hald einen Job notwendig machen. Das Ziel ist je mehr das mit der Musik ins Rollen kommt, die Arbeit runter zu schrauben. Ich hab den Luxus, dass ich das machen könnte und daher habe ich es eigentlich auch vor. Aber ich bin auf nichts wirklich angewiesen, um zu sagen, ich mach jetzt nur Rap und es muss passieren."
joiz: "Auf 'Arbeitstitel Neidesliste' verteilst du ordentlich Props. Wer ist für dich der Übervater in der deutschen Rap Szene?"
MARZ: "Das muss man Epochenweise sehn. Das ist auch immer ne Geschmackssache. Also vor nem guten Jahr hätt ich ohne zu zögern Savas gesagt. Aber ich bin absolut kein Fan, wenn er mit Sängern arbeitet. Trotzdem Shouts an Moe Mitchell an der Stelle! Wenn ich einen Übervater nennen soll: Torch.”
joiz: "Ich hab in einem Interview von dir gelesen, dass für 2015 eine T-Shirt Kollektion geplant ist. Steht das noch oder konzentrierst du dich voll und ganz auf die Musik?"
MARZ: "Ja, die Zeitangaben sind wie immer als Witz gemeint. Ist ja der Running-Gag 'ich hab ein Mixtape das kommt dann', und dann kommts drei Monate später raus oder kommts gar nie raus. Seit Black n Proud mach ich die Shirts mit dem Label "Moly". Da sind jetzt glaub ich fünf oder sechs Shirts rausgekommen, jetzt für MARZ kommen wieder zwei. Es gibt aber auch schon einzelne reine Label Shirts von Moly, die man über Facebook bestellen kann."
joiz: “In einem früheren Interview wurdest du gefragt, wie sich deiner Meinung nach der Deutsche Rap in 5 Jahren entwickeln wird. Deine Antwort war: "Kann ich nicht sagen. Kuck mal vor paar Wochen war Magath noch bei Schalke und die CDU für diese Atomkraft. Jetzt hat die halbe Liga den Trainer getauscht und ein Grüner wird Ministerpräsident. Da kann ich absolut nicht sagen, was welcher heute 14-16-Jährige in 5 Jahren über welche Beats spricht. Es kommt wie es kommt und das ist auch gut so." - Es sind zwar keine fünf Jahre seit dem Interview, aber bist du zufrieden mit der Entwicklung, die der deutsche Hip Hop hingelegt hat?"
MARZ: (lacht) "Es ist sehr cool Aussagen vorgetischt zu kriegen wie: 'Du hast mal gesagt', das ist das erste Interview, in dem so was kommt. Ich wollte auch fragen, wie lang das her ist?"
joiz: "Also du sagst da: 'Kuck mal vor paar Wochen war Magath noch bei Schalke und die CDU für diese Atomkraft. Jetzt hat die halbe Liga den Trainer getauscht und ein Grüner wird Ministerpräsident.' Ich vermute also 2-3 Jahre"
MARZ: "Ja ich glaube das war drei Jahre her."
MARZ: “Ich finde die Entwicklung wirklich super. Ich hab immer Angst gehabt, dass der deutschsprachige Raum zu klein ist, um mehr Nischen Platz zu geben. Und Rap ging ja immer epochenmässig in eine Richtung. Also du hattest deine Rucksack-Leute, deine Strassenleute, deine Hipsterleute. Aber es bleibt immer was übrig, also der Kern bleibt immer da. Es gibt bspw genug Strassenleute, die Scheisse gemacht haben. Es gibt aber auch genug, die es gut gemacht haben und das ist in jedem Genre gleich. Und die Leute bleiben. Die haben ihre Fanbases aufgebaut und existieren parallel zu anderen Leuten. Es gibt nicht nur eine Szene, man kann nicht alles über einen Kamm scheren. Ein gutes Beispiel ist Fard zum Beispiel, der kommt von den Freestylebattles, der hat sich seine Sache aufgebaut, hat den Sprung zu richtigen Releases gepackt. Spielt seine Touren. Alles gut. Man könnte da zur Zeit einige aufzählen und das auch völlig quer Beet. RAF macht seine Sache zum Beispiel super gut. Bin gespannt was bei Rockstah jetzt geht. Huss n Hodn sind ja mittlerweile schon Kult. Genau wie die Orsons bspw. Mittlerweile über super Labelarbeit und Wille bei nem Major. Aber was die schon alles gemacht haben. Auf Battles gewesen, Theater, Bassquiat, Gitarrenkonzerte. Das sind einfach einzelne Leute die mit ihren Teams und Talent was aufgebaut haben und das ist ne super Sache. Also dass man nicht Beats pickt von Gott und der Welt und dass alles austauschbar ist und die Leute ihren eigenen Weg verfolgen. Man sieht in den letzten zwei Jahren, auch angefangen mit Casper, was für einen krassen Erfolg das geben kann. Oder natürlich, klar auch Cro jetzt hinterher. Das geht aber auch in jede Richtung weiter, keine Ahnung was Haft, Celo, Abdi reissen in Frankfurt oder was sonst überall geht. Die Leute können machen und das ist ja eigentlich der Sinn der Sache, dass es viele Künstler gibt die ohne Voraussetzungen von aussen ihr Ding durchziehen können. Und auch davon Leben können und sich so auch voll auf ihre Musik und ihre Kunst konzentrieren können. Und das find ich sehr gut."
joiz: "Das hast du jetzt sehr gut auf den Punkt gebracht. Zu letzt: Du liebst den VFB, ihr seid ja sogar nach Berlin gefahren an das Pokalspiel gegen Bayern. Wenn du dich entscheiden müsstest was du mehr liebst. Was wäre es? Musik oder der VFB?
MARZ: "Oh….(lacht) (lange Stille) Ach, ich bin faul, dann sag ich VFB dann muss ich nichts machen. Also mehr als brüllen muss ich da nicht tun. Versteh mich nicht falsch. Ultras haben nen krassen Job und betreiben nen imensen Zeitaufwand. Respekt dafür. Aber bei mir persönlich, beim Fußball bin ich dann doch nur Konsument. Also wenn ich von der faulen Seite her geh, würd ich sagen den VFB. Wenn ich es natürlich von meiner persönichen Seite her sehe, so Zukunftsplanung, Ego usw (überlegt) würde ich auch sagen: den VFB."(lacht)
joiz: "Also mehr Liebe für den VFB?"
MARZ: "Das kann man jetzt so stehen lassen, ist hald en Statement."
joiz: "Gut, dann lassen wir das so stehen! Das wars dann auch schon. Vielen Dank!"
MARZ: "Ich bedanke mich!"
Um uns die Wartezeit auf "Hows.Flows.Tomatoes" zu verkürzen, werden diesen Sommer zwei weitere Videos inkl. Remix veröffentlicht und zwar zu: "Komm wir rappen" und "Schicht don't kill my vibe".
Die bisherigen Tracks mit Black n Proud überzeugen lyrisch und musikalisch. Die Beats sind basslastig und tight. Musik gespickt voller Liebe für Stuttgart, den VfB und den Rap. Dazu kommen "Quadriple Rhymes und Gelaber über die Rapszene", wie es die Jungs selbst beschreiben. Auch wenn es hier um MARZ geht, lege ich doch jedem von euch ans Herz, sich Black n Proud ebenfalls mal reinzuziehen. Insbesondere "8mal" und "Den Namen nicht mal sagen" sollten sich Liebhaber der deutschen Rapmusik zu Gemüte führen!
MARZ bringt kompromisslosen Rap, gespickt mit Gelaber über die Rapszene, Liebe zum Fussball und einem hungrigen Flow. Dinge, die mir zu lange gefehlt haben. So hoffen ich, dass mit "Hoes.Flows.Tomatoes" ein Mixtape raus gehauen wird, dass anspruchsvoll und überzeugend ist, über die Grenzen von Stuttgart hinaus gefeiert wird und hält, was uns "Arbeitstitel Neidesliste" und "Straight Outta" verspricht.