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In the Morning Sun by Dasa Ksandrova
you will never be too much for someone who can’t get enough of you
my hobbies include making hot tea, going to the library and daydreaming a lot
Wieso mein Jahresrückblick 2018 mich stresst
Naaaa, wie war dein Jahr 2018? Hast du auch drölf neue Länder besucht? Hattest jedes Wochenende eine große Feier, die absolut instagramwürdig inszeniert wurde? Hast das beste Essen gegessen, die tollsten Aktivitäten erlebt?
Nein? Okay, gut, dann geht’s dir ja wie mir. Dieses Jahr scheint der Trend zu sein, einen Jahresrückblick zu zeigen, besonders Instagram spiegelt das wieder. Und ich hab es mir reingezogen, alles. Und was soll ich sagen? Nach all den Bildern hatte ich eine kleine Existenzkrise, weil mein Jahr 2018 einfach… fad war? Wie Dosensuppe neben einer selbstgemachten Gemüselasagne, ja genau so langweilig und unspannend kam ich mir vor. Dann hab ich getan, was ich immer in solchen Momenten tue: Zu meinem Freund laufen und ihm alles berichten, was mir gerade so durch den Kopf geht. Mein Freund ist besonders. Er hat mit social media absolut nichts am Hut (yes, mein Ernst, solche Leute gibt’s noch!!) und hat dementsprechend manchmal wenig Verständnis für den Sog und die Strömungen, die all diese Plattformen auf einen ausüben. Aber das Schöne ist: Er kann mich auch herrlich erden. Nachdem wir darüber geredet haben, dass ich als Student gar nicht die Möglichkeit habe ständig rumzureisen und gerade mal 20 bin und mir die Welt offen steht („Bist du mit 30 plötzlich senil oder warum musst du alles mit 20 gesehen haben?“) habe ich erst realisieren können, dass ich der Instagramfalle erlegen war. Ich habe mich blenden lassen von all den schönen Bildern und Videos und mein Leben selbst heruntergespielt und abgewertet. Hab Ansprüche gestellt und Erwartungen an mich gerichtet, denen ich schlicht und ergreifend nicht gerecht werden konnte. Nun: Mein Jahr 2018. Ich bin sehr wenig gereist, das lag daran, dass ich kein Geld und keine Zeit hatte, wuhhh! Ich war im März ein paar Tage bei meiner Freundin in Hamburg und anschließend ein paar Tage mit meinem Freund in Cuxhaven. Und im Juli war ich zwei Wochen mit meiner Familie und meinem Freund in Italien und das war absolut traumhaft, in diesen zwei Wochen habe ich etwas gefunden, was innerem Frieden sehr nahe kam. Ich bin im Oktober mit meinem Freund zusammen gezogen, was eine extrem stressige, nervige und anstrengende Zeit für uns beide und unsere Beziehung war und dennoch ist es wunderschön gemeinsam dem Tag zu verbringen und die Zeit mit meinem Lieblingsmenschen zu genießen. Manchmal stresse ich mich zwar noch, weil ich mich selbst unter Druck setze (meine Spezialität), dass alles perfekt sein muss (was absolut nicht der Fall ist). Ja, wir streiten uns weil gestaubsaugt werden muss. Ja, ich bin manchmal entsetzt wenn er drei Dosen Monster an einem Tag trinkt (alter!!). Aber im Großen und Ganzen kann ich mich glücklich schätzen und eiiiigentlich weiß ich das auch.
Die Krankheit meines Bruders hat dieses Jahr auf jeden Fall sehr geprägt und manchmal hat sich 2018 sehr beschissen angefühlt. Viele Krankenhausaufenthalte, viel Bangen und Mitleiden und mein Gott, was hab ich mir für eine scheiß Lebensmittelvergiftung-oder-was-auch-immer im Krankenhaus eingefangen, sodass ich mitten in der Nacht bei meinem Bruder im Zimmer angefangen habe mich zu übergeben und das 24 Stunden lang, helllllll. Naja, was ist sonst so passiert. Ich hab eine Brille bekommen! Ich bin jetzt alt!! Und ich hab gute Noten in der Uni kassiert, das war cool. Ich hab einen Nebenjob gemacht, der scheiße und herausfordernd war, aber ich habe unfassbar viel gelernt. Ich mache gerade ein Praktikum in einem Bereich, der mich total fasziniert und mich die Arbeitsatmosphäre absolut begeistert. Ich habe Selbstbewusstsein in meinem Stil entwickelt, mich extrem immer wieder reflektiert, bin über meinen Schatten gesprungen, wenn ich Leute nicht mochte. Ich habe viele Fehler gemacht und hab genauso viel gelernt. Hab zum ersten Mal ein Kleidungsstück im Internet verkauft und daran 3,10€ verdient! Hab meinen ersten Staubsauger gekauft! Ach, 2018, du warst ein Jahr mit 365 Tagen, danke dafür.
Notting Hill (1999), dir. Roger Michell
Hugh Grant, “Love Actually” (Richard Curtis, 2003).