Insider-Tipp: Kiss Kiss Bang Bang
Da demnächst der neue Film von Shane Black, Nice Guys, erscheint, möchte ich an dieser Stelle auf sein Regiedebut hinweisen. Einer meiner absoluten Lieblingsfilme, den man wirklich nicht verpassen sollte.
Shane Black, der sich als Drehbuchautor, von unter anderem Lethal Weapon, in Hollywood bereits einen Namen gemacht hatte, drehte 2005 Kiss Kiss Bang Bang.
Der Film handelt von Harry (Robert Downey Jr.), einem Kleinganoven, der in ein Schauspielcasting hineinstolpert. Er gewinnt das Casting und wird anschließend zum Detektivunterricht geschickt. Dort soll er Privatschnüffler Gay Perry (Val Kilmer) folgen und sich so auf seine Rolle vorbereiten. Perrys Fall erscheint vorerst klar und einfach. Von hier aus entwickelt sich der Fall rasch und die Situation wird wesentlich gefährlich als ursprünglich angenommen. Der Film nimmt ab hier ebenfalls an Fahrt auf mit parallel laufenden Handlungssträngen, die geschickt miteinander verknüpft werden.
Der Streifen ist eine Mischung aus Detektivgeschichte, Buddymovie und Komödie. Eine klare Einteilung in ein Genre ist unmöglich. So nimmt der Film mehrere Wendungen und hält sich an keine typischen Motive oder Handlungsabläufe.
Erzähler Robert Downey Jr. durchbricht immer wieder die vierte Wand, bezieht sich auf andere Film und spielt auf Klischees an. Diese Metaebene verarbeitet der Film hervorragend. Die Momente reißen nicht aus der Handlung, obwohl sie hin und wieder sehr unvermittelt kommen.
Der Film lebt von Robert Downey Juniors Harry, ist ein sehr schusseliger, nicht besonders intelligenter Charakter und eine echte Abwechslung zu seinen, doch sehr ähnlichen, Rollen der letzten Zeit (Iron Man, Sherlock Holmes) und Val Kilmers Gay Perry. Kilmer spielt diesen mit viel Charme und Raffinesse. Das Zusammenspiel der beiden ist großartig und es ist eine Freude ihnen zuzusehen.
Das Drehbuch ist voller gewitzter Dialoge und erzählt eine raffiniert strukturierte Krimigeschichte, bei der man allerdings hin und wieder den Überblick zu verlieren droht. Der Film funktioniert als Krimi, gleichzeitig aber auch als leichte Parodie. So werden immer wieder Klischees aus artverwandten Filmen zitiert und persifliert. Trotz allem wirkt das ganze nie lächerlich und die ernsteren Szenen behalten ihren Grundton bei.
Ein Film voller Humor, tollen Charakteren, einem intelligenten Drehbuch und mehreren Metagags. Noch vor Iron Man 3 zeigte Shane Black bereits, dass er auch auf dem Regiestuhl durchaus fähig ist.






