Wenn du nach Hause kommst und zum ersten mal deinen Mitbewohner Gitarre spielen hörst. <3
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Wenn du nach Hause kommst und zum ersten mal deinen Mitbewohner Gitarre spielen hörst. <3
Frühling im Anflug
Ein Quaken und Krähen ertönt, unverwechselbar. Auf der Suche nach der Quelle gehen die Köpfe nach oben. Da fliegen sie, in langer V-Formation auf dem Rückweg gen Norden. Eine Frau bleibt stehen, legt den Kopf in den Nacken. Wir strahlen uns an.
"Schön, oder?"
"Ja! Jetzt kommt der Frühling!"
Eine liebe Freundin weit weg in einer fremden Stadt denkt an mich, während der Abgabetermin der Masterarbeit näher und näher rückt.
Der Gentleman
Im Zug auf dem Platz am Gang sitzt ein alter Mann, die Haare weiß, die Stimme brüchig. Seine Hände im Schoß halten den Hut. Eine Frau mit großem Koffer kommt vorbei, auf dem Weg zum Ausgang. "Warten Sie, ich helfe Ihnen", sagt der Mann und trägt ihr den Koffer bis zur Tür.
Smileys und ich eine Sonne auf meinem Chai Latte... welch ein Kunstwerk!
Einsichtig
Im Café, ich belausche ein Gespräch unter Männern. "Hätte ich ja nie geahnt, dass meine Schwester da die Mädels aufreißt... naja. Da ist sie erfolgreicher als ich."
Toleranz
S-Bahn-Haltestelle an der Uni, alles voller Menschen. Mitten unter ihnen ist ein Kerl im Pikachu-Kostüm und keinen kümmert es.
In letzter Sekunde
Der Mann winkt, fängt an zu rennen... und der Busfahrer tritt auf die Bremse und öfnet noch einmal die Tür.
Ende September
Alles gelb und gold. Es riecht nach nassem Laub und schon ein bisschen nach Kaminfeuer.
Ein Zeichen
Am Tag nach der furchtbaren Bundestagswahl weht am Dortmunder U die Europaflagge auf den großen Bildschirmen.
Sommerklang
In der Bibliothek sind die Fenster geöffnet, von draußen weht warmer Wind ein paar Stimmschnipsel herein. Irgendwo auf dem Campus spielt jemand Gitarre.
Interkulturelles Lernen
Auf dem Campus mitgehört: "Alle normalen Leute sagen 'es hält', nur bei uns sagt man eben 'es hebt'. Und niemand versteht uns!" Offenbar eine Exil-Schwäbin im Ruhrgebiet.
Wiederentdeckt
Eine Radio-Reportage enthält ein paar Takte von "Dancing Queen". ABBA..., denke ich. Die Best-Of-Playlist bei Spotify versüßt mir den Sonntag und erinnert an früher, als wir zu Mamas Vinyl-LP im Wohnzimmer tanzten.
Peter auf Reisen
Zwei Fahrgäste im IC unterhalten sich auf einer asiatischen Sprache, die ich nicht eindeutig bestimmen kann. Der Schaffner kommt vorbei, graue Haare, Lachfalten. Er fragt nach den Fahrkarten - aber in dem gleichen asiatischen Singsang. Die Reisenden sind begeistert, der Schaffner präsentiert noch einige weitere Sätze und aus den herüberwehenden Sprachfetzen, wechselnd asiatisch und englisch, höre ich heraus, dass es sich um Chinesisch handeln muss. Als der Schaffner bei mir ankommt, spreche ich ihn darauf an. "War das gerade Chinesisch?" "Ja, genau", sagt er fröhlich. "Toll! Wo haben Sie das gelernt?" "Hier im Zug", antwortet er als wäre es selbstverständlich. "Japanisch kann ich noch viel mehr, das ist viel einfacher, hat noch dieses 'daaa...da...da'" Er deutet mit den Händen Wellenbewegungen an. Auf deutsch spricht er mit rheinländer Akzent. "Aber ich bin auch sprachbegabt. Ich find das toll", sagt er und strahlt. Seine Kollegin kommt vorbei. "Aber sie hier ist genauso super", sagt er und sie lachen gemeinsam. Er hört gar nicht auf zu strahlen. Als er seine Fahrkartentour fortsetzt, höre ich ihn hinter mir mit zwei kleinen Mädchen scherzen. "Wie heißt du?", fragt eine. "Ich heiße Peter." Danke, Peter.
Jacke aus!
Rausgehen und feststellen, dass man viel zu warm angezogen ist.
Späte Erkenntnis
Nach langer Zeit noch einmal die alte Musik hören und feststellen, dass die vielen scheinbar willkürlich aneinandergereihten Metaphern zusammen genommen eine wunderschönen Text ergeben.
Better is peace
Karl Jenkins "A mass for peace" wird aufgeführt. In einer großen Kirche mitten in Deutschland ertönt ein Muezzin-Ruf. Hunderte Menschen lauschen andächtig.