Monolog
Ausgangssituation: Ein Soldat wurde 1942 für einen Einsatz vom NS-Deutschland einberufen. Nach einer Woche intensiver Einsatzvorbereitung beginnt nun der Einsatz. Der innere Monolog findet in der Früh vor dem Aufbruch statt. Er befindet sich nach dem Aufwachen noch in seinem Bett.
Dieser Schrei, dieser Schrei! Seit nun einer Woche schon dieser Schrei. Tagwache hallt es durch die ganze Kaserne. Aber heute, wieso nur heute? Er hörte sich anders an. Grausam, als würde sich ein blutiger Faden durch die Kehle des Rekruten ziehen, der dieses Wort schrie. Ist das ein Omen, ein Unheil oder bilde ich mir das nur ein? Ich versuche mich aus dem Bett aufzurichten, doch ich kann nicht. Es funktioniert einfach nicht. Mein Körper zittert, während es mir heiß und kalt über den Rücken läuft. Ich bin doch gar nicht krank. Diese Empfindungen sind total gegensätzlich. Es verwirrt mich. Die Geräusche um mich verstummen, alles wird still. Das Klimpern der Spinde, der nervöse Atem der Anderen, die Versuche miteinander zu sprechen, alles verstummt. Ich kann meine Kameraden nicht mehr hören, meine Augen fallen zu. Was passiert hier nur? Ist es Angst oder Verzweiflung. Egal, ich habe keine Wahl. Heute muss ich raus. Niemand kann mich davor bewahren. Ich muss raus!Gott? Ich befinde mich auf einer Einbahnstraße zu dir. Holst du mich oder nicht? Lass mich hier. Vergiss mich einfach! Diese Stille ist unaushaltbar, wieso kann ich mich nicht rühren. Ich habe eine Panik Attacke. Es hilft mir nichts das zu wissen, niemand kann mir helfen, nicht einmal ich. Reis dich zusammen! Deine Familie wartet auf dich. Alle waren immer für dich da. Sie werden warten und beten. Jede Nacht werden sie an dich denken. Mein Herzschlag … er beruhigt sich. Ein Knall, es reist mich. Ein Spinnt ist umgefallen, ist jemand durchgedreht? Wird es wirklich so schlimm? Wie fühlt es sich wohl an von einer Patrone durchbohrt zu werden. Macht es einen Unterschied, wo ich getroffen werde? Ist das überhauptdas Schlimmste. Es ist doch nur eine Kugel, nur mein Lebenund nicht das von Hunderten oder Tausenden. Nur eins. Es ist doch nur ein einziges Leben, um dass sich meine Seele vor lauter Verzweiflung windet. Es ist meines und nur meines. Wie kurz oder wie lang wird es sein? War es genug, bin ich genug? Wie definiert man genug, kann es überhaupt je genug sein? Lass das, lass diese Gedanken! Eine Prüfung, es muss eine Prüfung sein. Ich weiß nicht von wem, ob von Gott selbst oder ob es ihn oder sie gibt. Doch es muss eine sein. Sind es wirklich nur die Patronen oder die Angst vor dem Sterben, die mich so zittern lässt? Die Angst vor dem Getroffen werden, oder das Warten, bis ein Schuss bricht. Die Schreie meiner Kameraden oder die Verzweiflung die durch die Lager zieht. Werde ich brechen? Kann ich das aushalten? Ist meine Psyche stark genug? Bin ich stark genug? Kann ich Töten?! Scheiße ich muss Töten. Wie soll ich das tun? Das Schießen auf Ziele, ok, aber auf Menschen? Es sind unsere Feinde, ich muss sie Töten. Wir sind Deutschland, wir haben das Recht auf diesen Raum. So sagt es zumindest unser Führer und auch unser Truppenführer. Hätte ich mehr Fragen sollen, ist das alles wirklich Rechtens? Stopp, finde zu dir zurück! Aber wie beruhigt man sich? Wie?! Schlag dich! Schlag dich! Du musst dich jetzt schlagen. Ganz fest mit der rechten Hand auf die Wange. Klatsch, machte meine Wange. Steh endlich auf! Ich muss aufstehen. Diese Fragen, diese Ängste, ich muss sie hierlassen und vergraben, bis ich zurück bin. Atme leise, und sanft. Ein und aus. Ein und aus. Ich kann mich rühren. Ich sollte alles hinter mir lassen. Ich verbiete mir zu denken und mache meinen Kopf leer. Es soll still sein in meinem Kopf. Einfach still. Ich setz mich auf und beginne zu packen. -Jor



















