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@lebenstripper
Ich vermisse manchmal das kleine Mädchen in mir, was noch Träume hatte.
Was mache ich, wenn du plötzlich aufhörst, mich zu lieben?
Zuhause war nicht Geborgenheit sondern Alarmbereitschaft.
Du hast die Musik lauter gemacht, nicht weil du Musik wolltest, sondern weil du die Stille zwischen den Schreien nicht ertragen konntest. Wenn Freunde fragten, was bei dir los sei, hast du abgewunken - nicht aus Scham, sondern weil du wusstest, dass kein Satz der Welt erklärt, wie es sich anfühlt, in den eigenen vier Wänden auf rohen Eiern zu laufen. Diese Einsamkeit hatte kein Gesicht. Nur ein dumpfes Gewicht im Bauch, das du getragen hast, ohne dass jemand fragte, wie schwer es ist.
Ich hatte heute eine etwas längere Autofahrt. Um genau zu sein drei Stunden. In diesen drei Stunden habe ich meine Playlist durchlaufen lassen, Song für Song. Drei Stunden in denen mir klar geworden ist:
mir geht es nicht gut. Ich funktioniere und funktioniere, aber möchte ich das überhaupt? ich habe heute nach jahren wieder das erste mal daran gedacht, mir meine haut aufzuschneiden. mir neue wunden hinzuzufügen. aber eigentlich möchte ich das gar nicht. ich habe in den letzten monaten wieder so viel gekämpft. mir sollte es eigentlich gut gehen, aber es geht mir nicht gut und ich habe angst vor meinen gedanken.
diese gedanken kommen immer nur, sobald ich zu oft und zu viele menschen um mich herum habe. seien es freunde, familie oder fremde menschen, denn:
ich möchte alleine sein. niemanden um mich herum haben. menschen tun mir auf dauer nicht gut. ich bin dafür geschaffen, alleine zu sein und das ist okay. ich schaffe so viel mehr alleine, habe klare gedanken und ich fühle mich so viel besser alleine.
ich möchte alleine sein.
Ich bin dazu geschaffen, allein‘ zu sein. Es macht mir Angst und stimmt mich unglücklich, wenn ich daran denke, dass ich mein Leben lang mit jemanden verbringen muss. Wieso machen Menschen ihr Glück von anderen Menschen abhängig? Alles was ich zu zweit machen kann, kann ich ebenso alleine machen. Alleine durch die Welt zu schweifen stimmt mich zufrieden.
Ich habe grade deinen letzten Arztbrief beim Aufräumen gefunden.
„C. Starb im Beisein ihres Vaters.“
Dieser Satz traf mein Herz grade so sehr, dass ich gemerkt habe, dass diese Wunde niemals heilen wird. Selbst nach 14 Jahren. C, Du fehlst mir grade in diesem Moment wieder sehr.
Ich kriege bis heute Panik, wenn ich die Sirene eines Krankenwagens höre. Und obwohl ich schon so viele Jahre im Krankenhaus (sehr lange psychiatrisch) arbeite, steigt manchmal immer noch Panik in mir auf, wenn ich die Fixierungsgurte sehe. Manchmal weiß ich nicht, was ich sagen soll, wenn meine Patienten mir erzählen, dass sie Gedanken übers Sterben haben.
Ich hatte mal eine junge Patientin mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung in der Aufnahme sitzen. Wir hatten 30 Grad und ich lief mit einem Tshirt rum. Wir saßen eine halbe Stunde still nebeneinander bis sie meinen Arm sah und mich fragte „Wieso lebst du noch? Wie hast du es geschafft zu überleben?“ Ich saß 5 Minuten so erregungenlos und baff da. Ich schaute sie irgendwann mit einem Lächeln an und antwortet „Ich habe immer weitergemacht. Egal wie oft ich daran dachte, dass alles keinen Sinn ergibt, habe ich weitergemacht. Manche Tage haben sich wie Sterben angefühlt, als hätte man mich lebendig begraben, aber ich sitze heute hier um Menschen wie dir zu sagen, dass es sich lohnt weiterzumachen.“
Ich habe diese Junge Frau nach sieben Jahren zufällig in der Notaufnahme im Krankenhaus getroffen. Sie wusste sofort wer ich bin und sagte zu mir „Vielleicht kannst du dich nicht mehr an mich erinnern, aber ich habe deine Worte nie vergessen.“
Sie ist heute ausgebildete Krankenschwester und arbeitet in der Notaufnahme.
Manchmal reicht ein einziger Satz um jemanden das Leben zu zeigen.
Ich fühl mich so ausgelaugt und leer. Und dieses Gefühl verschwindet nicht. Egal was ich mache. Es lässt mich nicht los.
Menschen denken Liebeskummer sei die einzige Art von Herzschmerz. Aber hat dein Herz schon mal so sehr weh getan und du weißt nicht weshalb?
Ich habe eine lange Zeit gedacht, dass es mir wieder gut gehen würde, aber desto mehr Tage vergingen, ist mir klar geworden, dass es mir nie gut ging. Ich habe einfach funktioniert. Das gemacht, was von mir erwartet wurde. Meine Maske saß so perfekt, dass ich selbst geglaubt habe, dass ich all das Vergangene hinter mir gelassen habe und im hier und jetzt lebe. Vielleicht ist es gar nicht mal so falsch, weil ich lebe im hier und jetzt. Aber meine Gedanken waren nie weg, sie waren nur für einen kurzen Augenblick leiser als sonst. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einmal an den Punkt gelange, wo ich mit dem Gedanken spiele, zu gehen. Nach dem Tod von ihr. Sie hat mir damals mit ihrem Suizid, das Leben geschenkt. Das klingt so paradox. Ich weiß.
Ich habe seit Tagen so einen extremen Drang mir die Kehle durchzuschneiden. Aber ich weiß auch, dass diese Tage vorbei gehen. Irgendwann.
Es ist nicht notwendig, dass du aus dem Haus gehst.
Bleib bei Deinem Tisch und horche. Horche nicht einmal, warte nur. Warte nicht einmal, sei völlig still und allein. Anbieten wird sich Dir die Welt zur Entlarvung, sie kann nicht anders, verzückt wird sie sich vor dir winden.
Ich zünd‘ heute eine Kerze für dich an, weil du mir fehlst (wie an jedem Tag). Hoff‘ es geht dir gut, da wo du jetzt bist.
Du fehlst mir heute, (wie an jedem Tag).
Pass auf, da wo du jetzt bist.
personally, i really wanna enjoy my life this year. no more survival mode.
Ich vermisse dich immer noch jeden Tag schrecklich. Grade in letzter Zeit ist es wieder stärker geworden und ich erwische mich selber wie ich manchmal einfach nur da sitze und überlege, was ich dir sagen oder zeigen möchte. Ich überlege so lange hin und her, was wäre wenn und wie kann ich dir das alles zeigen. Doch dann realisiere ich wieder, dass das alles kein Traum ist sondern die bittere Realität. Und es ist schwer sich wirklich auf die Realität einzulassen.
Es ist immer noch schwer. Ich versuche oft meine Gefühle und Gedanken, meine Liebe, für dich in Texte umzuwandeln, doch alles was ich schreibe ist nicht perfekt genug, nicht mal ansatzweise kann ich beschreiben wie sehr ich dich liebe und vermisse. Ich finde Musik, die beschreibt was ich ungefähr fühle. Und diese Songst höre ich dann stundenlang rauf und runter. Ich singe sie dann selbst und oder höre sie stundenlang über Kopfhörer und verliere mich vollkommen in den Worten und in den Bildern von dir in meinem Kopf.
Manchmal fühlt es sich an, als wäre das alles gar nicht passiert. Manchmal fühlt es sich so an, als gäbe es nur noch Zeiten und Erinnerungen in meinem Leben an denen du nicht mehr teilnehmen konntest. Die Zeiten mit dir scheinen sich weiter und weiter zu entfernen und es hinterlässt ein Gefühl von Einsamkeit.
Ich bin umgeben von Menschen die mich lieben und die wahrscheinlich alles tun würden, um mich glücklich zu sehen. Trotzdem fühle ich mich so einsam und allein. Ich fühle mich so schrecklich einsam ohne dich. Ich versuche mir vorzustellen wie du jetzt mit 29 wärst.
Was du von den derzeitigen Trends halten würdest und wie du so drauf wärst. Und dabei sehe ich dich immer lachend. Im Schuhladen gucke ich was für Schuhe du dir wohl gekauft hättest oder welche nicht. So sehr versuche ich mir dich als junge Frau vorzustellen. Manchmal sehe ich uns noch als kleine Kinder, die im Kindergarten Sandkuchen gegessen haben.
Ich denke oft an unsere gemeinsame Zeit und wie sehr du immer versucht hast für mich da zu sein. Und ich fühle mich so schuldig. Ich habe das Gefühl nicht immer für dich da gewesen zu sein. Ich habe das Gefühl dir noch so viel zu schulden.
Ich hoffe sehr, du weißt wie lieb ich dich habe. Du warst meine Welt. Grade habe ich deinen weißen Pulli an.
Manchmal möchte ich durch die Welt laufen und jedem von dir erzählen. Ich möchte jedem erzählen wie wunderschön und lieb du warst. Was für ein herzlicher Mensch du warst. Ich will, dass jeder auf der Welt deinen Namen kennt und dich bewundert, wie toll und schön du warst.
Manchmal da habe ich Angst, dich nicht gut genug gekannt zu haben, was verpasst zu haben. Aber glaub mir, auch wenn ich nicht alles gesehen und gewusst habe, du warst für mich der wunderbarste und schönste Mensch der Welt und niemand, niemand kann dich ersetzen oder auch nur annährend deinen Platz in meinem Herzen einnehmen. Du hattest früher Angst, dass ich andere dir vorziehen würde, aber das stimmt nicht. Und hat es auch nie. Ich habe vielleicht oftmals gemeine Dinge zu dir gesagt, aber so sind Freunde wahrscheinlich nunmal und ich wünsche mir nichts mehr, als dass ich alles fiese was ich jemals gemacht oder gesagt habe, wieder zurücknehmen könnte. Ich wünschte, ich könnte alle Momente in denen ich dich traurig gemacht oder zum weinen gebracht habe rückgängig machen und sie in Gute umwandeln. Aber das geht leider nicht mehr und auch das ist etwas was zu meinem Kummer über deinen Tod sehr stark beiträgt und was mir auch keiner nehmen kann, egal was irgendwer, Therapeutin oder Freunde sagen und versuchen mir zu erklären.
Es gibt einfach ein paar Fakten über die man anscheinend nicht hinweg kommt oder die einfach unfassbar schwer sind zu akzeptieren.
Doch die Welt dreht sich einfach weiter und so sehr ich mich gegen alles stemme und weigere, nichts wird dich zurückholen.
Ich bin dir sehr dankbar dafür, dass du mich immernoch in meinen Träumen besuchst und mir beistehst. Ohne das wüssste ich gar nicht mehr was ich manchmal tun soll. Es ist mir egal was andere sagen, ob sie mich für verrückt halten. Ich weiß das du es wirklich bist. Mich umarmst und mit mir sprichst. Oder manchmal mich auch einfach nur begleitest. Wie du manchmal einfach plötzlich neben mir stehst und dich locker mit mir unterhältst oder meine Hand nimmst.
Ich danke dir meine Hand nimmst. Ich danke dir vom Herzen, dass du mich beschützt, obwohl ich das eigentlich tun sollte.
Ich danke dir, dass unsere Verbindung so stark ist und selbst den Tod überwindet und wir immer noch verbunden sind.
Du bist immer bei mir und ich halte dich fest in meinem Herzen. Sei dir gewiss, du und ich, wie beide gegen den Rest der Welt. So war es immer und so wird es immer bleiben.
In ewiger Liebe, in ewiger Freundschaft, C.
Ein Geburtstag
ohne dem Geburtstagskind.
Keiner bläst die Kerzen aus,
keiner lacht
und isst Kuchen im Überfluss, keiner feiert dein Leben,
weil du nicht mehr am Leben bist.
Aber ich bin da,
und ich denk an dich
und wie deine Stimme klingt,
wenn du lachst,
und was ich dir alles sagen würde, wärst du noch da.
Alles Gute zum Geburtstag,
Als ich heute die Friedhöfe betreten habe, habe ich eine Kälte in mir gespürt, obwohl wir 25 Grad haben. Es war nicht wie sonst. Heute habe ich kein einziges Wort raus bekommen. Konnte euch nicht von meinem Tag erzählen, oder wie es mir geht. Meine Kehle war wie zugeschnürt und mein Brustkorb tat so weh. Heute ist das Vermissen schlimmer als sonst. Ich hatte dieses Gefühl schon einige Zeit nicht mehr. Ich saß auf dem Stein, laß eure Namen und atmete das Nikotin ein. Ich habe sehr lange nicht mehr geweint, habe schon gedacht, ich habe es verlernt. Während mir eine Träne über die Wange lief, musste ich erneut feststellen, dass ich euer Lachen nie wieder hören werde. Nie wieder im Park mit euch sitzen werde und einfach nur den Enten beim herumirren zu zuschauen.
Heute ist das Vermissen schlimmer als sonst. Fast schon unerträglich.
Und ich stellte erneut fest:
irgendwann sind wir doch alle nur Namen auf irgendeinem Grabstein.
Ich gehöre hier nicht her. Bin nirgends zuhause. Sie hätten mich sterben lassen sollen.