Es ist komisch. Man lernt jemanden kennen und man versteht sich vom ersten Augenblick an. Vom ersten Gespräch an. Man ist erstaunt, wie sehr der Gegenüber zu einem passt. Man teilt Gemeinsamkeiten. Man trifft sich, man kommt sich näher. Man spürt die körperliche Wärme des Anderen. Man hat so ein Gefühl noch bei niemanden so intensiv gefühlt, wie bei diesem Menschen. Man redet über Gott und die Welt, man vertraut sich einander an. Für was? Für das man am Ende aneinander vorbei läuft als würde man nie miteinander gesprochen haben? Als würde man keine Betthälfte geteilt haben? Für leere Chats? Für blockierte Kontakte? Als würde man sich nicht in die Augen geschaut und alles gesehen haben? Als würde man keine Zeit miteinander geteilt haben?
Nach ihm habe ich nie wieder dieses Gefühl gehabt. Dieses Gefühl von Zuhause. Von „ich bin angekommen“. Ich glaube selbst in seinen Armen habe ich mich nicht so wohl gefühlt, wie ich es in deinen tat. Ich finde nicht einmal die richtigen Worte um auszudrücken, wie wohl ich mich bei dir gefühlt habe. Dieses Gefühl sein Gegenstück gefunden zu haben. Er war meine erste Liebe, aber ich glaube, du warst es. Ich war mir so sicher, dass du es warst. Das du ES immer noch bist. Ich hab‘ mich in die Gespräche mit dir verliebt, vom ersten Augenblick. Ich habe mich in das Rumalbern verliebt. Ich habe mich in deine Augen verliebt. In das Funkeln, was du hattest, wenn du in meine geschaut hast. Ich habe es geliebt, wie du die richtigen Worte gefunden hast, mich zu brechen, meine Mauer einstürzen zu lassen, selbst wenn du nichts gesagt hast und, wie du dir Mühe gegeben hast. Ich habe deine aufrichtige Art geliebt, dein Dasein. Deine Anwesenheit hat mir so gut getan. Ich habe es geliebt dich anzuschauen. Noch nie hatte ich das Gefühl, dass jemand so perfekt zu mir passt. Perfekt passt, wie du es tust. Wir hatten nicht lange Kontakt, eigentlich kann man nicht mal von „einer Zeit“ sprechen, aber ich weiß, dass du es bist. Und ich habe das Gefühl, dass ich es auch für dich bin. Ich hoffe immer noch jeden Abend darauf, dass du klingelst. Das du den Mut findest mit mir zu reden. Dich mit mir auszusprechen. Mir sagst, an was es gelegen hat. Jeden Tag. Jeden Abend. Jede Nacht. Ich schlafe kaum noch seit deiner Nachricht. Jedes Mal, wenn ich dein Auto irgendwo sehe, bin ich wie taub. Dein Gesicht ist in meine Augenlider tätowiert und deine Berührungen in meine Haut. Ich versuche so hart zu verdrängen, dass du mir fehlst. Aber, dass tust du. Jede Sekunde. Ich weiß nicht, wann mir ein lebendiger Mensch das letzte Mal so gefehlt hat. Ich schlafe nicht mal mehr in meinem Bett, seit dem du nicht mehr hier bist. Ich habe letzte Nacht von dir geträumt. Wie du die Hand von jemanden anderes hältst. Ich war so erleichtert als ich wach wurde. Aber ich weiß auch, dass dieser Tag kommen wird. Und ich habe echt Angst vor diesem Tag, wo ich dich mit jemanden anderes sehen werde. Ich habe es akzeptiert, wirklich. Ich verstehe dein Handeln nur nicht. Ich habe versucht es zu verstehen, bin nächtelang rumgefahren und habe versucht zu verstehen, wie man von einen auf den einen Augenblick jemanden verlassen kann. Habe mich stundenlang gefragt, ob du genau so viel darüber nachdenkst wie ich. Ich habe versucht zu verstehen, was ich falsch gemacht habe, was ich falsches gesagt habe. War es, weil ich die letzten Tage so genervt war? Meine Angst dich zu verlieren? Oder waren es doch meine Vertrauensängste? Glaub mir Y, ich habe dir vertraut. Sehr sogar. Ich habe dir nach diesen paar Tagen mehr vertraut als mir selber und das hat mir Angst gemacht. Ich vertraue kaum irgendwelchen Menschen, aber dir habe ich die Macht sofort gegeben. Ich war so fasziniert von dir. Und ich bin es immer noch. Du bist kein dummer Mensch, du weißt, was du tust und was richtig ist. Ich glaube nicht, dass du mich verletzten wolltest, aber ich glaube auch nicht, dass du das hier einfach so beendet wolltest. Dass du mich einfach so gehen gelassen hast. Vielleicht denke ich auch komplett falsch und ich war wirklich nichts für dich. War halt nur da, weil niemand anderes da war. Vielleicht liege ich aber auch richtig und du fühlst genau so wie ich es tue.. Lass mich verstehen, wie du fühlst und was du denkst. War es, weil du Angst hast dich zu öffnen? Weil du Angst hast dich in jemanden zu verlieben, dich zu binden? Oder war ich einfach nur da? Ich habe so viele Fragen in meinem dämlichen Kopf. Ich glaube auch, dass es am Anfang nicht immer perfekt ist. Dass man sich länger kennenlernen muss. Dass man eine gewisse Zeit miteinander verbringen muss, um jedes Detail, jeden Blick zu verstehen. ass mich nicht in dieser Ungewissheit stehen, bitte. Denn so charakterschwach wie du dich momentan gibst, bist du gar nicht. Da bin ich mir sicher. Ich will dich nicht loslassen.