& auf einmal bist du wieder auf dich alleingestellt. Du versuchst dich auf deine ersten Semesterklausuren vorzubereiten und versuchst gleichzeitig, deinen Freunden Zeit zu widmen.
Du tust alles. Du überspringst Kapitel 1 des 300-seitigen Matheskripts, weil dir die Zeit fehlt, dich ausführlich damit auseinander zu setzen, um mit Freunden Basketball zu spielen. Du überspringst dieses eine Youtube-Video, welches es gut erklärt, nur um Menschen zu antworten, die seit Stunden auf eine Nachricht warten. & dann, dann fällt dir ein “Man, ich muss mal wieder was für mich tun”, fängst an, 3 Stunden lang deine Wohnung auf Hochglanz zu bringen, jeden Staubkorn zu entfernen & all den Schrott zu entfernen, der dich schon seit langem nervt.
Dabei vergisst du einfach mal den Klausurstress. Du lässt dein Handy auf dem Schreibtisch liegen, während Musik über den PC streamt & antwortest absichtlich Menschen nicht, denn hey, es ist deine Zeit. DU musst mit all dem Druck, welcher nun enorm auf dich lastet, um nicht im ersten Semester zu versagen, umgehen.
& dann kommen sie wieder. Die Vorwürfe von Menschen, warum man nicht antwortet. Warum man nicht mehr als ein “Scheiß drauf” übrig hat? Warum einem alles so egal ist? Warum man dann am Abend ins Kino mit dem einzigen Menschen geht, der keine Vorwürfe macht und Tipps zum Lernen geben kann. Aber ansattt über das Lernen zu sprechen, sprecht ihr über andere wichtige Dinge. Einfach abschalten und die Zeit zusammen genießen.
& am Ende des Filmes liest man die Nachricht “Lösch einfach meine Nummer.”, dabei sehen diese Menschen einfach nicht, wie man panisch verzweifelt versucht all das unter einem Hut zu bekommen. Diesen Klausurdruck. Die Mathematik. Das Wirtschaftsrecht. Die BWL, Personalmanagement, Wirtschaftsenglisch und all den anderen Kram. Stets mit dem Hintergedanken “Du bist 25, du musst es schaffen in der Regelstudienzeit, sonst bekommst du kein BAFÖG mehr & dann bist du am Arsch!”
Stets den Gedanken “Du hast dein Leben schon mehr als einmal weggeworfen & vor einem Jahr, da wärst du fast drauf gegangen. Du musst endlich Mal dein Leben auf die Reihe bekommen, du Vollidiot!”.
Tja & dann kommen sie umso mehr. Die Trigger. Die Erinnerungen. Die Gedanken. Diese schlechte Atmosphäre, die wie eine Wolke über dir schwebt und dich immer mehr in die Knie drängt. Du versuchst es dennoch irgendwie alles hinzubekommen und musst dich deinen Kopf durch und durch zwingen, bei dem Thema zu bleiben. Bloß nicht abdriften. Bloß keinen Gedanken an den Anwaltstermin wegen OEG und Schermezensgeld verschwenden. Bloß niemanden antworten. Bloß nicht an Essen, Trinekn oder Schlaf denken. Tatsächlich hast du seit Tagen kaum geschlafen. Wieder wenig gegessen und kaum noch was getrunken. Du willst dieser abgefuckten Gesellschaft gerecht werden und verreckst immer mehr daran.
& dann, dann lassen dich die Menschen erst recht alleine. Niemand möchte sich das nochmal antun. Dich von da unten aus dem Loch hinauszerren. Dir die Leiter runterwerfen und dich hochziehen. Niemand möchte noch einmal mit ansehen, wie du ständig mit den speziellen Gedanken kämpfst und dich immer mehr zurückziehst.
Mich dabei allein zu lassen, macht es nicht besser. Das was kaputt ist, wird nicht wieder ganz. Vor allem nicht, nachdem man all den Scheiß dieser armseligen Welt gesehen hat.
In 1 Woche jährt sich der Raubüberfall zum 1. Mal, aber scheiß drauf. Hauptsache funktionieren und den Menschen vorspielen, es geht einem geil.