Elternzeit oder Das Recht verloren, ohne sich abzumelden den Raum zu verlassen
Seit Mai bin ich Mutter. Was haben wir den kleinen Frosch herbeigesehnt. Wollten ihn mit unserer Liebe überschütten. Und das machen wir nun auch, aus vollem Herzen.
Doch so sehr man auch im Voraus weiß, dass man wenig schlafen und noch weniger Zeit für sich haben wird, es trifft einen nochmal ganz anders, wenn es dann tatsächlich soweit ist.
Ich habe mich schon in vielen Situationen selbst aufgegeben. Meistens, um mich anderen anzupassen, nicht anzuecken, nicht aufzufallen. Doch die Selbstaufgabe einer Mutter oder von mir als Mutter, ist etwas ganz anderes.
Die Mutter ist eine völlig neue Seite von mir und hat wie von selbst das Ruder übernommen und stellt ohne es zu hinterfragen oder begründet haben zu wollen die eigenen Bedürfnisse hinten an.
Neulich, der kleine Frosch war zeitig munter, machte mein Mann ihn für den Tag fertig, ich organisierte das Drumherum. Also früh aufgestanden waren wir beide. Da ich stille, braucht unser Kind mich momentan eben noch etwas mehr als meinen Mann. Und er hat dann eben die Freiheit, zu essen wann er möchte, an den Laptop zu gehen oder ne halbe Stunde mit Handy aufm Klo zu sitzen. Ich bereite mir mein Frühstück meistens mit Baby auf dem Arm zu.
Neulich also, ich hatte einiges vorbereitet, mein Mann hatte das Baby in den Laufstall gelegt, begann der Kleine zu weinen. Ich ging hin, nahm ihn hoch, suchte meinen Mann, da ich nun auch frühstücken wollte und mein Mann am Wochenende nunmal da ist und mir dies ermöglichen kann.
Mein Mann lag aber wieder im Bett. Schlief. Ich war sprachlos. Ich schloss die Tür zum Schlafzimmer, da ich mir das Elend nicht auch noch ansehen wollte. Irgendwie machte ich mir also mein Frühstück bespaßte den Kleinen und erst als die Wäsche fertig war, ging ich wieder ins Schlafzimmer. Ich legte das Baby aufs Bett und weckte meinen Mann mit den Worten: Hier hast du deinen Sohn, den einzigen im Haushalt, der das Recht hat zu schlafen wann er möchte.
So richtig kam die Kritik da glaube noch nicht an. Er kümmerte sich natürlich um den kleinen Frosch und ich machte die Wäsche. Später redeten wir dann nochmal über die Situation und das man mit der Elternschaft durchaus einige sehr simple Rechte aufgegeben hat. Zu schlafen wann man möchte. Duschen zu gehen, ohne vorher bescheid zu geben. Oder auch nur den Raum zu verlassen ohne sich abzumelden.
Das mag harsch klingen, aber nur so ist gewährleistet, dass sich der andere verantwortlich fühlt. Melde ich mich nicht ab und das Kind weint, denkt mein Mann, ich sei da und der Kleine weint länger als nötig. Und die sowieso nicht ausgeglichene Freizeitaufteilung gerät noch mehr aus dem Gleichgewicht. Denn mein Mann nimmt sich die Zeit einfach und ich muss sie mir erfragen.
















