-23.02.2015-
Aus „madline goes nz“ ist jetzt „madline went nz“ geworden.
Seit fast drei Wochen bin ich nun wieder in Deutschland und musste erst einmal die Umstellung verdauen.
Vier Monate habe ich ohne Termine in den Tag hinein gelebt, vieles spontan entschieden und versucht das Beste aus jeder Situation zu machen und hier in Deutschland heißt es wieder „Verpflichtungen“. Und das fordert mich mehr als gedacht...
Ich war unheimlich froh, meine Familie, meine Freunde und meine Brassband zu sehen! Leider konnte ich einige immer noch nicht persönlich sehen, aber das wird sich wohl in den nächsten Wochen ergeben.
Wenn ich jetzt so über meine Reise nach Neuseeland nachdenke, kann ich nur sagen, dass es einer der Besten Entscheidungen meines Lebens war! Diese Reise hat mich persönlich um einiges weiter gebracht, ich habe mich entwickelt und so viele neue Dinge gelernt. Neue Leute getroffen, Kontakte geknüpft und Erfahrungen fürs Leben gemacht. Und viele dieser Dinge kann ich erst jetzt hier in Deutschland wieder realisieren. Was es für ein Geschenk war, einfach mal den ganzen Tag im Auto zu liegen, Musik zu hören, nachzudenken und keine Verpflichtungen zu haben!
In diesem Sinne muss ich auch nochmal allen danken, die mir während dieser Zeit den Rücken freigehalten haben, mich bei Heimweh-Anfällen beruhigt haben und auch von Deutschland aus diese vier Monate noch um einiges verschönert haben.
Auch wenn ich am anderen Ende der Welt war, ist doch durch What's App oder Facebook der Kontakt nie eingeschlafen und nie hatte ich das Gefühl, dass Zuhause unerreichbar ist! (Vor allem, wenn meine Mama anfangs mitten in der Nacht angerufen hat, weil ich mich seit einem Tag nicht gemeldet hatte :D Ich hab dich lieb Mama <3)
Ich kann nur sagen, Neuseeland ist unglaublich, atemberaubend und vor allem in seiner Unberührtheit faszinierend!
Am anderen Ende der Welt gibt es wirklich viele wunderschöne Ecken. Man fährt von der Ost- zur Westküste und durchfährt dabei sechs verschiedene Landschaften. Oder man sieht so krasse Dinge, dass man seinen eigenen Augen nicht traut. Jetzt wundert es mich nicht mehr, warum Peter Jackson Neuseeland als Drehort für die Herr der Ringe – Trilogie gewählt hat! So weite und unendliche Landschaften habe ich noch nie vorher gesehen und genau diesen Ausblick habe ich sehr genossen, vor allem während der teilweise doch sehr schleppenden Autofahrten.
Auf jeden Fall habe ich in Neuseeland sehr viele meiner persönlichen Grenzen überschritten, ob es nun eine lange Wandertour, Leben in völlig fremden Familien oder ein Bungeesprung war. Das Alles hat mich so gestärkt, dass ich mit ganz viel Kraft wieder zurückgekommen bin. Und auch, wenn mir die Umgewöhnung immer noch schwer fällt, ich mit dem Kopf teilweise noch in einer anderen Welt denke und mich manchmal noch zurückwünsche, bin ich wirklich froh, wieder hier zu sein, Deutsch zu sprechen, Freunde und Familie zu treffen, wieder auf meiner Lieblingsarbeit zu Arbeiten, wieder bei der Show-Brassband zu sein und vor allem all die Dinge zu machen, die ich mir in Neuseeland vorgenommen habe!
Ich habe viel über mich selbst gelernt, was für Ziele habe ich eigentlich im Leben, was möchte ich mal erreichen? Und vor allem, wie gestalte ich mein Leben, damit ich am Ende nicht sage, dass mein Leben langweilig und „standard“ war? Über solche Dinge habe ich mir sehr häufig Gedanken gemacht und tatsächlich auf die ein oder andere Frage auch Antworten gefunden!
Wie oft sagen wir Gelegenheiten ab, nur weil wir nicht wissen, was als Ergebnis rauskommt? Meiner Meinung nach viel zu oft! Aber wo bleibt dann das Abenteuer und die Aufregung, die Ungewissheit, die das Leben spannend machen? Die sind irgendwo verschwunden… Und genau so ging es mir vor meiner Reise größtenteils. Ich habe immer viel zu viel über die Dinge und ihre Konsequenzen nachgedacht. Teilweise mich von Dingen so massiv beschäftigen lassen, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie mein Leben an mir vorbei schleift und ich das Gefühl hatte, nichts geschafft und nichts geleistet zu haben in der Zeit. Auch jetzt noch denke ich gerne und viel über solche Dinge nach, aber ich versuche mich dabei immer wieder daran zu erinnern, dass ich aus meinem Leben was Großes machen möchte. Dass ich viel schaffen möchte, damit ich irgendwann mal sagen kann „Ey Leute, mein Leben war geil und ich habe das Beste draus gemacht!“
Aber ich habe natürlich am anderen Ende der Welt nicht nur mich und meine Gedanken studiert, sondern auch ganz viel über Neuseeland und die Kultur gelernt. Viele tolle Menschen kennengelernt, die mir einen Einblick in ihr Leben und ihren Alltag ermöglicht haben und habe während meiner Reise eine Liste „Typisch Kiwi“ aufgestellt… Die natürlich ein bisschen ironisch gemeint ist ;)
Unaufgeräumte Häuser -> Warum Energie für Ordnung verschwenden, wenn man diese auch für andere Dinge verwenden kann und sich auch so in seiner Wohnung wohlfühlt?
Keine Zentralheizungen/Isolierungen -> bis der Hochsommer anfängt werden die Häuser nachts zu Kühltruhen und es wird mit Heizkörpern für die Steckdose geheizt und Heizdecken
Tote Tiere am Straßenrand -> die Kiwis halten drauf…
Hass auf Opossums -> Diese eingeschleppten Tierchen bekommen den kompletten Hass der Neuseeländer zu spüren, kein Wunder als Pest- und Krankheitsüberträger… Ein guter Tipp von einem Kiwi an mich: „If you see a possum: Kill it!“
Marmite & Weetbix -> beides sehr gewöhnungsbedürftige Kiwi-Delikatessen (Hefeaufstrich & gepresster Weizenmüsli-Matsch)
Linksverkehr -> ab und zu merkt man dann doch noch, dass man in einer ehemaligen Britischen Kolonie unterwegs ist
Autos haben Vorfahrt… Vor allem!
Massiver Fleischkonsum… Kein Wunder bei den ganzen Rindern hier in Neuseeland und bei den Preisen! (Zucchini und Fleisch haben ungefähr den gleichen Preis!)
Nix Bargeld... Sogar das Kaugummi für 65ct wird mit EC Karte gezahlt
Auch wenn die Neuseeländer uns sehr ähnlich sind und sehr westlich orientiert, merkt man doch kulturelle Unterschiede.
Im Allgemeinen kann ich sagen, dass die Neuseeländer die Inkarnation von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind! Und diesen Umstand werde ich in Deutschland sehr sehr vermissen! Wenn man von jedem gefragt wird wie es einem geht, wie der Tag bisher so lief, einem ein wunderschöner Tag gewünscht wird und bei den nicht gerade seltenen spontanen Pläuschchen wahres Interesse gezeigt wird, an dem was man zu erzählen hat! Ich wette, würden die in Neuseeland Deutsch sprechen, wäre die Anrede „Sie“ längst in Vergessenheit geraten, denn dieser freundliche Umgang unter den Menschen schreit einfach nach dem Duzen… In Neuseeland guckt dich auch keiner doof an, wenn du ihm, als wildfremder Mensch, ein Lächeln schenkst :)
Aber tatsächlich gibt es auch ein paar Dinge, die ich weniger vermisse an Neuseeland… Unter anderem sind das die teilweise sehr hohen Lebensmittelpreise! Da muss man sich größtenteils schon nach Angeboten orientieren!
Die Straßen! Die sind wirklich grauenhaft! Erstmal darf man überall nur 100 km/h fahren… Für Deutsche quasi Schneckentempo :D Dann können die Neuseeländer auch keinen richtigen Teer produzieren. Nie ist der richtig glatt, sodass man häufig das Gefühl hat, man fährt in nem Panzer off-road. Auch haben die Neuseeländer eine sehr lustige Auffassung von Highways… Man denkt bei einem Highway an eine geteerte gerade Straße? Naja, das war dieser „Forgotten World Highway“ auch am Anfang, bis dann die Serpentinen anfingen und das ganze urplötzlich zu einer Schotterstraße wurde! Aber zumindest hat mir der nette Tankstellenwart danach die Rückscheibe geputzt beim Tanken ;)
Autobahnen generell gibt es hier nicht… Nur kurz vor und hinter den Städten. Deutscher Luxus!
Und da das Land, vor allem die Südinsel teilweise relativ unbesiedelt ist, muss man zu einem vernünftigen Supermarkt schon mal so 2 Stunden Fahrzeit einrechnen...
Alles in Allem wäre diese Reise nicht so Unglaublich geworden, wenn ich nicht so viele tolle Menschen getroffen hätte!
Ich danke allen Leuten, die meine Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht haben:
Elena → Danke für die wunderschöne Zeit mit dir! <3 Ich vermisse dich unglaublich und hoffe, dass du deine Zeit in Neuseeland noch in vollen Zügen genießt und alles was du dir vornimmst auch schaffst!
Hayley, Phil, Summer, Elliot, Mindy → Danke für eure Gastfreundschaft!
Andre und Steve → Danke, dass ihr mir ein tolles Auto verkauft habt!
Beth und John → Ich habe die Zeit bei euch auf dem Hof wirklich sehr genossen :)
Kathi → Danke für die tollen Bilder, wir sehen uns bei der Kieler Woche ;)
Själla → Ich war so froh, dass ich dich in Neuseeland hatte!
Floyd, Alex und Jan-Michel → Danke, für den lustigen Tag in Picton
Heidi und Christian → Auch wenn das Wetter grottig war, war der Tag einiger der witzigsten!
Rike, Jeremy, Talia und Fynn → Meine erste HelpX Familie, die mich mit offenen Armen empfangen haben und die ich total vermisse!
Lindsay und Sula → Super entspannte Zeit bei euch!
Tash, Daniel, Tabitha, Edward und Harriet → Ich habe die Zeit mit euch super genossen! Vor allen Dingen das Lunch war immer lustig!
Martin → Danke, dass du mir das Quad-Fahren beigebracht hast ;)
Karina, Daniel, Maddy, Jessica, Isaac, Niveah, Eden → Ich vermisse euch so unendlich, die Weihnachtszeit war unglaublich schön und ich bin so dankbar, dass ihr mich wie ein 8. Familienmitglied aufgenommen habt!
Das Team vom Nevis-Bungee → Danke, dass ich nicht gestorben bin!
Und nochmal ein Danke an Zuhause, an meine Eltern, dass sie mir geholfen haben, diesen Traum wahr werden zu lassen!
So, das war es jetzt von mir und meiner Neuseelandreise!
Ich habe mich wirklich sehr über jeden Leser gefreut, über eure Rückmeldungen und Nachrichten und, dass ich euch an meinem Abenteuer teilhaben lassen konnte :)














