EMPLOYER BRANDING …oder die Geschichte vom Mitarbeiter, der in die weite Welt zog, um Botschafter seines Unternehmens zu werden
Ja, das schmerzt! Ob Step Stone, Gallup oder der Harvard Business Manager, alle kommen zu dem gleichen bitteren Ergebnis: Nur etwa 13% der Arbeitnehmer würden ihr Unternehmen guten Freunden und Bekannten als Arbeitgeber empfehlen. Genau diese Arbeitnehmer weisen auch eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber auf und sind entsprechend einsatzfreudig bei der Sache.
66% hingegen haben nur eine schwache emotionale Bindung zum Unternehmen und machen laut Gallup-Studie allenfalls noch „Dienst nach Vorschrift“. 21% aller Befragten fühlen überhaupt keine emotionale Bindung mehr und geben an, „innerlich“bereits gekündigt zu haben.
Die Ergebnisse bringen eine große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ans Tageslicht, denn die meisten deutschen Unternehmen sind fest davon überzeugt, als Arbeitgeber attraktiv zu sein und weiterempfohlen zu werden. Von den über 6.000 durch Step Stone befragten Fach- und Führungskräften bekommen hiesige Unternehmen allerdings gerade mal 5 von 10 möglichen Punkten in auf der Bewertungsskala.
Tatsächlich stimmt das von den Unternehmen oft kommunizierte Image mit der Realität nur selten überein. Gefragt wurde nach:
- Arbeitsbedingungen / Arbeitsumgebung bzw. Ausstattung,
- Gehalt und finanziellen Anreizen sowie Bonuszahlungen,
- Image und Erfolg des Unternehmens,
- Aufstiegs-und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen.
Aufgrund des demografischen Wandels ist der Arbeitgeber gut beraten, der sich frühzeitig Gedanken macht, da der Bedarf an Fach- und Führungskräften immer größer, das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften hingegen zunehmend abnehmen wird.
Es macht also Sinn aufzurüsten. Da wird das „Employer Branding“ zum Aushängeschild des modernen Unternehmens. Besser, weiter und vielleicht auch einfach anders als der Mitbewerber - es gilt deutlich zu machen, dass man für die Zukunft gerüstet und einfach der attraktivere Arbeitgeber ist. Work-Life-Balance-Maßnahmen, Job-Sharing, Home-Office Arbeitsplätze, Weiterbildungsangebote, Karrierepläne, Beteiligungen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und… und… und. Möglichkeiten gibt es auf diesem Feld genug.
Auch das Image des Unternehmens spielt eine bedeutsame Rolle. Mitarbeiter wollen stolz sein auf das, was sie tun. Steht das Unternehmen gut da, ist es für den Mitarbeiter leichter mit geschwelter Brust deutlich zu machen: „Ich bin ein Teil des Teams, dass …!“.
Unternehmen, die sich mit einem Leitbild und einer klaren Unternehmensphilosophie positionieren, haben es meist leichter, der eigenen Belegschaft deutlich zu machen, wie und vor allem wohin der Haase laufen soll.
Gegenwärtig ist der Anteil der Unternehmen, die zur „Arbeitgebermarke“ aufrüsten, noch klein. Aber bereits in wenigen Jahren werden sich vor allem die Unternehmen durchsetzen, die ihre Hausaufgaben heute schon gemacht haben. Der erste Schritt dürfte sein, die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen und möglichst fest einzubinden. Denn kaum einer wird Sie nach außen besser vertreten als ein zufriedener Mitarbeiter!
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