Vicious Rumors@Café Banane, Exclusive Acoustic Show, 17.06.2026
Mal was ganz Besonderes in meiner Stammkneipe, aber meine Kumpels waren ja schon mal hier und traten auch in der ehemaligen Kneipe "Burg" auf. Mit 50 Dates verschlug es sie also kurz vor Tourende nach Dortmund, um einen Akustikgig zu spielen. Es sah gar nicht so voll aus, Linksradikale machten die Band unverständlicherweise im Vorfeld schlecht (Sänger Chalice ist selbst in der Antifa) und gegenüber im FZW waren ja auch noch Mastodon, aber tatsächlich war das Konzert ausverkauft. Als ich ankam, waren Geoff und seine Meute bereits fleißig am Proben und in meiner Stammecke standen neue Tische aus zwei Bassdrums mit Glasplatten. Das gefiel ja direkt und man freute sich auf ein Wiedersehen, bei dem wir uns alle gegenseitigen Alterungsprozess attestierten. Auch der Goreminister ließ es sich nicht nehmen, anwesend zu sein und mit Gitarrist und Bandkopf Geoff Thorpe ins Gespräch für seinen YouTube-Kanal zu kommen. Witzigerweise habe ich dabei eine der Kameras geführt. Etwas enttäuscht war ich vom Freundes- und Metalvereinsmob, von dem außer Olle und mir niemand sonst da war. Immer diese Jammerei mit Mittwoch, Arbeit und blabla, wo man doch um die Ecke wohnt und sein Hirn sowieso bis 23 Uhr mit Scheiße aus der Glotze füllt, um dann morgens brav seinem Sklaventum zu frönen. Sogar der Sänger der Hardcore-Band Gorilla Brawl war mit am Start. Und der kommt nicht von umme Ecke. 80 Minuten Spielzeit, also eigentlich die komplette Show, waren geplant, und um 20:15 Uhr ging es auch los. Der Sound war glücklicherweise im Rahmen, sodass uns die ständig nervigen Nachbarn diesmal gewähren ließen. Dabei zauberten Geoff und Denver Cooper grandios an ihren Klampfen und sogar Soli blieben nicht aus. Dazu eine grandiose Gesangsperformance vom sympathischen neuen Frontmann Chalice, der um Meilen besser klang als auf dem aktuellen Album. Backing vocals gab's natürlich auch. Der neue Drummer Wyatt Cooper legte eine Wahnsinnsshow auf dem Cajon hin, dass ihm sogar schnell die Finger weh taten. Habe auch noch nie Heavy Metal mit einer simulierten Doublebass gehört, die nur mit den Händen gespielt wurde. Die Unplugged-Session war also durchaus mit powervollem Heavy Metal beladen. Dann gab es auch wirklich tolle Songs: "March Or Die" vom "Soldiers Of The Night"-Album wurde, wie einige andere Songs, noch nie in einer Akustikversion gespielt. "Ship Of Fools" klang einfach nur grandios in der akustischen Fassung und Sir Hannes von den Idiots brachte auch mal einen Ventilator vorbei, um die schwitzenden Musiker ein wenig abzukühlen. Chalice und ich flachsten gerne mal herum und die Atmosphäre war superfamiliär. Um 21:15 Uhr ist Geoff dann leider eine Saite auf der Klampfe gerissen. Also nichts mehr mit "Soldiers Of The Night". Danach wurde noch bis morgens gefeiert, Krugi legte guten Metalsound auf und Hannes intervenierte mit dem Schreckensschlager "Die immer lacht", bei dem sich einige echt vor der 47-jährigen Metal-Band geschämt haben. Wir haben aber alle gut gelacht und es mit Humor genommen. Wahnsinnsabend. Selbst schuld, wer nicht dabei war.

















