Baumharz
Er: Harzt der Baum noch?
Sie: Ja ich glaube schon.
Er: Such dir 'nen Job Baum! Verdammter Schmarotzerbaum!
Denkste du kannst den ganzen Tag rumhartzen?
Sie: ...
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Kiana Khansmith
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Baumharz
Er: Harzt der Baum noch?
Sie: Ja ich glaube schon.
Er: Such dir 'nen Job Baum! Verdammter Schmarotzerbaum!
Denkste du kannst den ganzen Tag rumhartzen?
Sie: ...
Ausgemustert
Rausgeputzt Mit Wachs poliert Stehen sie in Reih' platziert. Diese Mustermenschen, mit ihren gegelten Musterleben, Musterehen, geregelte Mustern eben.
—
Der Guru spielte gerade Tetris auf dem Gameboy, als sein Lieblingsschüler aufgeregt zu ihm kam und ihm die Lösung seiner heutigen Denkaufgabe mitteilen wollte. Bleibe auch in den Phasen der freudigen Erregung achtsam und respektvoll, sagte der Guru, wie du siehst bin ich gerade beschäftigt. Wenn man 200000 Punkte erreicht, startet nach dem Spiel zur Belohnung eine große Rakete unter feierlicher Musik. Er drückte trotzdem die Start-Taste um das Spiel zu unterbrechen und hörte sich die Antwort seines Schülers an.
Fick dich
Ich nehme meine Worte und forme einen Ziegelstein. Ich nehme meinen Ziegelstein und schlage dir dein Schädel ein. - Wo früher noch dein Lächeln war, Ist heut’ mein Stein, wie wunderbar.
Aber...
Aber er glaubte nicht an den Tod, glaubte nur, daß die Menschen nicht zu einander können, die Lebenden nicht und nicht die Toten. Und das ist ihr Elend, nicht, daß sie sterben. (Rainer Maria Rilke)
Brief an keinen (Bruchstück 5)
Du solltest nie Angst haben. Hör nie auf zu Suchen und hör bloß niemals auf zu zweifeln, bleibe ambivalent. Nur sei glücklich. Denn Glück sorgt dafür, dass du brennst. Und brennen ist wichtig.
Brief an keinen (Bruchstück 4)
Ich glaube, Leben ist einfach nur eine Mischung aus Suchen und Finden. Wer nicht findet, der sucht nicht. Und wer nicht weiter sucht, der wird nichts finden. Menschen scheinen Angst zu haben, Suchen und Finden könnten weh tun.
Brief an keinen (Bruchstück 3)
Manchmal denke ich, dass dieses Suchen der Funken ist, der Kunst ausmacht. Nur Manche finden und werden glücklich. Und Glück, das sieht man in der Kunst. Es macht sie schließlich zu etwas Eigenem und Besonderem.
Brief an keinen (Bruchstück 2)
Manchmal hast du gesagt, dass du keine Entscheidungen treffen kannst, oder hast von einer Frage nach der anderen erzählt. Eigentlich machst du diese Sache mit dem Leben aber besser, als ein sehr großer Teil der Menschheit. Weil du dir Fragen stellst.
Brief an keinen (Bruchstück 1)
Ich habe dich immer als zweifelnd wahrgenommen. Weniger an dir zweifelnd, als auf eine sehr eigene Arte und Weise mit dir hadernd. Mit dir in dieser Welt. Einzigartig daran ist, dass du dennoch bei dir zu sein schienst. Nicht nach dir suchend, sondern nach etwas, für mich nicht näher bestimmbaren. Vielleicht nach dem Großen. Der Punkt ist, alles ist alltäglich. Das heißt aber nicht, dass es nicht groß ist.
Regensalz
Der Nebel zieht auf Die Sicht verschwimmt Das zitternde Bild Schmeckt wie das Meer Der Kristall wackelt und fällt Zerbricht in deinem Schoß Du regnest
Gedicht vom Fisch
“Jaja”, dachte sich der Angler “Noch bist du frei Fisch, doch mein Drang, der ist unstillbar nach Macht und Rang. Deswegen wirst du heute zu meinem Fang.”
Mit einem Wurm wollte er ihn ködern, der Fischer weiß was Fische mögen. Von daher kommt auch sein Vermögen. Nennt es meinetwegen töten.
Feinste Routen, Angeln, Haken, ein schickes Boot, reine Weste, Schwimmer, Kappen. Er ist kein Amateur. Der Fachmann um den Fisch zu fangen.
Der Fisch soll landen auf seinem Marktstand oder als Leckerei am Ende Abends in des Anglers Familie Bauch. So will es schließlich der Fischers Brauch.
Doch dieser Fisch, der sehnt sich nicht, an einer Sehne rausgefischt und der Familie heute Abend als Leckerei zum Bierchen aufgetischt, zu werden.
Ruft alle seine Kumpels-Fische, die es Leid haben das Gefische. Versammelt alle um das Boot und ruft “UND HOPP!”
Der Angler kippt, schreit laut “Ich kenntere”. Aber die Schreie nützen nichts, er liegt quer im nassen Blau, alle seine Köder fallen raus. Die Fische jubeln, es gibt für alle heute Abend einen prächtigen Leckerschmaus.
Ach, des Fischers Familie sitzt zuhause und macht sich halt mit Bierchen eine Sause.
Der Wall
Hoch ist die Mauer, hoch und grau So hoch, dass sie ragt in des himmels Blau Lang ist die Mauer, lang und fad So lang, dass im Horizont verschwindet der Pfad Oh du armer kleiner Wicht Könntest du doch nur von oben sehen, dass die Mauer eine Burg ohne Eingang ist
Kannibale
Ein kleiner Kannibale, ein kleiner Kannibale hatte die Nase voll vom Menschenfleisch. Ihm wurde übel, er wurde bleich, seitdem isst er nur noch die Schale.
Jones Owen, 1856
Praha, Prag