Die Wahrheit ist ja, dass es immer eine Zeit gibt, in der würde man alles anders machen.
Ich lasse später meine Kinder nicht die Spülmaschine ausräumen (das ist scheiße!)
Meine Kinder dürfen später, auch schon wenn sie noch klein sind, Aufschnitt ohne Brot in rauen Mengen essen.
Ich werde nicht gereizt auf jede Störung nach zehn Uhr reagieren und sie fleißig zu allen absurden und weniger absurden Freizeitaktivitäten fahren, zu denen sie gefahren werden möchten.
Wenn ich mal Kinder habe, dann mache ich dieses und jenes ganz anders.
Es ist vermutlich auch wahr, dass das einfach so gehört.
Und ich glaube der Unterschied oder vielleicht auch der Punkt, an dem sich der Weg gabelt, der kommt sehr viel später.
Zwei Möglichkeiten scheint es da zu geben.
Man macht es anders.
Oder man macht es gleich.
Gleich bedeutet nicht, dass es gut war, es gibt auch hier zwei Möglichkeiten.
Man macht es gleich, weil man es nicht besser weiß, oder weil man es nicht besser kann.
Oder man macht es gleich, weil man es weiß.
Mit dem Anders machen verhält es sich vermutlich ähnlich. Man kann es anders machen, weil man sich blindlings und verzweifelt abgrenzen möchte oder aber, weil man ein paar Dinge ruhig durchdacht hat und eine andere Position entwickelt.
Heute bleibe ich beim gleich machen.
Es ist unmöglich alles richtig zu machen, das wäre auch blöd. Dieses totale Gleichgewicht, das gibt es nicht. Die Ultimative Balance ist nicht Aufgabe des Lebens, als ein Prozess, so zumindest sehe ich das.
Was ich dir sagen möchte ist, dass du eigentlich alles Richtig gemacht hast, was es richtig zu machen gibt.
Ein großer Teil davon ist, dass du mir beigebracht, dass es sich immer lohnt weiterzugehen.
Dass man das sogar muss und dass jeder Fehler, jede Angst, alles, was sich nicht richtig anfühlt keine Überwältigung ist. Sondern eine Herausforderung die am Ende ein Erfolgserlebnis bereit hält.
Du hast mir beigebracht zu denken und das Denken zu lieben.
Du hast mir das Denken als ein Werkzeug in die Hand gegeben, das alles für mich lösen kann, das sich verwandeln lässt, in was immer ich gerade brauche (Und zum Denken, da Gehört auch das Fühlen)
Du hast mir beigebracht zu sprechen und zu artikulieren was passiert.
Hast mir Worte in die Hand gedrückt um mich zu ordnen, zu sehen was da eigentlich in mir ist.
Und was ich dir hoch anrechne ist, dass du mir beigebracht hast, dass ich geliebt werde.
Manchmal denke ich, dass die Menschen sich nicht genug lieben, nicht bei sich genug sind. Zu sehr an ihrer Substanz hadern.
Ich bin nicht im Reinen mit mir (da wären wir wieder bei der Balance). Manchmal denke ich, ich bin nicht genug. Oder andere sind auf so vielen Ebenen viel besser als ich, ich habe mich nicht genug angestrengt, ich bin zu anfällig (für alles), ich bin zu klein oder nicht künstlerisch genug. Oder nicht analytisch genug. Oder nicht einzigartig genug.
Aber ich glaube, so ist das eben. Und der Punkt ist einfach nur, dass ich, denke ich darüber nach, mit niemandem tauschen würde. Weil ich mich liebe.
Und das habe ich von dir gelernt.
Ich werde es also später genauso machen, wie du es gemacht hast. Weil ich es weiß.