Evakuiert aus Camping du Pylote nach Flut in Antibes
Wir waren im Camping du Pylon in einem Mobilehome, nahe am Flussufer. Während dem wüsten Gewitter, um 22 Uhr polterte plötzlich ein Wärter an unsere Tür. Er schrie, dass wir unser Auto vor dem Haus sofort umparkieren sollen. Ich fragte, was denn mit uns selber sei (da ich wissen wollte, ob auch wir uns in Gefahr befinden würden). Er wiederholte nur seinen Apell bevor er davon eilte. Dass ihm das Wasser bereits bis zum Schienbein reichte, war uns Antwort genug.
Zusammen mit unserem 2-jährigen Sohn setzten wir uns ins Auto, doch nach wenigen Metern Fahrt war unser Fluchtweg durch ein Auto versperrt. Unser Auto gab nun auch seinen Geist auf. Wir machten uns zu Fuss weiter und kämpften uns über 100 m durch teils hüfthohes Wasser bis zur erhöten, noch trocken gebliebenen Rezeption. Weiter ging es nicht, da sich aus der Zufahrtsstrasse bereits ein reissender Strom gebildet hatte. Hier versammelten sich immer mehr von Kopf bis Fuss durchnässte Campinggäste. Doch obwohl das Wasser weiter bedrohlich stieg, schwieg die Managerin. Sie telefonierte nur andauernd und hielt es wichtiger, alles vor dem Nass zu sichern, statt ihre Gäste zu informieren/Krisen-Management zu betreiben.
Nachdem auch die Rezeption mit knietiefem Wasser überflutet war, flüchteten wir alle in den privaten Hinterbereich und schliesslich in den ersten Stock des Gebäudes. Dort hatten wir unseren Sohn in ein Bett zum Schlafen gelegt, doch die Managerin schickte uns wieder raus und schloss die Türen ab. Sie und der Besitzer (Camping-Eigentümer?) wiesen uns an, die Wohnung zu verlassen und durch das Wasser in die anliegende Mietwohnung zu gehen. Doch dort war alles schon voller Leute. Wir mussten wieder umkehren. Schlussendlich durften wir auf die Terrasse, wo wir dann bis zirka 3.30 Uhr bangten bis der Regen endlich nachliess und der Wasserspiegel wieder sank. Zwei Rettungs-Hubschrauber waren die ganze Zeit im Einsatz zu beobachten. Ob sie auch uns retten kommen würden, wussten wir nicht.
Ein nettes deutsches Paar lud uns ein, unseren Sohn in ihr trocken gebliebenes Bett einzuquartieren. Draussen warteten aber zwei Rettungskräfte mit einem Boot, um uns zu evakuieren. Sie zogen uns und eine verängstigte Frau mit ihrem Säugling durch die reissenden Stromfluten bis zu einem Feuerwehrwagen, der uns zu einem Krankenwagen brachte. Im warmen Trockenen fühlten wir uns endlich wieder in sicheren Händen. Von dort ging es dann weiter in eine Turnhalle, die als Notlager umfunktioniert war. Hier erhielten wir trockene Kleider, Getränke und eine Liege mit Schlafsack. Nach einem leichtem Schlaf warten wir nun wie es weitergeht… glücklich, dass wir und besonders unser Sohn von der Flut gerettet wurde. Aber gleichzeitig verärgert darüber, dass das Management des Campings uns alle derart in Stich gelassen hat, zumal sie sowas schon mal erlebt hatten.















