Auf den Spuren von Zenon von Kition
Eine stoische Gelassenheit an den Tag legen.
- Das können sonst nur die Kiffer von sich behaupten ;)
Steile These und sie ist auch völlig falsch. Sollte nur einen Bewusstseinszustand verdeutlichen. Wobei ich beim längeren nachdenken nicht sicher bin, ob dieses Beispiel nicht doch zu viele Ausnahmen birgt. Schreib einfach weiter Maria.
Kennt ihr den Begriff? Wisst ihr was es damit auf sich hat? Noch bin kein Lifecoach, noch ist dies hier nur ein kleiner Blog von der Sternenfickerin die über viele Jahre mit diesem virtuellen Tagebuch unterm imaginierten Arm herum läuft. Daher möchte ich hier auch noch nicht klugscheißen über Philosophen. Das kann jeder selber googlen oder weiß es selber längst. Es geht mir darum, wie gewisse Wahrheiten, Annahmen und Thesen sich oft wiederholen, Jahrhunderte überdauern und trotz aller Veränderungen in der zivilisierten und unzivilisierten Welt stets aktuell bleiben. Natürlich nur wenn man den Sinn betrachtet.
Stark vereinfacht und verkürzt: Alles ist mit Allem verbunden, erfüllt seinen tieferen Sinn und hat seinen Zweck.
Für mich ist es dabei leicht unerheblich was das Band ist was nun alles zusammen hält. Es macht für mich keinen Unterschied ob es Aliens sind, Gott, Mathematik... ob sich gerade jetzt etwas krummlacht weil ich gerade im Grunde nur Synonyme für ein und den selben Begriff verwendet habe. Mein Leben verändert sich nicht durch das Wissen wie das Band heißt, auf welchen Namen wir uns alle einigen konnten.
Es ist egal. Es ist wirklich egal.
Wichtig ist die Erkenntnis: Es ist alles eins. Es gehört alles zusammen. Vera Birkenbihl hat in einem ihrer wunderbaren Seminare, ihre Teilnehmer ein Blatt Papier nehmen lassen. Dort sollten die Leute 5 kleine Löcher, jeweils passend für Daumen, Zeigefinger usw ausschneiden. Die Finger im Anschluss durch die Löcher pieksen. Was sahen die Teilnehmer? Ihre Finger. Da wo die Finger in den Handrücken/Handinnenfläche münden verdeckt das Papier die Sicht. So sieht man bei der Draufsicht lediglich 5 Finger separat. Diese Finger "wissen" natürlich das sie verbunden sind. Sie wissen es, weil wir es wissen. "Liegt ja auf der Hand" dass die Finger verbunden sind. Aber was ist mit allen anderen ZUSAMMENHÄNGEN?
Hier kommen Korrelationen, Synergien, Kausalitäten zum Einsatz. Dinge die mittelbar und unmittelbar miteinander zu tun haben. Manches konnte endlich bewiesen werden (der Effekt von Zucker auf den Körper, Nikotin, Umweltschäden, Feinstaub........alles) und das Meiste davon wird auch heute nicht gerne geglaubt, geleugnet, ignoriert, weglobbyiert.
Und dann passiert das was immer passiert: Der Mensch ist stets aufs Neue überrascht von Dingen die doch aber logisch miteinander verbunden sind.
Jedes Jahr erschrickt der master of the evolution das schon wieder Weihnachten vor der Tür steht, ein Jahreszeitenwechsel auch einen Reifenwechsel nach sich ziehen KÖNNTE, der Boden ganz schön trocken ist, das Wasser immer trüber wird, kaum noch Insekten unterwegs sind..... awa...sowas kommt von sowas.
Das Mastermind Mensch ist ein Bollwerk. Die allermeisten Menschen verwechseln Gelassenheit mit stumpfsinniger Gleichgültigkeit. Sind eingefahren in ihren undynamischen Gedankenmustern. Natürlich muss das so sein. Niemand ist da mehr der "normal" ist im Sinne von "Konnte ohne schädliche Einflüsse einfach heranwachsen". Kein Mensch (den ich kenne) ist noch frei von diesen schädlichen Einflüssen. Wir alle haben mehr oder weniger einen Knacks. Sind mehr oder weniger resilient gegenüber jenen Einflüssen die uns im Laufe des älter werdens nach und nach die Flügel stutzen, kreative Gedanken/Ideen/Denkweisen im Keim ersticken und stattdessen die "Normkonformität" der jeweils "zugehörigen Kultur und des Elternhauses" überzustülpen. Fast niemand ist wirklich "er/sie/divers selbst". Alleine schon beim hinzufügen von "divers" denke ich daran. Was dies für ein Meilenstein ist! Menschen die endlich anders sein dürfen! Aber wie weit sind wir noch von echter Akzeptanz entfernt!
Gestern habe ich eine Dokumentation aus dem Jahr 1975 gesehen. Es ging darum, dass man "Menschen mit Behinderung" lange Zeit irgendwie garkein Sexualleben zugetraut hätte, diese Person überhaupt dahingehend verstanden hätte das sie überhaupt derlei Gefühle und Bedürfnisse haben. Über "den Behinderten" wurde dann auch exakt so gesprochen als ob wir über einen Hund sprechen der doch tatsächlich auch Bedürfnisse hat. Ach was.
Das ist alles so schrecklich kurz her. In Erdzeit gerechnet ist das alles mehr als ein Witz. Das wir uns für derart wichtig halten das wir alles regeln, reglementieren und das stets so angepasst, dass es nur für eine kleine Gruppe von Menschen überhaupt zutreffend sein kann. Es waren vermutlich schon damals die alten und vorwiegend weißen Männer die festgelegt haben wann was IST und wann was nicht IST.
Im hier und heute sehe ich: Wir sind viel zu kurz auf der Erde als das sich an unserer Denke maßgeblich was verändern konnte seit damals. Sicherlich gibt es immer großartige Köpfe die uns kulturell voran bringen/gebracht haben. Einen Zeitgeist maßgeblich mitgeprägt oder rückwirkend stark beeinflusst haben. Und eine Sache eint eigentlich alle großen Denker: Sie geben keine leichten Antworten auf hochkomplexe Fragen.
Die Dinge sind wie sie sind.
Warum? Weil wir sie beeinflusst haben. Weil wir gierig sind. Weil das der Gang der Zeit ist.
Alles hat einen Grund und eine Ursache. Das ist eine Tatsache die es zu verinnerlichen gilt. Erkennen was wir verändert haben, was unveränderlich ist, was wir ändern können und was wir hinnehmen müssen.
Ich schreibe stark vereinfacht. Weil nichts einfach ist, ist auch nichts eins zu eins stets und immer übertragbar. Sich nicht als Mittelpunkt der Erde zu verstehen ist für mich einfach. Aber ein Narzisst wird allein den Hinweis nicht verstehen können. Sich nicht für das unwerteste Leben überhaupt erachten ist für mich leicht gesagt aber ein hochgradig depressiver Mensch wird dies nicht mit einem Fingerschnips ändern können.
Wir sind alle unterschiedlich und haben unterschiedliche Startpunkte. Das sehen, verstehen, akzeptieren ist wichtig. So irre wichtig. Es gibt keine Dogmen. Alles steht in Abhängigkeit zu etwas Anderem. Ein Kind muss selber Erfahrung sammeln. Aber es braucht eine gesunde Führung. Es braucht Selektion (welche Erfahrung ist jetzt wichtig, welche muss er/sie/d alleine machen, bei welcher braucht es Sicherheitsnetze etc etc und nochmal: etc) und Stärke. Vor allem emotionale Stärke!
Die Dinge sind wie sie sind.
Warum schreibe ich das? Weil es zum Beispiel gehört.
Manchmal sind unsere Söhne sehr emotional. Klar, es sind HSP Kinder. Einer introvertiert und einer extroooooextroextrovertiert. Sie sind Granaten. Einer implodiert der andere explodiert. Papa ist selber nicht stark. Emotional ist er selber noch klein und braucht Hilfe.
Wenn hier ein Konflikt passiert (Dinge passieren einfach mal) dann ist das nicht schlimm. Man kann analysieren was wozu geführt hat und dann versuchen den Sachverhalt zu klären. Das klappt mal mehr, mal weniger gut und liegt auch an unterschiedlichen Faktoren wie etwa der Tageszeit, Lebensphase des Kindes (wenn gerade wieder ein Entwicklungsschub stattfindet, sind die Kinder ohnehin sehr überfordert mit all den neuen Eindrücken), die eigene Stimmung und die Stimmung innerhalb der Wohnung.
Wenn unser explodierendes Superwahnsinnskind dem Papa im Zorn aber sagt das es einen anderen Papa will...dann trifft das den Papa. Papa der emotional so sehr ein Kind ist das nicht "normal" "störungsfrei" heranwachsen durfte. Das Papakind das damals selber nicht geliebt wurde und nie eine stabile Führung erfahren hat. Im Grunde streiten dann nur die Kinder miteinander und Papa ist nicht mehr vorhanden. Anstatt zu analysieren was zum Missmut des Kindes geführt hat (in einem Fall war es ein übergriffiges Verhalten des Papas der dem Kind ungefragt eine Tätigkeit abgenommen hat, was für einen Alleinmacher wie unser Kind echt ein Schlag ist!) und sich ggf zu erklären und zu entschuldigen, ist das Papakind sehr verletzt und getroffen. "Dann such dir doch nen anderen Papa!"
Eigentlich kann man das kommentarlos so stehen lassen. Es ist deutlich, dass da nicht der Papa mit seinem Sohn kommuniziert. Hier kommuniziert das innere getroffene Kind, das Trauma, mit einem 3 jährigen. Und der Erwachsene versteht nicht das diese Situation sich SO jedenfalls nicht harmonisch auflösen lässt.
zu einer Art stoischen Gelassenheit gehört: sich nicht hineinversteigen. Nicht falsch verstehen: Die Frage "wie kam was zu was" ist die Wichtigste die es zu ergründen gilt. Aber erst nach schlussendlicher Bewertung kann man entscheiden ob man es ändern kann (dann sollte man es zwingend tun) oder ob es jetzt einfach nicht änderbar ist (dann wird auch Wut und Ärger an der Situation nichts ändern, ist also nur Zeitverschwendung)
Das was ich in Klammern und auch noch im Nebensatz schrieb ist eigentlich das Wichtigste an meiner heutigen Aussage.
Stoisch sein bedeutet nicht das es einem egal ist. Stoisch sein bedeutet nicht das man es gleichgültig hinnimmt. Stoisch sein ist kein passiver Vorgang, keine passive Lebenshaltung.
Wer stoisch ist, kann unterscheiden und zielgerichteter handeln. Wer stoisch ist, stellt sich die Frage: brauche ich DAS jetzt wirklich?
- das Gefühl im Recht zu sein? Immer? Wofür jetzt in dem Moment genau?
- diese Einmischung jetzt? Betrifft es mich? Habe ich hier und jetzt einen sogenannten "Auftrag"?
- dieses Konsumgut? Warum brauche ich es? Kann ich nicht improvisieren? Ist es nachhaltig? Ist mir das überhaupt wichtig?
Wer sich bewusst ist was der eigene Geist/Körper gegenwärtig braucht, sich für die Zukunft wünscht, kann Ablenkung leichter ausklammern, sich besser fokussieren. Und auch jetzt denke ich: Jaman, Selbstreflektion. Dass, sich selber kennen und differenzieren können. Alles hängt mit Allem zusammen. Damals wie heute gilt es. Heute vermutlich noch stärker als damals.
Ich weiß beim besten Willen nicht wo diese Reise der Menschheit noch hingehen wird. Wie hoch die Eskalationsstufen emporreichen. Massenbesäufnisse, Luxusorgien, esoterisches Geldschäffeln, Superlative die von Superlativen überholt werden. Höher, schneller, weiter. Keine Ahnung was uns noch bevor steht. Aber ich behaupte folgendes:
Es wird immer einen Teil von Menschen geben die sich von diesem Mumpitz nicht ablenken lassen wollen. Die sich auf das besinnen was ehrlich ist und wahrhaftig. Denn nur das hat Bestand. Nichts von dem was wir uns einbilden, ob es nun Kleidermarken, Automarken, Körbchengrößen, Nasenformen, Status jedweder Art, ist wirklich wichtig. Eremiten werden nicht ernst genommen, Menschen die auf der Walz sind oder ihren Sommer auf der Alp/Alm verbringen, den Jakobsweg laufen, ins Tiny House ziehen, im Zelt Urlauben und und und und... ihnen wird oft das selbe zuteil wie einem Menschen der auf Alk verzichten will: MIT DIR STIMMT DOCH ETWAS NICHT!?
Was stimmt denn nicht? Weil es kaum vorstellbar ist, diesen angezüchteten Begehrlichkeiten freiwillig und fast mit Wonne zu widerstehen? Weil es nicht das Lebensziel ist ne Million aufm Konto zu haben?
Dein Lebensziel, Deine Wahl! Als Fisch hoch hinaus zu wollen ist löblich aber das ist doch zum scheitern verurteilt. Klar, fliegende Fische gibt es. Es beweist: Wo ein Wille da ein Weg. Und das ist das Kredo das stets gilt: Wer das wirklich will, der findet seinen Weg! Aber einem Vogel fällt es leichter als einem Fisch zu fliegen. Das ist nunmal so. Als Fisch hat man dann die Wahl sich jeden Tag zu ärgern oder zu trauern. Dabei steht diesem Fisch frei andere Möglichkeiten zu sehen. Dies nicht zu tun/zu können ist eben unendlich schade. Fliegen ist schon schön. Aber es kann nicht jeder fliegen. Das ist nicht schlimm und man sollte es sich nicht einreden lassen. Wenn du nicht mit goldenem Löffel im Arsch geboren bist, nicht mit liebenden Eltern aufwachsen konntest, keine tolle Ausbildung genossen hast oder körperliche Einschränkungen hast...ja das ist alles nicht so toll. Aber - und das ist für die nicht (emotional) eingeschränkten Menschen wieder einfacher: es ist keine Ausrede dafür sein Leben schleifen zu lassen. (Wie gesagt, das gilt nicht für Depressionen uvm. Darum gibt es Therapeuten uvm)
Aber auch bei den Kranken gilt: Bist du in der Lage deine Situation einzuschätzen? Ja? Ok! Suche dir Hilfe! Nein! Fang nicht an Ausreden zu sammeln warum es so schwer ist. Ja Wartelisten. Ja, nicht alle Freunde verstehen es...ja. ich verstehe. Sich öffnen fällt schwer. Schonmal anonym telefoniert? Oder zur Caritas gegangen? Willst du mir schreiben? Hilfe kann sich überall auftun. Aber ich schreibe es so als ginge es leicht. Ist es nicht. Ich will nur vermitteln: Eine Zustandsbewertung ist wichtig! (Das Auto ist kaputt darum fährt es nicht. Was ist kaputt? Wollen wir es reparieren? Ist es mir das wert oder geht es noch so?) Aber einen Fingerschnips der Dinge verändert gibt es nicht. Es sind alles Prozesse und die in Gang zu bringen ist (mein) Ziel. Es ist oft nicht leicht. Nur ist es nicht das Ende. Das darf es einfach nicht sein. Das ist es für viele oft. Und wir haben eine Gesellschaft von Menschen die sich selber schon lange aufgegeben haben.
Man tackert sich zu mit kurzweiligen Vergnügen die nur ablenken für eine kleine Weile. Dann kommt die Leere wieder zurück und viele sind sich null im Klaren warum sie sich so leer anfühlen. Ob sich diese Menschen fragen ob ihre "Wünsche" und "Lifegoals" wirklich ihre eigenen sind oder ob sie nur versuchen irgendwelche Rahmenbedingungen, äußerliche, zu erfüllen?
Wer bist du und welches Leben möchtest du führen? Was bist du bereit dafür zu tun?
Falls du, wer auch immer sich hierher verirrt, öfter mitliest...ich werde wohl öfter Fragen stellen. Die Antwort darauf interessiert mich nicht. Aber ich hoffe dich.