Now On Sale!
Dass die Amerikaner gerne einkaufen gehen und auch bereit sind fĂŒr SchnĂ€ppchen vor den LĂ€den zu ĂŒbernachten, ist schon lange bekannt. So gehen jedes Jahr die Bilder vom âBlack Fridayâ um die Welt, wenn sich hunderte von Menschen in einen Supermarkt quetschen um die besten Angebote zu ergattern. Ob man dieses SchnĂ€ppchen schlussendlich braucht, scheint egal. Man spart ja schliesslich bei diesem Angebot. Der amerikanische Politikwissenschaftler Benjamin Barber nannte dieses PhĂ€nomen einmal Konsumkapitalismus:Â
âFrĂŒher produzierte man Waren, um BedĂŒrfnisse zu befriedigen; heute produziert man BedĂŒrfnisse, um Waren zu verkaufen.â
Das zeigt sich aber auch im Alltag, wenn man die LĂ€den und Shopping Malls in El Cerrito besucht. In der grössten Mall der Stadt, dem âEl Cerrito Plazaâ, reihen sich die bekannten Ketten um einen riesigen Parkplatz eng aneinander. Vom Supermarkt, bis zum Kerzenladen ist hier alles zu finden. NatĂŒrlich immer in der XXL-Version. Die LebensmittellĂ€den gleichen einem Schlaraffenland. Es gibt alles und davon nicht zu wenig. Alleine fĂŒr die Chips-Sektion benötigt man zwei Regalreihen, da das Sortiment so umfassend ist. Und alles ist immer herabgesetzt. Praktisch bei jedem Artikel steht, wie viel man ja spart. âZwei zum Preis von einemâ oder ânur heute halber Preisâ. Zudem hat jede Kette ihre Mitgliedskarten, mit welchen man nochmals Rabatt bekommt. Einkaufen kann man hier natĂŒrlich auch sieben Tage in der Woche und meistens sogar bis 1 Uhr Morgens.
Man muss zugeben, dass die Auswahl und die Angebote schon verfĂŒhrerisch wirken können. Gerade weil viele Marken und Produkte einfach billiger sind. Eine Tommy Hilfiger Trainingshose bekommt man schon fĂŒr lĂ€ppische 14$.
Auch die Apotheken sind in diesem Land etwas grösser. Was bei uns in Europa die Grösse eines Quartierladens an der Ecke hat, ist in Amerika vergleichbar mit einem grossen ALDI. FĂŒr jede Krankheit scheint es eine Pille oder Tröpfchen zu geben. NatĂŒrlich Rezeptfrei. So finden sich auch in der Apotheke vom El Cerrito Plaza nicht enden wollende Regale mit Medikamenten, die so bunt wie SĂŒssigkeiten angeboten werden. Anti-Allergikum? Haben wir! In 30 verschiedenen Varianten! Kein Wunder werben die vielen Pharmahersteller so penetrant in der Fernsehwerbung um jeden Kunden.
Bei so viel Auswahl scheint die Versuchung gross etwas unbemerkt mitgehen zu lassen. Jedenfalls lassen die vielen Vorkehrungen gegen Ladendiebstahl dies vermuten. In einem der KleidergeschĂ€fte wird man erst einmal von einer freundlichen Security-Dame in Uniform begrĂŒsst. Will man Kleider in der Kabine anprobieren, muss man die StĂŒcke erst an eine Stange hĂ€ngen, wo sie dann von einer Angestellten gezĂ€hlt werden. Danach bekommt man ein StĂŒck Plastik in die Hand gedrĂŒckt, auf welchem die Anzahl der KleidungsstĂŒcke abgedruckt ist. Dies wird nach erfolgreichem Anprobieren natĂŒrlich wieder grĂŒndlich ĂŒberprĂŒft.
Trotzdem: Die Amerikaner sind freundlich und gesprĂ€chig. Touristen erkennen sie schnell am Akzent und sie zögern dann auch nicht zu fragen, woher man denn kommt. Auch wenn manche die Schweiz mit Schweden verwechseln und daraufhin ABBA Songs zum besten geben - dieser Enthusiasmus macht sie eben auch so liebenswĂŒrdig.










