Gräber
Mein Herz treibt in den Fetzen deiner Erinnerung. Ich sehe das Meer, den Ozean. Die kreischenden Möwen, die ihre routinierten Kreise ziehen, auf der Lauer nach Beute. Ich sehe, wie der Wind leichte Wellen ins Wasser schlägt und die Boote schaukeln lässt. Ich höre die Klänge des Wassers, das Tausende von Geschichten mit auf seinen Grund nimmt. Ich kann die Salzluft schmecken - Ich sehe die Welt.
Doch ich kann das Meer nicht mehr spüren. Die Wellen klatschen taktlos an die Boote. Die Melodie des Meeres ist verzerrt, seine Geschichten eingehüllt wie Gräber. Ich fühle nichts. Tag und Nacht unterscheiden sich nicht mehr, wenn im Herzen ständige Dunkelheit weilt. Dein Bild wird blasser, das Meer und die Wellen treiben es mit sich fort. Nehmen es mit auf die Gründe des Ozeans und verschließen es in ihren Geheimnissen, bis es für mich nur noch die Erinnerung ist, die niemals vergänglich sein wird. Und mit ihr verbleibt die bedrückende Leere, die sich in mir ausbreitet wie ein Lauffeuer im Wald.
Die Möwen sind die Geier meiner verrottenden Seele. Aas. Sie nähren sich an deiner Abwesenheit - während ich mich darin verliere.
A. (19.10.08)













