Der Traum eines Clowns
Es war einmal ein Clown,
Und er hatte einen einfachen Traum:
andere zum Lachen zu bringen,
in ihre vor Freude erregten Gesichter zu blicken.
Ja, das war seine Passion.
Seine tiefste Emotion.
Er fasste sich an die Brust; er konnte es spüren, - diese eine Vision:
Eines Traums, einer überfüllten Zirkus Manege.
Hereinspazierend auf dem Dreirad hebt er die Hand zur Grußgeste.
Allerlei Tricks und Witze hätte er gleich parat.
„Honk! Honk!“ tönt es aus seiner Hupe und er macht einen ulkigen Spagat.
Und dann würde er in die Menge schauen,
würde es kaum glauben.
Sich die Augen reiben,
an seiner Wahrnehmung zweifeln.
Doch erst leis’, dann sich steigernd, das ist gewiss, würd’ es schließlich erklingen: ihr Jubel, ihr Applaus.
Er würde es sehen - die ganze Freude im Haus.
Ihr Glück fühlen mit jeder Körperzelle, mit jedem Atem, als wäre es sein eigen.
Das ist der Traum in seinem Leben.
Doch es ist nur ein Traum.
Denn immer, wenn er steht auf der Tribüne.
Wird diese zu seiner Sühne.
Diese erdrückende Stille.
Er blickt in leere Gesichter, ohne Seele, ohne Leben.
Es ist wie ein nie enden wollender Regen.
Sein Traum erschüttert, sein Herz erniedrigt.
Sein einziges Begehren und Halt.
Wann würden sie endlich lachen?
Was muss er noch machen?
„Nur keine Sorge“, dachte er, und sich selbst zuflüsternd, sagt er „bald“.
Doch die Stille endet nicht.
Er wischt sich die Tränen vom weiß geschminkten Gesicht.
Und er dissoziiert, er dissoziiert immerzu fort,
weg an einem anderen Ort.
Während sie ihn weiter anschweigen, dreht er sich im Dreirad, um den Kummer zu vertreiben.
Und er dreht sich, immer schneller, schneller.
Immer sensationeller, sensationeller.
Es wird spektakulärer, doch auch gefährlicher.
Auf das er ihre Aufmerksamkeit endlich gewinnt - er ist wie ein Kind.
Und es macht wieder „Honk! Honk!“ aus seiner Hupe - der letzte verzweifelte Klang für Beachtung.
Aber es bleibt bei dieser lieblosen Begegnung.
Er keucht, schnappt nach Luft. Das Drehen hört nicht auf.
Schneller! Schneller!
Sein Augenlicht, oh, es wird blasser, blasser.
Bis er irgendwann tot umfällt.
Plötzlich - die Stille wird durchbrochen.
Da kommt das Publikum so eben angekrochen.
Ihr Gelächter so laut, ohne Erbarmen.
Sie nennen ihn nur einen „Narren“.
Es war einmal ein Clown,
Und er hatte einen einfachen Traum:
andere zum Lachen zu bringen.
Das war sein einziges Verlangen.
Seiner Seele sein Versprechen.
Mehr als das, wollte er nicht.
Die Menschen beglücken und entzücken.
Ein unschuldiger Wunsch, so rein, so zerbrechlich.
Von einem altruistischen Wesen, voll Güte, voll Mut.
Schlussendlich haben sie gelacht.
Und nun ist er für immer tot.
- Azada












