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Namibia, Botswana, Simbabwe 2024/25 - Vorbericht
Herrschaften und Oukies!!!
Bald geht es wieder los. Dieses Mal ganz in den Norden Namibias, durch den Caprivi Streifen an die Flüsse Okavango und Zambesi, bis zu den weltberühmten Victoria Fällen.
Wie immer, machen wir auch dieses Mal eine selbstgebastelte Rundreise mit einem 4x4 als Leihwagen - ohne Dachzelt, denn wir sind "Warmduscher" und wollen im weichen Bettchen schlafen.
Außerdem fährt auch in diesem Jahr noch einmal meine Mutter mit, die einmal im Leben die Victoria Fälle sehen wollte. Diesen Wunsch erfüllen wir ihr gerne.
Wenn alles klappt, wie geplant, die Airline Eurowings Discover (die Airline heißt seit neuestem nur noch Discover) auch schön mitspielt und sonst nichts dazwischen kommt, sollte dem Abflug nach Windhoek nichts im Wege stehen.
Der Abflug findet in diesem Jahr ausnahmsweise einmal ab Düsseldorf via Frankfurt statt. Der Zubringerflug in der Business Class nach Frankfurt kostete gerade einmal 50 Euro pP mehr und für uns entfällt so die aktuell elendige Anfahrt über die Sauerländer Dörfer, bedingt durch die Sperrung der A 45.
Ab dem 15.12. heißt es dann wieder für unsere kleine Reisegruppe:
Die geplante Tour führt uns auch dieses Mal zu verschiedenen Zielen, die wir schon immer einmal besuchen oder noch einmal besuchen wollten, da sie uns so gut gefielen.
Hier unsere Stationen der diesjährigen Reise:
1. Eagle Rock Lodge (2. Besuch): gelegen nur rund eine gute 1 Stunde westlich des Flughafens, im Khomas Hochland, und damit ideal zu Beginn oder zum Ende der Reise. Arianes Rouladen von der Oryx Antilope sind legendär.
2. Swakopmund, Chala Kigi (10ter Besuch): gelegen an der kalten Atlantikküste. Swakop wird wegen seiner Jugendstilarchitektur auch scherzhaft als das südlichste Seebad Deutschlands bezeichnet.
3. Sophienhof Lodge bei Outjo (2ter Besuch): Hier haben wir uns dieses Mal für das VIP -Haus mit eigenem Pool und Carport entschieden.
4. Kayova River Lodge (1ster Besuch), gelegen am mächtigen und ebenso berühmten Okavango River mit Blick auf Angola. Die Lodge bietet Unterkunft in nur 8 Bungalows. Es gibt es exzellente Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung und natürlich Bootsfahrten auf dem Okavango.
5. Namushasha River Lodge (1ster Besuch): Die Lodge liegt am Ufer des Kwando River im Ost-Caprivi, rund 24 km südlich von Kongola in der Nähe des Mamili und Mudumu-Nationalparks.
6. Chobe River Camp (1ster Besuch), nordöstlich des Grenzübergangs Ngoma am Ufer des tierreichen Chobe River mit Blick auf den Chobe National Park und Botswana situiert.
6. Sandpiper Villas Chobe (1ster Besuch), in der botswanischen Grenzstadt Kasane (2ter Besuch) und wie der Name bereits verrät direkt am tierreichen Chobe River gelegen.
7. Divava Okavango Resort & Spa (1ster Besuch), gelegen an den Popa Fällen (2ter Besuch) des berühmten Okavango Rivers und nur wenig Kilometer vom Mahango Nationalpark entfernt, bietet die Lodge den idealen Ausgangspunkt für Vogel- und Wildbeobachtung.
8. Wildacker Gästefarm (2ter Besuch): kleine mit viel Herzblut geführte Gästefarm. Mit nur 6 reedgedeckten Bungalows garantiert die Wildacker Gästefarm einen sehr persönlichen Service, unterhalb des Mangetti Nationalparks gelegen.
9. Otjikaru Gästefarm (1ster Besuch) am Waterberg (2ter Besuch). Die Gästefarm ist eine kleine persönliche Gästefarm und bietet Unterkunft für eine begrenzte Anzahl an Gästen in 4 Bungalows mit sehr guter namibischer Farmküche. Besucher können auf Pirschfahrten auf der Wildfarm gehen oder den Farmbetrieb kennenlernen.
10. Letzte Station wird dieses Mal Farm Heimat (2ter Besuch): gelegen nur rund 1 Stunde südöstlich des Flughafens, in der Kalahari, und damit ideal zu Beginn oder zum Ende der Reise. Heimat ist eine echte working Guestfarm vorwiegend mit Rindern, Ziegen und Schafen. Hier isst man gemeinsam mit der Farmersfamilie, die seit vielen Generationen hier lebt und wirtschaftet. Authentisch und echt!
Je nach Internet-Verbindung wird unser Blog dann möglichst täglich wieder über unsere Reise berichten. Traditionell ist das Internet in Namibia ja eher lahm, es wird gelegentlich sogar behauptet, dass hier noch mit Dampfmaschinen gearbeitet wird.
Unser Reisebericht ist für alle gedacht, die einen ähnlichen Urlaub planen oder die gern wissen möchten, was man auf so einer Reise erleben kann - und natürlich für unsere Lieben daheim & in der Ferne.
Wir wünsche viel Spaß beim Lesen, Mitreisen und Mitträumen.
Lekker Slaap!
Angie, Micha, Mama & der Hasenbär
August 1997
But always through Peter’s bedroom in Berlin
1997 habe ich mein Informatik- und Publizistik-Studium, obwohl immer noch eingeschrieben, schon zwei Jahre lang erfolgreich hingeschmissen. Auch den ausbeuterischen Job beim damaligen Berliner Super-Start-up Pixelpark habe ich gekündigt und beschlossen, mich mit E-Learning selbständig zu machen. “E-Learning”, weil der Leiter des “Projekt pro Lehre” der FU-Berlin, für das ich als Computer-Auskenner gearbeitet hatte, das für die Zukunft der Lehre hält. E-Learning heißt für uns zu der Zeit hauptsächlich Dokumente vor einer Veranstaltung (mit Leuten in einem Raum) zum Download bereitzuhalten und danach Protokolle und Bilder der durchgeführten Veranstaltung und ein Diskussionsforum anzubieten, an dem die Teilnehmer dann relativ wenig teilnehmen.
Dieses Setting führt über diverse Bekanntschaften zu der Idee, dass man sowas auch für Entwicklungshilfe anbieten könnte und man damit Menschen “enablen” könnte, die in Ländern leben, die anscheinend Hilfe bei der Entwicklung nötig haben. Daraus wurde der “New Media Workshop Harare: Internet as a possibility to improve communication for private organisations”, finanziert und durchgeführt von der Carl-Duisberg-Gesellschaft. Und ich soll als Computer-Auskenner den technischen Teil dieses Workshops übernehmen. Harare ist die Hauptstadt von Simbabwe im Südosten von Afrika. Dort leben neben ganz normalen Menschen auch Elefanten und andere Tiere, die man sonst nur aus dem Tierpark kennt. Natürlich mache ich da mit.
Die technische Infrastruktur des E-Learnings, das wir bald auch den Teilnehmern in Afrika anbieten, besteht aus einem Windows NT Server auf einem 486er PC. Dieser Server hängt im Internet per ISDN-Einwahl (nur ein Kanal mit 64 kBit, weil man muss ja auch noch telefonieren) mit fester IP-Adresse erreichbar unter einer Domain. Dieser Server steht in meinem Wohnungsflur in Berlin-Neukölln unter der Garderobe, weil die rasselnden Lüfter wirklich sehr laut sind. Da sich aus zum Aufschreibezeitpunkt 2020 immer noch unerklärlichen Gründen (so viel zum Thema Computer-Auskenner), die Internetverbindung nach einer längeren Laufzeit immer wieder aufhängt, ist ein Teil des Systems an eine mechanische Zeitschaltuhr angesteckt, bei der man in einem 24-Stunden-Kreis mit kleinen Stiften die aktiven Viertelstunden einstellen kann. Das E-Learning ist jeden Tag zwischen 3 Uhr und 3 Uhr 15 nicht erreichbar. Zum Glück ist ganz Afrika in ähnlichen Zeitzonen wie Berlin.
Der erfahrene Kollege, der den Workshop in Harare moderiert und schon viele solcher Veranstaltungen im Entwicklungshilfe-Kontext weltweit gemacht hat, Alfons, ist für die ganzen technik-unabhängigen Themen, wie Prozesse, Kommunikation und Dokumentation, zuständig. Ich fühle mich in guten Händen und fliege im August 1997 relativ naiv und unvorbereitet nach Simbabwe. Überraschenderweise bekommen die Akteure solcher Veranstaltungen, zumindest zu der Zeit noch, Business Class Flüge bezahlt und ich muss mich nach der Hälfte des zehnstündigen Fluges nach Südafrika rechtfertigen, dass ich keine weiteren edlen Weine, Whiskeys oder Schokoladenparfaits mehr haben will.
Der Workshop findet in der Prince Edward School in Harare statt, einem im 19. Jahrhundert von der britischen Kolonisation gegründeten Knabeninternat.
Die Schule erhält von der deutschen Entwicklungshilfe ca. 20 PC-Arbeitsplätze, die ein lokaler Elektrohändler liefert. Zwei Tage lang installieren Cornelius (einer der Workshop-Teilnehmer aus Harare und ehemaliger Schüler der Schule) und ich Netzwerkkarten und Betriebssysteme auf diesen Rechnern.
An den Rechner, der am nächsten an einer Telefonsteckdose steht, schließe ich mein mitgebrachtes 56k-Telefonmodem an (Internet-Connectivity war nicht Bestandteil der zur Verfügung gestellten Hardware). Das stellt den Internetzugang für den gesamten Workshop zur Verfügung. Zur Einwahl mit Ortsgebühr (auf Telefonrechnung der Schule) benutze ich meinen Compuserve-Internet-Zugang, der weltweit funktioniert.
Nachdem die Infrastruktur innerhalb von zwei Tagen fertig aufgebaut ist, nehmen mein Kollege Alfons und ich uns ein Mietauto (inklusive Fahrer) und fahren für drei Tage zu der schwer beeindruckenden Sehenswürdigkeit “Great Zimbabwe”. Die Digitalkamera Kodak DC25, die mir ein Freund aus Berlin für den Afrika-Workshop zur Verfügung gestellt hat, hat eine Auflösung von 493 x 373 Pixeln (0,18 Megapixel). Entsprechend sehen die Bilder aus – allerdings trägt diese Bildqualität auch zur Romantisierung der Erinnerungen bei.
Hinten am Strand vom Lake Mutirikwi war wirklich eine Elefantenfamilie zu sehen
Nach diesem touristischen Highlight beginnt am Montag der Workshop. Angemeldet haben sich 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fast genauso vielen afrikanischen Ländern.
Nach den Vorstellungsrunden und der Bildung der Arbeitsgruppen am ersten Tag ist der Dienstag komplett für mich und die technischen Aspekte reserviert. Ich habe ein Gewaltprogramm vorbereitet: Geschichte des Internets, prinzipielle Funktionsweise, Internet-Dienste (E-Mail, Usenet, FTP, Webseiten ... soziale Netzwerke gibt es noch nicht wirklich). Interessant auch ein Block zur Benutzung von Suchmaschinen: es gibt noch kein Google, deswegen am Beispiel AltaVista und Yahoo. Beispiel zur Benutzung von logischen Operatoren in Suchanfragen: “Kenya” (80278 Treffer), “+Kenya+Kiswahili” (9000 Treffer), “+Kenya+Kiswahili-Nairobi” (10 Treffer). Und natürlich ein Webseiten/HTML-Crashkurs (Titel “<body></body>”). Das Ganze an einem Tag in vier Sessions.
Ich bin mit meiner Performance nicht wirklich zufrieden und das wird auch vom Protokoll einer Teilnehmerin bestätigt:
“... Peter was extremely divided, shared and therefore failed to be well concentrated on solving some problems.” (*seufz*, recht hat sie)
Allerdings gibt es auch eine positive Zusammenfassung in der mein Schlafzimmer vorkommt.
“... Suddenly there was a maddening clicking on keyboards as all participants embarked to set their e-mail addresses in their respective computer with the expert assistance from Peter, Tevie, Jim and Thandi.
E-mail addresses set, participants started sending messages across the globe - but always through Peter's bedroom in Berlin where the Server is sitting!!
At this stage it was time to go for a grand Italian lunch.”
Aus dramaturgischen Gründen hatte ich den Leuten erzählt, dass der Server zu Hause in meinem Schlafzimmer und nicht im Wohnungseingang installiert ist.
Abgesehen von meiner mittelmäßigen didaktischen Performance denke ich, dass der Workshop, gerade wegen der eigentlichen Kommunikationsthemen, recht gut verlaufen ist.
Sehr visionäres Gruppenergebnis: “Use IT more widely to get quick global answers to global environmental problems”
Zum Abschluss am Freitag werden alle Teilnehmer zum Reden-Anhören, Häppchen-Essen und Anstoßen in die deutsche Botschaft eingeladen. Nach dem offiziellen Akt beschließen wir in eine nahe gelegene Disko zum Chill-out zu gehen. Ich werde mangels Krawatte nicht in die Disko reingelassen. Ein Workshop-Teilnehmer, der schnell in sein Hotel um die Ecke gelaufen ist, hilft mit seiner Zweitkrawatte aus.
Nach meinen Erfahrungen dieser Wochen in Simbabwe und mit den Leuten, denen ich begegnet bin, ist es ziemlich bedrückend zu wissen, dass dieses Land in den nächsten 20+ Jahren vom verbitterten, senilen Despoten wirtschaftlich, kulturell und intellektuell ziemlich zugerichtet wird.
(Peter Witzel)
Dude they can see you!
Hunters will be hunted.
Namibia, Botswana, Simbabwe 2024/25 - Tag 19
Happy New Year!
Herrschaften und Oukies!
Heute stehen wir um 6 Uhr auf und marschieren um kurz vor 7 Uhr zum Frühstück.
In der Nacht hat es aus Kübeln geschüttet. Der Himmel ist immer noch grau und vor unserem Carport hat sich eine respektable Seenplatte gebildet.
Erstaunlicherweise kommen nach und nach zu dieser frühen Uhrzeit recht viele Menschen in der Boma zusammen. Wir ahnen nichts Gutes bzw. einen Massenausflug in Richtung Zimbabwe.
Den Tagesausflug zu den Victoria-Falls in Zimbabwe buchten wir ebenfalls bei dem Tourveranstalter in unserer Unterkunft. Und so kam es, wie es kommen musste:
um 7.30 Uhr fuhr ein Van vor, in diesen stieg ein Teil der Gäste ein und es fuhr ein zweiter Van vor, bei dem wir ebenfalls nicht auf der Liste standen. Im Büro wurde derweil hektisch telefoniert.
Die Verwalterin kam heraus und bemühte sich um Schadensbegrenzung: es werde ein Transport für uns "shortly" zur Verfügung stehen.
Da platzte mir der Kragen und ich machte sie und ihr Office-Team vor allen Leuten zur Schnecke (Übersetzung): "In meinen 12 Jahren in Afrika, habe ich noch nie so eine unprofessionelle Organisation erlebt, wie hier!"
Kurz darauf fuhr ein junger Mann mit einem 9-Sitzer plus Anhänger vor. Der Fahrer entpuppte sich als reizend und super engagiert. Er erzählte uns, dass er eigentlich auf dem Weg gewesen sei, aus einem anderen Hotel 3 Amerikaner abzuholen, als der Anruf kam, er müsse noch 3 weitere Gäste aufsammeln (nämlich uns).
Obwohl wir ja mit dem eigenen Mietwagen in Kasane sind, entschieden wir uns für eine geführte Tour. Bis zur Grenze sind es nur wenige Kilometer.
Dafür sprechen aus meiner Sicht gleich mehrere Dinge. Der wichtigste ist aus meiner Sicht, dass man als Ausländer ohne Begleitung gerne mal ein paar Stunden an der Grenze warten kann. 1 bis 2 Stunden sind ganz normal.
Hinzu kommt, dass man sich nie sicher sein kann, wer an der Grenze, zusätzlich zu den offiziellen Gebühren, noch die Hand aufhält. Zusätzliche Bestechungsgelder oder Fantasieabgaben sind leider an der Tagesordnung.
Korruption ist im Staate von Robert Mugabe ein großes Problem. Aber auch die normale Prozedur mit Visagebühr, Zolldokument, zusätzliche Auto Haftpflichtversicherung und Straßengebühren hält auf und geht an die Nerven.
Wir mussten nur noch die Einreiseformular ausfüllen, sowie die 30 US Dollar an Visagebühren bezahlen.
Allerdings ist auch die Einreise selbst für Tourveranstalter bzw. deren Reiseleitern nicht so einfach, denn viele Fahrer fahren nur bis zur Grenze, reisen aber selber nicht nach Zimbabwe ein, sondern übergeben an der Grenze an einen zweiten Fahrer, aus Zimbabwe. Ein merkwürdiges und aufwändiges Prozedere, afrikanisch halt.
Dieses Mal haben wir Glück und unser reizender, junger Mann fährt mit uns über die Grenze. Er nimmt uns an die Hand und lotst uns durch die komplizierten Grenzformalitäten.
Er fährt diese Strecke nahezu täglich und zeigt uns seinen Pass, der voller Stempel ist. Uns staunenden Europäern erklärt er, dass dieser Pass gerade einmal schlappe 4 Monate alt ist und er nächste Woche schon wieder einen neuen beantragen muss. Ein Hoch auf unsere EU! So einen Zinnober braucht kein Mensch!
Wir fahren 60 Kilometer über die recht gut ausgebaute Straße nach Victoria Falls. Die Kleinstadt Victoria Falls, an den Victoria Wasserfällen, lebt zu 100% vom Tourismus und hat mit dem eigentlichem Zimbabwe nicht viel zu tun.
Nachdem die Amerikaner in Victoria Falls, in ihrem Hotel, abgesetzt wurden, setzt uns unser Fahrer vor dem Haupteingang der Victoria Fälle ab.
Wir vereinbaren mit ihm einen Pick-up im legendären, altehrwürdigen "The Victoria Falls Hotel". Eigentlich war von uns beabsichtigt, die 800 Meter vom Haupteingang bis zum Garteneingang des Hotels zu laufen, aber, wir werden aufgeklärt, dass dieser Hintereingang nicht mehr existiert bzw. geschlossen sei.
Deshalb wird eine Kollegin beauftragt, uns am Haupteingang wieder abzuholen und einmal um den Pudding, bis zum offiziellen Hoteleingang zu fahren.
Der Rummel hier ist gigantisch, immerhin haben wir es hier mit einem UNESCO Weltnaturerbe zu tun, und entsprechend gesalzen sind auch die Eintrittspreise: 50 US Dollar werden pro Nase fällig!
Dazu kann man "kostengünstig" Souvenirs jeglicher Art erwerben, Regenponchos und Rollstühle ausleihen usw. Brauchen wir alles nicht: Rollstuhl und Regenponchos haben wir sowieso selber.
Nach Betreten des Nationalparks schauen wir uns zunächst mal die Schautafeln zu den Wasserfällen an. Hier stehen Informationen zur Höhe, Breite, Vergleiche mit anderen Wasserfällen usw.
Unser Weg führt uns zunächst zu den 107 Meter hohen Rainbow Falls. Von hier hat man einen guten Blick entlang der 1708 m langen Abbruchkante. Das Wasser sammelt sich unten in der Schlucht und fließt dann wie in einem Kanal in Richtung Danger Point.
Von hier fließt der Mittellauf des Sambesis wieder schmal durch eine Schlucht bis nach Mosambik. Die Wassermenge fließt aktuell nicht in voller Breite.
Das war uns allerdings klar, denn die Wassermenge ist zwischen Oktober und Januar deutlich geringer, als zur Hochsaison. Jedoch stellen wir fest, es fließt heute deutlich mehr Wasser, als bei unserem letzten Besuch im identischen Zeitraum.
Dafür kann man überall auf die Abbruchkante sehen. Im Februar und März, wenn der Sambesi viel Wasser führt, schießen 10000 m³/s über die Abbruchkante der Victoria Falls.
Allerdings ist das mit Sicherheit nicht der beste Zeitpunkt für einen Besuch der Victoria Falls, denn die Gischt erreicht dann eine Höhe von 500 m und bildet eine Wolke aus Gischt. Von den Wasserfällen sieht man dann leider auch nicht viel.
Es sei denn man bucht einen Hubschrauberrundflug über die Victoria Falls. Quasi im Minutentakt kreisen die Hubschrauber über unsere Köpfe hinweg. Teilweise zeitgleich gleich 4 Helikopter. Der Lärm ist unbeschreiblich.
Von oben ist die Sicht auf die Wasserfälle sicher am beeindrucktesten. Vor allem die Breite der Wasserfälle kommt aus der Luft mit Sicherheit am deutlichsten rüber, aber bei dem Wasserstand ist das nicht unbedingt notwendig. Die Sicht ist fast überall gut.
Die Victoria Falls sind mit 1708 m die breitesten durchgehenden Wasserfälle der Erde. Wobei wir wieder bei den Schautafeln von vorhin sind. Größer, breiter, tiefer…. gar nicht so einfach.
Der höchste Wasserfall der Welt ist der Salto Angel oder Angel Falls in Venezuela, das ist einfach und unstrittig. Wie gesagt, die breitesten durchgehenden Wasserfälle sind die Victoria Falls. Die breitesten Wasserfälle der Welt insgesamt sind die Iguaçu Wasserfälle. Die sind breiter als 2500m, aber immer wieder unterbrochen.
Und was ist mit den berühmten Niagara-Fällen? Die spielen in diesen Statistiken nur eine untergeordnete Rolle. Die Fallhöhe ist mit 59m eher lächerlich, die Wassermenge von 6000 m³/s kann sich da schon eher sehen lassen, ohne aber einen Spitzenplatz einzunehmen.
Wir gehen ein paare Schritte weiter zum Danger Point. Die Felsen auf den wir hier am Danger Point stehen sind sehr eben und bei Feuchtigkeit extrem glitschig.
Zwischen März und Mai, wenn der Sambesi Hochwasser führt, kann man hier duschen. Man sieht nichts und durch die Absturzgefahr macht der Aussichtspunkt seinem Namen alle Ehre.
Diese Gefahr besteht heute nicht. Uns bietet sich hier ein guter Blick nach Sambia, das auf der anderen Seite der Fälle liegt. Auch in den Mittellauf des Sambesi können wir schauen.
Als nächstes gehen wir zum Aussichtpunkt auf die Brücke über den Sambesi. Der Aussichtpunkt ist leider etwas zugewachsen, so dass wir die Brücke, die auch die Grenze zwischen Zimbabwe und Sambia bildet, nicht ungestört im Blickfeld haben.
Hier gibt es auch die Möglichkeit eines Bungee-Sprungs von der Brücke. Aber, das ist nichts für uns. Hinzu gekommen sind in den letzten Jahren so spannende Aktivitäten, wie, Abseilen, Zipp-Line oder auch River Rafting unter den Wasserfällen im Sambesi.
Von hier aus führt ein Weg zurück zum Eingang, aber wir haben ja bis jetzt nur die östlichen Aussichtpunkte gesehen und machen uns auf dem Weg, die Abbruchkante entlang, vorbei am Danger Point und Rainbow Point zu den westlichen Aussichtspunkten.
In kurzen Abständen folgen einige Aussichtspunkte, die obwohl sie nicht weit auseinander liegen immer wieder verschiedene, spektakuläre Ausblicke bieten.
Während die Wassermenge am Danger Point und Rainbow Point noch sehr überschaubar war, fällt an den westlichen Aussichtpunkten deutlich mehr Wasser die Victoria Falls hinab. Hier wird dann auch klar warum die einheimischen die Wasserfälle "Donnernder Rauch" genannt haben.
Das Wasser stürzt über die Abbruchkante und kann nicht direkt geradeaus weiter fließen, dadurch wird die Gischt enorm verstärkt.
Auch wenn der Sambesi nicht voll Wasser führt, spüren wir hier an diesen Aussichtpunkten die Gischt und der Wasser-Sprühnebel sammelt sich nicht nur auf den Brillengläsern, sondern auch auf den Kameraobjektiven. Wir sind froh um unsere Regenponchos.
Bis zu 500 m hoch steigt die Gischt, wenn der Sambesi 10000 m³/s Wasser über die Abbruchkante jagt. Die Wasserwolke ist dann bis zu 40km weit sichtbar.
Die Victoriafälle wurden bereits 1934 unter Schutz gestellt und das sogar länderübergreifend. Seit 1972 sind sie Teil des Mosi-oa-Tunya-Nationalparks.
Bei Niedrigwasser kann man auf Sambischer Seite ein großes Stück an der Abbruchkante entlang laufen. Mit dem Devil’s Pool gibt es einen natürlichen Pool in dem man zu dieser Jahreszeit (angeblich) ungefährlich baden kann.
Der Pool liegt unmittelbar an der Abbruchkante und was die Jungs und Mädels da treiben, sieht für uns alles andere als ungefährlich aus. Vielleicht sieht es auch nur so aus, aber auf den ersten Blick würde ich sagen: die sind lebensmüde.
Die Abbruchkante der Victoria Fälle liegt in Sambia. Der Touristenort für Besucher der Vic Falls in Sambia ist Livingstone.
Wem ein Tagesbesuch nicht ausreicht oder wer von hier weiter reisen möchte, der kann sowohl in Livingstone, als auch im Ort Victoria Falls Hotels, Lodges und Campingplätze in einer großen Price Range finden.
Als nächstes stehen wir dann komplett im Regen. Nicht symbolisch, sondern tatsächlich. Im Bereich der Main Falls der Victoria Fälle hat sich durch die ständige Feuchtigkeit der aufsteigenden Gischt ein kleines Stück Regenwald gebildet.
Regenwald mitten in einem so trockenen Gebiet. Auf dem Weg zum Main Fall View Point führt uns der Weg mitten durch dieses Stück Regenwald.
Plötzlich ist alles prachtvoll grün. Es wachsen Schlingpflanzen, Farne, Palmen, es blühen Blumen in allen Farben und hier fliegen sogar Schmetterlinge. Aber wehe sie fliegen ein Stück zu weit aus dem kleinen Stück Regenwald hinaus.
Auch am Aussichtspunkt auf den 93 Meter hohen Main Fall wachsen noch Farne, denn auch hier ist der ständige Sprühnebel noch spürbar. Erst am Aussichtspunkt Devils Cataract ist man außerhalb der "wet zone" angekommen.
Hier schauen wir auf den östlichsten Teil der Victoriafälle. Hier sieht man bei dem heutigen Wasserstand schön die Kaskaden, die der Sambesi herausgearbeitet hat. Wie über viele kleine Wasserfälle fließt das Wasser die Kaskaden hinab.
Hier am östlichsten View Point auf die Victoria Wasserfälle steht auch die Statue von David Livingstone dem schottischen Missionar und Entdecker.
David Livingstone ist auch der Namensgeber des Ortes Livingstone auf Sambias Seite der Wasserfälle.
David Livingstone war 1855 der erste Europäer, der die Victoriafälle zu Gesicht bekam. Livingstone zu Ehren wurde 1954, also 99 Jahre nach der Entdeckung der Victoriafälle, dieses Denkmal errichtet.
Livingstone war es auch, der den Wasserfällen den Namen Victoria Falls verpasste. In Anlehnung an die damalige britische Königin Victoria.
Wie versprochen, werden wir direkt vor dem Haupteingang von der Kollegin eingesammelt. Doch bis es soweit ist, hat der liebe Gott die Staatsgewalt gestellt. Am Rollstuhlausgang will man uns nicht raus lassen, weil niemand im Rollstuhl sitzt.
Unterwegs, auf den bescheidenen, teils sehr ruppigen Wegen, hat sich das linke Vorderrad verabschiedet und hängt nur noch am "seiden Faden". Also, schiebe ich das Ding langsam über die Holperwege knapp die letzten 2 Kilometer zurück.
Am Ausgang wähnt man sich Betrügern auf der Spur, die man auf keinen Fall durchlassen kann. Ein riesen Theater entsteht, bei dem ich die Herrschaften so richtig zusammenfalte und sich eine interessierte Zuhörerschaft bildet.
Meine Mutter und Michael will man schon gar nicht mit mir durchlassen. Ich erkläre, dass meine Mutter 83 Jahre alt und dement sei, kein Wort Englisch verstehe und keines Falls alleine durch das normale Drehkreuz gehen könne.
Nach langem Palaver darf ich dann doch schiebend durch den Rollstuhlausgang und der "Meister" begleitet nun persönlich meine Mutter (am Arm untergehakt) und meinen Michael durch das Drehkreuz bis zur Fahrerin. Die ist, ob des Blödsinns, total peinlich berührt und entschuldigt sich fortlaufend.
Wir werden zum altehrwürdigen "The Victoria Falls Hotel" gebracht, wo wir für uns einen Platz zum Lunch auf der Stanleys Terrace reserviert hatten.
Ursprünglich wollte ich eigentlich hier den Afternoon Tea reservieren, habe dann aber doch davon Abstand genommen und auf einen normalen Lunch á la carte gesetzt.
Zum Glück, denn neben uns saß ein asiatisches Paar mit dem besagten Afternoon Tea. Der Etagere empfand ich als wirklich mickrig und dass in so einem Haus der dazugehörige Tee in Teebeuteln serviert wird, geht schonmal überhaupt nicht.
Der Tagesausflug neigt sich dem Ende zu. Unser Fahrer holt uns, wie vereinbart, im Victoria Falls Hotel ab und so geht es zurück nach Botswana.
Obwohl wir ja gerne alleine unterwegs sind, würde ich den Abstecher zu den Victoria Falls immer nur über einen Tourveranstalter buchen.
Lekker Slaap!
Angie, Micha, Mama & der Hasenbär
The Victoria Falls, which straddles both Zimbabwe and Zambia, is one of the Seven Natural Wonders of the World and a UNESCO World Heritage Site. It also happens to be an African destination that combines brilliantly with so many others in Southern Africa that you were likely already considering, namely Cape Town, Kruger or even Botswana.
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Die Victoriafälle, die sich über Simbabwe und Sambia erstrecken, sind eines der sieben Naturwunder der Welt und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist auch ein afrikanisches Reiseziel, das sich hervorragend mit so vielen anderen im südlichen Afrika kombinieren lässt, die Reisende wahrscheinlich bereits in Betracht gezogen haben, nämlich Kapstadt, Krüger oder sogar Botswana.
Africa is a world of its own. A lot of travelers may only think of some top destinations like Cape Town when thinking about the continent, but there’s so many different cultures, developed from each country’s history, and natural beauty that you can’t believe until you see it. There’s an adventure waiting for you on the continent of Africa, especially the beautiful country of South Africa.
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Afrika ist eine Welt für sich. Viele Reisende denken vielleicht nur an einige Top-Reiseziele, wie Kapstadt, wenn sie über den Kontinent nachdenken. Aber es gibt so viele verschiedene Kulturen, die sich aus der Geschichte jedes Landes und der natürlichen Schönheit entwickelt haben, dass sie es erst glauben können, wenn sie es sehen. Auf dem afrikanischen Kontinent wartet ein Abenteuer auf jedermann, insbesondere in dem wunderschönen Land Südafrika.