Achitekturbeschreibung Santo Spirito in Sassia
Die Santo Spirito entstand 1538/45 in Sassia und wurde 1590 vom Architekten Antonio de Sangallo gebaut. Diese wurde nach dem Geschmack beider Päpste Papst Sixtus V und Papst Gregory XIII gebaut.[1] Hierbei handelt es sich um eine Saalkirche mit Seitenkapellen. Als Krankenhaus wurde die heutige Kirche früher genutzt, dies erklärt auch den Namen. Von damals zu heute unterscheidet sich der Longitudinalbau sowohl von innen als auch von außen.[2] Heute ist es ein Zweistöckiger Sakralbau mit einer aufwendig geschmückten Holzdecke. Der heutige Grundriss weist auf keine Stützen im Saal auf. Auf der Ostseite der Einschiffigen Kirche, direkt beim Gang durch das Hauptportal, fällt der leicht eingezogene Altarraum auf, gerade da der Blick nicht durch andere architektonische Arbeit abgelenkt wird. Dieser ist recht oval in Form und wird durch ein großen Rundbogen geöffnet. Der Grundriss weißt auf, dass der Altarraum tiefer gesetzt ist als das Langhaus. Vor dem Presbyterium führt links ein Gang in das Gebäude neben an und rechts führt der Raum zur Sakristei. Es handelt sich um ein fünf jochiges Langhaus. In jedem der Joche befinden sich Kapellen, jeweils eine an einer Seite. Deshalb scheint die Kirche von außen wie eine Basilika aufgebaut zu sein und hat Obergaden. Jede Kapelle wird von einem Pfeiler mit einem komposit Pilaster von der nachbars Kapelle getrennt. Diese haben ebenfalls Rundbogen. Ein Nebenportal befindet sich in der dritten Kapelle der Südseite. Sonst zeigt der Grundriss, dass sich die Kapellen nicht unterscheiden. Über jeder Kapelle befindet sich jeweils ein Hochschifffenster.
Die Kirche besteht aus eine Reihe von Pfeilern, die bis zum Altarraum führen. Ab diesem wird alles deutlich massiver und geschlossener. Der große Rundbogen, der zur Apsis führt ist sehr robust und weist rillen auf. Ein ähnlicher Bogen befindet sich parallel dazu auf der gegenüberliegenden Seite über dem Portal auf der Fassadeninnenwand. Die Seite des ersten Bogens in Altarraum, die nach Westen zeigt hat eine Weiße Farbe, doch das Innere des Bogens ist farblich dekoriert. Das Stockwerkgebälk ist ebenfalls vaziert. Die Anordnung der Werke im Fries erinnern an ein Zinnenfries, jedoch ist es doch anders. Unteranderem befindet sich ein Vogel mit offenen Flügeln im Fries. Das Architrav ist in Fasciae gegliedert, bedeutet, dass es in mehrere Stufen getrennt ist. Wobei jeder streifen ein anderes Muster hat. Der mittlere ist mit Wellen dekoriert. Das Gesims wird ebenfalls durch ein Muster ergänzt. Das Hauptgebälk und die Decke haben eine goldene Farbe. Das Architrav ist hier auch gegliedert, jedoch mit anderen Mustern dekoriert. Außerdem es wird nicht in den unteren Stufen kleiner, sondern behält die Breite. Der Fries scheint auch eine andere Anordnung aufzuweisen, dies könnte ein Arkanthusfries sein. Die Decke ist durch viele geometrische Formen geordnet, die miteinander verbunden sind. In den einzelnen Nischen befinden sich Figuren die entweder in einem gelben, roten oder blauen Hintergrund liegen. Zwischen den geometrischen Formen späht die eigentliche Decke. Diese hat ebenfalls goldfarbige Akzente auf blauem Hintergrund. Bei den Pilastern und Pfeilern handelt es sich um die Komposite Ordnung mit Kompositkapitell einschließlich einem rechteckigem Schaft. Die Pilaster im Altarraum sind anders als die im Langhaus. Die Schafte im ersteren sind bemalt und haben verschiedene Geometrische Muster. Die Schafte der Pilaster im Langhaus im Erdgeschoß sind kanneliert und Weiß gehalten. Im Stock darüber sind die Pilaster genau über denen im Erdgeschoß, jedoch sind diese noch schlichter, indem sie weiß und nicht kanneliert sind. Diese haben auch viel einfachere Kapitelle. Sie erinnern an die Toskanische Ordnung. Die Kapitelle der anderen Pilaster, sprich vom Erdgeschoß, bestehen aus zwei sich nach außen drehenden ionischen Voluten und Akanthusblättern. Die Kapitelle sind hell. Die kannelierten Pilaster sind an bunte Pfeiler der Kapellen angebaut. Im Westen und im Osten and den Ecken im Langhaus sind mehrere Pfeiler nebeneinander. Dabei wird der, an der Wand anliegende geschnitten. Auf der Fassadeninnenwand handelt es sich um zwei identisch aussehende Pfeiler. Am Altarraum ist ebenfalls der, an der Wand anliegende geschnitten, doch bei diesem ist der Schaft kanneliert und der Pfeiler der ganz bleibt ist geschmückt, somit nicht kanneliert. Das Presbyterium besteht aus zwei weiteren Rundbögen, diese haben auch weitere Pilaster, die sich gleichen. Zwischen den letzten beiden Bögen befindet sich noch jeweils an einer Seite ein Fenster. Die Rundbögen im Langhaus sind deutlich kleiner als die vorher genannten. Diese haben ebenfalls, wie auch der große Rundbogen am Altar, Fasciae, die den Bogen in Stufen abgliedern. Die Rundbögen stehen auf den vorhin erwähnten Pfeilern auf denen die Pilaster angebracht sind. Diese haben unterschiedlich große Platten an den Seiten in denen Werke Platz haben. Jeder Bogen im Innenraum hat eine Kartusche, diese unterscheiden sich jedoch. Die beiden großen Bogen haben deutlich größere Kartuschen und der Bogen über der Hauptportal hat sogar drei. Unter dem Fenster bekleidet eine eingerahmte Malerei die Wand. Bei den Malereien in der dritten Kapelle handelt es sich um Seccomalereien, was bedeutet, dass die Ölfarben direkt auf die Wand aufgetragen werden. Diese Kapelle unterscheidet sich von den anderen mit der Charakteristik von den Gemälden.[3] Deshalb wird es sich bei den anderen Malereien der Kirche wahrscheinlich um andere Techniken handeln.
Der gesamte Bau hat außen eine gleichmäßige Stein Farbe, bis auf die Westfassade, bei dieser handelt es sich um eine vorgeblendete Fassade. Das Marmor woraus die Fassade besteht ist nicht ganz weiß. Die Geschoße werden von einem Stockwerkgesims getrennt. Das erste Geschoß ist an den Seiten mit großen Voluten geschmückt und gibt der gesamten Westfassade etwas Schwung. Somit ist das erste Geschoß schmaler als das Erdgeschoß. Deshalb befinden sich auch die Hochschifffenster im ersten Geschoß über den einzelnen Kapellen. Das Frontispiz hat dieselbe Breite wie das oberer Geschoss und wird von einem Giebelgesims geschmückt. Sowohl das Dachgebälk als auch das mittlere Gebälk sind einfach gehalten. In der Mittelachse ist die Fassade außerordentlich symmetrisch. Dort befindet sich auch das Hauptportal und ein großes rundes Fenster. Welches an eine Fensterrose erinnert, jedoch fehlt die Maßwerkfüllung. Jeweils ein Rundbogennischenfenster beziehungsweise rundbogenförmiges Blendfenster links und rechts rahmt das große Fenster. Das Hauptportal wurde in die Mitte, flankiert von jeweils zwei rundbogenförmigen Nischenfenstern gebaut. Dieses wird mit einem Türgiebel geschmückt. Die Fassade kann in fünf Achsen geteilt werden, die mittlere ist breiter als die anderen, da dort das Portal und das runde Fenster platziert sind. Jede Achse wird durch einen Pilaster gezeichnet.
Die Pilaster sind sich sehr ähnlich und es handelt sich um Kompositen Pilaster mit Kompositkapitelle, wie auch im Inneren der Kirche. Von einer Hierarchie der Säulenordnung ist nicht zu sprechen. Sie sind identisch bis auf die Farbe der Kapitelle. Die oberen vier sind deutlich heller als die unteren sechs. Dies könnte an der Witterung liegen oder an dem Datum, an dem diese gefertigt worden sind. Das Kapitell besteht aus zwei sich nach außen drehenden ionischen Voluten und jeweils fünf vollen Akanthusblättern. Dabei werden immer im unteren Bereich links und rechte ein Akanthusblatt angedeutet. Der Schaft ist nicht kanneliert und ist rechteckig. Somit ist es eine Mischung aus den Pilastern im Erd- und Obergeschoss im Innenraum der Kirche. Außerdem besitzen die äußeren Pilaster eine weitere Seite, somit wirken sie wie Pfeiler und haben mehr Schmuckelemente. Der Sockel auf dem die Erdgeschoßpilaster stehen, besteht wahrscheinlich aus Beton und ist grau und scheint rau zu sein. Das Frontispiz ist recht schmucklos. Den Tympanon dekoriert ein plastischer Vogel in einer Ovalen platte, diese befindet sich wiederrum in einer recht flachen Nische. Diese Vogelabbildung befindet sich ebenfalls im Fries im Inneren der Kirche. Um den Vogel herum befinden sich Linien, die aussehen wie strahlen. Das runde Fenster und das Portal befinden sich ebenfalls im Tympanon. Die Nischenfenster besitzen Fenstergewände. Die Fenster, Nischenfenster und das Portal sind auf einander abgestimmt und passen gut zusammen. Mit den Fenstergewänden ähneln diese dem Aufbau des Portals. Das große Fenster ist vergittert und es ist deutlich die unterschiedliche Helligkeit der Glasstücke zu erkennen. Angeordnet sind sowohl die großen Glasstücke als auch die kleinen Glasstücke in Quadrate. In jedem vollen Gitterquardat befinden sich ein duzend kleine farbige Glasstücke. Die insgesamt sechs Rundbogennischenfenster gleichen sich alle enorm. Es gibt keinen Unterschied vom Erd- zum zweiten Geschoß. In den Nischen befinden sich Muschelkalotten, jeweils eine pro Rundbogen. Diese sind etwas dunkler als das Marmor. Jeweils über und unter einem Nischenfenster befinden sich weitere Nischen, welche gleichermaßen quadratisch sind. Die Nischen, die im unteren Geschoß sind, haben im inneren ein quadratisches Muster mit abgeschabten Ecken. Die im zweiten Geschoß haben ein quadratisches Muster mit etwas breiteren Ecken. Diese gleichen sich ein wenig aus. Die zwei unteren Nischen, die das Portal umarmen, haben noch ein graues Sonnenkreuz im Quadrat. Das Dachgebälk und das Stockwerkgebälk sehen fast identisch aus, allergings ist das Dachgebälk schmaler. Das Fries ist glatt und weist keine Besonderheiten auf. Was alles recht schlicht aussehen lässt. Das Architrav ist durch zwei Fasciae gegliedert. Im Stockwerkgebälk befindet sich ein Wappen zwischen Fries und Architrav. Zwei weitere Wappen befinden sich über dem Türgiebel links und rechts. Diese sind etwas größer als das andere. Ebenfalls befindet sich ein großes Wappen in einer Nische über dem runden Fenster in der Mitte. Dieses haust eine Figur, die einen Hut trägt, der wie eine Mitra aussieht. Hier könnte es sich um den Papst Sixtus V handeln, welcher das ehemalige Krankenhaus neu erbauen lassen hat und somit wird ihm hier die Ehre erwiesen.[4] Oder um den Papst Gregory XIII, denn dieser war auch am Bau beteiligt.[5] Hinter dieser hängt etwas, was an ein Feston oder eine Gardine erinnert. Die großen Voluten an den beiden Ecken sind nach innen gedreht und wirken nicht besonders glamourös, stattdessen schwach und zierlich. Generell fallen die vielen Geometrischen Formen auf. Die vielen Quadrigen Nischen ergänzen die Rundbogen der Nischenfenster. Das große Fenster rundet alles auf. In diesem befinden sich ebenfalls Quadrate. Die beiden Giebel sind parallel zu einander. Denn der Türgiebel weist ebenfalls auf ein Giebelgesims auf. Die einzelnen Elemente komplimentieren sich gegenseitig und lassen die Fassade zu Einem werden.
[1] Pillsbury, Edmund: Jacopo Zucchi in S: Spirito in Sassia, In: Burlington Magazine Publications Ltd. (PUB), The Burlington Magazine, 1975, Vol. 116, Nr. 857, s. 434
[2] Ritzerfeld, Ulrike: Pietas – Caritas – Societas: Bildprogramme karitativer Einrichtungen des Spätmittelalters in Italien, Bonn 2007 S.112-116
[3] Bross, Louise: New Documents for Livio Agresti's St Stephen Chapel in the Church of S. Spirito in Sassia, Rome, In: Burlington Magazine Publications Ltd. (PUB), The Burlington Magazine, 1993, Vol. 135, No. 1082, s. 338
[4] Presciutti, Diana Bullen: Dead Infants, Cruel Mothers, and Heroic Popes: The Visual Rhetoric Of Foundling Care at the Hospital of Santo Spirito, Rome, in: The University of Chicago Press on behalf of the Renaissance Society of America, hg. von Renaissance Quarterly, Vol. 64, Nr. 3, 2011 s. 754
[5]Pillsbury, Edmund: 1975, s. 434









