Die Ketten meiner Kindheit
Mir fehlt Sicherheit. Ein sicherer Hafen. Viele Menschen wachsen mit Eltern auf, die ihnen genau diese Sicherheit geben – aber ich nicht.
Ich bin mit Schwierigkeiten aufgewachsen. Schon als Kind war ich die kleine Erwachsene, denn die anderen Kinder waren mir zu unbeschwert. Sie kannten keine Sorgen, keine Ängste. Sie mussten nicht in einem unsicheren Zuhause aufwachsen, in dem Mama trank und Papa Drogen nahm.
Sie hatten keinen Vater, der sie immer wieder sitzen ließ. Keine Mutter, die so überfordert mit sich selbst war, dass sie auf ihre Kinder einprügelte – nur um dann in Tränen auszubrechen, weil sie plötzlich begriff, was sie getan hatte.
Ich wünschte, meine Kindheit wäre anders verlaufen. Vielleicht ein bisschen „normaler“. Stattdessen war ich immer etwas anders als alle anderen Kinder. Aber das liegt nicht mehr in meiner Hand.
Meine einzige Aufgabe ist es, aus diesem Muster auszubrechen. Etwas zu verändern. Doch das ist nicht leicht, denn auf meinen Schultern lasten nicht nur meine eigenen Traumata – sondern die der ganzen Familie.
Und langsam geht mir die Hoffnung aus. Also betäube ich mich. - Nicht um diesem Schmerz zu entkommen, sondern um mich ihm zu stellen. Nicht, um so zu enden wie meine Eltern, sondern um Dampf abzulassen. Weil in mir viel zu viel Wut, Enttäuschung und Schmerz verborgen liegt.
Aber wenn ich diese Gefühle in mir weiter verdränge und sie nicht endlich zulasse, dann werden sie mich von innen auffressen.
Also stolpere ich durch meine persönliche Hölle. Ich lasse die Emotionen zu. Weil es der einzige Weg ist, sie loszulassen. Vielleicht ist das der Preis für die Heilung - nur ich wünschte, er wäre nicht so hoch.

















