Ein Schwanz für sie zum Ausprobieren
Ein Schwanz für Sie zum Ausprobieren
Ich taste mich zum Klo, wie so oft nach einer trunkenen, wirren Nacht. Es ist kalt in diesem Flur, Dielen quäken, ich bin gar nicht in meiner Wohnung. Mein Körper fühlt sich schwer an, angeschwollen, mein Kopf baumelt, meine Kniegelenke geben nach als wären sie ausgeleiert, weniger sprunghaft. Ich bewege mich im Dunkeln, wie ein Zombie, Licht tut weh, Klischee Klischee. Ich setze mich auf die eisige Schüssel und bete, dass ich endlich meine Tage bekomme, verrichte was verrichtet werden muss, mein Bauch rumort und ich habe Sodbrennen. Ich kann mich nicht an letzte Nacht erinnern. Meine Hände kommen mir größer vor, ich lasse die Stirn auf ihnen ruhen. Langsam werde ich wach. Meine Beine sind so haarig. Meine Füße sind so groß. Ich wische schnell und stehe auf, mache Licht und schaue in den Spiegel. Eine verschwommene Gestalt richtet müde Augen auf mich. Das bin ich nicht. Ich reibe mir die Augen, mein Magen gibt Laut, Adrenalin kocht hoch. Ich sehe in seine Augen. Ich fasse sein Gesicht an. Seine Bartstoppel kratzen meine Handflächen. Das bin ich nicht. Er schreit es mir ins Gesicht. „Das bin ich nicht!“
Ich setze mich auf die Schüssel. Sein Ding berührt das kalte Porzellan. Ich träume, ich träume, ich träume, ich träume. Seine Arme sind männlich, muskulös, ich kneife, es ziept. Ich kneife fester, es ziept und tut weh. Ich springe wieder vor den Spiegel. Dann übergebe ich mich und lege mich wieder ins Bett. Das ist ja ganz toll.
Ich greife vorsichtig forschend nach meinem Schwanz. Er ist weich und dick und eine Ader beginnt sachte zu pulsieren. Einerseits wird mir schlecht, aber andererseits fühlt es sich auch ganz gut an, anders, ich knete an seiner Eichel, sie ist der sensibelste Teil, aber nicht annähernd so sensibel, wie meine da unten. Wenn es überhaupt noch meine ist. Mein Kopfschmerz strudelt. Ich knete weiter, ohne zu wissen warum. Ein Bild von Martas Brüsten in ihrem durchsichtigen weißen Shirt erscheint vor meinem inneren Auge, das überrascht mich, ich denke normalerweise selten an die Brüste meiner Freundinnen, zumindest beim Masturbieren. Ihr großes, wohlgeformtes Paar Brüste sehe ich vor mir und massiere sein Glied, also meins, also wessen auch immer. Es zuckt und wird härter und ist ziemlich beeindruckend, als Frau würde ich sogar fast beängstigend sagen. Ich rubbele und fummele, wie ich es schon etliche Male getan habe, also nicht etliche Male, aber naja, also ich rubbele, merke aber schnell, dass ich es immer falsch gemacht habe. Langsam kriege ich den Dreh raus. Immer schneller und fester massiere ich die Spitze des Dings und es wird intensiver, mein linkes Bein zuckt unkontrolliert, es ist ein Rausch. Als ich komme bin ich überwältigt von der Menge die da raussprudelt. Und dann etwas enttäuscht. Unser Orgasmus ist um einiges besser.
Diese ganzen Weiber sind so geil auf mich, es ist unfassbar. Ich schlendere in einem alten XL Schlaf T-Shirt, einer Jeans und Flip Flops durch die überfüllte Einkaufsmeile. Ich bin verdammt heiß, ein verdammt heißer Typ, wie einfach es doch ist für heiße Typen, jede Fantasie, jede schlaflose Nacht, in der ich darüber grübelte wie es sein würde, ich war ziemlich nah dran. Kein stundenlanges, nervenaufreibendes Kämpfen mit Komplexen, kein feuriger Hass auf den Kleiderschrank, kein flüchtiges Drehen im Spiegel um gerade genug, aber nicht zuviel zu sehen. Man streift sich ein T-Shirt über und lässt es so, man geht die Straße entlang und macht sich keinerlei Gedanken, wie sieht mein Arsch in den Jeans aus, kann man meinen Hüftspeck sehen, nichts, man schlendert und sieht gut aus. Nach der ersten Eingewöhnungsphase macht mir auch das Ding in der Hose nicht mehr so viel zu schaffen, man legt es zurecht, lässt es locker dängeln, gar kein Problem.
Abends gehe ich in eine Kneipe, meine Stammkneipe. Keiner erkennt mich, ich setze mich an die Bar und bestelle einen Vodka Sour. Ich sehe mich um. Es ist kein Hochbetrieb, trotzdem habe ich Augenkontakt mit gleich zwei Frauen, die sich unfern von mir auf Barhockern in Pose werfen. Scham überkommt mich, als ich merke, dass sie mich erregen mit ihren tiefen Ausschnitten und lustvollen Blicken. Sie sind so leicht, sie strahlen mich an mit allem was sie haben, wollen nichts mehr als mich, wollen mich ausziehen und ich will sie ausziehen. Ohne dass ich etwas dagegen tun könnte, wird meine Jeans um einiges enger. Wie sie mit dem Strohhalm spielen, ihre überschminkten Augen aufschlagen und schließen, alles sinnlich und mit Zeit, alles mit einer angeborenen, nachlässigen Grazie und simultan mit gelassenster, leicht billig wirkender Routine. Sie haben sichtbare Schwächen und Problemzonen, ich sehe sie ganz deutlich, die Krähenfüße, die Hautunreinheiten, die kleinen Fettpölsterchen und ich frage mich warum sie trotzdem so attraktiv sind, ich frage mich was er an ihnen so anziehend findet. Eine ist aufgestanden, sie bewegt sich schwingend an mir vorbei, ihr Ausschnitt bebt und wippt, ich kann meine Augen nur mit Schwierigkeiten von den hüpfenden Prachtstücken abwenden, nicht wie sonst, nicht als Frau, wenn man nur guckt weil man begeistert ist von der Art und Weise einer so schamlosen Präsentation, nein, ich kann meine Augen nicht von ihnen lassen, weil sie wirklich wahnsinnig appetitlich aussehen. Ich will sie anfassen und auspacken, ich will ihr knappes Top runterziehen, ich will sie vor mir auf die Knie gehen sehen. Ich muss mich daran erinnern, dass ich jetzt einen Schwanz habe, den es zu verbergen gilt, wenn er sich aufbäumt und ich jede Faser der Jeans an meiner Eichel pressen spüre, ich lege mir meine Jacke auf den Schoß. Eigentlich würde ich nichts lieber tun, als das Teil jedem ins Gesicht zu halten und wiederholt an rote Wangen zu peitschen, aber ich weiß ja noch gar nicht wie lange ich in dieser Position verweilen werde, oder besser gesagt, wann ich aus dem Koma erwache, oder was auch immer dieser abgefahrene Trip auch ist.
Ich drehe mich um. Große, schlüpfrige Augen mustern meine Mundpartie, sie ist so nah an meinem Gesicht, gerade nah genug, um genau das zu suggerieren was sie suggerieren will. Ich nicke und kann ein verschmitztes Grinsen nur schwer unterdrücken. Ihre Mundwinkel erwidern, ihre Lippen sind voll, sie spitzt sie nur leicht, fast unmerklich.
„Hab dich hier noch nie gesehen.“
Klischee! Unglaublich, diese Zeile muss so alt sein, wie die Erfindung von Alkohol.
Ich weiß nicht was ich erwidern soll. Sie schaut mich so erwartungsvoll an. Ich nicke erneut. Sie kommt näher. Sie flüstert.
„Ich bin auch alleine. Vielleicht lässt sich das ändern.“
Ich will sie ausziehen. Ich will sie beißen. Ich will wissen wie eine Vagina sich von innen anfühlt.
„Das fände ich schön.“, bringe ich heraus. Sie lächelt. Dann greift sie nach meinem Bierdeckel. Ihre linke Brust berührt meinen Unterarm. Sie schiebt mir den Deckel zu. Eine Nummer steht darauf, ihre Schrift ist mädchenhaft.
Ich starre eine Weile auf den Deckel. Kein Name, nur eine Handynummer. Sie erhebt sich, ihre Hand gleitet fast wie zufällig über meine Schulter, ich schaue ihr nach, wie sie auf die Tür zu stolziert, sie weiß, dass ich ihr nachschaue, sie setzt sich in Szene, verlässt die Kneipe.
Die Tür schwingt zu, wird aber aufgehalten von einer Hand die mir seltsam vertraut erscheint. Dann trete ich ein. Ein Schauer rennt meinen Nacken hinunter, eine Brausetablette auf leeren Magen, ich starre wie gebannt auf meinen Körper, wie er sich auf die Bar zubewegt, Michi dem Barkeeper zuwinkt, sich setzt und einen Vodka Sour hingestellt bekommt. Dann schaut sie rüber zu mir und meine Haut bitzelt. Sie sieht spiegelverkehrt aus. Ich lächele, ich bin überrumpelt, ich bin verwirrt, ich bin kurz vor einem mentalen Zusammenbruch, aber ich lächele und sie schaut schnell weg.
Typisch ich, immer so ängstlich. Ich kann meine Augen nicht von mir lassen. Wir wünschen uns doch alle, uns mal aus den Augen eines Anderen zu sehen. Ich frage mich ob ich immer so müde aussehe. Ich mustere meinen Hintern und meine Klamotte, salopp und trotzdem stilvoll, darauf will ich immer hinaus, ich beobachte und zittere.
Mein Gesicht dreht sich vorsichtig, ein kurzer, prüfender Blick in meine Richtung trifft meinen musternden, faszinierten, unsere Augen bleiben aneinander heften, diesmal lächele ich zurück, alles in meinem Kopf geht drunter und drüber. Will ich mich ansprechen? Auf jeden Fall will ich das. Ich will wissen, wie ich mit einem so heißen Typen umgehen würde, ich will sehen, wie ich mich anstelle. Ich stehe auf und gehe langsam, schüchtern grinsend rüber zu mir und rücke den Barhocker neben mir zurecht.
„Vodka Sour. Wir haben guten Geschmack“, sagt sie und stößt mit mir an. Souverän, denke ich, nicht schlecht bis jetzt.
„Wo sind deine Freunde?“, fragt sie.
„Ich trinke gerne alleine.“, sage ich.
Sie nickt, sie trinkt auch gerne alleine, ich weiß was sie mag. Was mir hier für eine Möglichkeit eröffnet wird, erfasse ich nach den nächsten zwei, drei Satzfetzen die wir austauschen. Männer waren schon immer ein kleines, unlösbares und daher oft zu kurz kommendes Rätsel für mich.
Jetzt habe ich die Möglichkeit, das zu ändern, ich habe die Möglichkeit mir selber der beste Anwärter überhaupt zu sein.
Aber es fällt mir immer schwerer, ein Gespräch aufrecht zu erhalten, sie ist wortkarg und wirkt desinteressiert, obwohl ich genau weiß, dass sie innerlich platzt vor Aufregung, ich kann es sehen, ich kann es fühlen, aber ich darf es nicht erwähnen, nicht einmal subtil darauf eingehen, ich weiß wie defensiv ich auf eine so ins Schwarze treffende Attacke reagieren würde. Ich entschuldige mich und gehe aufs Klo.
Man stellt sich immer vor, ein Männerklo in einer Bar wäre wie ein Kurzurlaub in ein Dritteweltland, ein Loch vollgeschmiert mit Exkrementen, aber ich muss sagen, es geht deutlich schlimmer, Frauenklos sind mindestens genauso widerlich, wenn nicht sogar noch um ein zwei zurückgelassene, benutzte Tampons widerlicher. Ich pinkle im Stehen und muss laut lachen vor Freude darüber. Vor dem Spiegel atme ich ein paar mal ruhig ein und aus. Mein Gott bin ich attraktiv. Ich bin genau mein Typ.
Als ich zurückkehre, finde ich sie in die Leere starrend, träumend, mit ihrem Glas in der locker kreisenden Hand. Ich sollte nie so in die Leere starren, meine Augen wirken dann so puppenhaft, tot, ohne Fokus sehen meine Augen leblos und kalt aus. Ich setze mich und sie schaut mich grinsend an, der Vodka Sour beginnt zu wirken.
„Du bist ein verdammt Hübscher.“, säuselt sie und ihr Blick wandert von meinen Augen zu meinem Mund und wieder zurück. Ich grinse sie verschmitzt an, dann tue ich auf bescheiden und schaue scheu zu Boden. Ich weiß wie sehr ich auf schüchterne Hotties abfahre. Sie rückt vorsichtig näher, tarnt es indem sie ihren Pullover, auf dem sie sitzt, neu positioniert und leert ihr Glas.
„Noch einen?“, frage ich. Sie studiert mich, etwas zu lange, es wirkt gespielter als ich bisher angenommen hatte, es wirkt als würde ich Unsicherheit überspielen wollen. Das ist natürlich das Gegenteil des gewollten Effekts.
„Nur wenn du mitmachst!“, sagt sie schließlich. Ich trinke aus, wende mich zu Michi, deute auf unsere leeren Gläser, er nickt und macht sich an die Arbeit.
„Michi, mach ihm einen guten, er ist ein Freund.“, ruft sie.
Vor unserer Haustür bleiben wir stehen, sie ist um einiges betrunkener als ich, ich bin ja schließlich auch um einiges schwerer und größer. Sie schaut von unten zu mir hoch, lächelt, ich bin mit der Situation so überfordert, fühle mich so seltsam, dass ich eigentlich flüchten möchte. Sie greift nach meiner Hand, ihre Hand ist warm und schwitzig. Verflucht sei unsere gute Durchblutung, denke ich. Dann stellt sie sich auf die Zehenspitzen. Ich sehe ihr in die Augen, auf die Lippen, sie kommt näher, aber ich spüre es nicht. Es macht mir Bauchschmerzen, es regt sich nichts in der Männerhälfte, ich weiß nicht was es ist, aber es fehlt. Ich küsse sie. Ich küsse komisch. Holy shit, ich küsse furchtbar, meine Lippen bewegen sich scheinbar immer zu einem anderen Rhythmus, meine Zunge ist trocken und schmeckt fahl, außerdem bewegt sie sich viel zu oft in und um meinen Mund. Ich halte nur noch aus. Sie küsst mich heftiger, unserer Zähne stoßen aneinander, ich will weg. Als wir wieder auseinander gehen schaut sie wild in meine Augen, beißt sich auf die Unterlippe.
„Kommst du noch mit hoch?“, fragt sie. Alles in mir sträubt sich. Und es ist nicht mal, dass ich etwas gegen Masturbation hätte, als selbstbewusste Frau halte ich das sogar für lebenswichtig.
Ich scheine nur… nicht auf mich zu stehen.
Diese Erkenntnis liegt quer in meinem Magen. Sie schaut mich immer noch erwartungsvoll an. In nur wenigen Sekunden wird ihr Blick von Geilheit zu Unsicherheit und Selbsthass kippen. Ich will sie nicht verletzen. Ich will nichts lieber, als ihr einen guten Abend bescheren, eine wilde Nacht, ungezügelt und unvergesslich. Ich will nichts lieber, als guten Sex für sie, für mich, für uns.
Sie greift mich an der Hand, ich wundere mich über ihren Mut, ich grinse, sie zieht mich hinter ihr ins Haus. Mich von hinten die Treppen empor steigen zu sehen ist nicht besonders schmeichelhaft. Ich fühle mich seltsam, mir schwindelt es. Ich will aufwachen, ich wünsche mir auf einmal nichts lieber, als das dieser Traum endlich endet. An der Tür dreht sie sich um und zieht mich zu sich. Wir küssen uns. Ich fühle mich furchtbar. Mir ist schlecht und schwindelig. Ich will sofort kehrt machen und über das Geländer hechten, sie öffnet die Tür und zieht mich in meine dunkle Wohnung. Sie fängt sofort an, sich die Klamotten vom Leib zu schälen, ich kann nicht mehr, ich kann nicht zusehen.
„Ich muss kurz mal…“, sage ich und während sie mir die Tür zeigt, verschwinde ich schon dahinter. Ich sehe ihm zu, wie er sich das Gesicht wäscht und mir dann in die Augen schaut. Er schüttelt den Kopf, reibt sich die Augen, er sieht verzweifelt aus. In seiner Hose wimmert sein kleiner Freund, ich habe ihn den ganzen Tag nicht so zusammengeschrumpelt gesehen. Ich versuche ihn in Stimmung zu kneten, er bleibt kalt, kurz und zurückgezogen. So kann ich da nicht rausgehen, denke ich, ich kann ihr das nicht antun. Ich kann mir das nicht antun. Aber es ist zu spät. Was bitte würde jetzt noch nur ansatzweise als gute Entschuldigung für eine sofortige Flucht gelten. Ich sehe mich um. Mein Blick fällt auf das Badezimmerfenster. Das kann ich nicht machen. Das geht zu weit. Das würde mich mehr verletzen als zehn schlaffe Lümmel hintereinander. Ich könnte behaupten, ich wäre schwul, aber auch das werde ich sicherlich in meinem Kopf herumwerfen und noch Tage später drüber grübeln.
Als ich aus dem Badezimmer komme, sind alle Lichter gelöscht, nur aus dem Schlafzimmer flattert sachte Kerzenlicht. Die Kerzen, oh Mann. Ich werde nackt auf dem Bett liegen. Ich werde nackt auf dem Bett liegen und ich habe schon sicherlich zehn Posen ausprobiert und wieder verworfen.
Ich schiebe langsam die Tür auf und sehe mich auf dem Bett. Das Schwindelgefühl kehrt zurück. Ich sehe furchtbar aus, unförmig, ich weiß zwar, was ich versuche, sehe die Perspektive, aus der das meiner Meinung nach gut aussieht, aber ich sehe eben auch all die anderen Perspektiven, die umschmeichelhaften, von denen die Fassade grobe Alters und Gebrauchsschäden aufweist. Ich kann es nicht.
„Sorry, aber….“, stammele ich. Sie sieht mich mit Schlafzimmerblick an.
„…ich sollte gehen.“ Es trifft sie wie ein Stein ins Gesicht und es bricht unser Herz. „Ich muss gehen.“ Sie nickt. Ich verlasse mein Schlafzimmer, poltere die Treppe runter und atme tief ein als ich wieder an der frischen Luft bin.
Nach einigen Blocks geht es mir schon um einiges besser. Der Schwindel ist verflogen, die Gedanken wenden sich, wenn auch schweren Herzens und nur schleppend, anderen Dingen zu. Die Nacht ist noch jung. Nach weiteren zwei Blocks fühle ich mich immer leichter, meine Beine sind stark und robust, mein Körper voller Energie, mein Gewissen hinten angestellt. Ich beschließe zu rennen. Ich sprinte die leeren Straßen entlang und bin begeistert von meiner Schnelligkeit, von meiner Ausdauer, so ist das also wenn man seine Zeit an Trivialitäten wie Sport und Fitness verschwendet. Ich renne bis zur Reeperbahn, mache kurz halt, gehe in den nächsten Kiosk und hole mir eine kleine Flasche Jägermeister, eine Packung Camels und ein Feuerzeug. Mit Kippe und dem wohlig warmen, würzigen Geschmack im Mund schlendere ich die Partymeile hinunter.
Ich stecke die Flasche weg und finde den Bierdeckel in meiner Tasche.
Würde wetten, dass sie noch wach ist.