August 2017
Urlaub ist nicht vorgesehen
Ich habe aktuell zwei Aboboxen. Eine Cocktail-Abobox und eine Mädchen-Abobox. In der Cocktail-Abobox bekomme ich monatlich Zutaten für insgesamt sechs Cocktails (entweder zwei oder drei unterschiedliche). In der Mädchen-Abobox sind irgendwelche Crèmes und Schminkzeug und Windlichter und was man eben sonst so als Mädchen braucht. Es ist ein bisschen albern, aber aktuell freue ich mich noch zu sehr beim Auspacken als dass ich nachrechnen würde, ob sich das wirklich lohnt.
Wir fahren demnächst aber drei Wochen in Urlaub und das ungefähr in der Zeit, in der die Boxen üblicherweise eintrudeln. Dementsprechend möchte ich das Abo gerne pausieren und so verhindern, dass die Boxen ihr Dasein in der Postfiliale fristen und am Ende noch zurückgeschickt werden. Ich kann nicht vorhersehen, ob jemand im Haus die Pakete annehmen wird und möchte keinem Nachbarn zumuten, zur Post oder Packstation gehen zu müssen.
Die Cocktailbox lässt sich tatsächlich relativ simpel pausieren. Man muss dazu nur das entsprechende Abo aussuchen und auf einen Button klicken. Leider habe ich vergessen, wie der Button benannt war, aber jetzt, wo ich ihn schon gedrückt habe, kann ich nach oder sogar während meines Urlaubs einfach im gleichen Bereich wieder auf “Fortsetzen” drücken und mein Abo geht weiter. Lieber wäre mir zwar ein “Bitte schickt das Paket frühestens am soundsovielten los”-Button gewesen, aber so geht es natürlich auch.
Die Mädchenbox macht es einem nicht so einfach. Auch in den FAQs finde ich nichts Nützliches. Im Urlaubsfalle wird mir zwar vorgeschlagen, ich könnte ja die Box auch an meine Urlaubsadresse senden lassen, aber das gilt nur, wenn man Urlaub in Deutschland macht. Was insofern noch etwas absurder ist, als dass die Box aus Frankreich versandt wird und wir in Frankreich Urlaub machen. Aber es geht halt nicht. Alternativ werde ich nur darauf hingewiesen, dass ja ein Nachbar das Paket annehmen kann, aber genau das will ich ja vermeiden. Auch der Hinweis, dass das Paket 10 Tage in der Filiale aufbewahrt wird, hilft mir wenig, zumal wir an einem Samstag wieder kommen und ich es unter der Woche nicht innerhalb der Öffnungszeiten zur Post schaffe.
Als letzte Möglichkeit kann ich das Abo nur abbestellen. Ich kündige also mehr oder weniger unfreiwillig das Abo. Man ist sehr traurig, dass ich gehen möchte, und fragt mich nach den Gründen. “Ich will gar nicht kündigen, ich fahre nur in Urlaub” ist aber keine Option, die man anklicken kann, ein Freitextfeld gibt es auch nicht und so werden die Aboboxverschicker nie meine wahren Beweggründe erfahren und keine Chance haben, einen “Pausieren”-Knopf zu basteln.
(Anne Schüßler)














