TKKG - Die Makler-Mafia 09: Sprechende Pflanzen
Die Jungs richten sich in ihrem Gästezimmer häuslich ein. Klößchen mit Schokoriegeln, Karl mit einem fetten Lexikon, Tim mit gar nichts, karg lebender Spartaner, der er nun mal ist. Nächster Halt: Isoldes Garten.
Wolf beschreibt in zwei aufeinanderfolgenden Absätzen, wie Tim respektive Gaby sich erst einen Pulli und dann eine Hose anziehen. Der dadurch entstehende Parallelismus steht symbolisch für die Harmonie der beiden in einer Beziehung stehenden Personen. Die momentanen Störungen in dieser Harmonie werden dadurch impliziert, dass bei Tim vor allem auf Stoff bzw. Beschaffenheit der Kleidung geachtet wird („einen dicken Pulli und eine dunkle Cordhose“, S.50 Z.23/24) und bei Gaby auf Schnitt und Farbe („einen pinkfarbenen Rollpulli und eine weiße Hose“, S.51 Z.8/9). Dies verstärkt außerdem sowohl Tims als auch Gabys Rolle als klassische Ideale ihrer jeweiligen Geschlechtsidentität, da auch im 21. Jahrhundert noch die Ansicht vorherrscht, Männerkleidung habe hauptsächlich funktional zu sein und Frauenkleidung diene vorrangig ästhetischen Zwecken.
/analytische interpretation
(Ernsthaft, Gaby, ernsthaft? Ihr geht im Winter mit einem Hund in einen ramponierten Garten und du trägst eine weiße Hose?)
Klößchen hat Angst, dass die Pflanzen sie angreifen werden oder so, was Gaby zu der scherzhaften Frage veranlasst, ob sie Unkrautvernichter hätte mitnehmen sollen.
Aber Schätzchen, im Winter wächst doch eh nix.
Bei Isolde, die auch in einer riesigen Villa wohnte, klettern sie übers bescheidene efeubewachsene schmiedeeiserne Gartentor.
Man sah, dass hier schon länger keiner mehr wohnte.
Aber…Oma Sauerlich ist bei der Beerdigung umgekippt, und die war erst vor ein paar Tagen. Länger als zwei Wochen werden sie wohl nicht gebraucht haben, die Beerdigung zu organisieren, also wohnt hier seit maximal drei Wochen keiner mehr. Und Efeu wächst zwar recht schnell, aber das gesamte Tor zu überwuchern, wo es gerade mal drei Wochen nicht benutzt wurde, das schafft er nicht.
Der Garten ist in einem üblen Zustand.
Isolde Mischok-Knechtmann musste in einem Anfall von Raserei alle Blumen herausgerissen haben, die zu Abfallbergen zusammengekehrt waren und vor sich hin moderten. Ein Gestank nach Verwesung und Fäulnis lag in der Luft.
Oye! Pflanzen verwesen nicht, sie kompostieren. So richtig übel riechen würde es nur, wenn Isolde die Blumen allesamt in den Teich verfrachtet hätte. Falls sie denn einen hat.
Tims Adleraugen entdecken einen winzigen roten Stofffetzen hoch oben in einem Baum, den er natürlich in einer heldenhaften Kletteraktion herunterholt. Karl analysiert anhand eines abgebrochenen Astes, dass a) jemand sich das T-Shirt beim Im-Baum-Herumklettern zerrissen haben muss, dass es b) ein Erwachsener war und c) noch nicht zu lange her sein kann.
(„Die Rinde ist noch warm.“ :P)
Sie wollen im Haus weiter nachsehen, haben aber keinen Schlüssel. Zu allem Übel taucht gerade in diesem Augenblick ein Typ in sehr schnieken Klamotten auf, italienischer Designer, Siegelring und alles. Er heißt Björn von Magog.
Na, das mal ein ganz unauffälliger Name. Wer war Magog nochmal?
„Wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis freigelassen werden./Er wird ausziehen, um die Völker an den vier Ecken der Erde, den Gog und den Magog, zu verführen und sie zusammenzuholen für den Kampf; sie sind so zahlreich wie die Sandkörner am Meer.“ (Offenbarung des Johannes.)
Anyway, Magog verscheucht TKKG. Er ist nämlich der Makler, der mit dem Verscherbeln von Isoldes Haus betraut wurde, und es kämen jetzt gleich Interessenten.
Die kommen den Kinners auf der Auffahrt entgegen, in Pelz bzw. Kaschmir und einem teuren Auto. Muss ja passen, das Klischee hier. Gaby echauffiert sich natürlich besonders über den Pelzmantel.
„Kommt, lasst uns gehen. Hier können wir nichts mehr ausrichten“, sagte Tim und legte den Arm sanft um Gaby, die etwas fröstelte.
*murmelmurmelästhetischefunktionderkleidermurmelfuchtel*
Als nächstes wollen sie das Hexenbrett begutachten, d.h. zu Kiki von Mantelfutter (oder so) gehen. Klößchen geht es wieder gut, denn er hat Hunger.