Tag 3460 / Das mit dem hängenden Augenlid wurde tatsächlich besser, nachdem ich eine neue Brille hatte.
Auf der alten Brille war ein Kratzer und es war für mein Auge so anstrengend, an diesem Kratzer vorbei oder durch diesen Kratzer zu gucken, dass das obere Augenlid anfing zu hängen, dass es schief wurde. Und ich bin wochenlang, ach, monatelang so rumgerannt und habe Faltencreme genommen. Diese und die andere Creme. Und ich habe versucht, das Augenlid zu massieren. Anstatt, dass ich gleich auf die Idee gekommen wäre, dass das am Kratzer liegt. Außerdem merke ich, dass die Partie und meine Augen viel erholter aussieht, seit ich weniger am Computer mache. Ich hab den ganzen Tag Frontalunterricht. Ich gucke ganz selten mal auf die Skripte im Rechner. Ich schreibe mit der Hand auf einem Block. Ich gucke nach vorne, wo der Dozent steht. Meine Augen sind nicht so angestrengt. Ich bin nicht gemacht für acht Stunden Computerarbeit. Meine Augen sind erholter. Mein Geist ist nicht erholter.
Ich habe Ohrenpiepen. Ich komme nach Hause mit einem riesengroßen Restdruck. Ich stelle fest, ich kann das gar nicht machen. Ich kann gar nicht den ganzen Tag unter Menschen sein. Ich glaube nicht, dass ich mich daran gewöhne. Jetzt sitze ich in der Falle. Ich kann nicht mehr zurück. Natürlich kann ich mit meinem Arbeitgeber reden: Meine Symptome werden schlimmer, ich glaube, ich packe das nicht. Ich kann meinem Arbeitgeber beschreiben, warum ich vorher die Arbeit so gut machen konnte, weil ich viel alleine alleine war. Und gleichzeitig profitier ich davon, dass ich nicht mehr so alleine bin. Aber ich merke, der Druck, das auch noch alles zu verstehen, das wiederzugeben, die Prüfung, die Aufgabe zu verstehen, nachvollziehen zu können, was ich jetzt machen soll. Und dieses Gefühl, Socializen zu müssen. Ich denke schon, dass das bei mir lange dauert und manchmal eben gar nicht funktioniert, dass ich gar nicht verstehe, was der jetzt von mir will.
Acht mal Selbstbefriedigung machen und immer noch nicht befriedigt sein, immer noch keinen inneren Frieden spüren. Einmal ins Meeting gehen und so viel erleichterter.











