Wie hilfreiche Automatismen einen Urlaub ruinieren könnten
Wir sind ja gerade in Franken und es gab da einige Probleme mit dem bargeldlosen Bezahlen.
Um den 20. jeden Monats werden die Belastungen der Kreditkarte vom Girokonto abgebucht und daher schaue ich per Online-Banking-App nach, ob die Fehlbuchungen des Drogeriemarktes nicht vielleicht doch zu Belastungen geführt haben. Lustigerweise hatte ich die Kreditkarte bislang nur dort gebraucht.
Ich sehe auf einmal zwei Schattenkonten, die zwei Kreditkarten zugeordnet sind. Eines trägt die Kartennummer meiner Kreditkarte und den Vermerk “Kartensperrung”, das andere enthält eine völlig andere Kreditkartennummer und einen Saldoübertrag mit Bemerkung “Kartensperrung”.
Ich erinnere mich, wie in Staatsfeind Nummer 1 und anderen Thrillern das Sperren von Kreditkarten zum guten Ton von Geheimdiensten gehört und rufe irritiert die Hotline meiner Bank an (die flatratefreundlich auch als örtliche Nummer in Düsseldorf erreichbar ist).
Der Mitarbeiter am Telefon sieht keinen Hinweis, warum es so sei, wie es ist, meinte nur, dass in den letzten Tagen eine neue Kreditkarte bei mir eingegangen sein müsste.
Zu Hause. Wo sie mir gerade nichts nützt.
Er sagt Recherche im Backoffice zu und ruft ungefähr eine Stunde später zurück.
Die Kreditkarten würden ja über ein Partnerunternehmen abgewickelt. Dieses hätte Sicherheitsüberprüfungen duchgeführt und festgestellt, dass ich irgendwann mal per Internet bei einer Firma per Kreditkarte gekauft habe, die aktuell auf einer Missbrauchsliste steht.
Vermutlich war es eine der Firmen, denen in letzter Zeit die Datenbanken geklaut wurden, was auch die Kreditkartennummern und mehr persönliche und vertrauliche Informationen einschließt.
Daher wurde zu meinem Schutz die alte Kreditkarte gesperrt und mir eine neue zugeschickt. Mir und vermutlich noch einigen hundert anderen Kunden der Bank.
Ich habe zwar Online-Banking und eine EC-Karte und eine zweite Kreditkarte und befinde mich im Inland, aber es sind unübersehbar gerade Sommmerferien.
Wenn ich beispielsweise auf Mallorca ein Hotel und einen Mietwagen mit dieser Kreditkarte reserviert hätte, die direkt nach meiner Ankunft gesperrt wurde, wäre das eine ziemlich unlustige Urlaubsepisode geworden.
Sicherlich Konjunktive, aber eigentlich war geplant, die Ferien eben auf Mallorca zu verbringen, was sich eher zufällig durch familiäre Einladungen nach Nord- und Süddeutschland zerschlagen hatte.
Immerhin hat die Bank ja in einer anderen organisatorischen Sache, wo ich wegen der Umstellung der Aktiendepots mal in die Filiale kommen sollte, mehrfach von sich aus bei mir angerufen und kannte daher offenbar meine Handynummer.
Da wäre zumindest eine Information über die Kartensperrung drin gewesen.
Leider, sagte der Bankmitarbeiter, sei die Kommmunikation mit dem Kreditkartenpartner inzwischen völlig automatisiert. Wenn die Bank nicht zufällig auf die Konten guckt, fällt sowas gar nicht mehr auf.