We need a hero (19.10.2013)
Will sitzt über den Schreibtisch gebeugt und starrt angestrengt auf ein Blatt Papier...
W: Und Du meinst wirklich, dass sich der Herr Schmutzler (A/N: Restaurantleiter vom william) über meine Verse zum Dank für die exzellente Bewirtung am Samstag freuen wird?
F: Unbedingt, unbedingt! Ich fühlte mich an meine schönsten Zeiten erinnert, als mich nach einer Vorlesung die Studenten auf Händen aus dem Hörsaal durch die Stadt getragen haben. Ganz so diesen Samstag im WILLIAM: Man fragte nach meiner Meinung, nahm mir den Mantel ab...wahrscheinlich wurde der auch heimlich gereinigt, so schön wie der dann nach Veilchen geduftet hat, als ich ihn wiederbekam. Und der Wein ein Gedicht für sich. Schreib auch eine Ode an den Wein wenn Du gerade dabei bist.
W: Alright...*schreibt ein paar Zeilen*...das war aber auch Balsam für die Seele, dass wir so nett empfangen wurden, nachdem unsere Begleitung uns ver...äh..ich meine nachdem unsere Begleitung "ausgefallen" ist.
F: Ohne Worte, mein Freund, ohne Worte. Hatten wir also sozusagen einen Platz für unsere Taschen mitgekauft. Gut natürlich, so blieb uns der Schweißgeruch der anderen erspart. Und dann noch dieses ewige Gehuste der offenbar Lungenkranken, die aber trotzdem ins Theater gehen, um einem den Abend zu versauen. Ich hatte schon darauf gewartet, dass zu Beginn noch jemand sagt, dass Herr Wendelin leider erkrankt sei... nach Murphys Gesetz hätte das so passieren müssen. Aber Herr Wendelin war ja zum Glück da, auch wenn er zu Beginn wie ein Hobbit aussah und seine Sprechrolle arg reduziert wurde. Aber Michalek wieder, dieses Tier. Immer wieder traurig zu wissen, dass der nicht mehr in Dresden spielt.
W: Well, hol doch erst mal Luft! *lacht* Herrn Wendelin fand ich neben Michalek und v.a. Frau Eichel am unterhaltsamsten...ganz im Gegensatz zum hochgelobten Darstellers des Galilei. Der wirkte irgendwie, als ob er keine Lust hatte, mitzuspielen. Und I must admit, dass ich zu Beginn Zweifel am Bühnenbild hatte, am Ende jedoch relativ zufrieden mit eben diesem war. Wobei die gelangweilte Abonnentin in der Reihe vor uns wahrscheinlich die Anspielung auf das Foucaultsche Pendel auch nicht kapiert hat...
F: Frau Eichel hat's dem ollen Frauenhasser Bert wirklich gegeben. Fand ich sehr schön, wie sie die Rolle wunderbar überzeichnet hat. Ich denke mir ohnehin manchmal, dass man Vieles von Bert nur noch clownesk und überdreht darbieten kann. Er ist ja mit seinen Glückskeksweisheiten oft schwer zu ertragen.
W: Wo ist Bert überhaupt? Nach der Pause habe ich ihn gar nicht mehr gesehen...anyway, wir sollten das Schauspielhaus unbedingt noch darauf aufmerksam machen, dass sie in ihrer Wikipedialiste zum Thema Galilei am Ende einen entscheidenden Punkt vergessen haben, nämlich...
F: ...natürlich das Shuttle Galileo aus Star Trek The Original Series.
W: Ich hoffe, es wird ergänzt! Vielleicht kann uns ja der ein oder andere Zuschauer berichten, ob es in der nächsten Aufführung Erwähnung findet. By the way...neben dem Bühnenbild erinnerte mich auch die Musikauswahl an ein anderes Petras Stück, welches wir dieses Jahr in Dresden gesehen hatten...aber Bonnie Tyler passte schon irgendwie.
F: Slice me nice, mein Freund. Aber jetzt zeig mal Deine poetischen Ergüsse her... vielleicht kann ich auch noch was ergänzen.