25. August 2025
Meine Leberflecken werden auf eine neue Art vermessen
Ich bin zum ersten Mal seit, naja, ungefähr zwanzig Jahren bei der Hautkrebsvorsorge. Die Ärztin markiert ein paar Leberflecken mit blauen Strichen. Eine andere Mitarbeiterin fotografiert später alles Markierte. (Ich hatte es mir bis dahin so vorgestellt, dass man quasi ganzkörper-abfotografiert und archiviert wird.)
Dazu presst sie das mit Desinfektionsspray (glaube ich) nassgemachte Objektiv eines kleinen Handgeräts auf den Leberfleck und macht stark vergrößerte Fotos, auf denen man jede Pore erkennen kann. Ich stehe beim Fotografiertwerden vor dem Monitor und kann das Ergebnis sehen. Leider schaue ich nicht so aufmerksam hin, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch denke, dass es nur um die Archivierung der Fotos geht.
Aber am Ende sagt die Mitarbeiterin, bei einem der Flecken sei das Risiko leicht erhöht. Es hat also schon irgendeine Art Bildanalyse stattgefunden. Ich frage nach. "Ja, das geht jetzt mit KI." Ich wüsste gern, ob es sich um die KI von früher handelt (also ein regelbasiertes Bildverarbeitungssystem) oder um die ganz anders funktionierende aus den letzten paar Jahren. Aber das ist mir als Frage zu kompliziert. Da in der Medizin alles lange braucht, bis es in den Praxen ankommt, vermute ich, es ist noch die KI von früher.
(Kathrin Passig)












