Ich sah' die ganze Welt und nie war etwas schöner als du.
Zate - Bordkarte (via @in-liebe-der-boden)

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Ich sah' die ganze Welt und nie war etwas schöner als du.
Zate - Bordkarte (via @in-liebe-der-boden)
2014-05-29
Digitale Bordkarten
Ich fliege von Deutschland nach Salzburg und erhalte nach dem Check-In in der Lufthansa-App eine digitale Bordkarte, die ich in Apples Passbook übernehmen kann. Vor meinem Rückflug bekomme ich dagegen beim Check-In eine kryptische Fehlermeldung. Nach intensivem Nachdenken fällt mir auf, dass der Rückflug von Austrian Airlines organisiert wird. Ich lade mir also die Austrian-App herunter, die den Check-In allerdings ebenfalls verweigert. Tatsächlich wird der Flug nämlich von Germanwings durchgeführt, und die Germanwings-App stellt mir auch sofort eine Bordkarte aus. Leider sind QR-Codes am Flughafen Salzburg nicht gern gesehen: Bei der Gepäckaufgabe wird mir ein Papierschein aufgenötigt.
(Jan Eden)
3. Juni 2018
Schlechte Flughafentechnik verzögert meine Rückkehr ins eigene Bett
Aus Lebensverlängerungsgründen bin ich grundsätzlich zwei Stunden vor Abflugzeit am Flughafen, heute sind es umständehalber sogar drei. Als die Abflugzeit näherrückt, entnehme ich einer Anzeigetafel das Gate, von dem mein Ryanairflug abfliegen soll. Das sieht ungefähr so aus:
Ich habe die Anzeigetafelkonstruktion schon bei der Ankunft vor ein paar Tagen fotografiert, weil ich es interessant fand, dass hier vier Flachdisplays von halbwegs zeitgemäßer Größe kombiniert wurden, von denen zwei Werbung zeigen, während oben eine traditionelle LED-Laufschrift scrollt. Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen!
Die Halle mit den Gates ist nicht auf gute Akustik optimiert, alle Durchsagen lauten: “Ladies and gentlemen, BORBEL GNABORBEL your flight SCHNORBORBEL FLORBEL BONGDIBONG”. Ich achte also nicht auf die Durchsagen und gehe stattdessen hin und wieder zur Anzeigetafel, um dort nachzusehen. Mein Flug wird zu einem anderen Gate in derselben Halle verlegt. Dann noch mal zu einem anderen. Dann zu einem ein paar Minuten Fußweg entfernten Gate in einem anderen Teil des Terminals.
Anderthalb Stunden später als geplant boarden wir schließlich. Die Passagiere vor mir schimpfen auf ungebührliche Weise mit der armen Frau am Gate, nur weil sich der Abflug ein bisschen verspätet hat. Ich strahle sie mit der Superkraft der Immerzufrühdaen und deshalb Ungestressten an, sage “¡Hola!” und lege mein Handy mit dem Bordkarten-QR-Code auf den Scanner. Der Scanner piepst und blinkt rot. Ich betrachte noch mal die Angaben zum Flug, die eindeutig die des Rückflugs und nicht etwa des Hinflugs sind. “This is a Ryanair ticket”, sagt die Kontrolleurin. “Yes it is”, sage ich verwirrt, was soll es denn auch sonst sein. “But this is a Eurowings flight”, sagt sie.
Es ist jetzt 17:30. Der Eurowings-Flug nach Berlin hätte eigentlich um 14:10 abfliegen sollen. Durch die Verspätung und die diversen Gate-Verlegungen muss ich irgendwann von der Ryanair-Schlange in die Eurowings-Schlange geraten sein. Verspätet hat sich hier heute einiges, was eventuell damit zu tun hat, dass am Flughafen Hamburg der Strom ausgefallen ist. In den Schlangen grummeln viele Passagiere, die nach Hamburg wollten oder auf ein Flugzeug warten, das von dort hätte kommen sollen.
Die Fluggesellschaft wird am Gate eher klein angezeigt, nicht komplett unmöglich, sie zu übersehen:
Auf gut Glück gehe ich zurück zum allerersten Gate. Es ist zwar geschlossen, aber dort stehen um die 15 Passagiere und zetern auf das Gatepersonal ein. Es ist von Berlin die Rede, also nehme ich an, dass ihnen dasselbe passiert ist wie mir, stelle mich dazu und zetere solidarisch mit. Unser Ryanair-Flugzeug ist nämlich noch da, man kann es draußen sehen. Sie dürfen uns nur nicht mehr hineinlassen.
Allmählich stellt sich heraus, dass die anderen Passagiere ein ganz anderes Problem hatten als ich: Der Flug ist vom ersten Gate nur bis zum direkt danebenliegenden gewandert und um anderthalb Stunden verschoben worden. Das stand aber nirgends: Weder an dem Display über dem Gate noch auf den Anzeigetafeln. Dort war die ganze Zeit nur “gate changed” zu lesen.” Einzige Quelle für die Information, dass der Flug hier zu finden sein könnte, waren die Durchsagen.
Natürlich bleibt unser vielstimmiges Gezeter ergebnislos, das Gepäck der anderen Zurückgelassenen wird wieder ausgeladen. Ryanair erklärt sich für unzuständig, weil die Anzeigetafeln Sache des Flughafens sind. Die zuständige Flughafenperson erklärt sich für unzuständig, weil sie die Details weder kennt noch erfahren will und überhaupt findet, dass Passagiere besser aufpassen sollten. (Sie tut das auf Spanisch, meine Inhaltsangabe ist aus ihrem Gesichtsausdruck übersetzt.)
Ich fliege 28 Stunden später als geplant zurück, diesmal mit Easyjet. Der Flug ist zwar auch wieder verspätet und wird an ein anderes Gate verlegt und die diesbezüglichen Durchsagen sind unverständlich. Das macht aber nichts, weil Easyjet eine vernünftige App hat:
(Kathrin Passig)
2017-06-28
Der Dulles-Zwischenfall
Herantreten an die TSA-Kontrolle in Washington-Dulles, Telefon mit dem QR-Code der Bordkarte in der Hand, eilig den Rucksack öffnen, um den Pass rauszuholen, just the ID please, sagt die Beamtin. Sie schiebt meinen Pass in ein Lesegerät, und ich warte, dass sie sich mein Telefon ebenfalls aushändigen lässt, um den QR-Code auf den Bordkartenleser nebenan zu legen, aber sie verneint lächelnd. Nicht nötig. It's all connected. Ich bin verblüfft. Dass die Feststellung meiner Identität ausreicht, um gleichzeitig festzustellen, dass ich im Besitz einer gültigen Bordkarte bin, ohne diese Bordkarte vorzeigen zu müssen, habe ich noch auf keinem Flughafen erlebt. Die Beamtin bemerkt meine Verblüffung und es gefällt ihr, in diese Verblüffung, mit einem Seitenblick auf den Bildschirm, hinzuzufügen: Happy birthday month! It's almost over. – Thanks. I appreciate that.
(André Spiegel, aus dem fortlaufenden Blog)
12. Juli 2016
Die Schalterbordkarte geht, die Handybordkarte kommt
Momentaufnahme am Flughafen Schönefeld, Terminal A, Easyjet, Zugang zur Sicherheitskontrolle, 70 Passagiere:
38 selbstausgedruckte Bordkarten auf A4-Papier (54%)
19 offizielle Bordkarten vom Schalter, die mit den abgerundeten Ecken (27%)
13 Handy-Bordkarten (19%)
Kurze Zusatzzählung am Gate selbst (Flug nach Edinburgh), die 25 zuletzt eintreffenden Passagiere:
13 selbstausgedruckte Bordkarten (52%)
12 Handy-Bordkarten (48%)
0 Bordkarten vom Schalter
(Kathrin Passig)
Mai 2016
Immer mehr am Handgelenk
Bisher habe ich meine Boardingkarten immer brav auf dem Mobiltelefon aus der E-Mail heraus am Gate vorgezeigt, in der letzten Mail ist mir aber ein Link aufgefallen, “Download in Apple Wallet”. Darauf Tippen öffnet die App “Wallet”, und darin hübsch präsentiert die Bordkarte.
Die eigentliche Überraschung kommt aber so ungefähr eine Stunde vor Boarding: sowohl auf dem Telefon als auch auf der Apple Watch taucht eine Mitteilung auf, ruft man die auf, wird die Bordkarte ohne Entriegelung des Telefones angezeigt, fertig für den Scanner.
Auf der Apple Watch ist das sogar noch einen Zacken besser. Tippen auf die Mitteilung zeigt die Bordkarte an:
Wischt man runter (oder rauf) bis zum QR-Code, erhöht die Uhr den Kontrast auf Schwarz/Weiß und das Sahnehäubchen: Dreht man jetzt das Handgelenk so, dass der Scanner die Uhr sehen kann (also umgedreht, Uhr nach unten), bleibt das Display der Uhr an!
Die Uhr über den Scanner gehalten, es piept – die Zukunft ist nicht aufzuhalten.
(Wolfgang Kunckel)
Januar 2016
Mobile Bordkarten 2016, heute: Aer Lingus
Auch für Aer-Lingus-Passagiere gibt es schon seit einigen Jahren eine App, die Kundenzufriedenheit ist mäßig:
Man kann sich damit einchecken, bekommt dann aber nur einen langen Link per Mail. Die resultierende “Bordkarte” sieht so aus:
Immerhin enthält sie keine perforierten Linien oder abreißerleichternde Einkerbungen. Dafür ist die Schrift so grob gepixelt, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe. Das hat vermutlich damit zu tun, dass man sich die Bordkarte auch per SMS (also vermutlich: MMS) zuschicken lassen kann.
(Kathrin Passig)
15. Januar 2016
Kein Ausdrucken mehr bei Ryanair! Jetzt ist die papierlose Zukunft wirklich ganz nah
Ich bin ein Jahr lang nicht mit Ryanair geflogen, nur mit Easyjet, wo die Bordkarte auf dem Handy inzwischen besser als zu Anfang funktioniert. Deshalb habe ich heute ganz vergessen, dass man bei Ryanair ja vorausschauend planen und sein Ticket ausdrucken muss, anstatt sich in der U-Bahn auf dem Weg zum Flughafen einzuchecken.
Ich stehe vor der Haustür, wo es links zur U-Bahn und rechts zum Drucker im Coworkingspace geht, und versuche, mich vom Handy aus einzuchecken. Firefox stürzt mehrmals an derselben Stelle ab. Ich gehe zurück in die Wohnung, klappe den Rechner auf, checke mich auf der Website ein und lese “MUST be printed”, aber auch zum ersten Mal “use our mobile friendly Boarding Pass”:
Was die gestrichelten Linien bedeuten und warum Teile der Bordkarte auf dem Kopf stehen: keine Ahnung.
Ich installiere die Ryanair-App und melde mich an. Im Unterschied zur Easyjet-App, bei der Website-Checkin und App-Checkin bisher noch zwei ganz verschiedene Vorgänge sind, weiß sie bereits, dass ich eingecheckt bin und zeigt ohne Getue meine Bordkarte an:
Sogar eine perforierte Linie ist da, zum Abreißen am Gate!
Außer Ryanair-Bordkarten musste ich schon Ende 2013 eigentlich nichts mehr drucken. Damit ist es jetzt also auch vorbei. Allerdings habe ich diese Woche bereits 13 Seiten in einem Copyshop kopiert und weitere 20 ausgedruckt (1 Seite Zustimmung zur von Pia Ziefle eingefädelten Archivierung des Techniktagebuchs im Marbacher Literaturarchiv, der Rest waren Steuerbelege für die Künstlersozialkasse). 2016 wird also noch nicht das Jahr, in dem das Drucken ausstirbt. Aber an Ryanair liegt das jetzt nicht mehr.
(Kathrin Passig)