My Charmed recast Opening video
Emeraude Toubia as Prue
Danielle Campbell as Piper
Abigail Cowen as Paige
Eva Green as Penelope/Grams
Ben Barnes as Zankou

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Emeraude Toubia as Prue
Danielle Campbell as Piper
Abigail Cowen as Paige
Eva Green as Penelope/Grams
Ben Barnes as Zankou
Vom Pilot zur Serie
Wir alle kennen das, wir sehen die erste Episode zu einer Serie und dann die zweiten und denken uns “Huh, da hat sich aber einiges verändert”. Mit unter verändert sich so viel, dass die entsprechende Folge neu gedreht oder zusammengeschnitten wird, weil Schauspieler ersetzt wurden, Handlungsstränge verloren gegangen sind, oder sich die Figurencharakteristik sehr verändert hat. Oft gibt es Pilotfolgen, die nur von einem ausgwählten Publiukm gesehen wurden und erst später veröffentlicht werden und als rare Schätze und Must-See angesehen werden.
Öfter aber wird die Pilotfolge einfach so gezeigt, wie sie produziert wurde, und dann folgt der Rest der Serie, in der die Dinge anders sind. Wir erinnern uns, damals in der ersten Folge von “Arrow” gab es die Queen-Haushälterin Raisa, die danach erst wieder in der sechsten (!) Staffel auftauchte, obwohl ursprünglich geplant zu sein schien, dass sie eine größere Rolle in der Serie spielen soll. Schlimmer noch im Fall von “The 100″, wo Kelly Hu einen Hauptcharakter spielte, der eng mit Abby befreundet war und die Geliebte von Kane war, aber nur im Pilot auftaucht und in den folgenden fünf Staffeln von niemanden jemals wieder erwähnt wird. Andere solche Highlights inkludieren die dumme Penny aus dem “Big Bag Theory” Pilot, veränderende sexuelle Orientierungen von gewissen Charakteren in “Dead like Me”, und vollkommene Stilwechsel - wie etwa im Fall vom neuen “Charmed”.
“Charmed” war übrigens nie vom Glück gesegnet, was Pilotfolgen anging. Die Original-Serie startete mit einer anderen Phoebe, und als Alyssa Milano gecastet wurde um eine bekanntere Darstellerin in der Serie zu haben, musste die erste Folge neu gedreht werden. Bei der Neufassung wurde nun nicht neu gedreht, obwohl das vermutlich besser gewesen werden.
Der neue “Charmed”-Pilot ist - freundlich formuliert - furchtbar. Politsch übermotiviert kommt durch die Infragestellung der Motive ihres Wächter des Lichts Harry in der letzten Szene nur ein einziger männlicher Charakter vor, der nicht in irgendeine Form böse ist, und ja, zu sagen der Pilot würde Männer hassen wäre eine Untertreibung. Mel ist die typische wütende Lesbe, die nicht nur Männer sondern alles und jeden hasst und ungefährt so sympathisch ist wie eine Lobotomie. Ihre jüngere Cheerleader-Schwester ist ebenfalls ein wandelndes Klischee und erscheint einen niemals als richtiger Mensch. Marcie kommt noch am besten weg, klingt aber wie ein Lexikon. Überhaupt ist das Hauptproblem der Pilotfolge alles, was aus den Mund der Charaktere kommt. Mindestens jede zweite Szene wirkt gezwungen und verkrampft, keiner spricht so wie ein echter Mensch sprechen würde (was in Fernsehserien sowieso niemals der Fall ist, in diesem Fall ist es aber so, dass sie sprechen wie Charaktere einer Satire-Serie zugleich aber alles ernst gemeint ist), und der Versuch Humor zu zeigen geht furchtbar daneben und das jedes Mal. Warum nach diesem Desaster eine Serie in Auftrag gegeben wurde, ist mir schleierhaft, ja, es gibt Ansätze dafür dass die eigentliche Handlung nicht einmal uninteressant sein könnte, aber letztlich ist die Bestellung der 1. Staffel wohl vor allem dem Markennamen und dem Cliffhangar zu verdanken. Zuletzt versagt der Pilot sogar auf der emotionalen Ebene, die fremde Schwester darf praktisch sofort einziehen, und die Trauer um die tote Mutter wird seltsam schnell überwunden.
Doch dann geschieht ein Wunder namens Episode 2. Versteht mich nicht falsch, nichts an dieser Episode ist sonderlich originell oder notwendig, aber die Serie ist wie ausgewechselt. Die Charaktere sind sympatisch und haben ein vorhandenes Gefühlsleben, und vor allem sprechen sie wie normale Menschen, mit Ausnahme von Harry, bei dem das aber zur Figurencharakteristik gehört, und Marcies ständig wiederkehrenden “Es muss eine wissenschaftliche Erklärung geben”-Monologen, die den Reboot aber zumindest vom (immer noch tausend Mal besseren) Originals abheben. Ja, es gibt sogar tatsächlich witzige Momente und sogar solche, die sich Klischees bedienen und trotzdem landen (Das It-Girl muss wütend sein, da sie in ihren Posts keine Ausrufezeichen verwendet!). Sogar die Tatsache, dass Marcie überschnell ohne Diskussion in die Familie aufgenommen wurde, wird angesprochen.
Also ja, die Serie wird wohl nie der große Hit werden, und ich werde nie einsehen, warum sie gemacht werden musste, aber immerhin erinnert sie uns gekonnt daran, dass man eine Fernsehserie nie nach seinem Pilotfilm beurteilen sollte und immer die erste reguläre Folge abwarten sollte, bevor man sich ein Urteil bildet. Eine Weisheit, die man im Zeitalter der Streaming-Serien fast vergessen hätte, an die es sich aber immer zu erinnern gilt.