Gleichstellung & Feminismus als Feindbilder bei Nazi-Frauen*
Das Thema Geschlecht ist ein zentrales Element rechtsextremer Ideologie und Alltagspraxis. Dies zeigt sich bereits mit einem Blick in die jüngere Geschichte nach 1945:26 Neonazis hetzen gegen die Frauenbewegung, bekämpfen die Lesben- und Schwulenbewegung oder instrumentalisieren die HIV-Debatte der 1980er Jahre. In den letzten Jahren äußern sich rechtsextreme Frauen und Männer im Zuge der öffentlichen Diskussionen um »Gender-Mainstreaming« vermehrt zu ihren Vorstellungen von Geschlechterrollen, Sexualität und Gleichstellungspolitik. In rechtsextremen Zeitschriften oder durch Flugblätter, im Landtag oder im Internet wird mobil gemacht gegen »Kampfemanzen«, »Politische Geschlechtsumwandlung« und »Homolobby«. Diese Themensetzung ist keine Erfindung etwa der NPD. Vielmehr sind sie auf einen Zug aufgesprungen, der schon 2006 an Fahrt aufgenommen hatte und ein breites Spektrum an konservativen Journalistinnen und Journalisten, Politikerinnen und Politikern, neu-rechten Bewegungen, antifeministischen Männerrechtlerinnen und -rechtlern sowie fundamentalen Christinnen und Christen an Bord hat. An diese sehr medienwirksame Gemengelage können Rechtsextreme problemlos anknüpfen, Verunsicherungen und Ängste in der Allgemeinheit für sich nutzen und ihre völkisch-biologistische Ideologie in die Mitte der Gesellschaft tragen.
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