Nach meinem Besuch in den Vatikanischen Museen musste ich am nächsten Tag wieder was für die Uni machen. Danach war noch ein bisschen Zeit, etwas durch die Gegend zu laufen.
Die Kirche Beata Maria Vergine Addolarata befindet sich an der Piazza Buenos Aires. Sie ist mir schon mehrfach aufgefallen, durch das goldene Mosaik an ihrer Fassade aufgefallen. Es handelt sich wohl um eine Titelkirche - sie hat also einen Kardinalpriester - und außerdem um die Nationalkirche Argentiniens.
Auf dem Foto kann man die Namen Lucas und Mateus lesen, also bezieht sich das Mosaik wohl auf die Evangelien des Neuen Testaments. Außerdem erkennt man bspw. Palmen und verschiedene Blüten. Über dem mittleren Bogen gibt es zwei Pfauen mit sehr schönen goldenen Federn.
Außerdem habe ich mir noch einmal das Quartiere Coppede genauer angeschaut, nachdem ich mich ja inzwischen etwas mehr darüber informiert hatte. Hier sieht man noch einmal gut den eisernen Kronleuchter am Torbogen zwischen den Palazzi der Botschaften. Ein bisschen schade, dass die Straße so vollgeparkt ist, aber es wird trotzdem ein schöner Blick eingerahmt.
Dieses Eingangsportal gehört zu einem der Palazzi an der Fontana delle Rane. Der Torbogen ist verziert mit Eidechsen und dem Schriftzug Ospessalve, dessen Bedeutung ich nicht herausfinden konnte. Im Zentrum des Gewölbes sieht man ein Wesen, das an ein Schaf oder eine Ziege erinnert, umgeben von (geier-artigen?) Vögeln und Darstellungen der Sonne mit einem Dreieck in der Mitte, während die beiden Seitenbereiche von Seepferdchen (oder -drachen?) verziert werden. Außerdem auf der rechten Seite ein Portal für den Portiere mit einem etwas griesgrämig wirkenden Gesicht im Giebeldreieck und flankiert von sitzenden Löwen. Blau und Weiß in ständigem Wechsel.
Hier sieht man noch den Palazzo del Ragno direkt gegenüber. Auf dem Foto kann man die Spinne im Feld über dem Eingang nicht gut erkennen, weil es dort zu dunkel ist. Dafür aber viele andere architektonische Details. Durch das im Erdgeschoss und für den Mittelrisalit verwendete Material, aber auch durch die Kantenrustika wirkt der Palazzo sehr wehrhaft. Sie gehen in ein ornamentales Band im 3. OG über, das zwischendurch durch etwas schlichter gestaltete Fensterstürze unterbrochen wird. Auch die mit Klinker verkleideten Bereiche verfügen über Ornamente, neben den Rundbogenfenstern im 1. OG gibt es Colonne tortili, gedrehte Säulen. Im unteren Sturz des Mittelrisalits gibt es ein großes Gesicht, in der Mitte eine auffällige Loggia und darüber ein Wandbild. Konstruktiv wirkende herausstehende Balken werden als steinerne Tierköpfe ausgeführt. Man weiß gar nicht, was man sich als nächstes genauer anschauen möchte.
Doch nicht nur im Zentrum findet man besondere Gebäude, sondern auch bei einem weiterführenden Rundgang durch das Viertel. Auch dieses Gebäude wirkt sehr wehrhaft. In ihm befindet sich die Botschaft von Marokko. Ich finde interessant wie unterschiedlich die Fenster bei dem Gebäude ausfallen. Es gibt ganz unterschiedliche Formen und Materialien.
Dieses Gebäude hingegen wirkt etwas weniger wehrhaft und erinnert mit seiner Dachlandschaft eher an das Feenhäuschen, auch wenn die Fassade nicht ganz so sehr mit symbolischer Bedeutung aufgeladen ist. Drumherum stehen ein paar Pinien, die man hier in der Stadt häufig sieht. Wie viele andere scheint es als ganz normales Wohnhaus genutzt zu werden.
Auch wenn jedes Haus doch sehr unterschiedlich ausfällt, hat man das Gefühl, zwischen ihnen eine gewisse Verwandtschaft feststellen zu können. Man merkt schon, dass es sich um ein zusammenhängendes Viertel mit eigener Identität handelt.
Es ist schwierig sich vorzustellen, wie viel Zeit und wie viele Ideen tatsächlich in die Errichtung des Quartiers geflossen sind. Man könnte wahescheinlich ganze Tage damit verbringen, es sich genauer anzuschauen und seine ganzen versteckten Aussagen und Botschaften zu verstehen.
Das ganze Viertel wirkt auf jeden Fall sehr gepflegt. Es scheint viele Menschen zu geben, die sich gerne damit beschäftige und es zu schätzen wissen.
09|05|2021


















