Ich muss gestehen, die These, dass die Menschheit einem Denkfehler Gottes entsprungen ist, scheint mir plausibler als die Schöpfungsgeschichte aller anderen mir bekannten Religionen.
Marc-Uwe Kling: "Qualityland", S.213
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Ich muss gestehen, die These, dass die Menschheit einem Denkfehler Gottes entsprungen ist, scheint mir plausibler als die Schöpfungsgeschichte aller anderen mir bekannten Religionen.
Marc-Uwe Kling: "Qualityland", S.213
Immer wendeten sich Leute von mir ab und ich gab mir selbst dafür die Schuld.
Luisa Schwab (Kein Bissen mehr)
Sehr zuvorkommend.
https://de.1jux.net/597857?l=0&t=1
#Denkfehler #betrunken #lustig #fail #Humor
Depressive Aporie – Sind Depressionen eine Denkkrise?
Sind Depressionen eine Sackgasse des Geistes? Es gibt einige Philosophen und Intellektuelle, die das so behaupten. Sie sehen Depression als eine Art logischen Denkfehler, umrahmt von Begriffen wie Aporie, Reflexion oder Sinn. Wer depressiv ist, verheddert sich im eigenen Denken und Lebensentwurf. Doch wie weit trägt dieses Modell – und ab wann wird es zynisch?
Wenn das Denken strandet
Die Idee der Aporie ist uralt. Schon Platon beschrieb in den sokratischen Dialogen jenen Zustand, in dem das Denken an seine Grenzen stößt und keine Antwort mehr findet.
Bestimmte Denkschulen (auch die kognitive Verhaltenstherapie) begreifen Depression heute ganz ähnlich: nicht als biologischen Defekt, sondern als Ergebnis davon, wie wir über die Welt nachdenken. Wer erst einmal in dieser geistigen Sackgasse steckt, findet keinen Ausweg mehr.
Jeder logische Pfad führt in den Widerspruch oder ins Leere.
In der Depression wird Denken rekursiv und regressiv:
Spirale: Depressive grübeln in Schleifen (Gedankenkarussell). Diese fressen sich immer tiefer in Zweifel und Schuld.
Stillstand: Das Denken findet keinen Haltepunkt mehr. Kein Argument entlastet, kein Sinn trägt, kein „Trotzdem“ hilft.
Kollaps: Schließlich dekompensiert die Psyche. Sie hält den permanenten Druck der Gedanken-Schleifen nicht mehr aus.
Eine Depression folgt logisch daraus, dass sich ein Geist hoffnungslos verheddert hat. Das Denken wächst den Betroffenen über den Kopf – und erstickt sie schließlich.
» Die Psycho-Industrie: (#Affiliate-Link/Anzeige) Wie das Geschäft mit unserer Psyche funktioniert und was es so gefährlich macht
Die Konsequenz:
Einfach weiterdenken …?
Ein aktueller Vertreter dieser Theorie ist zum Beispiel Gerd Achenbach, Begründer der Philosophischen Praxis. Er sieht den Menschen nicht als „krank“ – er sieht ihn in einer philosophischen Krise.
» Hilarion Petzold: Die Menschenbilder in der Psychotherapie (#Affiliate-Link/Anzeige) Interdisziplinäre Perspektiven und die Modelle der Therapieschulen
Da der Mensch für Aristoteles das Zoon logon echon ist – das Wesen, das Vernunft besitzt –, liegt die Heilung für Achenbach auch genau dort: im Denken. Er rät: Denk weiter. Nicht Pillen heilen, sondern die radikale Klärung der Gedanken. Wer depressiv leidet, hat sich schlicht verrannt.
Die Philosophische Praxis setzt u. a. hier an: Sie macht die Aporie sichtbar, klärt Begriffe wie „Schuld“ oder „Erfolg“, bricht Prämissen auf. So soll Entlastung entstehen, wenn man durch die Sackgasse hindurchdenkt.
Wer neue Perspektiven erschließt, findet den Weg aus der logischen Enge.
Wer bestimmt, was „gesund“ ist?
Hier müssen wir über Macht sprechen: Foucault und soziologische Perspektiven machen klar, dass Diagnosen oder die Einordnung von „Denkfehlern“ niemals neutral sind. Wenn wir Depression als „Aporie“ rahmen, beanspruchen wir eine Deutungshoheit. Wir ziehen eine Grenze zwischen der „vernünftigen“ Logik des Philosophen und dem „unvernünftigen“ Verheddern des Leidenden.
Wer gibt uns das Recht, ein trauriges Denken als „falsches“ Denken zu disziplinieren? Oder zu glauben, Depressive müssten im „richtigen Denken“ geschult werden?
» Schwarze Sonne. (#Affiliate-Link/Anzeige) Depression und Melancholie
Wird Leid in Kategorien gepresst, werden Menschen zum Objekt der Theorie. Wer so arbeitet, darf sich fragen: Helfe ich hier wirklich und hinterfrage Prämissen – oder passe ich mein Gegenüber nur wieder an eine Norm an, die für mich persönlich Sinn ergibt?
Klassismus im Elfenbeinturm:
Denksport als Privileg
Wer seelisches Leid als „Aporie“ deutet, sendet eine herbe Botschaft: Menschen mit Depressionen haben ihr Denken nicht im Griff. Wer hingegen klug genug philosophiert, argumentiert sich aus der Krise heraus.
Das ist eine Ideologie der Privilegierten. Sie passt perfekt in ein bildungsbürgerliches Wohnzimmer, aber selten in die Realität. Wer 2 Jobs jongliert (Haushalt und Care eingeschlossen), Kinder allein erzieht oder in Armut lebt, erlebt Depressionen anders.
Dort regiert keine feine Logik-Krise, sondern:
Blanke Erschöpfung: Der Körper streikt unter der permanenten Last.
Existenznot: Die Angst vor der nächsten Miete lähmt – sowohl langfristige Pläne als auch den Geist und den Leib.
Struktureller Druck: Das System lässt keinen Raum zum Atmen.
In diesen Lebenswelten geht es nicht um antike Denk-Sackgassen, sondern handfeste Not. Wer dieses Leid trotzdem als „Denkproblem“ rahmt, wertet andere Lebensrealitäten ab und erklärt Menschen für defizitär, weil sie keine Zeit oder Kraft für „methodische Schulung“ oder die „richtige Bildung“ haben.
Vgl. Depression: gesellschaftliche Ursachen (Determinanten der Gesundheit)
Leibphänomenologie:
Menschsein ist mehr als Denken
Das Modell der „Denkkrise“ krankt an einem alten Erbe: dem Dualismus nach Descartes. Es trennt Geist (res cogitans) und Körper (res extensa) strikt. Doch Depressionen zeigen, dass diese Trennung eine Illusion ist. Phänomenologen verstehen den Leib nicht als Maschine, sondern als das Medium, in dem wir der Welt begegnen.
Wenn der Leib streikt, verschieben sich nicht nur Gedanken – das gesamte In-der-Welt-Sein kippt:
Körper: Der Leib fühlt sich bleischwer, starr und zäh an. Jede Bewegung kostet Überwindung. » Philosophie: körperliche Symptome der Depression
Zeit: Die Zeit dehnt sich endlos; die Zukunft wirkt wie ausradiert. » Depression & gestörtes Zeitgefühl
Raum: Die Umgebung verliert Farbe. Alles wirkt fremd, leer und unerreichbar. » In der Depression – Die Verfremdung der Lebenswelt
Menschen: Nähe strengt an, Stimmen klingen zu laut, Berührungen wirken unwirklich. » Einsamkeit in der Depression – existenziell einsam sein
Diese leibliche Not lässt sich nicht einfach „wegdenken“
Wer Depression primär als Denkfehler begreift, verkennt, wie tief der existenzielle Weltverlust sitzt. Philosophisches Weiterdenken braucht Kraft und Weite – und genau diese Kraft und Weite fehlen in der tiefen Depression oft.
» Die Vereindeutigung der Welt. (#Affiliate-Link/Anzeige) Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt.
Selbstverständlich können auch Depressive philosophieren, aber nicht in dem normativen Rahmen, den viele Philosophen mit ihrem Vernunftpostulat fordern.
Sisyphos und die Kunst der Rebellion
Was aber, wenn die Sackgasse bleibt? Albert Camus bietet uns hier eine radikale Perspektive: Die Sinnlosigkeit und das Absurde sind keine Fehler, die wir „wegphilosophieren“ können.
» Camus: "Der Mythos des Sisyphos" (#Affiliate-Link)
Es ist der Grundzustand unseres Lebens. Camus’ Antwort ist nicht die Heilung durch perfekte Logik, sondern die Rebellion. Wir rollen den Stein den Berg hoch, wohlwissend, dass er wieder herunterrollt.
Der Depressive ist in dieser Sicht kein Patient, der seine Hausaufgaben im Denken nicht gemacht hat. Er ist ein Mensch, der die Absurdität der Welt mit voller Wucht spürt. Die Philosophie hilft hier nicht, indem sie den Stein leichter macht, weil sie uns so gut im Denken schult, sondern indem sie uns lehrt, den Blick nicht abzuwenden.
Fazit: Ernstnehmen statt Behandeln
Depression als Aporie zu begreifen, hat einen großen Vorteil: Es nimmt den Menschen als denkendes, fragendes Wesen ernst. In diesem Raum wird nicht nur „behandelt“, sondern gemeinsam nach Sinn gesucht.
Doch das Modell stößt an harte Grenzen. Es unterschätzt, wie tief die Depression körperlich sitzt, wenn es alles auf reine Denkprozesse reduziert. Die Philosophie kann viel beitragen: Sie schärft Begriffe, stößt Reflexionen an und öffnet neue Horizonte.
Sie wird dieser Aufgabe aber nur gerecht, wenn sie ihren eigenen sozialen Standort reflektiert und kritisch hinterfragt, für wen sie eigentlich spricht.
Denken kann blockieren
Denken gilt als Lösung.
Manchmal ist es das Gegenteil.
Zu viel Denken verengt den Blick.
Es erzeugt Druck statt Klarheit.
Nicht alles ist Kopfsache.
Depression als Krankheitsbild – deskriptiv statt kausal
Eine beschreibende Diagnose von psychischen Krankheiten ist keine kausale Erklärung. Doch der Unterschied scheint weder Patienten noch Fachleuten wirklich klar zu sein. Eine Studie befasste sich mit der Darstellung von Depressionen auf den wichtigsten Gesundheits-Websites und kam zu einem kritischen Ergebnis.
Depressionen sind eine beschreibende Diagnose
Die meisten Diagnosen in der Psychiatrie sind lediglich „Krankheitsbilder“, sie beschreiben nur die Symptome – die Frage nach der Ursache bleibt hier ausgeklammert (vgl. Vom Symptom zur Diagnose – Checkliste Depression). Dennoch werden in den psychopathologischen Fachdisziplinen Diagnosen so vermittelt, als wären sie konkrete Entitäten – also Ursachen.
Das gilt auch für Depressionen. Sie werden so versprachlicht bzw. dargestellt, als wären sie Symptomauslöser (mehr zu dieser Fehlannahme weiter unten im Text). Die Forscher wollten nun wissen, ob und wie die wichtigsten Gesundheitsorganisationen zu dieser falschen Darstellung beitragen.
Zirkelschlüsse der Psychiatrie
Diese Verschiebung zwischen den Kategorien nennt man Zirkelschluss: psychiatrische Diagnosen werden oft in einem zirkulären Zusammenhang formuliert, als ob sie die Grundlage für die Symptome wären:
"Depressionen sollten als eine ähnliche Diagnose wie Kopfschmerzen betrachtet werden. Beides sind medizinische Diagnosen, aber keine erklärt, was die Symptome verursacht. Wie Kopfschmerzen sind Depressionen die Beschreibung eines Problems, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Eine Depressionsdiagnose erklärt die Ursache der depressiven Stimmung ebenso wenig wie eine Kopfschmerzdiagnose die Ursache der Kopfschmerzen." -- Dr. Jani Kajanoja, Facharzt für Psychiatrie
Auch Fachleute irren
Diesen Irrtum begehen aber nicht nur Laien, sondern eben auch Fachleute, die bei Gesundheitsinstitutionen tätig sind. Die Forscher widmeten sich den englischsprachigen Internetseiten von renommierten internationalen Gesundheitsinstitutionen. Dabei untersuchten sie diejenigen, welche die größte Reichweite im Internet besaßen – also von den meisten Menschen gefunden und gelesen werden.
Zu diesen Organisationen gehörten u. a.:
Weltgesundheitsorganisation (WHO),
American Psychiatric Association (APA),
National Health Service (NHS) in Großbritannien
Harvard- und Johns Hopkins-Universitäten
Keine einzige Website machte deutlich, dass Depressionen eine Symptombeschreibung sind
Stattdessen präsentierten sie Depressionen auf ihren Internetseiten als eine Erkrankung, die bestimmte Symptome hervorruft, obwohl das nicht dem offiziellen wissenschaftlichen Konsens entspricht.
"Depressionen als eine einheitliche Störung darzustellen, die depressive Symptome verursacht, ist ein Zirkelschluss, der unser Verständnis für das Wesen psychischer Probleme verwischt und es den Menschen erschwert, ihre Not zu verstehen" -- Kajanoja
„Die Menschen scheinen dazu zu neigen, eine Diagnose für eine Erklärung zu halten, auch wenn sie es nicht ist. Es ist wichtig, dass Fachleute diesen Irrglauben durch ihre Kommunikation nicht noch verstärken und den Menschen stattdessen helfen, ihren Zustand zu verstehen“, betonte Professo Valtonen (University of the Arts Helsinki).
Was sind denn jetzt Depressionen?
Im Grunde Zustandsbeschreibungen, nicht mehr und nicht weniger. Bleischwere Beine, das Gefühl der Abgestorbenheit, Dissoziationen und Ängste sind keine Symptome der Depression. Vielmehr sind sie die Depression selbst. Depressionen entfalten sich in Depressionssymptomen.
D. h. Depressionen existieren nicht unabhängig von ihren Symptomen. Ein Knochenbruch bleibt ein faktischer Knochenbruch, selbst wenn er keine Schmerzen, Schwellungen etc. hervorruft. Doch Depressionen gibt es ohne ihre Symptome nicht.
Eine Ursache der Problematik:
Die Heterogenität von Depressionen
Depressionen kommen nicht in Reinform vor. Zwar existieren die sogenannten Hauptsymptome (wie Traurigkeit, Anhedonie, Antriebslosigkeit) und weitere Beschwerden (Selbstmordgedanken, Verlust des Selbstwertgefühls, Ängstlichkeit usw.), trotzdem ist das Krankheitsbild extrem vielfältig. Die Ausprägung der Erkrankung variieren von Person zu Person – und das oft sehr stark:
(vgl. Depressionsarten und Depressionssymptome)
bei manchen Menschen treten Depressionen einmalig auf
gleichzeitig kämpfen viele Betroffene mit wiederkehrenden depressiven Episoden (vgl. rezidivierende depressive Störung)
Auch können Depressionen chronisch verlaufen
Depressionen sind ebenso Bestandteil anderer psychischer Erkrankungen (z. B. PTBS, Psychosen)
„So gibt es nach den Vorgaben des DSM-5 und den Gesetzen der Kombinatorik nicht eine ›Major Depression‹, sondern mindestens 227 mögliche Varianten. Aufgrund dieser Heterogenität kann die betreffende Diagnose theoretisch an 2 Personen vergeben werden, die nur ein einziges, in ihrer subjektiven Wahrnehmung womöglich sogar nebensächliches Symptom gemeinsam haben.“ (3)
Das Störungsbild der Depression
Was sind Störungsbilder?
Krankheitsbilder / Störungsbilder sind (in der psychiatrischen Medizin) eine Beschreibung von Symptom-Gruppen, die zusammen auftreten und eine spezifische Krankheit charakterisieren. Ein Störungsbild wird für gewöhnlich nach festgelegten Kriterien in Diagnosemanualen klassifiziert. Diese definierten Merkmale sind jedoch keine naturwissenschaftlichen Erklärungen.
Auffällig ist, dass viele verschiedene Störungsbilder sich symptomatisch überlappen. Darüber hinaus gibt es für psychische Störungen kein anerkanntes Modell, das Ursache (Ätiologie) und Verlauf (Pathogenese) erklären kann.
Depressionsbeschreibungen sind Konstrukte
Störungsbilder sind nicht endgültige oder absolute Darstellungen von psychischen Krankheiten. Sie sind keine Abbilder der Realität, sondern eine vorläufige Beschreibung, die uns helfen soll, das psychische Leiden zu verstehen.
Diese Beschreibungen müssen stets unvollständig sein, weil es noch viele Dinge gibt, die wir über diese Krankheiten nicht wissen oder niemals wissen werden. Doch diese Unvollständigkeit / Unbestimmtheit / Offenheit im Krankheitsbild Depression wird leider oft übersehen, nicht verstanden oder schlichtweg ignoriert.
Und so kommt es, dass nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Fachkreise Depressionen als ontologische Existenzen missdeuten.
Klassifikationssysteme fördern Missverständnisse
Der Irrtum, dass psychische Störungen feste und eindeutig abgrenzbare Krankheiten wären, wird vor allem durch Klassifikationssysteme verstärkt. DSM und ICD teilen psychische Störungen in Kategorien ein und erwecken dadurch die Vorstellung, dass diese Störungen wirklich feste und eigenständige Einheiten sind, die sich eindeutig von gesundem Verhalten und anderen Störungen unterscheiden.
Zudem wird suggeriert, dass diese Störungen eine gemeinsame grundlegende Ursache hätten. Psychologie und Psychiatrie streben seit vielen Jahren danach, sich mit der traditionellen Medizin zu verbinden. Deshalb suchen viele Fachleute nach biologischen Ursachen für psychische Störungen (– selbstverständlich gibt es noch weitere Gründe für die Popularität des Biologismus).
Fazit: Krankheitsbild Depression
Wenn es um das Sprechen über Depressionen geht, wird meist so formuliert*, als ob es sich um eine fest umrissene Krankheit handelt, ähnlich wie eine Infektion oder ein Knochenbruch. Doch bei psychiatrischen Diagnosen wie Depressionen ist das nicht ganz richtig. Depressionen sind ihre Symptome, sie sind keine dahinterliegende Wesenheit, die sich hinter den Symptomen verstecken.
*Das ist sprachlich durchaus tricky, auch ich habe auf diesem Blog immer wieder Formulierungen genutzt, die dieses Missverständnis provozieren …mea culpa!
Es geht noch weiter: Obwohl die aktuellen Leitlinien und Theorien ein bio-psycho-soziales Krankheitsmodell vertreten, neigen Fachleute dazu, den biologischen Ursachen mehr Gewicht zu geben als anderen Faktoren. So vernachlässigen sie häufig, die persönliche Erfahrung der Betroffenen in ihrer Tiefe und Einzigartigkeit zu reflektieren. Ebenso übersehen sie, welchen Einfluss soziale und kulturelle Faktoren auf die Ausbildung und Ausprägung der Symptome haben können.
Evtl. auch interessant für dich:
Klassismus – die soziale Frage in der Psychotherapie sowie Stigmatisierung in der Psychiatrie – Ignoranz & andere Übel
Das ist ein echtes Problem!
Schließlich entwickeln sich Depressionen nicht im menschenleeren Raum. Soziale und kulturelle Faktoren beeinflussen immer und ohne Ausnahme, wie Symptome auftreten und wahrgenommen werden.
Vgl. diese Studie zu Lebenslagen seelisch beeinträchtigter Menschen in München mit vielen interessanten Erkenntnissen, die leider kaum bekannt sind.
Quellen:
1) Psylex.de (plusartikel) – Quellenangabe: Psychopathology (2024). DOI: 10.1159/000538458 2) Jani Kajanoja, Jussi Valtonen; A Descriptive Diagnosis or a Causal Explanation? Accuracy of Depictions of Depression on Authoritative Health Organization Websites. Psychopathology 2024; https://doi.org/10.1159/000538458 3) Josua Handerer, Julia Thom und Frank Jacobi: Die vermeintliche Zunahme der Depression auf dem Prüfstand. Epistemologische Prämissen, epidemiologische Daten, transdisziplinäre Implikationen. In: das überforderte Subjekt
Was meint ihr? Wieviel Erfahrung braucht man eigentlich, um gut zu schreiben? Und hängt dies wirklich vom Alter ab? ^^'⠀ Ich persönlich komme derweil eher zur Erkenntnis, dass zumindest "Alter" und "Reife" zwei sehr verschiedene Sachen sein können. Und dass dem Thema Alter oft mehr Gewicht gegeben wird, als wirklich sinnvoll ist. Ehrlich gesagt, kann all das "Gedenke", wann ein Alter denn das Richtige oder besser oder schlechter ist, viel zu sehr vom Wesentlichen ablenken. Vom Schreiben zum Beispiel. ^.~⠀ ⠀ In meiner letzten Podcastfolge ging es unter anderem auch um diese Fragen - vorallem aber, um den #denkfehler der damit einher geht. Wenn ihr also wissen möchtet wie dieses #zitat zustande kommt, hört gerne genauer in die Episode rein. ^^ Ihr findet sie u.a. hinter dem Link in der Bio oder per URL unter https://schreibchaos.podcaster.de/sc010/⠀ ⠀ #alter #schreiben #gutschreiben #podcast #podcastdeutsch #schreibenmachtspaß #schreibenanfangen #gedanken #blog #blogger_de #zeitzumschreiben #zeit #altern #jugend #erfahrung #reife #erkenntnis #feedback #anfangen #justdoit #maches #besserschreiben #ablenken #strand #sand #wesentliches #kreativesschreiben #kreativ (hier: Rostock, Germany) https://www.instagram.com/p/B24KdgWofEQ/?igshid=6wwb8vuz0zz8
Was meint ihr? Wieviel Erfahung braucht man eigentlich, um gut zu schreiben? Und hängt dies wirklich vom Alter ab? ^^'⠀ Ich persönlich komme derweil eher zur Erkenntnis, dass zumindest "Alter" und "Reife" zwei sehr verschiedene Sachen sein können. Und dass dem Thema Alter oft mehr Gewicht gegeben wird, als wirklich sinnvoll ist. Ehrlich gesagt, kann all das "Gedenke", wann ein Alter denn das Richtige oder besser oder schlechter ist, viel zu sehr vom Wesentlichen ablenken. Vom Schreiben zum Beispiel. ^.~⠀ ⠀ In meiner letzten Podcastfolge ging es unter anderem auch um diese Fragen - vorallem aber, um den #denkfehler der damit einher geht. Wenn ihr also wissen möchtet wie dieses #zitat zustande kommt, hört gerne genauer in die Episode rein. ^^ Ihr findet sie u.a. hinter dem Link in der Bio oder per URL unter https://schreibchaos.podcaster.de/sc010/⠀ ⠀ #alter #schreiben #gutschreiben #podcast #podcastdeutsch #schreibenmachtspaß #schreibenanfangen #gedanken #blog #blogger_de #zeitzumschreiben #zeit #altern #jugend #erfahrung #reife #erkenntnis #feedback #anfangen #justdoit #maches #besserschreiben #ablenken #strand #sand #wesentliches #kreativesschreiben #kreativ (hier: Rostock, Germany) https://www.instagram.com/p/B23kUIiIQ-L/?igshid=4rglc7q4lkt8