Death notice of university professor Leon Kellner (English lexicographer and zionist; father of Dora Kellner)
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Death notice of university professor Leon Kellner (English lexicographer and zionist; father of Dora Kellner)
i finally found (and almost compiled) Dora Kellner’s novel ‘Gas gegen Gas’ which first appeared serialised in the Südwestdeutsche Rundfunkzeitung (1930), and then, for a second time, as ‘Das Mädchen von Lagosta’ in the Innsbrucker Nachrichten (between 24 December and 1931–7 May 1932) and in the Grazer Tagblatt between (25 December 1931–8 May 1932)
Eva Weissweiler, in her book about Dora Kellner, mentions how Max Pollak was seen by Freud. He suffered from insomnia, due to a ticking clock, and so, rather than remove the clock, his mother sought treatment for him, thinking it would toughen him up. (Max also have also nervous conditions). I tracked from the source and there it was: a conversation between Max Pollak and Kurt Eissler, the founder of the Freud Archive what is now at the Library of Congress (the one about which Janet Malcohm writes that book). The transcript can be found here. At first I was skeptical, that it might have been another Max Pollak, but he refers to his mother as a Loew-Beer, which she was. It contains other details too: that he was premature as a baby, that he played the piano, that he had a talent for Maths and Greek, that he spent time in a sanatorium, that he had spots. It is quite a remarkable document that I want to think more about.
Here is a diagram that Samuel Draper (on the diagram at the bottom) drew out in a pub in Marylebone in September 2019, when we had met to talk about our upcoming plans at the Bishopsgate Institute. The diagram focused around his maternal grandfather, Stefan Benjamin
There are a number of blotches on the diagram, but the line between Dora Kellner and Emmy Hennings is perhaps the only line that is crossed out. If most likes denotes some relation or causation this line seeks to cancel that potential meaning. A sign of inequation (≠).
I looked to Eva Weissweiler’s recents biography of Dora Kellner (later Dora Benjamin) for mention of Hennings. She talks of Bern in October 1918 and the fortuitous coincidence that Dora and Walter Benjamin ended up living next to Emmy Hennings and Hugo Ball on Marzilistrasse 22 (p.148). There is then another account that reveals more, which I typed up (pp.154-155):
Emmy Hennings versuchte später den Eindruck zu erwecken, als wären Ball und sie das ideale Künstlerpaar gewesen, verbunden durch Arbeit, Liebe und Katholizismus. Die Wahrheit sah allerdings etwas anders aus. Auch während des gemeinsamen Lebens in Bern fuhr sie fort, als Varietékünstlerin unterwegs zu sein, während Ball auf ihre Tochter Annemarie aufpasste, was ihm offenbar sehr gut gefiel:
“Sie ist sehr hübsch, schwarzes, abgeschnittenes Haar, dunkle Augen, Ungarin von Vaters Seite. Sehr klug und temperamentvoll. Ich muss ihr 100,000 Geschichten erzählen“
Wenn Emmy nach Bern zurückkehrte, wurde es oft sehr laut. Denn sie konnte nicht von ihren diversen Liebhabern lassen, sodass Ball sogar einmal zum Revolver griff. Andererseits fand er es ganz in Ordnung, dass sie die knappen Einkünfte durch Prostitution vermehrte. Er soll sie – so ein Schweizer Polizeibericht – sogar geschlagen haben, wenn sie nicht genügend Geld mit nach Hause brachte. Es kam vor, dass sie versuchte, sich im Streit die Pulsadern aufzuschneiden, weshalb sie mehrmals in psychiatrische Behandlung kam. Als Veritetésängerin schätzte er sie sehr. Aber ihre literarische Arbeit nahm er nicht ernst, obwohl sie selbst meinte, ebenso viel zu können wie “die Lasker, die Studer (und) die Kolb”.
Benjamin sprach gegeben mit dem größten Respekt von Emmy Hennings. Er habe “einigen Umgang” mit ihr, deren Name “unter den Literaten völlig bekannt” sei, schrieb er an Ernst Schoen. Damit bezog er sich auf den autobiographischen Roman Gefängnis, der gerade erschienen war, eine Mischung aus innerem Monolog, Psychogramm, Gesellschaftskritik und Sozialreportage. Auch von den Bildern ihrer Tochter war er begeistert. Es waren nicht nur Engel, sondern auch Dämonen darauf zu sehen, Teufel, Hexen und andere Schreckgestalten. Benjamin, der unter dem Einfluss von Paul Häberli gerade begonnen hatte, sich für Psychoanalyse zu interessieren, sah in ihnen eine “exakte Nacherzählung von Träumen” oder der “inneren Disposition eines Menschen”. Vielleicht ahnte er, was die junge Malerin durchgemacht hatte: Vernachlässigung, sexuellen Missbauch, Armut, Gewalt und mütterlichen Drogenkonsum. Vielleicht interessierte ihn aber auch nur das Phänomen an sich: ein Kind als expressionistische Künstlerin, begabt mit “eigentümlicher Sicherheit un Genauigkeit” und ganz neuen stilistischen Mitteln.
Gemeinsam mit Dora kaufte er Annemarie 14 Bilder ab, teils aus ehrlichem Enthusiasmus, teils weil er hoffte, ein Geschäft damit manchen zu können, nicht in der Schweiz, aber vielleicht in Berlin:
“Damit will ich sagen, dass diese Bilder, deren Gegenstand meist das Zusammensein von Menschen, sei es mit Dämonen, sei es mit Engeln ist, auf ein höchst lebendiges Interesse gegenwärtig mit Sicherheit rechnen können, wenn ich eine einigermaßen zutreffende Vorstellung von der […] Sensationslust des Berliner Publikums habe. […] Vielleicht veranstaltet Herr Möller eine Ausstellung expressionistischer Kinderbilder? […] Entweder er wendet sich unter Berufung auf mich nach Bern, Marzili Str. 23, an Frau Emmy Hennings mit der Bitte um Übersendung von Probebildern oder er erbittet suche von mir”.